Sössen

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51.21666666666712.099722222222118Koordinaten: 51° 13′ 0″ N, 12° 5′ 59″ O

Sössen
Stadt Lützen
Wappen von Sössen
Höhe: 118 m
Fläche: 3,41 km²
Einwohner: 226 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Eingemeindet nach: Lützen
Postleitzahl: 06686
Vorwahl: 034444
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Über dieses Bild

Lage von Sössen in Lützen

Sössen ist ein Ortsteil der Stadt Lützen im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Brunnen in Sössen

Geografie[Bearbeiten]

Sössen liegt zwischen Leipzig und Weißenfels. Geografisch wird die Ortschaft der Leipziger Tieflandsbucht zugeordnet. Weiterhin zählt Sössen mit seinen Ortsteilen aufgrund des kohleführenden Untergrundes zur "Braunkohlenreservelagerstätte Lützen".

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Ortschaft Sössen besteht aus den drei Ortsteilen Gostau, Sössen und Stößwitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsteil Gostau ist der älteste, er fand bereits im Jahre 1012 seine urkundliche Ersterwähnung. Der Ortsteil Sössen ist im Jahre 1277 erstmals nachgewiesen und das slawische Sackgassendorf Stößwitz wird auf das Jahr 1432 datiert.

Die Gemeinde Sössen wurde per Gesetz [1] zum 1. Januar 2011 in die Stadt Lützen eingemeindet und verlor dadurch seine politische Selbstständigkeit. Sie gehörte bis zu ihrer Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Lützen-Wiesengrund an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Lützen hatte und ebenfalls am 1. Januar 2011 aufhörte zu existieren.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Sössen setzte sich vor seiner Auflösung aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 5. September 2004)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 1. Juli 2009 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über einem erhöhten silbernen Wellenschildfuß ein silberner Wasserturm mit gemauertem, schwarz gefugtem Turmschaft zwischen vorn einem silbernen Eichenzweig mit drei (1:2) Eicheln und zwei Blättern und hinten einer fliegenden silbernen Taube, der Schildfuß belegt mit oben einem blauen Wellenbalken und unten einem linksgewendeten roten Pflug.“[2]

Die Farben der ehemaligen Gemeinde sind Weiß - Rot.

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist rot-weiß-rot (1:4:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Westlich des Ortschaftsgebietes verläuft die Bundesautobahn 9 (Berlin-Nürnberg), nordwestlich die Bundesstraße 87, die von Weißenfels nach Leipzig führt und nördlich die Bundesautobahn 38 Göttingen - Leipzig.


Braunkohlenlagerstätte und Abbaupläne[Bearbeiten]

Profil der Geologie von Sössen mit Braunkohlenflözen

Die Ortschaft Sössen zählt aufgrund ihres kohleführenden Untergrundes mit zur Braunkohlenlagerstätte, die sich unter und um Lützen befindet und gehört geologisch zum Weißelsterbecken der Leipziger Tieflandsbucht. Bereits 1920 wurde der Tagebau Gustav Adolf aufgeschlossen. Aufgrund von Problemen mit dem Grundwassersystem musste der Abbau aber bereits 1929 eingestellt werden. Ein markanter Bauzeuge aus dieser Zeit ist die noch existierende, allerdings verfallene Kohlebeschickungsanlage, die unweit von Röcken parallel zur bereits zurückgebauten Bahnstrecke gebaut worden war. Nach 1990 wurde die Kippe des Tagebaus mit Weichholzgewächsen aufgeforstet. Umfassende Abbaupläne in Gestalt eines Großtagebaus wurden in der Folgezeit, insbesondere während des Bestehens der DDR nicht mehr verwirklicht, wenn auch 1984 bis 1985 Erkundungsbohrungen auf Veranlassung der Bezirksplankommission des Bezirkes Halle im Feld Lützen durchgeführt wurden, die eine spätere Devastierung der Gemeinde Röcken im Rahmen der von der SED verkündeten Energiewirtschaftspolitik zur "radikalen Ausbeutung aller Braunkohlelagerstätten" frühestens nach dem Jahr 2000 vorsahen.

Anfang Februar 2006 gab die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft bekannt, Probebohrungen zur Untersuchung der Kohlequalität in den Gemeinden Röcken und Sössen hinsichtlich einer etwaigen späteren Erschließung durchzuführen. Diese Probebohrungen begannen am 20. Juli 2006 im Ortsteil Stößwitz, was den Protest der Einwohner hervorrief. Es bildete sich eine Bürgerinitiative, die inzwischen mit den Initiativen der Nachbargemeinde Röcken und der nahen Stadt Lützen zusammen wirkt. Am 10. Februar 2007 erklärten die gegen den Braunkohlenabbau agierenden Bürgerinitiativen von Röcken und Sössen ihren Zusammenschluss und den Beitritt zum Aktionsbündnis "Zukunft statt Braunkohle" in Schneidlingen. Einwohnerbefragungen ergaben in beiden Gemeinden eine überwältigende Mehrheit der Bürger, die gegen den Aufschluss eines Tagebaus ist und ihre Heimat verteidigen will.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt den Landkreis Burgenlandkreis betreffend.
  2. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt Nr. 9/2009 Seite 255 (PDF; 5,9 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sössen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien