Rundstab

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Rundstäbe an der Roten Kapelle der Hatschepsut in Karnak

Ein Rundstab ist in der antiken, romanischen und gotischen Architektur ein Zierglied mit konvexem Querschnitt, oft als Eckprofil an Pfeilern. In der Gotik findet man ihn an Türgewänden, Fenstergewänden und an den Diensten.

In der altägyptischen Architektur[Bearbeiten]

In der altägyptischen Architektur tauchte der Rundstab erstmals im Djoser-Bezirk um 2650 v. Chr. auf. Diese Umsetzung im monumentalen Steinbau leitet sich von dem aus Schilfbündeln oder eher Eckpfosten bestehenden Kantenschutz früher Ziegel- oder Holzmattenbauten ab (siehe Bautechniken im Alten Ägypten). Der Rundstab begrenzt sowohl vertikale als auch horizontale Rebäudeformen. Oftmals wächst aus ihm eine Hohlkehle hervor. Rundstäbe später Bauten fußen auf quadratischen Sockeln. Im späteren Ziegelbau wurden Hohlkehle und Rundstab durch besondere Formziegel erzeugt. Somit handelt es sich um eine Rückführung des steinernen Vorbildes in die Urform.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Seemanns Lexikon der Kunst, Leipzig 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Arnold: Lexikon der ägyptischen Baukunst. Artemis, Zürich, 1994, S. 108.