Südlicher Fleckenskunk

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Südlicher Fleckenskunk
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Skunks (Mephitidae)
Gattung: Fleckenskunks (Spilogale)
Art: Südlicher Fleckenskunk
Wissenschaftlicher Name
Spilogale angustifrons
Howell, 1902

Der Südliche Fleckenskunk (Spilogale angustifrons) ist ein Raubtier in der Gattung Fleckenskunks (Spilogale), das vom mittleren Mexiko südwärts bis Costa Rica in Mittelamerika vorkommt.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Südliche Fleckenskunk erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 21 bis 25 Zentimetern, zu der ein 10 bis 14,5 Zentimeter langer buschiger Schwanz kommt, die Weibchen sind in der Regel etwas kleiner als die Männchen. Das Gewicht beträgt 240 bis 533 Gramm.[1] Wie andere Fleckenskunks besteht die Fellfarbe aus einem schwarzen Fell mit weißen Flecken und Streifen, das arttypisch und zugleich variabel ausgebildet ist. Sie besitzen einen weißen Fleck zwischen den Augen und sechs teilweise in Flecken aufgelöste Streifen entlang des Rückens und der Körperseiten. Die zentralen Streifen verlaufen entlang der Mitte des Rückens bis zum Hinterleib, wo sie sich verzweigen und auf der Hüfte abwärts laufen. Das zweite Paar verläuft von den Ohren kommend parallel zu den zentralen Streifen und das dritte Paar läuft von den Vorderbeinen entlang der Körperseiten und trifft auf die abwärts laufenden Streifen auf der Hüfte, in die es teilweise übergeht. Die Schwanzspitze und das hintere Drittel des buschigen Schwanzes ist weiß gefärbt. An den Füßen besitzen die Tiere je fünf Zehen mit langen Krallen.[1]

3 · 1 · 3 · 1  = 34
3 · 1 · 3 · 2
Zahnformel des Südlichen Fleckenskunks

Der Schädel ist klein und schmal mit einem stark gekrümmten Hirnschädel. Die Schnauzenregion ist ebenfalls sehr schmal ausgebildet.[1] Der Skunk besitzt im Oberkiefer pro Hälfte drei Schneidezähne (Incisivi), einen Eckzahn, drei Vorbackenzähne (Praemolares) und einen Backenzahn (Molar). Im Unterkiefer besitzt er einen zusätzlichen Backenzahn pro Hälfte. Insgesamt besitzen die Tiere somit 34 Zähne.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Südlichen Fleckenskunks

Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich vom mittleren Mexiko bis Costa Rica und schließt die Länder Belize, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua ein.[2]

Die Nominatform Spilogale angustifrons angustifrons kommt in Zentralmexiko im Bereich von Mexiko-Stadt und Michoacán vor. Spilogale angustifrons celeris lebt vom Hochlands von Nicaragua bis ins südliche Costa Rica, Spilogale angustifrons elata vom Hochland im Südosten Mexikos in Chiapas über Guatemala, El Salvador und Honduras, Spilogale angustifrons tropicalis vom Süden Mexikos in Puebla, Morelos und Guerrero über Oaxaca nach El Salvador und Spilogale angustifrons yucatanensis auf der Yucatán-Halbinsel bis Belize und in den Norden Guatemalas.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Dieser Skunk hält sich meist im Bergland bis in Höhen von 2800 Metern auf.[1] Als Habitat werden steinige Bergflächen mit Busch- und spärlichem Baumbewuchs, Buschland und felsige Regionen gewählt, doch auch in Regenwaldgebieten mit dichtem Bewuchs, in Kiefernwäldern, in Grasland und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen kommt die Art vor. Der Aktivitätsraum der Tiere wird auf etwa 64 Hektar geschätzt. In Gebieten, in denen der Skunk regelmäßig vorkommt besitzt er eine Besiedlungsdichte von fünf bis acht Individuen pro Quadratkilometer. Die Bauten der Tiere werden zwischen Baumwurzeln, unter Steinen und in hohlen Baumstämmen angelegt, zudem nutzen sie verlassene Bauten von Gürteltieren und anderen Säugern.[1]

