Südtiroler Unterland

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Südtiroler Unterland von Castelfeder aus gesehen
Mitterberg von Auer aus gesehen

Als Südtiroler Unterland (oft auch Bozner Unterland, italienisch Bassa Atesina) wird ein Abschnitt des Etschtals zwischen Bozen, Salurn und Tramin bezeichnet. Als Weinanbaugebiet ist es international bekannt und die Südtiroler Weinstraße führt durch das Tal. Es ist unter anderem das Herkunftsgebiet des Gewürztraminers.

Geographie[Bearbeiten]

Das Unterland wird von der Etsch, der Brennerautobahn und der Brennerbahn durchquert. Als Hauptort des Unterlandes gilt Neumarkt. Größter Ort ist Leifers.

Zum Unterland gezählt werden Auer, Branzoll, Kurtatsch, Kurtinig, Leifers, Margreid, Montan, Neumarkt, Pfatten, Salurn und Tramin sowie die Berggemeinden Aldein, Altrei und Truden.

Die Gebiete der Gemeinden Kaltern und Eppan, die der Mitterberg zum Talboden der Etsch hin abgrenzt, werden nicht zum Unterland gezählt, sondern als Überetsch bezeichnet. Unterland und Überetsch bilden zusammen die Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland. Nicht zu verwechseln ist das Unterland mit dem Tiroler Unterland.

Teile der ostseitigen Talflanken des Unterlands sind im Naturpark Trudner Horn unter Schutz gestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 1921 und 1948 gehörte das gesamte Unterland zur Provinz Trient. Die Maßnahme wurde vom faschistischen Regime beschlossen, um die Italianisierung der sogenannten „gemischtsprachigen Gebiete“ zu forcieren. Am 30. Mai 1946 wurde auf dem Hügel Castelfeder mit einer von der Südtiroler Volkspartei organisierten Protestkundgebung die Rückführung des Unterlandes zur Provinz Bozen gefordert[1].

Literatur[Bearbeiten]

  • Südtiroler Kulturinstitut (Hrsg.): Das Südtiroler Unterland, Bozen: Athesia 1980.
  • Erich Egg: Kunst im Südtiroler Unterland, Bozen ²1991.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeinde Kurtinig (Hrsg.): Kurtinig – Ein Dorf an der Sprachgrenze in Vergangenheit und Gegenwart, Athesia Verlag 1998.