Rutesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rutesheim
Rutesheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rutesheim hervorgehoben
48.8097222222228.945447Koordinaten: 48° 49′ N, 8° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 447 m ü. NHN
Fläche: 16,24 km²
Einwohner: 10.334 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 636 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71277
Vorwahl: 07152
Kfz-Kennzeichen: BB, LEO
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 042
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Leonberger Straße 15
71277 Rutesheim
Webpräsenz: www.rutesheim.de
Bürgermeister: Dieter Hofmann
Lage der Stadt Rutesheim im Landkreis Böblingen
Landkreis Esslingen Landkreis Tübingen Landkreis Reutlingen Landkreis Ludwigsburg Stuttgart Landkreis Calw Enzkreis Pforzheim Mötzingen Jettingen Holzgerlingen Deckenpfronn Aidlingen Ehningen Gärtringen Hildrizhausen Nufringen Bondorf Gäufelden Herrenberg Waldenbuch Weil im Schönbuch Weil im Schönbuch Altdorf (Landkreis Böblingen) Holzgerlingen Böblingen Schönaich Steinenbronn Magstadt Sindelfingen Grafenau (Württemberg) Weil der Stadt Renningen Rutesheim Rutesheim Weissach LeonbergKarte
Über dieses Bild

Rutesheim ist eine Stadt in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Böblingen.

Geographie[Bearbeiten]

Rutesheim liegt in der Südwestecke des Strohgäus, das wiederum zum Naturraum Neckarbecken gehört.[2] Die junge Stadt unmittelbar an der Bundesautobahn 8 (A8) ist 5 km von Leonberg und 7 km von Heimsheim entfernt. Benachbarte Siedlungen sind (von Nordost im Uhrzeigersinn) Heimerdingen, Gebersheim, Leonberg, Eltingen, Warmbronn, Renningen, Malmsheim, Heimsheim, Flacht und Weissach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Rutesheim in den Grenzen vom 31. Dezember 1971 gehörten neben Rutesheim die Siedlung Rutesheim-Heuweg sowie die abgegangenen Ortschaften Aichingen, Bechingen, Miemingen und Hennenhäusle.[3] Zum 1. Januar 1972 wurde das Nachbardorf Perouse eingemeindet, 2008 die Gesamtgemeinde zur Stadt erhoben. Im Stadtteil Perouse leben heute rund 1.300 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Rutesheim 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Rutesheim, früher auch „Ruthemsen“ geschrieben, wurde erstmals im Jahre 767 in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt. Politisch gehörte Rutesheim ab etwa 750 zum Glemsgau, ein Herrschaftsbezirk eines Gaugrafen, der ab dem 13. Jahrhundert nur noch als Regionalbezeichnung diente und als solche vom „Strohgäu“ abgelöst wurde. Bis zur Reformation gehörte der Ort zum römisch-katholischen Landkapitel Grüningen im Speyrer Archidiakonat Trinitatis,[4] danach zur evangelischen Superintendenz Leonberg. Weltlich war Rutesheim Amtsflecken des Oberamts Leonberg, das im NS-Regime im neuen Kreis Leonberg aufging.

Eingemeindung von Perouse[Bearbeiten]

Hauptartikel: Perouse

Das 1972 eingemeindete Perouse entstand durch die Ansiedlung von 71 Waldenser-Familien, die ihre am 13. Juni 1699 gegründete Gemeinde in Erinnerung an ihre ursprüngliche Heimatgemeinde Perouse (heute: Perosa Argentina) im Piemont nannten. Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg hatte den aus Frankreich vertriebenen Waldensern das Land angeboten.

Stadterhebung[Bearbeiten]

Die Landesregierung hatte am 22. Januar 2008 beschlossen, Rutesheim zum 1. Juli 2008 die Bezeichnung „Stadt“ zu verleihen.[5] Am 26. Juni 2008 übergab Ministerpräsident Oettinger in einem feierlichen Festakt die Stadturkunde.

Religion[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Neubürger unterschiedlicher Konfession hinzu. Heute gibt es in der Stadt Rutesheim vier Kirchengemeinden: eine evangelische, eine evangelisch-methodistische, eine katholische und eine neuapostolische Gemeinde sowie eine altpietistische Kirche.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[6] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1.654
1. Dezember 1880 ¹ 1.754
1. Dezember 1890 ¹ 1.787
1. Dezember 1900 ¹ 1.799
1. Dezember 1910 ¹ 1.990
16. Juni 1925 ¹ 2.220
16. Juni 1933 ¹ 2.375
17. Mai 1939 ¹ 2.515
13. September 1950 ¹ 3.368
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 5.273
27. Mai 1970 ¹ 7.719
31. Dezember 1980 8.291
27. Mai 1987 ¹ 8.511
31. Dezember 1990 9.025
31. Dezember 1995 9.515
31. Dezember 2000 9.970
31. Dezember 2005 10.145
31. Dezember 2010 10.249

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Dieter Hofmann ist seit 2002 Bürgermeister der Stadt. Am 17. Januar 2010 wurde er mit 98,2 % der abgegebenen Stimmen für weitere acht Jahre im Amt bestätigt.

