Roskosmos

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Logo der russischen Raumfahrtbehörde mit kyrillischer Inschrift: Roskosmos
Das von Roskosmos entwickelte Sarja-Modul, Basis der ISS.

Roskosmos (russisch Роскосмос) ist die Raumfahrtbehörde der Russischen Föderation. Die Agentur ist für das zivile Raumfahrtprogramm des Landes zuständig und hat ihren Sitz im Sternenstädtchen nahe Moskau. Sie wurde 1992 nach der Auflösung der Sowjetunion gegründet und hat die wesentlichen Ressourcen der sowjetischen Raumfahrt übernommen. Frühere Namen der Agentur sind RKA (Rossijskoje Kosmitscheskoje Agenstwo), RAKA (Rossiiskoje Awiazionno-Koswitscheskoje Agenstwo) und Rosaviakosmos.

Der Leiter von Roskosmos ist seit Oktober 2013 Oleg Ostapenko.[1]

Allgemeines[Bearbeiten]

Roskosmos benutzt aktuell zwei Raumfahrtbahnhöfe: Plessezk bei Archangelsk in Russland, das langfristig zur Hauptbasis ausgebaut werden soll, sowie Baikonur in Kasachstan, die Hauptbasis der sowjetischen Raumfahrt. Für die Nutzung von Baikonur müssen auf Basis eines Pachtvertrages Gebühren an Kasachstan bezahlt werden. Als mögliche Alternative zu Baikonur wurde Swobodny im Fernen Osten Russlands in Betracht gezogen. Eine Vielzahl von Raketenstarts erfolgte auch vom Startkomplex Kapustin Jar an der Wolga.

Lange Zeit unterhielt die russische Raumfahrtbehörde die Raumstation Mir, die sich trotz Finanzierungsschwierigkeiten sogar acht Jahre länger als vorgesehen im Dienst befand. Sie wurde schließlich am 23. März 2001 aufgegeben, da man sich auf die Internationale Raumstation (ISS) konzentrieren wollte.

Russland beteiligt sich jetzt maßgeblich an der ISS, zu deren Versorgung, seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms, die Sojus-Rakete mit dem Sojus-Raumschiff und dem Progress-Raumtransporter eingesetzt werden.

Roskosmos ist Vollmitglied des Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS).

Raumfahrtprogramm 2006-2015[Bearbeiten]

Am 14. Juli 2005 wurde das neue Raumfahrtprogramm für die Jahre 2006 bis 2015 von der russischen Regierung genehmigt, allerdings sollte noch bis zum 1. September 2005 nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden. Dieses Programm sieht die Investition von 305 Milliarden Rubel (9 Mrd. Euro) in den nächsten zehn Jahren vor, davon 23 Milliarden (680 Mio. Euro) bereits im Jahr 2006. Diese Summe liegt um etwa 25 % über jener, die für das Jahr 2005 vorgesehen war. Die Ausgaben sollen jedes Jahr um 6 % gesteigert werden. Weitere 130 Milliarden Rubel (3,9 Mrd. Euro) sollen in den nächsten zehn Jahren aus außerbudgetlichen Quellen wie der Industrie selbst einfließen. Die Höhe der Finanzierung der russischen Raumfahrt liegt somit in etwa auf dem gleichen Niveau wie die der indischen Weltraumbehörde ISRO. Am 22. Oktober 2005 wurde das Raumfahrtprogramm 2006-2015 von der russischen Regierung offiziell gebilligt.

Das neue Raumfahrtprogramm sah in den Jahren von 2008 bis 2010 vor allem die Vervollständigung des Satellitenparks durch neue Kommunikations-, Wetter- und Erdbeobachtungssatelliten vor. Zudem sollte der Bau neuer ISS-Module, die Fobos-Grunt-Marsmission, die Venera-D-Venusmission, die Luna-Glob-Mondmission sowie mehrere wissenschaftliche Satelliten finanziert werden.

Weiterhin steht die Modernisierung russischer Trägerraketen auf dem Programm: Die abschließenden Arbeiten an den Sojus-2 und Angara-Raketen, Konzeptstudien über zukünftige Weiterentwicklungen (z. B. Sojus-3) sowie ein Projekt zur Entwicklung eines wiederverwendbaren Trägers der nächsten Generation, an dem Russland zusammen mit der ESA arbeitet (Orjol-Programm). Auch das Kliper-Programm wurde budgetiert, das Raumschiff sollte 2012 oder 2013 seinen Erstflug absolvieren und nach der Übernahme des Herstellers RKK Energija durch Roskosmos im Juli 2007 endgültig eingestellt. Es sollte dann durch das Raumschiff Rus und die zugehörige Rus-M-Trägerrakete ersetzt werden, die 2011 jedoch auch gestrichen wurden.[2]

Direktoren[Bearbeiten]

Seit ihrer Gründung hatte Roskosmos folgende Leiter:

  1. Juri Koptew (Februar 1992 bis März 2004)
  2. Anatoli Perminow (März 2004 bis April 2011)
  3. Wladimir Popowkin (April 2011 bis Oktober 2013)
  4. Oleg Ostapenko (seit Oktober 2013)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sowjetisches und Russisches Raumfahrtprogramm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie:Roskosmos – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neuer Chef und Milliarden für Roskosmos. Neue Zürcher Zeitung, 12. Oktober 2013, abgerufen am 12. Oktober 2013.
  2. FliegerRevue Juni 2010, S.54-59, Russlands neues Raumschiff