Süd-Ndebele (Sprache)

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Süd-Ndebele

Gesprochen in

Republik Südafrika
Sprecher Mutterspr. 600.000, ges. 2 Mio.
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1:

nr

ISO 639-2:

nbl

ISO 639-3:

nbl

Süd-Ndebele (Eigenbezeichnung: AmaNdebele) wird von den etwa 600.000 Süd-Ndebele gesprochen, die vor allem in der Region des 1984 gegründeten, ehemaligen Homelands KwaNdebele in Südafrika leben, in Gauteng und Limpopo (früher: Transvaal) in Südafrika.

Weitere 1,4 Millionen Menschen der Region sprechen es als Zweitsprache.

Es gibt deutliche Unterschiede zum IsiNdebele der simbabwischen Ndebele. Neben der hier dargestellten Klassifikation des Süd-Ndebele als Sotho-Tswana-Sprache gibt es aber auch die Ansicht, die Grammatik entspreche der in lexikalischer Hinsicht allerdings von Sotho-Tswana-Sprachen und vom Venda beeinflussten Nguni-Sprache. Ethnisch betrachten sich die Süd-Ndebele sprechenden Stämme als Angehörige des Nguni-Volkes.[1]

Geschichte der amaNdebele[Bearbeiten]

Seit etwa 1500 siedeln die amaNbedele als Rinderhirten im östlichen Transvaal. Im frühen 19. Jahrhundert trennten sich die amaNdebele unter dem Druck der Afrikaaner von den Zulu und zogen zunächst nordwärts in die Gegend des heutigen Pretoria, wo als Fremdbezeichnung durch Nachbarvölker auch der Name Ndebele aufkam. Ein Teil der Ndebele blieb dort. Unter König Mabokho (Mapoch) legten sie um 1840 ein System von Flucht- und Rückzugsmöglichkeiten an. 1849, 1863 und 1864 versuchte die Zuid Afrikaanse Republiek dreimal vergeblich, sie zu unterwerfen. 1882/83 wurde im sog. Mapoch-Krieg der königliche Kraal erobert, das Land verwüstet bzw. unter den Weißen aufgeteilt. 1895 wurde der ganze Landstrich um Middleburg herum annektiert, Männer, Frauen und Kinder wurden 5 Jahre lang den Siedlern als Zwangsarbeiter zugeteilt. Viele wurden dauerhaft zu Sklaven, König Nyabela wurde nach 15 Jahren bedingt freigelassen.[2] Erst 1922 konnten der verarmte Stamm Land um die Farm Weltevreden zurückkaufen und dort einen neuen identitätsstiftenden Königskraal aufbauen.

Der größere Teil zog im frühen 19. Jahrhundert weiter ins heutige Simbabwe und unterwarf die dort ansässigen Shona. Die Sprache der simbabwischen Ndebele enthält kaum Elemente der Sotho-Tswana-Sprachen.

Sprachliche Besonderheiten[Bearbeiten]

Die meisten afrikanischen Sprachen kennen entweder R oder L; beide Ndebele-Sprachen sind Sprachen mit L. Einige Wörter, die in anderen Bantusprachen mit R gesprochen werden, haben auf Ndebele ein L und sind ansonsten ähnlich. Außerdem zeichnet sich Ndebele durch Klicklaute aus.


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. amaNbedele, Hg. Haus der Kulturen der Welt, Tübingen: Wasmuth Verlag 1991, S. 14
  2. amaNdebele, Hg. Haus der Kulturen der Welt Berlin, Tübingen: Wasmuth Verlag 1991, S. 18