Russisches schwimmendes Kernkraftwerk

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Modell des russischen Projekts

Russische schwimmende Kernkraftwerke (russisch плавучая атомная теплоэлектростанция малой мощности, ПАТЭС ММ, deutsche wörtliche Übersetzung „schwimmendes Kernheizkraftwerk mit geringer Leistung“) sind von der Föderalen Agentur für Atomenergie Russlands geplante selbstständige Kernkraftwerke mit vergleichsweise geringer Kapazität auf einer schwimmenden Plattform. Die Anlagen sind für die Serienproduktion in Werften konzipiert worden. Nach Fertigstellung sollen die Kraftwerke an Bestimmungsorte in küstennahen Gewässern in der Nähe von Städten oder Industrieanlagen geschleppt werden.

Anlagendetails[Bearbeiten]

Es handelt sich um ein Konzept der dezentralen Energieversorgung durch Kernkraftwerke. Neben der Strom- und Wärmeerzeugung soll die Anlage bei Bedarf auch zur Meerwasser-Entsalzung eingesetzt werden. Es können dann 240.000 m³ Süßwasser pro Tag erzeugt werden. Die nicht selbstfahrende Plattform soll 144 Meter lang und 30 Meter breit sein und 21.500 Tonnen wiegen.

Kernreaktor[Bearbeiten]

Die Anlage soll mit zwei Kernreaktoren des Typs KLT-40 ausgestattet werden. Es handelt sich um einen Reaktor, der auch in russischen Atomeisbrechern der Taymyr-Klasse und im russischen Frachter Sewmorput zum Einsatz kommt. Jeder Reaktor der Version KLT-40S soll eine Bruttoleistung von 35 MW elektrisch haben. Die Nettoleistung soll 32 MW betragen.[1] Die Reaktoren sollen eine thermische Leistung von 150 MW haben. Die Anlagen sind für eine Laufzeit von 40 Jahren ausgelegt. Die Reaktoren müssen erst nach 12–15 Jahren mit neuen Brennelementen bestückt werden.[2] Es ist geplant, das komplette Kraftwerk zum Brennelementewechsel in die Werft zu schleppen, die die Plattform hergestellt hat.

Anlagenbau[Bearbeiten]

Ein erster Prototyp der schwimmenden Kernkraftwerke, das Kernkraftwerk Akademik Lomonossow, wird zurzeit in Sankt Petersburg gebaut.[3]

Sieben weitere Anlagen sind geplant. Fünf von diesen Anlagen sollen auf Offshore-Bohrinseln auf den Halbinseln Kola und Jamal für Gazprom zum Einsatz kommen. Weitere Anlagen sollen bis 2015 dann Städte im fernen Osten und Sibirien mit Strom und Wärme versorgen. Je eine Anlage wurde bereits in Auftrag gegeben für Pewek auf der Tschukotka-Halbinsel, eine andere für die Region Kamtschatka.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Power Reactor Information System der IAEA: „Russian Federation: Nuclear Power Reactors“ (englisch)
  2. Russia commences construction of floating nuclear power plants (RIA Novosti 15. Juli 2007) (englisch)
  3. Russland baut schwimmendes Kernkraftwerk (Spiegel, 15. Juni 2006)
  4. WNA Report "Nuclear Power in Russia" Mai 2007 (englisch)