Dieser Skunk ist vornehmlich nachtaktiv und hält sich meist am Boden auf, kann aber im Bedarfsfall gut klettern. Er ernährt sich omnivor von Insekten, kleineren Wirbeltieren, Vogeleiern, Früchten und anderen Pflanzenteilen,[2] wobei die wirbellosen Tiere etwa die Hälfte der Nahrung ausmachen.[1] Am Hinterleib besitzt die Art wie alle anderen Skunks Stinkdrüsen, in denen Wehrsekrete zur Abwehr potenzieller Angreifer produziert werden.[1]

Über die Fortpflanzung der Art liegen keine Daten vor und auch die Fortpflanzungszeit ist nicht bekannt.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Phylogenetische Systematik der Skunks[3]
 Skunks 

 Stinkdachse (Mydaus)


     


 Streifenskunks (Mephitis)


 Fleckenskunks (Spilogale


 Östlicher Fleckenskunk (Spilogale putorius)


     

 Südlicher Fleckenskunk (Spilogale angustifrons)



     

 Zwerg-Fleckenskunk (Spilogale pygmaea)


     

 Westlicher Fleckenskunk (Spilogale gracilis)




     

 Weißrüsselskunks (Conepatus)




Der Südliche Fleckenskunk wird als eigenständige Art innerhalb der Gattung der Fleckenskunks (Spilogale) eingeordnet, die aus vier Arten besteht.[4] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von Alfred Brazier Howell aus dem Jahr 1902 anhand eines Individuums aus Tlalpan,[4] das heute einen Stadtteil von Mexiko-Stadt darstellt. Zeitweise wurde die Art als Unterart des Östlichen Fleckenskunk (Spilogale putorius) betrachtet,[2] wird jedoch anhand genomischer Unterschiede heute als eigene Art betrachtet.[1]

Innerhalb der Fleckenskunks stellt der Südliche Fleckenskunk die Schwesterart des Östlichen Fleckenskunks dar. Die nächst verwandte Art dieser beiden Arten ist nicht abschließend geklärt, hierfür kommen sowohl der Zwerg-Fleckenskunk wie auch der Westliche Fleckenskunk in Frage.[3] Die Fleckenskunks stellen in ihrer Gesamtheit die Schwestergruppe der Streifenskunks (Mephitis) dar. Innerhalb der Fleckenskunks erfolgte die Radiation zu den heute bekannten vier Arten vor etwa 3 Millionen Jahren, wodurch diese Gattung die jüngste innerhalb der Skunks darstellt.[3]

Innerhalb der Art werden heute mit der Nominatform S. a. angustifrons und mit S. a. celeris, S. a. elata, S. a. tropicalis und S. a. yucatanensis fünf Unterarten unterschieden.[4]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Der Südliche Fleckenskunk wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund des relativ großen Verbreitungsgebiets sowie der angenommenen Bestandsgröße und der Anpassungsfähigkeit an veränderte Lebensräume als nicht gefährdet („least concern“) eingestuft.[2] Gefährdungen für die Art bestehen vor allem in Form von Waldbränden, der Anpflanzung von landwirtschaftlichen Monokulturen sowie dem Straßenbau und Fahrzeugverkehr.[2]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k J.W. Dragoo: Southern Spotted Skunk Spilogale angustifrons. In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona 2009; S. 561-562. ISBN 978-84-96553-49-1.
  2. a b c d e Spilogale angustifrons in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: Reid, F., Timm, R. & Helgen, K., 2008. Abgerufen am 7. Juli 2013
  3. a b c Katrin Nyakatura, Olaf RP Bininda-Emonds: Updating the evolutionary history of Carnivora (Mammalia): a new species-level supertree complete with divergence time estimates. BMC Biology 10, 2012. doi:10.1186/1741-7007-10-12
  4. a b c Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Spilogale angustifrons in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).

Literatur[Bearbeiten]

  • J.W. Dragoo: Southern Spotted Skunk Spilogale angustifrons. In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona 2009; S. 561-562. ISBN 978-84-96553-49-1.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Spilogale angustifrons in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: Reid, F., Timm, R. & Helgen, K., 2008. Abgerufen am 7. Juli 2013
  • Southern Spotted Skunk auf theanimalfiles.com (engl.), besucht 23. Februar 2011.
 Commons: Südlicher Fleckenskunk (Spilogale angustifrons) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien