Südliche Innenstadt (Halle)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Glaucha ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu anderen Bedeutungen siehe Glaucha (Begriffsklärung).
Wappen von Halle (Saale)
Südliche Innenstadt
Stadtteil von Halle (Saale)
Altstadt Ammendorf/Beesen Böllberg/Wörmlitz Büschdorf Damaschkestraße Dautzsch Diemitz Dieselstraße Dölau Dölauer Heide Freiimfelde/Kanenaer Weg Frohe Zukunft Gebiet der DR Gesundbrunnen Gewerbegebiet Neustadt Giebichenstein Gottfried-Keller-Siedlung Heide-Nord/Blumenau Heide-Süd Industriegebiet Nord Kanena/Bruckdorf Kröllwitz Landrain Lettin Lutherplatz/Thüringer Bahnhof Nietleben Mötzlich Nördliche Innenstadt Nördliche Neustadt Paulusviertel Planena Radewell/Osendorf Reideburg Saaleaue Seeben Silberhöhe Südliche Neustadt Südstadt Tornau Trotha Westliche Neustadt Am Wasserturm/Thaerviertel Südliche InnenstadtLage des Stadtteils Südliche Innenstadt (Halle)  in Halle (Saale) (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Koordinaten 51° 28′ 28″ N, 11° 58′ 14″ O51.47444444444411.970555555556Koordinaten: 51° 28′ 28″ N, 11° 58′ 14″ O.
Einwohner 19.608 (31. Dez. 2010)
Postleitzahlen 06110, 06112
Vorwahl 0345
Sachsen-Anhalt
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B6 B80 B91
Straßenbahn 1, 2, 3, 4, 6, 8, 11

Die südliche Innenstadt ist ein Stadtteil von Halle (Saale).

Lage[Bearbeiten]

Die Südliche Innenstadt gehört zum Stadtbezirk Mitte. Sie erstreckt sich vom Hauptbahnhof im Osten bis zur Saale im Westen.

Die genaue Grenze des Stadtteils verläuft entlang folgender Straßen und Plätze: Glauchaer Platz, Moritzzwinger, Franckeplatz, Waisenhausring, Waisenhausmauer, Franckestraße, Ernst-Kamieth-Straße, Raffineriestraße, Merseburger Straße, Karl-Meseberg-Straße, Otto-Kilian-Straße, Beesener Straße, Flurstraße, Warneckstraße.

Angrenzende Stadtteile

Markante Bauwerke[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Südlichen Innenstadt befinden sich die Gebäude der Franckeschen Stiftungen, das Elisabeth-Krankenhaus, das Stadtmuseum und das Künstlerhaus 188, sowie die kath. Kirche St. Franziskus und St. Elisabeth, die Glauchaer Georgen-Kirche und die Johanneskirche.

Glaucha[Bearbeiten]

Glaucha (sorbisch Glouch „sumpfige Fläche, Niederung“) war eine kleine Amtsstadt vor den Toren von Halle (Saale), deren Ursprünge bis in das 7. Jahrhundert zurückreichen. Die Glauchaer Kirche St. Georgen wurde erstmals 1121 urkundlich erwähnt. Ab dem Jahr 1231, als das Zisterzienserinnenkloster Marienkammer gegründet wurde, geriet der Ort in immer stärkere wirtschaftliche Abhängigkeit. Das Kloster, das nach und nach alle größeren Ländereien erwarb (durch Schenkung oder Ankauf), beschäftigte kurz vor der Reformation die meisten der Glauchaer Bürger auf seinen Gütern. Als nach der Reformation fast der gesamte Klosterbesitz an die Stadt Halle überging, gewährte man den Glauchaern freies Brannt-, Schank- und Marktrecht, um sich ernähren zu können, woraufhin Glaucha in kurzer Zeit zur Kneipenmeile Halles avancierte.

Der Dreißigjährige Krieg ruinierte die kleine Gemeinde wirtschaftlich und moralisch. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts prägte die Trunk- und Spielsucht das öffentliche Leben. Bei rund 200 Häusern soll es nach Aufzeichnungen von August Hermann Francke 37 Wirtshäuser gegeben haben. Seit 1680 gehörte die Stadt zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Saalkreis. Als 1682 eine Pestepidemie 800 von 1200 Einwohnern auslöschte, war die Katastrophe perfekt. Zahllose Waisenkinder bettelten sich von Tür zu Tür, und das gesellschaftliche Leben lag vollends brach. In diese Situation hinein kam August Hermann Francke, als er 1692 in Glaucha Pfarrer wurde. Er begründete dort 1695 eine Armenschule, aus der sich später die Franckeschen Stiftungen als eine der progressivsten Bildungseinrichtungen Europas entwickelten.

Seit dem 31. Oktober 1817 gehört Glaucha zu Halle.

Weblinks[Bearbeiten]