Ruslan Salej

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WeissrusslandWeißrussland Ruslan Salej Eishockeyspieler
Ruslan Salej
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 2. November 1974
Geburtsort Minsk, Weißrussische SSR
Todesdatum 7. September 2011
Sterbeort Tunoschna bei Jaroslawl, Russland
Größe 185 cm
Gewicht 96 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Verteidiger
Nummer #24
Schusshand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1996, 1. Runde, 9. Position
Mighty Ducks of Anaheim
Spielerkarriere
bis 1995 Dinamo/Tiwali Minsk
1995–2006 Mighty Ducks of Anaheim
2004–2005 Ak Bars Kasan
2006–2008 Florida Panthers
2008–2010 Colorado Avalanche
2010–2011 Detroit Red Wings

Ruslan Albertawitsch Salej (weißrussisch Руслан Альбертавіч Салей, russisch Руслан Альбертович Салей/Ruslan Albertowitsch Salei; * 2. November 1974 in Minsk, Weißrussische SSR; † 7. September 2011 in Tunoschna bei Jaroslawl, Russland[1]) war ein weißrussischer Eishockeyspieler, der während seiner aktiven Karriere unter anderem für die Mighty Ducks of Anaheim, Florida Panthers, Colorado Avalanche und Detroit Red Wings in der National Hockey League auf der Position des Verteidigers spielte.

Karriere[Bearbeiten]

Ruslan Salej hegte zunächst vielmehr Interesse an einer Karriere als Fußballspieler, bevor er im Alter von sieben Jahren seine Vorliebe für den Eishockeysport entdeckte.[2] Die Grundlagen des Eishockeys lernte er bei seinem Heimatverein Junost Minsk, für dessen Mannschaft Salej als Juniorenspieler aktiv war. Seine Profilaufbahn startete der Weißrusse bei Dinamo Minsk, für den er in der Saison 1992/93 in der internationalen Hockey-Liga debütierte und mit diesem auch am Spielbetrieb der weißrussischen Extraliga teilnahm. 1993, 1994 und 1995 gewann Salej mit der Mannschaft, die inzwischen unter dem Namen Tiwali Minski firmierte, drei Mal in Folge die weißrussische Meisterschaft. Weiters wurde er 1994 und 1995 ins All-Star Team der weißrussischen Extraliga gewählt.

Ruslan Salej im Trikot der Detroit Red Wings

Während dieser Zeit wurde er von den Scouts der Las Vegas Thunder aus der International Hockey League auskundschaftet, die den Linksschützen als schlagkräftigen Defensivspieler beschrieben.[2] Ohne Salej jemals spielen gesehen zu haben, entschied sich General Manager Bob Strumm dem Weißrussen ein Vertragsangebot vorzulegen.[2] Bei seiner Ankunft in Las Vegas erlebte Salej einen Kulturschock, da er kein Wort englisch sprach und für ihn ungewohnten klimatischen Verhältnissen ausgesetzt war.[2] In Las Vegas spielte er gemeinsam mit dem langjährigen NHL-Torwart Curtis Joseph. Nach einer guten Rookiesaison, in der Salej mit einem Wert von plus 42 in der Plus/Minus-Statistik während der regulären Saison überzeugte und während dieser er mit den Thunder die Halbfinals um den Turner Cup erreicht hatte, wurde er beim NHL Entry Draft 1996 in der ersten Runde an insgesamt neunter Position von den Mighty Ducks of Anaheim ausgewählt. In seiner ersten Spielzeit in der NHL absolvierte er 30 Spiele und erzielte dabei einen Assist. Weiters verbrachte er die restliche Zeit der Saison bei den Baltimore Bandits in der American Hockey League und lief auch in elf Partien für die Las Vegas Thunder aufs Eis. Im Verlauf der Saison 1997/98 gelang ihm der Durchbruch in der NHL, als der Verteidiger in 66 Partien für die Kalifornier auf dem Eis stand.

Im Oktober 1999 wurde er nach einem Check von hinten in die Bande an Mike Modano von den Dallas Stars für zehn Spiele gesperrt. Zusätzlich musste er eine Geldstrafe von rund 110.000 US-Dollar bezahlen.[3] In der Saison 2002/03 erreichte er mit den Mighty Ducks das Stanley-Cup-Finale, musste sich dort aber nach sieben Spielen den New Jersey Devils geschlagen geben. In der aufgrund des Lockout abgesagten NHL-Saison 2004/05 war Salej für den Ak Bars Kazan in der russischen Superliga aktiv.

Sein Vertrag in Anaheim lief zum Ende der Saison 2005/06 aus und wurde nicht verlängert. Am 2. Juli 2006 unterschrieb er als Free Agent einen Kontrakt bei den Florida Panthers. Die Vertragslaufzeit belief sich auf vier Jahre, was ihm einen Verdienst von rund 3 Millionen US-Dollar pro Jahr einbringen sollte.[4] Salej war bis dahin mit insgesamt 594 Spielen in der regulären Saison der Verteidiger mit den meisten Einsätzen für die Mighty Ducks. In seinem ersten Jahr in Florida stellte er seine Bestmarke von 32 Punkten in 82 Spielen auf.

