Søren Kragh-Jacobsen

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Søren Kragh-Jacobsen (* 2. März 1947 in Kopenhagen) ist ein dänischer Regisseur. Daneben war Kragh-Jacobsen auch als Musiker, Komponist, Drehbuchautor, Produzent und Fernsehmoderator tätig.

Leben[Bearbeiten]

Bis 1970 studierte Søren Kragh-Jacobsen Regie an der Filmhochschule FAMU in Prag. Anschließend arbeitete er für die Kinder- und Jugendabteilung des Dänischen Fernsehens. 1978 debütierte er im Kino mit Willst Du meinen hübschen Bauchnabel sehen?. Der Jugendfilm schildert die Fahrt einer neunten Schulklasse und beschreibt die Gefühle und Sehnsüchte ganz normaler Schüler. 1981 folgt Gummitarzan, die Geschichte eines kleinen Jungen, der wegen seiner körperlichen Schwäche drangsaliert wird. 1984 wendet sich Søren Kragh Jacobsen dem Erwachsenen–Kino mit Schrei der Dornenvögel zu. Isfugle, wie der Film im Original heißt, ist eine Charakterstudie zweier ganz unterschiedlicher junger Männer Mitte Zwanzig. Mit Goldregen folgt 1987 eine Kriminalgeschichte für Kinder. Die Jungen von St. Petri (1991) zeigt den dänischen Widerstand 1942 als spannendes Jugenddrama. Der abenteuerliche Überlebenskampf eines Jungen im Warschauer Getto ist der Stoff für den Film Die Insel in der Vogelstraße. Mit dieser Jugendbuchverfilmung wurde Kragh-Jacobsen 1997 erstmals international bekannt. 1995 gehört Søren Kragh-Jacobsen zur Bruderschaft von Dogma 95, neben Lars von Trier, Kristian Levring und Thomas Vinterberg. 1999 legt er seinen ersten, nach den Regeln des Dogma-Manifests gedrehten Film vor: Mifune – Dogma III wird zu seinem bekanntesten Werk. Der mit viel Sinn für Humor inszenierte Film erinnert sehr an Ingmar Bergmans Komödien. Ein Kopenhagener Yuppie findet nach dem Tod seines Vaters ein von Lügen und Tabus befreites Leben auf dem dänischen platten Land. Wie schon in Mifune, spielt Iben Hjejle 2003 auch die Hauptrolle in Skagerrak. Hier überschlagen sich die Ereignisse: Es geht um Liebe, Sex und Tod in dem Drama über zwei junge Frauen, die ohne Geld in einer schottischen Hafenstadt ankommen und daher dem Angebot einer Leihmutterschaft für schottische Adelige nicht abgeneigt sind. 2004 folgt eine mehrteilige Kriminalgeschichte fürs Fernsehen, eine Koproduktion mit 5 Regisseuren: Der Adler – Die Spur des Verbrechens wurde in Dänemark zum Straßenfeger, auch das ZDF strahlte den Krimi zur besten Sendezeit aus.

Er ist Regisseur der preisgekrönten Fernsehserie Borgen – Gefährliche Seilschaften (2010).

2008 wurde die Dogma-Bewegung um Kragh-Jacobsen, von Trier, Vinterberg und Levring mit dem Europäische Filmpreis in der Kategorie Beste europäische Leistung im Weltkino bedacht.[1]

Zitate[Bearbeiten]

  • Ich arbeite gerne mit Frauen zusammen und habe meist sehr viele in meinem Team. Ich mag ihren Blick auf die Welt, der anders ist als der der Männer.
  • Ich versuche meine Filme als kommunikativen Prozess zu gestalten. Ich drehe nicht in Kathedralen, so wie Ingmar Bergman das gemacht hat: Da durfte keiner lachen, trinken, essen, reden oder husten, wenn der Meister sprach. Ich ziehe eine partnerschaftliche Stimmung am Set vor – das gemeinsame Lachen und Überlegen.

(Statements von Søren Kragh Jacobsen im Dezember 2002 nach dem Ende der Dreharbeiten und im Oktober 2003 während der Hofer Filmtage, nach pathefilms.ch)

  • Man merkt einfach in der Arbeit, daß „Dogma“ wirklich etwas bringt. Diese Regeln zeigen einem neue Wege. Man beginnt, das Spektakuläre in den kleinen Dingen zu entdecken.
  • Natürlich ist jeder gute Film Kunst. Aber ich will auch meinen Spaß haben. Und ein großes Publikum unterhalten.

(Interview auf artechock.de vom 27. Mai 1999)

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1978 Willst Du meinen schönen Bauchnabel sehen? (Vil du se min smukke navle? )
  • 1981 Gummitarzan (Gummi-Tarzan)
  • 1983 Schrei des Dornenvogels (Isfugle)
  • 1988 Emmas Schatten (Skyggen af Emma)
  • 1988 Goldregen (Guldregn)
  • 1991 Die Jungen von St. Petri (Drengene Fra Sankt Petri)
  • 1997 Die Insel in der Vogelstrasse (Øen i fuglegaden)
  • 1999 Mifune – Dogma III (Mifunes sidste sang)
  • 2003 Skagerrak
  • 2004 Der Adler – Die Spur des Verbrechens (Ørnen: En krimi-odyssé, Fernsehserie)
  • 2008 Was niemand weiß (Det som ingen ved)
  • 2010: Borgen – Gefährliche Seilschaften (Borgen, Fernsehserie)
  • 2013: I lossens time

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Europäischer Filmpreis für Judi Dench bei fr-online.de, 11. September 2008