Sächsisches Eisenbahnmuseum

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Fahrzeugparade an einem der beiden Ringschuppen

Das Sächsische Eisenbahnmuseum ist ein Museum für historische Eisenbahnfahrzeuge in Chemnitz. Es befindet sich auf dem Gelände des früheren Bahnbetriebswerkes Chemnitz-Hilbersdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Sächsische Eisenbahnmuseum liegt auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes für Güterzuglokomotiven auf dem Bahnhof Chemnitz-Hilbersdorf. Dieses war bis zur Abstellung der letzten Dampflokomotiven im Jahr 1988 für deren Wartung und Instandhaltung zuständig.

Nach der Schließung des Bahnbetriebswerkes im Jahr 1992 übernahm der Verein Sächsisches Eisenbahnmuseum die vorhandenen, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude. Das Museum verfügt über zwei 26-ständige Ringlokschuppen mit 20-m-Drehscheiben. Dazu kommen noch eine Bekohlungsanlage mit Hochbunker und Besandungsanlagen, Wasserkräne, eine funktionsfähige Achssenke sowie die weitere Einrichtungen eines funktionsfähigen Bahnbetriebswerkes für Dampflokomotiven.

In der Ausstellung wird die Entwicklung der Eisenbahn in Sachsen und besonders in der Region Chemnitz dargestellt. Neben einem umfangreichen Bestand an Dampf-, Diesel und Elektrolokomotiven verfügt das Museum auch über eine umfangreiche Sammlung betriebsfähiger Feldbahnfahrzeuge.

Für den Fernsehfilm Go West – Freiheit um jeden Preis aus dem Jahr 2010 dienten die Außenanlagen des Museums als Kulisse für einen tschechischen Güterbahnhof.

Ausstellungsexponate[Bearbeiten]

Viele der ausgestellten Lokomotiven sind Leihgaben von Privatpersonen, des Verkehrsmuseums Dresden oder des Verkehrsmuseums Nürnberg. 2009 umfasste der Bestand 18 Dampflokomotiven, 16 Diesellokomotiven und drei Elektrolokomotiven sowie 40 Personen- und Güterwagen. So zeigt das Museum die Dampfloks 38 205, 43 001, 75 515 und 86 001, die Diesellokomotiven V 180 141, 219 003, V 60 1001 sowie die Elektroloks 254 059 und E 44 045. Als Sonderfahrzeug gehört zum Museumsbestand auch ein Tatra T141 mit Culemeyer-Straßenroller.

Die Betriebserlaubnis der vereinseigenen 50 3648 lief im Frühjahr des Jahres 2009 aus. Die regelmäßigen Sonderfahrten werden deshalb mit der Gastlok 65 1049 durchgeführt. Ende August jedes Jahres findet ein großes Heizhausfest mit Lokparade statt.

Feldbahn im Sächsischen Eisenbahnmuseum[Bearbeiten]

Lageplan der Feldbahn im Sächsischen Eisenbahnmuseum

Im Jahr 1992 wurde die Feldbahngruppe im Sächsischen Eisenbahnmuseum gegründet, um die frühere Bedeutung der Feldbahnen in Sachsen zu demonstrieren. Auf den Brachflächen östlich des Eisenbahnmuseums, auf denen sich teilweise Lagerflächen befanden, legte man ein Feldbahnnetz in 600-mm-Spurweite mit Bahnhof, Lokschuppen und Werkstatt an.

1996, als genug gesammeltes Gleismaterial aus Beständen größtenteils umliegender Feldbahnen zur Verfügung stand, begann der Gleisbau. Von da an baute man stetig an der Strecke weiter. Mit dem Bau des Museumsbahnhofes begann man im Januar 1997, am 3. Januar 1998 erfolgte die Grundsteinlegung des Lokschuppens.

Aus Finanzgründen ging der Verein 1999 an das Sächsische Eisenbahnmuseum über. Durch Anmietung einer benachbarten Schlosserei wurde das Areal 2002 um einige Ausstellungsräume erweitert.

Am 25. November 2005 wurde die Hälfte der heutigen Strecke eingeweiht. Bis 2006 gewann die Feldbahn weiter an Länge. Der restliche Teil der Strecke wurde am 8. April 2006 eingeweiht.

Fahrzeuge der Feldbahn[1]
Typ Hersteller Fabriknummer Baujahr Herkunft Bemerkungen
LKM Ns 1 LKM Babelsberg 247446 1957 Ziegelei Chemnitz-Rottluff betriebsfähig
LKM Ns 1 LKM Babelsberg 247154 1954 Ziegelei Forberge betriebsfähig
LKM Ns 2f LKM Babelsberg 248492 1954 Ziegelei Chemnitz-Rottluff betriebsfähig
LKM Ns 2f LKM Babelsberg 248819 1956 Ziegelei Chemnitz-Rottluff betriebsfähig
LKM Ns 2f LKM Babelsberg 248505 1955 Ziegelei Chemnitz-Rottluff betriebsfähig
LKM Ns 2f LKM Babelsberg 248512 1955 Ziegelei Oberlungwitz betriebsfähig
LKM Ns 3d LKM Babelsberg 249273 1960 Ziegeleiwerk Erfurt-Gispersleben betriebsfähig
BN15R ČKD Prag 63-004 1963 Ziegelei Forberge betriebsfähig
BN15R ČKD Prag 9015 1960 Ziegelei Bielatal betriebsfähig
BN30R ČKD Prag 40096 1961 Pfannensteinwerk Liebertwolkwitz in Aufarbeitung
BND30 ČKD Prag 2431 1956 Feldbahnmuseum Hildesheim in Aufarbeitung
EL 105 Arnold Jung Lokomotivfabrik Ziegelei Grechwitz betriebsfähig
EL 110 Arnold Jung Lokomotivfabrik 12421 1955 Granitbruch Füssel, Laußnitz betriebsfähig
DG 10 IV Henschel-Werke D1172 1935 Ziegelei Nordhausen geplante Aufarbeitung
MD2 Orenstein & Koppel 9774 1939 Ziegelei Großröhrsdorf in Aufarbeitung
15/18 PS Gmeinder 2201 1938 privat betriebsfähig
OME 117 F Deutz AG 13869 1935 Feldbahnmuseum Oekoven in Aufarbeitung
Schienenkuli Eigenbau Ziegelei Großröhrsdorf betriebsfähig
LEW EL 9 LEW Hennigsdorf Fluss- und Schwerspatwerk Klingenthal/Brunndöbra betriebsfähig
LEW EL 9 LEW Hennigsdorf 11585 1968 Schaubergwerk Schneckenstein, Tannenbergsthal
Dampflok B-Kuppler Spunterei Hanomag 9332 1923 in Aufarbeitung
Brigade-Dampflok Hartmann 4300 1919 Zuckerfabrik Mosambik geplante Aufarbeitung

Dazu verfügt die Feldbahn über vier Personenwagen, diverse Kipploren, eine Kalklore, zwei Langholztransporter, zwei Handwagen und einen Unkrautsprengwagen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fahrzeuge der Feldbahn im Sächsischen Eisenbahnmuseum

Literatur[Bearbeiten]

  •  Egon Kretzschmar: Die Bahnbetriebswerke in Chemnitz/Karl-Marx-Stadt. Bildverlag Böttger, Witzschdorf 2003, ISBN 3-9808250-8-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sächsisches Eisenbahnmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.86155277777812.967816666667Koordinaten: 50° 51′ 41,6″ N, 12° 58′ 4,1″ O