Süchteln
| Süchteln
Stadt Viersen
|
|
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 17′ N, 6° 22′ O51.2833333333336.366666666666735Koordinaten: 51° 17′ 0″ N, 6° 22′ 0″ O |
| Höhe: | 35–90 m ü. NN |
| Fläche: | 22,76 km² |
| Einwohner: | 16.185 (30. Juni 2009) |
| Eingemeindung: | 1. Jan. 1970 |
| Postleitzahl: | 41749 |
| Vorwahl: | 02162 |
Süchteln ist ein Stadtteil der Kreisstadt Viersen des gleichnamigen Kreises im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Die Mitte der alten Weberstadt bildet die 1856 gebaute katholische Pfarrkirche St. Clemens. Ihr heute noch gut erhaltener, 73 m hoher Turm stammt aus dem Jahr 1481.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Als Ort wird Süchteln erstmals 1116 in Büchern der Abtei St. Pantaleon in Köln erwähnt. Die Namensgebung von "Süchteln" und seinem "Heiligenberg" weist Spuren der keltischen Menapier auf. Der Bericht des Chronisten Hugo Doergens macht hierzu folgende Angaben: Der bei Süchteln liegende Heiligenberg verweist auf die vorchristliche Verehrung einer Göttin "Heel". Auch der Name Süchteln, im Mittelhochdeutschen als Suthele, Suphtele überliefert, bezieht sich darauf. Suht, Suft bedeutet im Altgotischen die Sucht, das Siechtum, die Krankheit. Der Name der Göttin Heel findet sich hier in der zweiten Silbe wieder. Hele, altgotisch heiljan oder helian, entspricht unserem Wort für "heilen"[1].
Nachdem Süchteln im ausgehenden Mittelalter dem Herzogtum Jülich zugesprochen wurde, erhielt der Ort 1423 die Marktrechte . Seit 1405 besitzt Süchteln urkundlich Stadtrechte. Im Jahr 2005 feierte man "600 Jahre Stadtrechte Süchteln". Das Original-Dokument mit Süchtelner Siegel befindet sich im Nationalarchiv in Paris.
Von Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der 1950er Jahre war Süchteln eine florierende Stadt der Webindustrie.
Am 1. Januar 1970 vereinigte sich Süchteln zusammen mit Viersen, Dülken und Boisheim zur heutigen Stadt Viersen.[2]
Als Ortsheilige wird Irmgard von Süchteln verehrt; unter anderem während der Irmgardisoktav, die jährlich auf dem Heiligenberg, einem Teil der Süchtelner Höhen, stattfindet.
Zum Viersener Stadtbezirk Süchteln gehören außerdem noch die kleineren Ortsteile Clörath, Dornbusch, Hagen, Hagenbroich, Sittard und Süchteln-Vorst im Außenbereich von Süchteln.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] in Süchteln geboren
- Matthias Nethenus (1618–1686), Theologe
- Karl Matthias Schiffer (1867–1930), Gewerkschaftsfunktionär, Reichstagsabgeordneter (Zentrum)
- Karl Müller (1884–1964), Politiker
- Wilhelm van Kempen (1894–1981), Kunsthistoriker
- Albert Vigoleis Thelen (1903–1989), Schriftsteller (Die Insel des zweiten Gesichts) und Übersetzer
- Hermann Schmitz (1904–1931), Künstler
- Hellmut Trienekens (* 1938), Entsorgungsunternehmer
- Frank Rehfeld (* 1962), Fantasy-Schriftsteller
- Dieter Könnes (*1971), Journalist
[Bearbeiten] mit Süchteln verbunden
- Irmgard von Süchteln (ca. 1013 - ca. 1085), Heilige, die der Legende nach als Einsiedlerin in Süchteln lebte
- Heinrich von Rosenthal (1808–1865), war bis 1843 Bürgermeister von Süchteln
- Peter Norrenberg (1847–1894), Pfarrer, Historiker und Sozialpolitiker
[Bearbeiten] Sonstiges
Bekannt ist der Ort Süchteln unter anderem durch die dort angesiedelte LVR-Klinik Viersen (im Johannistal). Diese vom Landschaftsverband Rheinland getragene Einrichtung ist in verschiedene Abteilungen gegliedert: Neben der landesweit bekannten LVR-Klinik für Orthopädie Viersen befinden sich zahlreiche psychiatrische Einrichtungen in der Trägerschaft, unter anderem die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die forensische Klinik, Sucht- und Drogentherapie, Gerontologie, Ergo- und Beschäftigungstherapie sowie das heilpädagogische Heim (HPH).
[Bearbeiten] Literatur
- 600 Jahre Stadt Süchteln - Streiflichter. 1405–2005. Viersen 2005.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Doergens, Hugo: Dülkener Volkstümlichkeiten, ders.: Chronik der Stadt Dülken, Dülken 1925, S. 338 ff.; S. 349
- ↑ Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.