Am 26. Februar 2008 wurde er nach Denver zur Colorado Avalanche transferiert. Die Panthers erhielten im Gegenzug Kārlis Skrastiņš und ein Drittrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2008.[5] Sein Vertrag bei der Avalanche lief am Ende der Saison 2009/10, in der er auf Grund einer Rückenverletzung nur 14 Spiele bestreiten konnte, aus und wurde nicht verlängert. Am 9. August 2010 unterzeichnete der Verteidiger einen Einjahres-Vertrag bei den Detroit Red Wings.[6] Im Juli 2011 erhielt Salej einen Kontrakt für ein Jahr bei Lokomotive Jaroslawl aus der Kontinentalen Hockey-Liga.

Salej's langjähriger Mannschaftskollege Teemu Selänne lobte den Verteidiger für seine lockere, angenehme Art und bezeichnete den Weißrussen als einen seiner Lieblingsspieler.[2] Weiters galt er als Akteur mit Allround-Fähigkeiten, besonders wurde seine hohe Ausdauer hervorgehoben. Kritisiert wurde Salej hingegen für seine gelegentliche Undiszipliniertheit auf dem Eis.[7]

Salej starb am 7. September 2011 bei einem Flugzeugabsturz in Tunoschna bei Jaroslawl. In der Unglücksmaschine vom Typ Jakowlew Jak-42 befand sich die komplette Eishockey-Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Ruslan Salej (Mitte, dunkles Trikot) und Tomáš Vokoun versuchen, Georges Laraque (weißes Trikot) am Torschuss zu hindern.
Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1992–93 Dinamo Minsk MHL 9 1 0 1 10
1993–94 Tiwali Minsk MHL 39 2 3 5 50
1994–95 Tiwali Minsk MHL 51 4 2 6 44
1995–96 Las Vegas Thunder IHL 76 7 23 30 123 15 3 7 10 18
1996–97 Las Vegas Thunder IHL 8 0 2 2 24 3 2 1 3 6
1996–97 Baltimore Bandits AHL 12 1 4 5 12
1996–97 Mighty Ducks of Anaheim NHL 30 0 1 1 37
1997–98 Cincinnati Mighty Ducks AHL 6 3 6 9 14
1997–98 Mighty Ducks of Anaheim NHL 66 5 10 15 70
1998–99 Mighty Ducks of Anaheim NHL 74 2 14 16 65 3 0 0 0 4
1999–00 Mighty Ducks of Anaheim NHL 71 5 5 10 94
2000–01 Mighty Ducks of Anaheim NHL 50 1 5 6 70
2001–02 Mighty Ducks of Anaheim NHL 82 4 7 11 97
2002–03 Mighty Ducks of Anaheim NHL 61 4 8 12 78 21 2 3 5 26
2003–04 Mighty Ducks of Anaheim NHL 82 4 11 15 110
2004–05 Ak Bars Kasan Superliga 35 8 11 19 36 3 0 0 0 2
2005–06 Mighty Ducks of Anaheim NHL 78 1 18 19 114 16 3 2 5 18
2006–07 Florida Panthers NHL 82 6 26 32 102
2007–08 Florida Panthers NHL 65 3 20 23 75
2007–08 Colorado Avalanche NHL 17 3 4 7 23 10 1 4 5 4
2008–09 Colorado Avalanche NHL 70 4 17 21 72
2009–10 Colorado Avalanche NHL 14 1 5 6 10 1 0 0 0 0
2010–11 Detroit Red Wings NHL 75 2 8 10 48 11 1 0 1 0
MHL gesamt 99 7 5 12 104
Superliga gesamt 35 8 11 19 36 3 0 0 0 2
IHL gesamt 84 7 25 32 147 18 5 8 13 24
AHL gesamt 18 4 10 14 26
NHL gesamt 917 45 159 204 1065 62 7 9 16 52

International[Bearbeiten]

Vertrat Weißrussland bei:

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM
1994 Weißrussland C1-WM 6 1 2 3 10
1995 Weißrussland C1-WM 4 0 1 1 4
1998 Weißrussland Olympia 7 1 0 1 4
1998 Weißrussland WM 2 1 0 1 8
2000 Weißrussland WM 6 0 1 1 6
2001 Weißrussland WM 6 0 1 1 31
2002 Weißrussland Olympia 6 2 1 3 4
2004 Weißrussland WM Div. I 5 3 4 7 2
2008 Weißrussland WM 5 0 2 2 6
2009 Weißrussland WM 6 2 3 5 6
2010 Weißrussland Olympia 4 1 0 1 0
2010 Weißrussland WM 6 1 1 2 8
Herren gesamt 63 12 16 28 89

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der beim Flugzeugabsturz umgekommenen Eishockeyspieler von Lokomotive Jaroslawl auf izvestia.ru Abgerufen am 7. September 2011
  2. a b c d e Adrian Dater: Avs' Salei gets American initiation in Sin City. Denver Post, 10. Februar 2009, abgerufen am 20. Juni 2011 (englisch).
  3. 'A dangerous act'. Sports Illustrated, 7. Oktober 1999, archiviert vom Original am 22. Juni 2011, abgerufen am 20. Juni 2011 (englisch).
  4. Panthers sign D Salei to 4-year deal. SportsRant, 2. Juli 2006, abgerufen am 20. Juni 2011 (englisch).
  5. Avalanche acquire Ruslan Salei. CBC Sports, 26. Februar 2008, abgerufen am 20. Juni 2011 (englisch).
  6. Wings sign defenseman Salei for 1-year. Detroit Red Wings, 9. August 2010, abgerufen am 20. Juni 2011 (englisch).
  7. Player Bio – Ruslan Salei. The Hockey News, abgerufen am 20. Juni 2011 (englisch).