Südkurier

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Dieser Artikel behandelt die Zeitung Südkurier. Zum gleichnamigen Roman von Antoine de Saint-Exupéry siehe Südkurier (Roman).
Südkurier
Südkurier-Logo
Beschreibung regionale Tageszeitung
Verlag Südkurier GmbH Medienhaus
Erstausgabe 8. September 1945
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2014, Mo–Sa)
130.216 Exemplare
Chefredakteur seit 1. Oktober 2010: Stefan Lutz[1]
Herausgeber Gesellschafter der Südkurier GmbH
Weblink www.suedkurier.de
ZDB 1411183-4

Der Südkurier ist eine regionale Tageszeitung für die Regionen nordwestlicher Bodensee, Hochrhein und Schwarzwald mit Sitz in Konstanz. Das Blatt erscheint mit einer verkauften Auflage von 130.216 Exemplaren[2] sechs Mal pro Woche im Berliner Format (seit 1. März 2010; davor im Rheinischen Format). Vorgänger des Südkurier war die Konstanzer Zeitung.

Zur Geschichte[Bearbeiten]

Johannes Weyl (* 28. August 1904 in Kiel, † 4. September 1989 in Konstanz), der ehemalige Leiter des Zeitschriften-Zentralbüros im Ullstein Verlag, erhielt 1945 von der französischen Besatzungsmacht eine Lizenz und gründete in Konstanz, mit Hugo Eckener, den Südkurier und als Buchverlag den Südverlag. Weyl war somit auch der erste Chefredakteur des Südkurier. Am 8. September 1945 erschien die erste Ausgabe. Anfänglich erschien nur eine, dann zwei Ausgaben pro Woche. Die Zeitung hatte zu Beginn nur vier Seiten, weil die französische Besatzungsmacht wenig Papier zuteilte.

Erst ab November 1953 kam die Zeitung täglich heraus. Seit 1945 wurden laufend neue Ausgaben gegründet, bis das heutige Verbreitungsgebiet erreicht wurde.

1970 war Verleger Johannes Weyl zugleich geschäftsführender Gesellschafter der Südkurier GmbH, der Südverlag GmbH, der Gesellschaft für Verlagsrechte mbH, Geschäftsführer der Druckerei und Verlagsanstalt GmbH und der Universitätsverlag Konstanz GmbH, alle in Konstanz. Außerdem war er Präsidialmitglied des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger.

1980 kaufte die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck 25 Prozent der Anteile des Familienbetriebs. Seit 1987 ist die Südkurier GmbH auch im privaten lokalen Hörfunk tätig. 1990 wurden die restlichen Gesellschaftsanteile an die Verlagsgruppe Holtzbrinck verkauft. Bis dahin hatte der Südkurier seinen Hauptsitz in der Konstanzer Altstadt an der Marktstätte und am Fischmarkt.

1990 richtete der Südkurier im Konstanzer Gewerbe- und Industriegebiet Oberlohn im Norden der Stadt eine neue Druckerei ein, und 1993 bezog er ein neues Gebäude im Gewerbegebiet Oberlohn. Die Lokalredaktion wurde wenige Jahre später wieder in ein Gebäude in der Konstanzer Altstadt zurückverlegt (Am Fischmarkt, in der Nähe des früheren Redaktionssitzes). Aus dem Regionalblatt entstand seitdem ein Medien- und Dienstleistungsunternehmen, das neben Tageszeitungen auch noch Anzeigenblätter, Zielgruppen-Publikationen wie die Bodensee-Ferienzeitung und viele andere Druckerzeugnisse herstellt.

1996 startete das Medienhaus seine Tätigkeit als Internet-Dienstleister und Content Provider mit dem Online-Dienst SKOL.de (Abk. für SüdKurier OnLine). Dies mündete im Jahr 2000 in der Gründung einer neuen Tochter, der MediaFavoriten GmbH, die fortan SKOL.de zum regionalen Portal ausbauen sollte. Zusätzlich startete die MediaFavoriten GmbH im Jahr 2001 das crossmediale Printmagazin SKOL, das 2002 in der allgemeinen Medienkrise wieder eingestellt wurde. Übrig blieb allein der Online-Dienst, der 2004 in www.suedkurier.de umbenannt wurde, um mehr Nähe zur Zeitung zu demonstrieren. Zum 1. Juli 2008 übernahm das Medienhaus die Mehrheit an der ka-news GmbH, welche die Karlsruher Online-Tageszeitung ka-news herausgibt [3].

Daneben bietet das Medienhaus Logistik-Dienstleistungen an, wie Zeitungs- und Prospektverteilung bis hin zu Postversand (arriva) und Telefonie. Neben der täglichen Ausgabe des Südkurier werden wöchentlich außerdem 384.000 Anzeigenblätter, 1,3 Mio. Zeitungen, 6,3 Mio. Prospekte und 180.000 Briefe in zwölf Landkreisen verteilt und 2,3 Mio. Druckerzeugnisse erstellt. Das Unternehmen beschäftigt 650 feste Mitarbeiter, rund 1000 freie Mitarbeiter und 2000 Zeitungsträger.

