Südpazifik
Als Südpazifik wird die Großregion der Inselwelt des südwestlichen Pazifischen Ozeans bezeichnet.
Im allgemeinsten Sinne bezeichnet den südlich des Äquators gelegenen Teil des Pazifischen Ozeans. Obwohl der Begriff nicht eindeutig abgegrenzt oder allgemeingültig offiziell definiert ist, umfasst er im örtlichen Sprachgebrauch auf jeden Fall Polynesien (allerdings ohne die weit nördlich des Äquators gelegenen Hawaii-Inseln), meistens auch Melanesien und zumindest die südlichen Teile Mikronesiens. Je nachdem, wie weit der Begriff gefasst wird, schließt er oft auch Neuseeland sowie die weit östlich gelegenen Pitcairn-, Oster- und Juan-Fernández-Inseln ein, aber üblicherweise nicht Australien und Neuguinea und nur im allgemeineren Sinne die gesamte Westküste Südamerikas. Auch die Zuordnung der Solomon Sea und des Meeresgebietes zwischen Australien und Neuguinea, also Coral Sea, Golf von Papua, Arafura Sea und Golf von Carpenteria, wie auch der Tasmansee zwischen Australien und Neuseeland zum Südpazifik schwankt nach Thematik. Die Grenzziehung im Süden zum Südpolarmeer wird im Groben weitgehend übereinstimmend gewählt, allgemeingeographisch ab dem 50. Breitengrad,[1] meteorologisch-nautisch südlich der Antarktischen Konvergenz, in der Tiefe ab dem Südpazifischen Rücken.[2] 2000 wurde von der Internationalen Hydrographischen Organisation (IHO) offiziell der 60. Breitengrad als Nordgrenze des Südlichen Ozeans festgelegt.[3]
Der Begriff Südpazifik überschneidet sich somit teilweise mit den Begriffen Ozeanien und Austronesien. Auch mit dem in Deutschland oft synonym benutzten Begriff Südsee gibt es Überschneidungen. Er ist aber enger gefasst und stellt schwerpunktmäßig eine Sammelbezeichnung für die kleinen Inselstaaten und -territorien der Region dar, die politisch, kulturell und wirtschaftlich (auch wegen ihrer geringen Größe) in vielfacher Hinsicht kooperieren. Beispiele hierfür sind unter anderen die University of the South Pacific (USP), die South Pacific Applied Geoscience Commission (SOPAC) oder die South Pacific Tourism Organisation (SPTO).
Bemerkenswert ist die enorme Ausdehnung der Region: Ihre Inseln sind über eine Meeresfläche von vielen Millionen Quadratkilometern (zu beiden Seiten der Datumsgrenze) verstreut, wogegen die addierte Landfläche aller Inseln verschwindend gering ist und die Einwohnerzahl (ohne Neuseeland) aller Staaten und Territorien kaum eine Million erreicht.
Etwa in der Meteorologie gliedert man den Südpazifik weiter in Südwestpazifik, südlich des Äquators zwischen Neuseeland und 120stem Breitengrad, und Südostpazifik von dort bis zur Küste Südamerikas.[4] Erstere Zone um fasst die ganze Inselwelt der Südsee und das südlich davon liegende Südpazifische Becken, zweitere die nahezu insellosen Gebiete, mit der untermeeerischen Schwelle Galapagosinseln – Südwestpazifisches Plateau (auch: Ostpazifische Schwelle) und das Peru-Chile-Becken.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ schließt die subarktische Zone aus
- ↑ was nur im Südostpazifik die Zuordnung des Pazifisch-Antarktischen Beckens offenlässt
- ↑ A New Ocean is Born: The fifth "Southern Ocean"
- ↑ Severe Weather Information Centre, WMO, severe.worldweather.org; Products and Services Notice, Joint Typhoon Warning Center (JTWC), usno.navy.mil
