Südtiroler Landtag

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Gebäude des Südtiroler Landtags in Bozen

Der Südtiroler Landtag (italienisch Consiglio della Provincia autonoma di Bolzano, ladinisch Cunsëi dla Provinzia autonoma de Bulsan) ist das gesetzgebende Organ der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol. Er besteht aus 35 Mandataren und verfügt seit Verabschiedung des Zweiten Autonomiestatuts von 1971/1972 ebenso wie auch der Landtag im benachbarten Trentino über umfassende Gesetzgebungskompetenzen.

Historische Bindung an den Regionalrat Trentino-Südtirols[Bearbeiten]

Die Mitglieder des Südtiroler Landtags sowie des Trentiner Landtags bilden gemeinsam den Regionalrat für die Region Trentino-Südtirol. Formalrechtlich wurden von 1948 bis 1998 gemeinsam mit dem Trentino Regionalratswahlen für den Regionalrat Trentino-Südtirol abgehalten, aus dem anschließend die beiden Landtage von Bozen und Trient besetzt wurden. Seit den Wahlen 2003 gilt die umgekehrte Logik: Die Landtage von Bozen und Trient werden nun getrennt gewählt, und bilden anschließend den gemeinsamen Regionalrat für die Gemeinschaftsregion.

Diese Umkehrung trägt vor allem der Kompetenzverschiebung Rechnung, die seit Verabschiedung des Zweiten Autonomiestatuts die meisten Gesetzgebungskompetenzen vom Regionalrat auf die beiden Landtage verschoben hat, wodurch die institutionelle Bedeutung des ehemals bedeutenden Regionalrats stark geschmälert wurde. Im Vergleich mit anderen Regionalparlamenten in Italien, aber auch im Vergleich mit den Landtagen im benachbarten Österreich können die Landtage von Trient und Bozen verhältnismäßig viele Kompetenzbereiche mit eigenen Provinzialgesetzen regeln.

Institutionelle Aufgaben[Bearbeiten]

Dem Landtag kommt im Rahmen der institutionellen Gewaltenteilung – neben seiner gesetzgebenden Tätigkeit – die Aufgabe zu, mit absoluter Stimmenmehrheit die Südtiroler Landesregierung (Giunta provinciale) zu wählen. Diese ist im Rahmen der vom Landtag verabschiedeten Landesgesetze befugt, Verordnungen zu erlassen, die für die konkrete Umsetzung der Landesgesetze sorgen.

Der Landtag kontrolliert die Tätigkeit der Landesregierung über parlamentarische Anfragen (Interpellation) an einzelne Mitglieder der Landesregierung, über die Einsetzung von Kontrollausschüssen zu spezifischen Sachfragen und nicht zuletzt über die Verabschiedung des jährlichen Landeshaushalts, mit dem der Südtiroler Landesregierung die notwendigen Geldmittel zur Ausübung ihrer Tätigkeit zur Verfügung gestellt werden.

Aktuelle Zusammensetzung des Südtiroler Landtags[Bearbeiten]

Mandatsverteilung im Südtiroler Landtag von 2013–2018
1
3
2
17
6
3
1
1
1
17 

Wahlergebnis und Mandatsverteilung nach den Landtagswahlen vom 27. Oktober 2013

Partei Stimmenzahl Prozent Mandate
Südtiroler Volkspartei 131.255 45,7 %
17/35
Die Freiheitlichen 51.510 17,9 %
6/35
Grüne-Verdi-Vërc-SEL 25.070 8,7 %
3/35
Süd-Tiroler Freiheit 20.743 7,2 %
3/35
Partito Democratico 19.210 6,7 %
2/35
Forza Alto Adige-Lega Nord-Team Autonomie 7.120 2,5 %
1/35
MoVimento 5 Stelle 7.100 2,5 %
1/35
BürgerUnion-Ladins Dolomites-Wir Südtiroler 6.065 2,1 %
1/35
L'Alto Adige nel cuore 6.061 2,1 %
1/35
Unitalia 4.832 1,7 %
0/35
Scelta Civica per l'Alto Adige-Südtirol 4.525 1,6 %
0/35
La Destra 1.655 0,6 %
0/35
Rifondazione Comunista 1.134 0,4 %
0/35
Partito dei Comunisti Italiani 730 0,3 %
0/35

Die 35 Mandatare (alphabetisch): Philipp Achammer (SVP), Magdalena Amhof (SVP), Elena Artioli (Team Autonomie), Roberto Bizzo (PD), Walter Blaas (F), Waltraud Deeg (SVP), Riccardo Dello Sbarba (VGV), Brigitte Foppa (VGV), Hans Heiss (VGV), Maria Hochgruber Kuenzer (SVP), Eva Klotz (SF), Sven Knoll (SF), Paul Köllensperger (M5S), Arno Kompatscher (SVP), Pius Leitner (F), Ulli Mair (F), Florian Mussner (SVP), Josef Noggler (SVP), Tamara Oberhofer (F), Andreas Pöder (BürgerUnion), Helmuth Renzler (SVP), Oswald Schiefer (SVP), Arnold Schuler (SVP), Dieter Steger (SVP), Veronika Stirner Brantsch (SVP), Martha Stocker (SVP), Sigmar Stocker (F), Richard Theiner (SVP), Roland Tinkhauser (F), Christian Tommasini (PD), Christian Tschurtschenthaler (SVP), Alessandro Urzì (Alto Adige nel Cuore), Thomas Widmann (SVP), Albert Wurzer (SVP), Bernhard Zimmerhofer (SF).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

46.49778111.358769Koordinaten: 46° 29′ 52″ N, 11° 21′ 32″ O