Sägeblättlinge

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Sägeblättlinge
Getigerter Sägeblättling (Lentinus tigrinus)

Getigerter Sägeblättling (Lentinus tigrinus)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Stielporlingsartige (Polyporales)
Familie: Stielporlingsverwandte (Polyporaceae)
Gattung: Sägeblättlinge
Wissenschaftlicher Name
Lentinus
Fr.

Die Sägeblättlinge (Lentinus) sind eine Pilzgattung aus der Familie Stielporlingsverwandten (Polyporaceae). Die Arten der Gattung sind Holzbewohner (Saprobionten) auf Nadel- und Laubbäumen und erzeugen im Holz eine Weißfäule.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung bilden meist mittelgroße bis große Fruchtkörper mit nabelings- bis seitlingsartigem Habitus. Der Hut ist anfangs konvex, bei älteren Exemplaren wird er niedergedrückt mit eingesenkter Mitte, der Rand ist jung eingerollt. Die Hutmitte ist meist filzig oder schuppig. Die am Stiel herablaufenden, ziemlich gedrängten Lamellen sind weißlich bis fleischfarben oder ockerbräunlich. Die Schneiden sind zumindest bei alten Fruchtkörpern schartig und grob gesägt bis zerrissen, worauf sich auch der deutsche Gattungsname bezieht. Der Stiel ist exzentrisch, lateral oder fast zentral, bei einigen Arten allerdings kaum ausgebildet. Das weißliche Fleisch (Trama) ist zunächst weich, wird aber beim Trocknen holzartig und zäh.

Gattungsabgrenzung[Bearbeiten]

Die früher zur Gattung gehörenden Braunfäule-Arten sind mit ihnen nicht näher verwandt und wurden in die Gattung Neolentinus separiert. Die Knäuelinge (Panus) unterscheiden sich von den Sägeblättlingen durch glatte oder nur schwach gesägte Lamellenschneiden sowie das Fehlen dickwandiger Skeletthyphen im Hutfleisch.

Arten[Bearbeiten]

Die Gattung umfasst weltweit 40 Arten, die hauptsächlich subtropisch verbreitet sind.[1] In Europa kommen 2 Arten vor.[2]

Sägeblättlinge (Lentinus) in Europa
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Anis-Sägeblättling oder Wohlriechender Weidenknäueling Lentinus suavissimus Fries 1836
Getigerter Sägeblättling Lentinus tigrinus (Bulliard 1782) Fries 1825

Bedeutung[Bearbeiten]

Einige Arten werden durch Befall und Zerstörung von verbautem Holz schädlich.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der deutsche Namen nimmt auf die gesägte Lamellenschneide einiger Arten Bezug. Der wissenschaftliche Name ist von lateinisch lentus - zäh, biegsam, langsam abgeleitet und spielt auf das lederig-feste, bei Trockenheit knochenharte Fleisch der Fruchtkörper an. Der Name der Untergattung Panus ist abgeleitet von lat. panus = Büschel und bezieht sich auf das büschelige, gemeinsame Auftreten der Fruchtkörper.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der heute in eine eigene, monotypische Gattung gestellte Shiitake (Lentinula edodes) wurde früher zur Gattung Lentinus gezählt.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Paul M. Kirk, Paul F. Cannon, David W. Minter, J. A. Stalpers: Dictionary of the Fungi. 10. Auflage. CABI Europe, Wallingford, Oxfordshire 2008, ISBN 978-0-85199-826-8, S. 368.
  2. Eric Strittmatter: Die Gattung Lentinus. In: Fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. Abgerufen am 30. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sägeblättlinge (Lentinus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien