Sächsische XVIII H

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XVIII H
DR-Baureihe 18.0
18 007 1957 in Berliner Karlshorst nach einem Foto von Georg Otte
18 007 1957 in Berliner Karlshorst nach einem Foto von Georg Otte
Nummerierung: 196–205
18 001–010
Anzahl: 10
Hersteller: Sächsische Maschinenfabrik, Chemnitz
Baujahr(e): 1917/18
Ausmusterung: 1965
Achsformel: 2'C1' h3
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 22.222 mm
Länge: 13.875 mm
Höhe: 4.550 mm
Fester Radstand: 4.100 mm
Gesamtradstand: 11.375 mm
Radstand mit Tender: 18.597 mm
Leermasse: 84,4 t
Dienstmasse: 93,6 t
Dienstmasse mit Tender: 156.4 t
Reibungsmasse: 50,7 t
Radsatzfahrmasse: 16,9 t
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Indizierte Leistung: 1.700 PSi
Anfahrzugkraft: 10.400 kg (sächs. Norm)
Treibraddurchmesser: 1.905 mm
Laufraddurchmesser vorn: 1.065 mm
Laufraddurchmesser hinten: 1.260 mm
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderanzahl: 3
Zylinderdurchmesser: 500 mm
Kolbenhub: 630 mm
Kesselüberdruck: 14 bar
Anzahl der Heizrohre: 156
Heizrohrlänge: 5.500 mm
Rostfläche: 4,52 m²
Strahlungsheizfläche: 15,6 m²
Rohrheizfläche: 200,6 m²
Überhitzerfläche: 72,00 m²
Verdampfungsheizfläche: 215,76 m²
Tender: sä 2'2 T 31
Dienstmasse des Tenders: 62,8 t
Wasservorrat: 31 m³
Brennstoffvorrat: 7 t
Bremse: Westinghouse-Druckluftbremse

Als Gattung XVIII \textstyle \mathfrak{H} bezeichneten die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen dreifach gekuppelte Schlepptenderlokomotiven für den Schnellzugdienst. Die Deutsche Reichsbahn ordnete die Lokomotiven ab 1925 in die Baureihe 18.0 ein.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem man in Sachsen schon etliche Fahrzeuge mit Vierzylindertriebwerken in Dienst genommen hatte, realisierte man mit der XVIII H eine Lok mit einem Dreizylindertriebwerk nach preußischem Vorbild. Angeblich soll eine Bayerische S 3/6 Vorbild für die XVIII H gewesen sein. Um allerdings das Plagiat nicht zu offensichtlich zu machen, wurde ein Dreizylindertriebwerk statt eines Vierzylindertriebwerks, wie es die S 3/6 besaß, eingebaut.[1] Außerdem hatte sie ein Heißdampftriebwerk mit einfacher Dampfdehnung, während die S 3/6 ein Verbundtriebwerk besaß. Zwischen 1917 und 1918 baute die Sächsische Maschinenfabrik in Chemnitz zehn Exemplare dieser Baureihe.

Die neu gegründete Deutsche Reichsbahn übernahm alle zehn Lokomotiven und gab ihnen 1925 die neuen Nummern 18 001–010.

Die 18 002 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; die übrigen Lokomotiven gelangten noch zur Deutschen Reichsbahn in der DDR. Dort beheimatete sie das Bw Dresden-Altstadt. Sie wurden zwischen 1965 und 1968 außer Dienst gestellt.

Technische Merkmale[Bearbeiten]

Erstmals wurde bei der Gattung XVIII H ein Kessel mit über dem Rahmen liegender Feuerbüchse realisiert. Dieser war aus drei Schüssen gefertigt, wobei der dritte Schuss leicht konisch ausgeführt war. Die Kesselspeisung erfolgte durch zwei Dampfstrahlpumpen und eine Knorr-Speisepumpe mit Oberflächenvorwärmer. Einer der angebaute Injektoren entfiel später aber.

Die Dampfmaschine war als Dreizylinderdampfmaschine mit einfacher Dampfdehnung ausgeführt. Zwei Zylinder befanden sich in üblicher waagrechter Lage außen, der dritte Zylinder war geneigt zwischen den Rahmenwangen eingebaut. Angetrieben wurde von allen drei Zylindern die zweite Kuppelachse. Die Steuerung des Innenzylinders wurde über Hebel und Zwischenwellen von der Heusingersteuerung der Außenzylinder abgeleitet.

Die drei Kuppelachsen waren fest im Rahmen gelagert. Das vordere Drehgestell besaß eine Seitenverschiebbarkeit von 38 mm, die nachlaufende Adamsachse eine von 60 mm.

Der Rahmen war als Blechrahmen mit angeschuhtem vorderen Barrenrahmen ausgeführt.

Als Lokomotivbremse war eine Westinghouse-Druckluftbremse eingebaut. Die Abbremsung erfolgte einseitig an allen Lauf- und Kuppelachsen. Ein Teil der Lokomotiven wurde später mit Indusi nachgerüstet.

Die Lokomotiven waren mit Tendern der Bauart sä 2'2 T 31 gekuppelt.

Einsatz[Bearbeiten]

Da die XVIII H speziell für neigungsarme Strecken und hohe Geschwindigkeiten konstruiert war, waren diese Loks nahezu ausschließlich in Dresden stationiert und kamen von Anfang an vor allem auf den Strecken Dresden–Leipzig und Dresden–Berlin, aber auch Dresden–Bodenbach und Dresden–Breslau, zum Einsatz. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren die neun noch vorhandenen Lokomotiven in Dresden konzentriert und bewältigten vor allem den Schnellzugverkehr nach Berlin.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Näbrich, Günter Meyer, Reiner Preuß: Lokomotivarchiv Sachsen 1, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 1983, bzw. Alba Publikation Alf Teloeken GmbH + Co KG, Düsseldorf, ISBN 3-87094-096-4.
  • Erich Preuß, Rainer Preuß: Sächsische Staatseisenbahnen, transpress Verlagsgesellschaft mbH, Berlin, 1991, ISBN 3-344-70700-0.
  • Günther Reiche: Richard Hartmann und seine Lokomotiven. Oberbaumverlag, Berlin/Chemnitz 1998, ISBN 3-928254-56-1.
  • Jürgen U. Ebel: Sächsische Schnellzuglokomotiven Band 1: Die Gattungen X V, X H_1, XII H, XII HV, XII H_1 und XVIII H (Reichsbahnbaureihen 14^2, 14^3, 17^6, 17^7, 17^8 und 18^0). EK-Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-88255-117-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellennachweise[Bearbeiten]

  1. Modelleisenbahner Nr. 6, Der kleine Sachsenstolz, Juni 2006, S. 31