Rurtalbahn GmbH

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Rurtalbahn GmbH
Logo der Rurtalbahn GmbH
Basisinformationen
Unternehmenssitz Düren
Webpräsenz www.rurtalbahn.de
Bezugsjahr 2009[1]
Eigentümer 74,9 % R.A.T.H. GmbH
25,1 % Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH
Aufsichtsrat Wolfgang Spelthahn (Vorsitzender) und 5 weitere
Geschäftsführung

Guido Emunds
Herbert Häner[2]
Achim Schmitz

Verkehrsverbund AVV
Mitarbeiter 136
Umsatz 22,703 Mio. Euro
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 2
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 1 Lok Köf III
1 Lok MaK G 320 B
3 Loks OnRail DH 1004
2 Loks MaK G 1206
5 Loks Vossloh G 2000 BB
1 Lok EMD Class 66
Triebwagen 17 RegioSprinter
5 Stadler Regio-Shuttle RS1
Sonstige Fahrzeuge 174 Güterwagen Bauart Fcs
24 Güterwagen Bauart Rgs
22 Containertragwagen
Statistik
Fahrgäste 1,1 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 0,87 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 28
Sonstige Betriebseinrichtungen
Länge Gleisanlagen 90 km

Die Rurtalbahn GmbH ist eine Nichtbundeseigene Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Düren. Sie gehört zu 25,1 % der Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren (vormals Dürener Kreisbahn)[1] und zu 74,9 % der R.A.T.H.- Gruppe, einem mittelständischen Familienunternehmen. Der Name Rurtalbahn wurde zuerst als Marke von der Abteilung Schiene der Dürener Kreisbahn für die auf den von der DB übernommenen Strecken geführt. Das zum 1. Januar 2003 unter Beteiligung der R.A.T.H. als eigenständige Gesellschaft ausgegliederte Schienenverkehrsunternehmen erhielt dann den Namen Rurtalbahn GmbH.

Die Rurtalbahn ist nicht Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Personenverkehr[Bearbeiten]

Am 25. März 1993 begann der im Vergleich zum DB-Fahrplan deutlich verbesserte Zugbetrieb auf der Rurtalbahn von Jülich über Düren bis Heimbach mit mindestens einem Zug pro Stunde und Richtung. Seit dem 7. Juni 2002 verkehren die Züge von Düren kommend wieder weiter bis nach Linnich. Auf der Bördebahn wird saisonal an Sonn- und Feiertagen Personenverkehr mit dem Bördeexpress angeboten.

In der Sommersaison 2004 und 2005 führte die Rurtalbahn saisonal an Sonntagen einen Tourismusverkehr auf der Oleftalbahn von Kall über Gemünd nach Schleiden durch.

Die Rurtalbahn ist zu 50 % – neben der DSB Deutschland, einer Tochtergesellschaft der Dänischen Staatsbahnen – an der Bahngesellschaft Vias beteiligt,[1] die seit dem 11. Dezember 2005 das 210 Kilometer lange Netz der Odenwaldbahn in Südhessen befährt. Auf fünf Linien werden drei Landkreise und die Städte Frankfurt am Main und Darmstadt berührt.

Auf der Eisenbahnstrecke Mönchengladbach–Dalheim erbringt die Rurtalbahn als Subunternehmer die SPNV-Leistungen der Schwalm-Nette-Bahn im Auftrag von DB Regio NRW.

Güterverkehr[Bearbeiten]

Im Güterverkehr befördert die Rurtalbahn Ganzzüge bis in die Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen. Im Rahmen von Fahrzeugüberstellungen für die Wiener Lokalbahnen werden Güterwagen von Bremen nach Wien verbracht.

Zu 50 % ist die Rurtalbahn an der in Raeren beheimateten Firma TrainsporT beteiligt, die Gütertransporte zwischen Antwerpen und Zeebrügge durchführt.

Seit Ende 2004 beliefert die Rurtalbahn die Zuckerfabrik Jülich mit bis zu 400 Tonnen Braunkohle pro Tag. Diese werden für eine neu errichtete KWK-Anlage der Zuckerfabrik benötigt. Hinzu kommen weitere lokale Kohletransporte für Papierfabriken (u.a. nach Lendersdorf und zu Smurfit Kappa nach Zülpich). Ferner werden das Heeresinstandsetzungwerk in Jülich und das Forschungszentrum Jülich bedient sowie sporadische Transporte für die örtliche Industrie durchgeführt.

Zurzeit (Stand 2011) befördert die Rurtalbahn im Güterverkehr jährlich eine Tonnage von 1,5 Millionen Tonnen.

Triebfahrzeuge[Bearbeiten]

Im Nahverkehr wurden zunächst umgebaute und modernisierte Uerdinger Schienenbusse eingesetzt und ab 1995 durch beschleunigungsstarke RegioSprinter abgelöst. Aufgrund des groß dimensionierten Fahrzeugbestandes gelangen die RegioSprinter der Rurtalbahn bei Fahrzeugknappheit regelmäßig auch bei anderen Unternehmen zum Einsatz.

Für museale Einsätze ist außerdem ein historischer Talbot-Triebwagen vorhanden.

Da die Regiosprinter nach Ansicht der Rurtalbahn nicht mehr zeitgemäß erschienen, wurden im Jahr 2008 erste Planungen für eine Erneuerung des Fahrzeugparks aufgenommen.[3] Nach Testfahrten mit Triebwagen der Typen Alstom Coradia LINT [4] und Bombardier Itino kam es letztendlich zu einer Bestellung von fünf Regio-Shuttle RS1 der Firma Stadler im Wert von 8,85 Millionen €. Im November 2011 wurde mit der Auslieferung der Triebwagen begonnen; inzwischen verkehren sie planmäßig zwischen Düren und Heimbach.

Die angeschafften Triebzüge wurden von der Dürener Kreisbahn gekauft und an die Rurtalbahn vermietet. Bei einer erneuten Ausschreibung der Strecke Heimbach–Düren im Jahr 2016 werden die Triebzüge an die Ausschreibung gekoppelt.[5] In den modernen Triebwagen sieht die Rurtalbahn jedoch eine gute Chance, die Strecke nach der erneuten Ausschreibung weiter betreiben zu können.

Im Geschäftsbereich Schienengüterverkehr der Rurtalbahn werden derzeit (2011) zehn Streckendiesel- sowie zwei Rangierloks eingesetzt, überdies stehen drei Elektrolokomotiven zur Verfügung.

Der Diesellokbestand umfasst:

Streckennetz[Bearbeiten]

Die Rurtalbahn GmbH betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) 35 Stationen und ein 102 Kilometer langes Streckennetz[7], das zu 100 Prozent der Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren gehört.

Zu diesem Netz gehören folgende Strecken:

Die Strecke Jülich – Puffendorf ist zurzeit nicht in Betrieb, eine Reaktivierung ist in näherer Zukunft nicht geplant. Am 7. Juni 2002 wurde der Abschnitt Jülich – Linnich der Bahnstrecke Jülich–Dalheim reaktiviert. Die Strecke war zuvor von der Rurtalbahn erworben worden. Zum Preis von 860.000 Euro kaufte die Rurtalbahn am 19. Dezember 2002 zudem die Strecke Düren – Zülpich (Bördebahn) von der DB Netz AG.

Auf der Strecke Düren – Jülich – Linnich wurde 2011 der bisherige Haltepunkt Huchem-Stammeln wieder auf zwei Kilometern zu einem zweigleisigen Bahnhof ausgebaut. Mit der Änderung der Fahrpläne der Deutschen Bahn im Juni 2009 wurde mit der bisherigen Kreuzung der Züge im Bahnhof Krauthausen der Anschluss an Züge in Düren nicht mehr sichergestellt.[8] Zunächst war der Abschluss der Maßnahme im bis Ende 2010 geplant,[9] allerdings kam es zu Verzögerungen durch ein längeres Planfeststellungsverfahren, so dass er um ein halbes Jahr verschoben wurde.[10] Die Planung wurde jedoch ein weiteres Mal geändert[11] und der Ausbau schließlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 abgeschlossen.[12]

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Sitz des Unternehmens befindet sich an der Kölner Landstraße in Distelrath, die Haupt- und Betriebswerkstatt im Bahnhof Distelrath ist gleistechnisch vom Bahnhof Düren her über die Ausfädelung der Bördebahn erreichbar. Hier befindet sich auch der Betriebshof für die 17 Regiosprinter und die diversen Güterzuglokomotiven.

Ausbaupläne[Bearbeiten]