Im Jahr 2011 erhielt die Zeitung den Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung für ihr Relaunch-Konzept, das auf die grafische Aufbereitung der Nachrichten in der Lokalzeitung abhebt.[4]

Am 21. November 2011 wurde die Übernahme von 51 Prozent der Anteile am Südkurier Medienhaus durch die Mediengruppe Pressedruck bekanntgegeben.[5] Ende 2013 übernahm Pressedruck auch die übrigen Anteile von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck .[6]

Südkurier-Gruppe[Bearbeiten]

Friedrichshafen: „Südkurier“ im Einkaufskorb einer Marktbesucherin („Marktfrauengruppe“ von Ingo Koblischek, Bronze, 2002)

Derzeit wird der Südkurier in fünf Fachredaktionen in der Konstanzer Zentrale und 19 Lokalredaktionen hergestellt. Er erscheint in 16 verschiedenen lokalen Ausgaben in den Regionen Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, die auch Nachrichten aus der Schweiz und Österreich berücksichtigen. Die tägliche verkaufte Auflage liegt bei 130.216 Exemplaren. Zur Südkurier-Gruppe gehören auch die Druckerei Konstanz GmbH und die Tageszeitung Alb-Bote. Unternehmer und Wirtschaftspolitiker konnten zusätzlich die regionale Wirtschaftszeitung PRO:FIT abonnieren, die bis Ende 2008 jeden dritten Donnerstag im Monat erschien. Weitere Publikationen sind die drei mal im Jahr erscheinende Bodensee Ferienzeitung mit ihrem Online-Auftritt und das monatliche Magazin Gesundheit.

Redaktionen[Bearbeiten]

Der Südkurier ist eine sogenannte Publizistische Einheit: Die Ressorts Politik, Sport, Wirtschaft, Kultur, Computer (Click!) sowie die Beilagenredaktion und die Online-Redaktion haben ihren Sitz in Konstanz. In Konstanz wird daher der allgemeine Teil (Mantel) hergestellt. Für den jeweiligen Heimatteil sorgen 19 lokale Redaktionen im Verbreitungsgebiet. Die Lokalseiten werden aus den Außenredaktionen nach Konstanz geleitet, wo die gesamte Zeitung gedruckt wird. Infolge des großen Verbreitungsgebietes ist es auch die Aufgabe der Lokalredakteure, über örtliche Kultur-, Sport- und Wirtschaftsereignisse zu berichten. Die Anzeigen werden ebenfalls dezentral in den lokalen Geschäftsstellen verwaltet.

Lokalredaktionen und Geschäftsstellen des Südkurier gibt es in folgenden Städten: Bad Säckingen, Blumberg, Bonndorf, Donaueschingen, Friedrichshafen, Furtwangen, Konstanz, Markdorf, Meßkirch, Pfullendorf, Radolfzell, Rheinfelden, Singen, St. Georgen, Stockach, Triberg, Überlingen, Villingen-Schwenningen und Waldshut-Tiengen.

