Rupert Everett

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Rupert Everett (2007)

Rupert Everett (* 29. Mai 1959 in Norfolk, Großbritannien) ist ein britischer Schauspieler und ehemaliger Sänger, der zweimal für den Golden Globe nominiert wurde.

Seinen ersten großen Erfolg hatte er 1984 mit Julian Mitchells Stück Another Country, in dem er einen homosexuellen Schüler im England der 1930er Jahre spielte und das ihn auch international bekannt machte. Seitdem spielte er in vielen anderen Filmen, wie Die Hochzeit meines besten Freundes und Ein Freund zum Verlieben. Zudem lieh er Prince Charming in den Shrek-Filmen 2 und 3 seine Stimme.

Familie[Bearbeiten]

Sein Vater Anthony Michael Everett war Offizier und diente im Militär. Seine Mutter, Sara Maclean (* 19. September 1934), die Tochter von Sir Hector Charles Donald und Lady Opre Vyvyan, ist eine Nachfahrin der Barone Vyvyan von Trelowarren und der deutschen Freiherren von Schmiedern und die Enkeltochter des liberalen Politikers Sir Donald Maclean, der in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg Führer der parlamentarischen Opposition war. Rupert hat außerdem noch einen älteren Bruder, Simon Anthony Cunningham Everett (*1956). Rupert ist ein Großneffe von Donald Maclean, dem sowjetischen Doppelagenten und einem der Cambridge Five.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Der Offizierssohn wurde in einem englischen Benediktinerinternat erzogen, doch verließ er mit 15 Jahren die Schule und ging nach London, um Schauspieler zu werden. Er besuchte die Central School of Speech and Drama in London, die er wegen Ungehorsam verlassen musste. Nach deren Besuch, den er zeitweise mit Prostitution finanzierte[1], spielte Everett an verschiedenen Theatern in ganz England, so zum Beispiel auch am Citizens’ Theatre in Glasgow.

1980er Jahre[Bearbeiten]

Seinen Durchbruch erlebte er 1982 mit der West-End-Produktion von Another Country, in der er einen homosexuellen Schuljungen an der Seite von Kenneth Branagh spielte. Dieser Produktion folgte 1984 eine Filmversion mit Colin Firth. Everett begann eine vielversprechende Filmkarriere, bis er 1987 an der Seite von Bob Dylan in dem gewaltigen Flop Hearts of Fire mitspielte. Etwa zur selben Zeit nahm Everett ein Pop-Album mit dem Titel Generation Of Loneliness auf und veröffentlichte es. Obwohl ihn der sehr erfolgreiche Produzent Simon Napier-Bell, der auch Marc Bolan und Japan managte und der Popband Wham! zu internationalem Ruhm verhalf, unterstützte und der Titelsong die Top 40 in den britischen Charts erreichte, mochte sein Publikum seine Richtungsänderung nicht. Seine Sängerkarriere war also nur von kurzer Dauer, und Everett kehrte mehrere Jahre später nur indirekt zum Pop zurück, als er die Backgroundstimme im Song American Pie seiner guten Freundin Madonna übernahm. 2001 sang er außerdem noch das Duett They Can’t Take That Away from Me mit Robbie Williams für dessen Album Swing When You’re Winning ein.

1990er Jahre[Bearbeiten]

1989 zog er nach Paris, kehrte der Schauspielerei eine Zeit lang den Rücken und schrieb den Roman Hello, Darling, Are You Working? Im selben Jahr outete er sich als homosexuell. 1990 kehrte er im Film Der Trost von Fremden auf die Leinwand zurück. Es folgten etliche unterschiedlich erfolgreiche Filme. 1995 veröffentlichte er einen zweiten Roman, The Hairdresser of St. Tropez. Beide Romane sind stark autobiographisch.

Seine Karriere wurde 1997 durch Die Hochzeit meines besten Freundes wiederbelebt. Für die Darstellung des schwulen George, des besten Freundes von Julia Roberts, erntete er viel Lob. Er erhielt eine Golden Globe-Nominierung, einen American Comedy Award und den Blockbuster-Publikumspreis. 1999 spielte er Madonnas homosexuellen "besten Freund" im Film Ein Freund zum Verlieben. Außerdem übernahm Everett die Backgroundstimme in ihrer Coverversion des Songs American Pie, die gleichzeitig Teil des Film-Soundtracks war. Seit diesem Zeitpunkt erschien er in mehreren sehr bekannten Filmrollen und spielte oft heterosexuelle Hauptrollen. Er ist zudem ein mitwirkender Redakteur der Vanity Fair .

Ab 2000[Bearbeiten]

Am 10. Oktober 2001 moderierte er die Robbie-Williams-Show "Live at the Albert" in der Royal Albert Hall. Am 18. September 2006 erschien seine Autobiographie unter dem Titel Red Carpets and Other Banana Skins. Das Medienunternehmen Time Warner zahlte ihm 1 Million Pfund Vorschuss für seine Autobiographie.[2] Darin erzählt Everett über sein bisheriges Leben und seine Freundschaften und Affären mit verschiedenen Stars des Showbiz. So offenbart er beispielsweise, dass er als Student eine Beziehung zu Ian McKellen und später eine sechsjährige Affäre mit der britischen Fernsehmoderatorin Paula Yates hatte. „Ich bin von meinen heterosexuellen Affären verwirrt, doch dann bin ich auch von den meisten meiner Beziehungen verwirrt“, sagte er in einem Artikel, der ihn schließlich nicht als homosexuell, sondern als bisexuell darstellte.[3] In einer Radiosendung mit Jonathan Ross erklärte Everett seine heterosexuellen Affären als Folge seiner Abenteuerlust: „Ich war grundsätzlich abenteuerlustig. Ich glaube, ich wollte alles Mögliche ausprobieren“. In einem Interview in This Morning erklärte er sich selbst einfach nur als homosexuell.

Der italienische Comiccharakter Dylan Dog, von Tiziano Sclavi geschaffen, wurde grafisch von Everett inspiriert. Im Gegenzug erschien der britische Schauspieler später in der Verfilmung eines Romans, der auf Sclavis Comic basierte, DellaMorte DellAmore.

2007 führte er den Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras an. Am 7. Juli präsentierte er das Live Earth-Konzert in London. Am 20. Juli 2007 war er in der britischen Fernsehshow The Friday Night Project zu Gast.

Nominierungen[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Wildes Weekend in Tanger. (OT: Hello Darling, Are You Working?) Piper, München, Zürich 1993, ISBN 3-492-11634-5.
  • The Hairdresser of St. Tropez. (1995)
  • Rote Teppiche und andere Bananenschalen. (OT: Red Carpets and Other Banana Skins (Autobiography). 2006) Kiepenheuer, Berlin 2009, ISBN 978-3-378-00694-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rupert Everett – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nigel Farndale: The ascent of Everett. The Daily Telegraph, 22. Mai 2002, abgerufen am 8. November 2013.
  2. telegraph.co.uk: Nigel Reynolds: £1m for kiss-and-tell Everett, 21. Mai 2005.
  3. Artikel auf people.monstersandcritics.com