  • Nördlich von Linnich soll die Strecke bis zur Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach verlängert werden. Dabei ist noch strittig, ob die Verlängerung nach Hückelhoven-Baal,[13] was de facto ein Wiederaufbau wäre, oder nach dem benachbarten Brachelen geschehen soll;[14] im Gespräch ist auch eine Verlängerung über Baal und Hückelhoven nach Ratheim.[15][16] Wegen des nicht ausreichend hoch bewerteten Nutzen-Kosten-Verhältnisses ist mit einer Entscheidung für den Ausbau allerdings nicht vor 2015 zu rechnen.[17][18][19]
  • Die Bördebahn Düren – Zülpich – Euskirchen soll für den Personenverkehr reaktiviert werden. Im Gespräch sind durchgehende Personenzüge von Bonn über Euskirchen und Düren nach Aachen.
  • Das Unternehmen strebte an, einen Containerbahnhof in der Region Düren zu bauen. Es gab zwei Varianten, wobei der Standort für einen viergleisigen Containerbahnhof an der Bördebahn auf dem Gemeindegebiet von Nörvenich bei Rommelsheim favorisiert wurde. Dazu sollte die Bördebahn von Düren bis zum geplanten Containerbahnhof elektrifiziert werden. Im Umfeld sollten sich Speditionen ansiedeln könnten. Später wurde diskutiert, den Bahnhof im Gewerbegebiet Rurbenden in Huchem-Stammeln zu errichten. Aufgrund der geringeren Erschließungskosten ist die aktuelle Planung jedoch, den Containerbahnhof beim Dürener Vorbahnhof an der Schnellfahrstrecke Köln – Aachen zu bauen. An der Finanzierung sollen sich nach Vorstellungen der Lokalpolitik neben der Rurtalbahn auch die Seehäfen Rotterdam und Antwerpen sowie internationale Logistikunternehmen beteiligen.[20]

Wegen der weitgehend gestrichenen Infrastrukturmittel des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen sind alle Pläne außer dem Containerbahnhof vorerst zurückgestellt.

Am 28. Juni 2012 wurde bekannt, dass die Strecke Düren – Linnich im Jahr 2013 für 6 Millionen Euro elektrifiziert werden soll. Der Nahverkehr Rheinland soll dabei den Großteil der Kosten übernehmen. Zusätzlich ist ein mit 2,88 Millionen Euro kalkulierter Ausbau der Eisenbahninfrastruktur zwischen Heimbach und Linnich geplant.[veraltet][21]

Literatur[Bearbeiten]

  • Chronik 100 Jahre Dürener Kreisbahn

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rurtalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Beteiligungsbericht des Kreises Düren 2009 (PDF; 191 kB)
  2. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/herbert-haener-wird-neuer-rurtalbahn-geschaeftsfuehrer-1.658333
  3. Triebzug statt Regiosprinter. In: Aachener Zeitung. 8. Oktober 2008, abgerufen am 8. Oktober 2008.
  4. Ab 2011 klimatisiert Richtung Heimbach, Artikel der Dürener Zeitung vom 17. August 2009
  5. Kreis stellt Weichen für neue Triebwagen, Artikel der Dürener Zeitung vom 29. Juni 2009
  6. Fuhrparkliste des Geschäftsbereich Cargo auf der Website der Rurtalbahn, abgerufen am 16. August 2011
  7. Schienennetz. Rurtalbahn GmbH, 2013, abgerufen am 10. Mai 2014.
  8. Fünf Millionen Euro für 2. Gleis, Artikel der Dürener Zeitung vom 28. Mai 2009.
  9. Rurtalbahn reaktiviert Bahnhof bis Ende des Jahres, Artikel der Aachener Zeitung vom 29. Juni 2010.
  10. Ausbau des Bahnhofs verzögert sich, Artikel der Aachener Zeitung vom 19. Oktober 2010
  11. Fahrplanmaßnahmen 2011/2012 (PDF; 30 kB), Aachener Verkehrsverbund
  12. Rund 4,5 Millionen Euro verbaut, Aachener Zeitung vom 11. Dezember 2011 (abgerufen am 13. Januar 2012)
  13. [1] (PDF; 909 kB) Integrierte Gesamtverkehrsplanung NRW, Bewertung Einzelvorhaben 14259 (2005)
  14. [2] (PDF; 907 kB) Integrierte Gesamtverkehrsplanung NRW, Bewertung Einzelvorhaben 14260 (2005)
  15. Zwischen Linnich und Baal könnten bald wieder Züge fahren, Zughalt.de, 30. August 2010
  16. CDU für Ausbau und Reaktivierung von Schienen-Infrastruktur. 6. Oktober 2011, abgerufen am 8. Oktober 2012.
  17. Vorerst kein Ausbau der Rurtalbahn, Radio Rur, 13. Oktober 2011
  18. Vorhaben 16 in Sitzung der Verkehrskommission des Regionalrates (PDF; 125 kB)
  19. Vielversprechende Ergebnisse zum Lückenschluss Linnich – Baal/Lindern. In: Aachener Zeitung. 10. Dezember 2012, abgerufen am 14. Januar 2013.
  20. Neues Containerterminal soll an den Dürener Vorbahnhof. In: Aachener Zeitung. 14. Dezember 2011, abgerufen am 13. Januar 2012.
  21. Rurtalbahnstrecke zwischen Düren und Linnich wird elektrifiziert. In: Aachener Nachrichten. 28. Juni 2012, abgerufen am 29. Juni 2012.