Sárospatak

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sárospatak
Wappen von Sárospatak
Sárospatak (Ungarn)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Nordungarn
Komitat: Borsod-Abaúj-Zemplén
Kleingebiet bis 31.12.2012: Sárospatak
Koordinaten: 48° 19′ N, 21° 34′ O48.31916388888921.566505555556113Koordinaten: 48° 19′ 9″ N, 21° 33′ 59″ O
Höhe: 113 m
Fläche: 139,08 km²
Einwohner: 12.920 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 47
Postleitzahl: 3950
KSH kódja: 27474
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: János Aros (Fidesz)
Postanschrift: Kossuth u. 44.
3950 Sárospatak
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Sárospatak [ˈʃaːroʃpɒtɒk] (deutsch Patak am Bodrog, slowakisch Šarišský Potok) ist eine Kleinstadt in Ungarn.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sárospatak liegt im Nordosten Ungarns, 70 Kilometer vom Komitatssitz Miskolc entfernt. Am Fluss Bodrog nahe der ukrainischen und slowakischen Grenze und hat etwa 15.000 Einwohner. Sárospatak im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén liegt im Tokajer Weingebiet, in der Nähe liegt auch der Weinort Tokaj. Zur Stadt gehört auch der Ort Bodroghalász.

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Stadt geht auf eine Siedlung aus dem 11. Jahrhundert zurück, die auf Wunsch der ungarischen Könige als Jagdlager angelegt wurde. Dieser Ort wurde zuerst 1221 als "Villa Potoc" erwähnt. Erst nach 1450 entstand die heutige Form des Namens Sárospatak. In der ersten Burganlage, zunächst nur ein kastellartiger Turm, die als Schutz der Siedlung entstand, wurde 1207 die Tochter des ungarischen Königs Andreas II – die spätere Heilige Elisabeth geboren und getauft.[1]

Nach dem Aussterben der Dynastie der Arpaden gelangte das Gebiet später zum Herrschaftsgebiet der Rákóczi-Familie, welche dem Komitats Semplin vorstanden und sich im 16. Jahrhundert als Anhänger des Kalvinismus hervortaten. Die Burg Rákóczi wurde von ihnen als repräsentatives Schloss an die mittelalterliche Burg angefügt. Die Stadt wurde von den Fürsten durch den Ausbau von Bildungseinrichtungen zu einem „Athen am Bodrog“ oder „calvinistisches Athen“ aufgewertet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Burg von Sárospatak (Burg Rákóczi). Sie ist in der Geschichte Ungarns zu einem Symbol der gegen Habsburg geführten Kämpfe geworden. Zu ihr gehört auch die Burgkirche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Burg Sárospatak
  • Die später heiliggesprochene Landgräfin Elisabeth von Thüringen (* 7. Juli 1207; † 17. November 1231 in Marburg; Gedenktag: 19. November) wurde hier geboren.
  • Georg I. Rákóczi, Fürst von Siebenbürgen (1593–1648), war eine der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten der ungarischen Geschichte des 17. Jahrhunderts, er verstarb 1648 in Sárospatak. Ebenso verstarb hier am 18. April 1660 dessen Wittwe Lorántffy Zsuzsanna.[2]
  • In Sárospatak hielt sich Johann Amos Comenius von 1650 bis 1654 als Lehrer auf. Er war hier Gast der Fürstenfamilie Rákóczi und war damit betraut eine „Pansophische Schule“ (Gesamtschule) einzurichten. Hier entstanden die beiden Bücher „Orbis sensualium pictus“ (1658) und „Schola ludus“ (1656).
  • Jesuitenpater Johann Grueber (* 1623 in Linz; † 1680 in Sárospatak) war in der Gruppe der ersten Europäer, die 1661 Lhasa in Tibet besuchten.
  • Imre Bezerédj (1679–1708) war ein Hauptmann und Anführer des Kuruzenaufstandes gegen die Habsburger.
  • János Erdélyi, Schriftsteller und Ethnograf wirkte am Kolleg Sárospatak in den Jahren 1851-1862 und gründete die Sárospataki-füzetek (Hefte von Sárospatak).[3]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationsblatt mit biographischen Daten zur Landesausstellung Elisabeth von Thüringen auf der Wartburg
  2.  Bernd G. Längin: Unvergessenene Heimat Siebenbürgen. Weltbild Verlag, Augsburg 1995, ISBN 3-89350-789-2, Zeittafel, S. 10-21.
  3. Erdélyi, Johann (1814-1868), Schriftsteller und Philosoph. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 260 f. (Direktlinks auf S. 260, S. 261).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sárospatak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien