Russisches Museum

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Gebäude des Museums

Das Russische Museum in Sankt Petersburg ist neben der Moskauer Tretjakow-Galerie die umfassendste Sammlung russischer Kunst. Das Museum besitzt etwa 315.000 Exponate aus den Bereichen Malerei, Skulpturen, Graphik, Kunsthandwerk und Volkskunst.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Sammlung wurde ursprünglich von Zar Alexander III. angelegt. Nikolaus II. erwarb den Michailowski-Palast, in dem sie heute untergebracht ist, sowie weitere Kunstwerke und ergänzte die Sammlung durch Teilbestände aus der Eremitage und aus dem Alexander-Palast in Zarskoje Selo. Nach der Oktoberrevolution wuchs die Sammlung weiter durch die Enteignung des russischen Adels. Fast die gesamten Bestände russischer Kunst in der Eremitage gingen ebenfalls an das Russische Museum über.

Gebäude[Bearbeiten]

Das Haupthaus des Museums, das Gebäude-Ensemble des Michailowski-Palast, wurde 1819-1825 von dem Architekten Carlo Rossi entworfen. Die Außenseite des Hauptgebäudes wie auch der Westflügel sind bis heute unverändert geblieben.[1][2]

Zum Russischen Museum gehören drei weitere Paläste, in denen verschiedene bedeutende Sammlungen untergebracht sind und regelmäßig Ausstellungen stattfinden: Das Stroganow-Palais, das Michailowski- (Ingenieurs-) Schloss und der Marmorpalast. Daneben sind heute auch das Häuschen Peters des Großen (Peters erstes, schlichtes Holzhäuschen aus Zeiten der Stadtgründung) am Petrowskaja-Ufer sowie dessen Sommerpalast im Sommergarten Filialen des Russischen Museums.

Sammlungen[Bearbeiten]

Ilja Repin: „Die Wolgatreidler“ (1870–1873)

Heute gehören zur Sammlung Werke der Ikonographie seit dem 11. Jahrhundert bis hin zum Sozialistischen Realismus und zur inoffiziellen und zu Sowjetzeiten nicht veröffentlichten Kunst aus dem 20. Jahrhundert. Zu den bekanntesten Werken zählen „Der Apostel Petrus“ und „Der Apostel Paulus“ (beide 1408) von Andrei Rubljow, „Der letzte Tag von Pompeji“ (1833) von Karl Brüllow, „Christus erscheint vor dem Volke“ (1836–1855) von Alexander Iwanow, „Die Wolgatreidler“ (1870–1873) von Ilja Repin, „Spaziergang“ (1917) von Marc Chagall, „Suprematismus“ (1915–1916) von Kasimir Malewitsch und „Komposition Nr. 223“ (1919) von Wassily Kandinsky.[3]

Am 10. März 1995 wurde das Ludwig-Museum im Russischen Museum im Marmorpalast eröffnet, welches eine umfangreiche Sammlung internationaler zeitgenössischer Kunst darstellt. Die Sammlung beinhaltet wichtige Arbeiten seit 1945, unter anderem von Jasper Johns, Pablo Picasso, Jeff Koons, Jean-Michel Basquiat, Andy Warhol, Joseph Beuys, Ilja Kabakow, Jörg Immendorff und Gottfried Helnwein.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Russisches Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vladimir Gusev, Jevgenija Petrova: Das Russische Museum, St. Petersburg 2005
  2. Birgit Borowski: Baedeker Allianz Reiseführer St.Petersburg. Ostfildern 2007.
  3. Vladimir Gusev, Jevgenija Petrova: a. a. O.

59.93874130.332383Koordinaten: 59° 56′ 19″ N, 30° 19′ 57″ O