Rydberg-Konstante

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Physikalische Konstante
Name Rydberg-Konstante
Formelzeichen R_\infty
Wert
SI 10\,973\,731{,}568\,539\, m^{-1}
Unsicherheit (rel.)  5{,}0 \cdot 10^{-12}
Bezug zu anderen Konstanten
R_\infty = \frac{\alpha^2 m_e c}{2 h}
\alphaFeinstrukturkonstante
m_eElektronenmasse
cLichtgeschwindigkeit im Vakuum
hPlancksches Wirkungsquantum
Quellen und Anmerkungen
Quelle SI-Wert: CODATA 2010 (NIST)

Die Rydberg-Konstante R_\infty ist eine nach Johannes Rydberg benannte Naturkonstante in einer Näherungsformel zur Berechnung von Atomspektren, siehe Rydberg-Formel. Der Wert ist die als Wellenzahl ausgedrückte Ionisierungsenergie des Wasserstoffatoms unter Vernachlässigung relativistischer Effekte und der Mitbewegung des Kerns (also unendlicher Kernmasse, daher der Index \infty).

Der derzeit (CODATA 2010)[1] empfohlene Wert der Rydberg-Konstanten beträgt

R_\infty = 10 \, 973 \, 731{,}568 \, 539 \,(55) m^{-1}.

Die relative Standardunsicherheit beträgt 5,0·10-12. Damit ist es die am genauesten gemessene Naturkonstante überhaupt.

Inhaltsverzeichnis

Zusammenhang mit anderen Naturkonstanten [Bearbeiten]

Die Rydberg-Konstante ergibt sich aus der Feinstrukturkonstante α und der Compton-Wellenlänge λC,e eines Elektrons nach

R_\infty = \frac{\alpha^2}{2} \, \frac{1}{\lambda_{C,e}}
                = \frac{\alpha^2}{2} \, \frac{m_e c}{h}
                = \frac{m_e e^4}{8 c \epsilon_0^2 h^3}

mit

Rydberg-Frequenz und Rydberg-Energie [Bearbeiten]

Die Rydberg-Konstante wird häufig auch als Frequenz oder als Energie angegeben. Die empfohlenen Werte betragen[2][3]

  • Rydberg-Frequenz: R = c R_\infty  = 3{,}289\;841\;960\;364\;\left(17\right) \cdot 10^{15} \ \mathrm{Hz}
  • Rydberg-Energie: R_y = h R = h c R_\infty = 13{,}605\;692\;53\left(30\right) \ \mathrm{eV} = 1 \mathrm{Ry}.

Der konkrete Wert der Rydberg-Energie R_y wird ein Rydberg genannt, damit wird das Rydberg als Maßeinheit für Energien verwendbar.

Herleitung [Bearbeiten]

Die Rydberg-Konstante R_\infty lässt sich aus folgenden vier Bedingungen berechnen:

 2 \pi r = n \lambda ,

wobei r den Radius des Elektronenorbits bezeichnet.

 F_{Z}= \frac{m v^2}{r}.
 F_{C}= -\frac{e^2}{4 \pi \epsilon_0 r^2 }
 V = -\int_\infty^r F_{C} \, \mathbf{dr} = - \frac {e^2}{ 4 \pi \epsilon_0 r}.

Mit der Beziehung von de Broglie  \lambda  = \frac{h}{p} =\frac{h}{mv} erhalten wir aus der Bohrschen Bedingung:

 v = \frac {n h}{2 \pi r m}. (1)

Für eine stabile Bahn gilt klassisch

 F_{Z} = - F_{C}
 \Leftrightarrow \frac{m v^2}{r} = \frac{e^2}{4 \pi \epsilon_0 r^2 }. (2)

Einsetzen von (1) liefert den Radius

 r = \frac{n^2 h^2 \epsilon_0 }{ \pi m e^2}. (3)

Unter den gemachten Annahmen sind dies also die einzigen erlaubten Bahnradien.

Außerdem folgt aus (2) für die kinetischen Energie

 T = \frac{mv^2}{2} = \frac{e^2}{8 \pi \epsilon_0 r }

und für die Gesamtenergie

\begin{align}
E & = T + V\\
  & = \frac{e^2}{8 \pi\epsilon_0 r}- \frac {e^2}{ 4 \pi \epsilon_0 r}\\
  & = -\frac{e^2}{8 \pi\epsilon_0 r}.
\end{align}

Einsetzen von (3) ergibt

\begin{align}
E & = -\frac{m e^4}{8 \epsilon_0^2 h^2}\cdot \frac{1}{n^2}
\end{align}

Jeder Orbit besitzt demnach eine bestimmte potentielle und kinetische Energie, sodass bei einer Änderung des Orbits von n1 nach n2 auch eine Energieänderung stattfindet. Diese ist gerade

 \Delta E = \frac{ m e^4}{8 \epsilon_0^2 h^2} \left( \frac{1}{n_2^2} - \frac{1}{n_1^2} \right)

oder mit

\Delta{E} = \frac{hc}{\lambda}

als Wellenlängenänderung geschrieben:

 \frac{1}{ \lambda} = \frac{ m e^4}{8 \epsilon_0^2 h^3 c} \left( \frac{1}{n_2^2} - \frac{1}{n_1^2} \right).

Die Rydberg-Konstante ist daher gerade

 R_\infty = \frac{ m e^4}{8 \epsilon_0^2 h^3 c}.

Dieses Ergebnis wurde erstmals von Niels Bohr als Folgerung seines Atommodells bestimmt.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. CODATA Recommended Values. National Institute of Standards and Technology, abgerufen am 20. Juni 2011. Wert für die Rydberg-Konstante.
    Die eingeklammerten Ziffern geben die Standardunsicherheit an, bezogen auf die letzte angegebene Stelle.
  2. CODATA Recommended Values. National Institute of Standards and Technology, abgerufen am 20. Juni 2011. Wert für die Rydberg-Frequenz
  3. CODATA Recommended Values. National Institute of Standards and Technology, abgerufen am 20. Juni 2011. Wert für die Rydberg-Energie