In der Zentrale in Konstanz arbeiten 30 Redakteure, in den Außenredaktionen sind es rund 70. Hinzu kommen fünf Nachrichtenagenturen, 15 Korrespondenten von Kapstadt bis Moskau und über 1000 freie Mitarbeiter. Deren journalistische Qualifikation ist sehr unterschiedlich. Darunter fallen auch Vereinsmitglieder oder Behördenmitarbeiter. Deren Texte werden von der Redaktion vor einer Veröffentlichung allerdings journalistisch bearbeitet. Von 1. Juli 2005 bis 31. Januar 2010 war Thomas Satinsky (* 7. Juni 1959 in Stuttgart) der Chefredakteur des Südkurier. Er löste Werner Schwarzwälder ab, der seit 1994 an der Spitze der Redaktion stand. Von Februar bis Juni 2010 wurde der Posten des Chefredakteurs kommissarisch von Stefan Lutz wahrgenommen. Im Juni 2010 wurde André Uzulis Chefredakteur, der jedoch - noch während seiner Probezeit - am 1. Oktober 2010 erneut von Stefan Lutz abgelöst wurde.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Konstanzer Zeitung 1728–1928. Jubiläumsbeilage zum 200-jährigen Bestehen in 14 Teilen mit vielen Abbildungen. Konstanz: Konstanzer Zeitung [Reuß & Itta], Oktober 1928, 112 S. (als Sonderbeilage erschienene Jubiläumsausgabe mit Artikeln zur Geschichte der Zeitung, ihrer Herstellung und zur Bedeutung der Regionalpresse usw.)
  • Johannes Weyl: Aufbau von innen. Aufsätze; Teile einer Rede zum 10-jährigen Bestehen des Südkurier. Konstanz: Druckerei und Verlagsanstalt am Fischmarkt, 1956, 38 S.
  • Walter Manggold (Hrsg.): Oberländer Chronik. Heft 1960: Heimatblätter des Südkurier. Konstanz: Universitäts-Druckerei, 1960, 100 S.
  • Georg Bräunig: 300 Jahre Zeitung in Oberbaden. Konstanz: Südkurier, 1965, 32 S.
  • Johannes Weyl: Unterwanderung der Presse. Die Auseinandersetzung Tageszeitungen, Anzeigenblätter. Vortrag. Bad Godesberg: Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e. V., 1968, 6 Bl.
  • Nikolaus Benckiser (Hrsg.): ZEITUNGEN IN DEUTSCHLAND. 56 Portraits von deutschen Tageszeitungen dargeboten von der FAZ. Frankfurt am Main, 1969, 120 S. (Bericht über 56 Zeitungen der Nachkriegsjahre von der „Badischen Zeitung“ bis zum „Südkurier“ und der „Leipziger Zeitung“)
  • Waldemar Besson: Erlebte Zeitgeschichte kritisch betrachtet. Eine Festgabe zum 25jährigen Bestehen des Südkurier. 44 Stücke politischer Publizistik. [Redaktion u. Illustration: Herbert Steinert. Einleitungsbemerkungen zu den Aufsätzen: Klaus Peter Werner]. Konstanz: Verlag des Südkurier, 1970 198 S., ISBN 3-87799-001-0
  • Walter Manggold: Aus der Gründungszeit des Südkurier. Erinnerungen von Mitarbeitern [Zusammenstellung der Texte: Walter Manggold]. [Konstanz]: [Südkurier, Buchverlag], [1977]. 52 S.
  • Johannes Weyl: Aus 50 Jahren Zeitungsarbeit. Aufsätze, Reden, Bilder u. Dokumente. Konstanz: Verlag des Südkurier, 1976, 223 S.
  • Eva Henneberg: Über die Zeitung. Äußerungen von Verlags-Gesellschaftern und Chefredakteuren des Südkurier zu Pressefragen. 2., erw. Auflage. Konstanz: Südkurier, 1978. 23 S.
  • Franz Oexle: Wohin führt die Reise? Wegbeschreibungen. Ein Querschnitt von 1966 bis 1982. Konstanz: Verlag des Südkurier, 1982, 119 S., ISBN 3-87799-037-1
  • Gerd Appenzeller unter anderem: Südkurier. Bilder und Zahlen, 7. Auflage, Konstanz 1985, 30 Blatt
  • Michael Geigges: Die Deutsche Bodensee-Zeitung. Versuch einer katholischen Tageszeitung, im Dritten Reich zu überleben. Konstanz: Südkurier, 1986. 230 S., ISBN 3-87799-063-0
  • Sebastian Dix: Südkurier 1945–1952; bewegte Anfangsjahre einer Regionalzeitung. Konstanz: UVK, Universitäts-Verlag Konstanz, 1995, 144 S., ISBN 3-87940-553-0
  • Werner Schwarzwälder, Tobias Engelsing: Zeitbilder, Momentaufnahmen aus 50 Jahren. Das Südkurier-Jubiläumsbuch für Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, 1945–1995. Konstanz: Südkurier, 1995, 203 Seiten
  • Patrick Eich: „Dekaden unter der Lupe – Empirische Untersuchung zur Entwicklung und Veränderung des Hauptsports im Südkurier von 1945 bis 2002“, Dissertation, Universität Konstanz, 2005, 429 S., http://kops.ub.uni-konstanz.de/handle/comm-94/browse?value=Eich%2C+Patrick&type=author
  • Manfred Bosch: Zeit der schönen Not. Die Anfangsjahre des Südverlag in Konstanz 1945 bis 1952. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, 2009, 432 S., ISBN 978-3-86764-062-6

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://suedkurier-medienhaus.de/index.php?option=com_content&task=view&id=137&Itemid=66
  2. laut IVW, erstes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. Meldung bei ka-news.de vom 7. Juli 2008 zur Übernahme durch den Südkurier (Version vom 15. September 2010 im Internet Archive)
  4. http://www.kas.de/wf/de/33.29049/
  5. http://www.suedkurier-medienhaus.de/index.php?option=com_content&task=view&id=154&Itemid=66
  6. http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Zeitungsdeal-Mediengruppe-Pressedruck-uebernimmt-Suedkurier-komplett_118415.html
  7. http://www.tmw-kn.com/blog/2010/09/30/beim-sudkurier-wechselt-erneut-der-chefredakteur/