Rykle Borger

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Rykle Borger (auch Riekele Borger, * 24. Mai 1929 in Wieuwerd, Gemeinde Littenseradiel, Friesland; † 27. Dezember 2010 in Göttingen) war ein deutscher Assyriologe niederländischer Herkunft, der von 1962 bis 1997 als Professor für Altorientalistik an der Universität Göttingen wirkte.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur in Breda studierte Borger ab 1946 Orientalistik und Evangelische Theologie an der Universität Leiden. Nach dem Rigorosum in Orientalistik (1951) und Theologie (1952) und der Promotion in Leiden arbeitete Borger als Wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Göttingen (1954–1955) und an der Universität Wien (1955–1957). 1958 kehrte er als Lehrbeauftragter für Assyriologie nach Göttingen zurück und habilitierte sich 1959 bei Wolfram von Soden. Anschließend arbeitete Borger als Dozent am Göttinger Seminar für Keilschriftforschung, bis er dort 1962 eine ordentliche Professur für Altorientalistik mit dem Schwerpunkt Assyriologie erhielt. Seit 1978 war er ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Im Dezember 2009 beantragte Borger im Alter von 80 Jahren (nach 53 Jahren in Deutschland) erfolgreich die deutsche Staatsbürgerschaft.

Zu Borgers Forschungsschwerpunkten gehörten die Edition assyrischer Texte, biblische Philologie sowie Textbibliographie, Grammatologie (Schriftlehre) und Lexikographie. Er verfasste unter anderem das Handbuch der Keilschriftliteratur (Göttingen 1967).

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Inschriften Asarhaddons, Königs von Assyrien, Graz 1956. Neudruck Osnabrück 1967.
  • Einleitung in die assyrischen Königsinschriften, Leiden 1961. Zweite Auflage 1964.
  • Babylonisch-assyrische Lesestücke, drei Hefte, Rom 1963.
  • Handbuch der Keilschriftliteratur, drei Bände, Berlin/New York 1967–1975.
  • Akkadische Zeichenliste, Kevelaer/Neuenkirchen-Vlyun 1971.
  • Drei Klassizisten – Alma Tadema, Ebers, Vosmaer. Mit einer Bibliographie der Werke Alma Tademas, Osnabrück 1978.
  • Assyrisch-babylonische Zeichenliste, zwei Bände, Kevelaer/Neuenkirchen-Vlyun 1978–1981. Nachdruck 1981, 1986, 1988.
  • Akkadische Rechtsbücher. Codex Eschnunna, Codex Hammurapi, mittelassyrische und neubabylonische Gesetze. In: Otto Kaiser (Hrsg.): Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Rechtsbücher. Gütersloh 1983.
  • Assyrische Staatsverträge. In: Otto Kaiser (Hrsg.): Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Staatsverträge. Gütersloh 1982.
  • Die Chronologie des Darius-Denkmals am Behistun-Felsen, Göttingen 1982.
  • Historische Texte in akkadischer Sprache aus Babylonien und Assyrien. In: Otto Kaiser (Hrsg.): Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Historisch-chronologische Texte I. Gütersloh 1984.
  • Die Behistun-Inschrift Darius' des Großen. Zusammen mit Walther Hinz. In: Otto Kaiser (Hrsg.): Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Historisch-chronologische Texte I. Gütersloh 1984.
  • Altorientalische Lexikographie, Geschichte und Probleme. Zur Vollendung von W. von Soden, Akkadisches Handwörterbuch, Göttingen 1984.
  • Beiträge zum Inschriftenwerk Assurbanipals, Wiesbaden 1997.
  • Der Bogenköcher im Alten Orient, in der Antike und im Alten Testament, Göttingen 2000.
  • Mesopotamisches Zeichenlexikon, Münster 2004.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilfried Kürschner: Linguisten-Handbuch, Tübingen 1997, S. 91–92.
  • Stefan Maul: Rykle Borger, in Zeitschrift für Assyriologie und Vorderasiatische Archäologie 101/2011, S. 161-169.

Weblinks[Bearbeiten]