Süchteln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.2833333333336.366666666666742Koordinaten: 51° 17′ 0″ N, 6° 22′ 0″ O

Süchteln
Stadt Viersen
Altes Wappen von Süchteln
Höhe: 35–90 m ü. NN
Fläche: 22,76 km²
Einwohner: 16.185 (30. Jun. 2009)
Bevölkerungsdichte: 711 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 41749
Vorwahl: 02162
Turm der katholischen Pfarrkirche St.Clemens an der Hochstraße in Süchteln.
Irmgardiskapelle mit Brunnen auf dem Heiligenberg in Viersen-Süchteln
Hauswandmalerei in der Innenstadt zeigt den heiligen Florian

Süchteln ist ein Stadtteil der Kreisstadt Viersen des gleichnamigen Kreises im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Die Mitte der alten Weberstadt bildet die 1856 gebaute katholische Pfarrkirche St. Clemens. Ihr 73 m hoher Turm stammt aus dem Jahr 1481.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Ort wird Süchteln erstmals 1116 in Büchern der Abtei St. Pantaleon in Köln erwähnt. Die Namensgebung von „Süchteln“ und seinem „Heiligenberg“ weist Spuren der keltischen Menapier auf. Der Bericht des Chronisten Hugo Doergens macht hierzu folgende Angaben: Der bei Süchteln liegende Heiligenberg verweist auf die vorchristliche Verehrung einer Göttin „Heel“. Auch der Name Süchteln, im Mittelhochdeutschen als Suthele, Suphtele überliefert, bezieht sich darauf. Suht, Suft bedeutet im Altgotischen die Sucht, das Siechtum, die Krankheit. Der Name der Göttin Heel findet sich hier in der zweiten Silbe wieder. Hele, altgotisch heiljan oder helian, entspricht unserem Wort für „heilen“[1].

Nachdem Süchteln im ausgehenden Mittelalter dem Herzogtum Jülich zugesprochen wurde, erhielt der Ort 1423 die Marktrechte. Seit 1405 besitzt Süchteln urkundlich Stadtrechte. Im Jahr 2005 feierte man „600 Jahre Stadtrechte Süchteln“. Das Original-Dokument mit Süchtelner Siegel befindet sich im Nationalarchiv in Paris.
Von Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der 1950er Jahre war Süchteln eine florierende Stadt der Webindustrie.

Während des Zweiten Weltkriegs warfen britische und amerikanische Bomberverbände nur wenige Bomben auf Süchteln. [2] Am 1. März 1945 nahmen Soldaten der 84. US-Infanteriedivision von Dülken kommend Süchteln gegen geringen Widerstand ein.[3]

Im Zuge der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen wurden zum 1. Januar 1970 Süchteln, Viersen, Dülken und Boisheim zur Stadt Viersen.[4]
(siehe auch Gesetz zur Neugliederung des Kreises Kempen-Krefeld und der kreisfreien Stadt Viersen) Als Ortsheilige wird Irmgard von Süchteln verehrt; unter anderem während der Irmgardisoktav, die jährlich auf dem Heiligenberg, einem Teil der Süchtelner Höhen, stattfindet.
Zu Süchteln gehören außerdem die kleineren Ortsteile Clörath, Dornbusch, Hagen, Hagenbroich, Sittard und Süchteln-Vorst.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Süchteln geboren[Bearbeiten]

mit Süchteln verbunden[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Bekannt ist der Ort Süchteln unter anderem durch die dort angesiedelte LVR-Klinik Viersen (im Johannistal). Diese vom Landschaftsverband Rheinland getragene Einrichtung hat zahlreiche Abteilungen, unter anderem die LVR-Klinik für Orthopädie, Sucht- und Drogentherapie, Gerontologie, Ergo- und Beschäftigungstherapie, das heilpädagogische Heim (HPH) sowie zahlreiche psychiatrische Einrichtungen, z.B. Kinder- und Jugendpsychiatrie und forensische Klinik.

Daneben gibt es das St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln.

Literatur[Bearbeiten]

  • 600 Jahre Stadt Süchteln - Streiflichter. 1405–2005. Viersen 2005.
  • Geschichte der Stadt Süchteln - Norrenberg, Peter; Viersen : Baedeker, 1874 [1]
  • Franz Möllemann: Spuren der Vergangenheit. Buchh. Pütz, 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Süchteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Doergens, Hugo: Dülkener Volkstümlichkeiten, ders.: Chronik der Stadt Dülken, Dülken 1925, S. 338 ff.; S. 349
  2. www.stadtbild-deutschland.org
  3. Männergesangverein 1853 Süchteln-Vorst: Die Geschichte unserer Fahne,
    Internetauftritt des Männergesangverein 1853 Süchteln-Vorst, abgerufen am 30. Januar 2013
  4.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 115.