Gemeinderat[Bearbeiten]

In Rutesheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Rutesheim hat nach der letzten Wahl 20 Mitglieder (vorher: 19). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
28,82 %
24,16 %
23,56 %
15,77 %
7,69 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,46 %p
+1,57 %p
-2,85 %p
+1,79 %p
-3,01 %p
BWV Bürgerliche Wählervereinigung Rutesheim 28,82 6 26,36 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,16 5 22,59 4
UBR Unabhängige Bürger Rutesheim 23,56 5 26,41 5
GABL Grün-Alternative Bürgerliste 15,77 3 13,98 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 7,69 1 10,66 2
gesamt 100,0 20 100,0 19
Wahlbeteiligung 55,73 % 57,6 %

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Gold ein grünes Rutenbündel.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Rutesheim pflegt interkommunale Kontakte mit

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Rutesheim

Rutesheim liegt unmittelbar an der Bundesautobahn 8 (A8), 5 km von Leonberg, 18 km von Stuttgart-Mitte und 22 km vom Flughafen Stuttgart und der Neuen Messe entfernt. Im September 2008 wurde nach dem sechsstreifigen Ausbau der A8 eine neue Anschlussstelle bei Rutesheim für den Verkehr freigegeben. Dadurch wurde die Stadt noch besser an das überregionale Straßennetz angebunden. Die neue Umgehungsstraße (Nordumfahrung Rutesheim) entlastet seit Juli 2007 den Stadtkern zusätzlich vom Durchgangsverkehr und sie verbindet das große Gewerbegebiet Schertlenswald ortsdurchfahrtsfrei mit der Autobahn.

Die Stadt ist über die Schwarzwaldbahn auch an das Schienennetz angebunden. Auf dieser Strecke verkehren die Linien S6 (Weil der StadtLeonberg–Stuttgart) und S60 (BöblingenRenningen-Stuttgart) der S-Bahn Stuttgart mit dem Halt Rutesheim. Dieser befindet sich 2,5 km vom Rutesheimer Stadtkern entfernt auf dem Gebiet des Leonberger Stadtteils Silberberg, gut verbunden durch die Stadtbuslinie 655.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Rutesheim sind vor allem mittelständische Betriebe und Handwerksbetriebe ansässig. Der Rutesheimer Standort der Robert Bosch GmbH beschäftigt rund 480 Mitarbeiter.[7]
Außerdem produziert der Maschinenbauer Voith Hydraulikteile an seinem Standort Rutesheim.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Mit dem Gymnasium, der Realschule, der Theodor-Heuss-Schule (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) und der Astrid-Lindgren-Förderschule verfügt Rutesheim über vier Schulen und deckt damit das gesamte schulische Bildungsangebot ab. Offene, ganztägige Angebote bieten alle vier Schulen. Dafür wurde eine neue Mensa mit Aula im Schulzentrum erstellt. Den Busverkehr zu den Schulen wickeln die Firmen Wöhr-Tours aus Weissach und Seitter aus Friolzheim ab. Acht Kindergärten bieten für alle Kinder genügend Plätze bis zum Schulbeginn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Obstsortenanlage Häsel: Anlagen mit etwa 190 alten Obstsorten[8]

Bauwerke[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Die SKV Rutesheim (Sport- und Kulturvereinigung) betreibt die Abteilungen Fußball, Handball, Turnen, Volleyball, Tischtennis, Sportabzeichen, Lauf-Treff, Walking-Treff und die Sängerabteilung. Die Fußballabteilung spielt mit ihren aktiven Teams in der Landesliga Württemberg (I.) und der Bezirksliga Enz/Murr (II.), der größte Erfolg war der Aufstieg in die damals drittklassige Amateurliga Württemberg im Jahr 1976.
Der CVJM Rutesheim ist mehrfacher deutscher Eichenkreuzmeister im Indiaca.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturraumeinheit 123; siehe Karte Nr. 170 (Stuttgart) zur naturräumlichen Gliederung bearbeitet von Friedrich Huttenlocher und Hansjörg Dongus, Institut für Landeskunde, Bonn 1966
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 118–120.
  4. Das Archidiakonat Trinitatis, das dem „Stiftspropst bei Allerheiligen“ zustand, war in die Landkapitel Weil der Stadt, Grüningen (heute Markgröningen) und Vaihingen an der Enz unterteilt. Vgl. Karte des Archidiakonats Trinitatis im Bistum Speyer (um 1500)
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  6. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012
  7. Bosch setzt weiter auf Standort Rutesheim, Leonberger Kreiszeitung vom 3. Mai 2008.
  8. http://www.rutesheim.de/servlet/PB/menu/1109395_l1/index.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rutesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien