Südwestdeutsche Medien Holding

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Südwestdeutsche Medienholding GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1974 (1908 als "Stuttgarter Zeitungsverlag")
Sitz Stuttgart
Leitung Richard Rebmann (Vorsitzender), Alexander Paasch
Umsatz 962,7 Mio. EUR (2010)[1]
Produkte Management von Unternehmen im Bereich Herstellung, Herausgabe und Vertrieb von Medienprodukten (Tageszeitungen, Anzeigenblätter, Fachinformationen, Rundfunk und TV)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.swmh.de

Die Südwestdeutsche Medienholding GmbH (SWMH) mit Sitz in Stuttgart ist eine der größten Unternehmensgruppen für Zeitungen und andere Medien in Deutschland. Mit der Hauptgesellschafterin Medien Union zusammengerechnet[2] bildet sie neben der Axel Springer AG[3] und der Funke Mediengruppe[4] eine der drei größten Tageszeitungsgruppen in Deutschland.[5][6][7][8]

Überblick[Bearbeiten]

Die Ursprünge des Unternehmens gehen auf die im Jahre 1908 gegründete Stuttgarter Zeitungsverlag GmbH zurück. In seiner jetzigen Form entstand das Unternehmen 2008 durch die Integration des Süddeutschen Verlags in München und der Schwarzwälder Bote Mediengruppe in Oberndorf.[9].

Heute ist die Gruppe Herausgeber von 16 Zeitungen, über 150 Fachinformationstitel und 16 Anzeigenblätter. Darüber hinaus verfügt sie über zahlreiche Radiobeteiligungen, eine Fernseh-Produktionsgesellschaft, Druckereien, Post- und Logistikunternehmen, IT-Dienstleister sowie viele weitere Unternehmen, die im Umfeld des Verlagsgeschäfts tätig sind. Sie ist an über 30 Standorten in weiten Teilen Deutschlands und mit ihren Fachinformationstiteln auch im Ausland präsent. Insgesamt beschäftigt die Südwestdeutsche Medienholding rund 7000 Mitarbeiter.[10]

Struktur[Bearbeiten]

Medienholding Süd[Bearbeiten]

Die Medienholding Süd GmbH mit Sitz in Stuttgart ist eine mit Wirkung zum 1. Januar 2008 neu gegründete Zwischenholding, bestehend aus:

  • den Unternehmensgruppen der Zeitungsgruppe Stuttgart[11][12]: Hierzu gehören unter anderem die Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH (Beteiligung der SWMH: 80 Prozent; verlegt unter anderem die Stuttgarter Nachrichten), die Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (Beteiligung der SWMH: 100 Prozent; verlegt unter anderem die Stuttgarter Zeitung) und die Sonntagszeitung Sonntag Aktuell. Bis Anfang 2007 waren die Erben von Erich Schairer, einem der Mitherausgeber der ersten Nachkriegsjahre, zu 25 Prozent an der Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft beteiligt, diese verkauften ihre Anteile rückwirkend zum 1. Januar 2007 an die SWMH.
  • dem zeitgleich übernommenen Schwarzwälder Boten. Die Schwarzwälder Bote GmbH & Co. KG (eine Holding der Familie Brandecker Erben, zu der auch der Verleger des Schwarzwälder Boten Richard Rebmann gehört) bringt hierbei ihre 90-Prozent-Beteiligung an der Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH (SBM) ein, die SWMH ihren schon zuvor bestehenden 10-Prozent-Anteil an der SBM.[13]

Die SWMH hält an der Medienholding Süd 82 Prozent, die Schwarzwälder Bote GmbH & Co. KG ist zu 18 Prozent beteiligt.

Der Schwarzwälder Bote erzielt eine verkaufte Auflage von 121.779 Exemplaren (IVW III/2012) und beschäftigt knapp 1000 Mitarbeiter (Stand 2007). Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten erreichen gemeinsam eine verkaufte Auflage von 191.338 Exemplaren (IVW III/2012). Zusammen mit den Mantelpartnern erreichen die Stuttgarter Nachrichten eine verkaufte Auflage von zusammen 372.795 Exemplaren (IVW IV/2007).

Die 27 Partnerzeitungen der „Stuttgarter Zeitung Anzeigengemeinschaft“ erzielen eine verkaufte Auflage von 434.926 (IVW III/2012).

Zu den Hauptunternehmensgruppen der Medienholding Süd gehören jeweils diverse Schwestergesellschaften und Beteiligungsgesellschaften: Druckereien, Anzeigenblätter, diverse Beteiligungen an Rundfunksendern und Online-Portalen, sowie an mehreren Direktvertriebsunternehmen (Haushaltswerbung, Telefonmarketing) und Postdienstleistern. Die Medienholding Süd GmbH hält darüber hinaus zahlreiche unmittelbare oder mittelbare Beteiligungen an Verlagen.

Süddeutscher Verlag[Bearbeiten]

Süddeutscher Verlag, München (verlegt vor allem die Süddeutsche Zeitung, Auflage rund 430.000 Exemplare, Umsatz mehr als 700 Millionen Euro): seit 2002 hielt die SWMH bereits 18,75 Prozent und ein Vorkaufsrecht auf Basis des Einheitswertes für weitere Anteile. Mit Wirkung zum 29. Februar 2008 erwarb die SWMH im Dezember 2007 die Anteile von vier der verbliebenen fünf Gesellschafterfamilien (Dürrmeier, Goldschagg, Schwingenstein und von Seidlein) und besitzt seitdem 81,25 Prozent. Die Gesellschafterfamilie um den Verleger Johannes Friedmann (Abendzeitung) verkaufte nicht. Mit dem Erwerb der SZ-Mehrheit wurde das Konglomerat aus SWMH und Medien Union neben der Axel Springer AG und der WAZ-Mediengruppe zu einer der drei größten Tageszeitungsgruppen in Deutschland. Der Süddeutsche Verlag ist Mehrheitsgesellschafter der Zeitungsgruppe Hof/Coburg/Suhl mit Regionalzeitungen in Nordbayern und Südthüringen (Frankenpost, Freies Wort, Neue Presse, Südthüringer Zeitung, Meininger Tageblatt), sowie über die Tochtergesellschaft Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformationen GmbH Verleger diverser Fachpublikationen (Werben & Verkaufen).

Gesellschafter[Bearbeiten]

Die Hauptgesellschafter der SWMH sind[14] mit je 44,358 Prozent am Kapital sowie mit je 44,671 Prozent der Stimmrechte (Stand 2003):

Weitere Kapitalanteile (11,28 Prozent) halten acht Privatpersonen, 0,706 Prozent der Kapitalanteile hält die SWMH selbst.

Kennzahlen[Bearbeiten]

  • Umsatz: 962,7 Millionen Euro (2010)[1]
  • davon Werbung: 419,2 Millionen Euro (2010)[1]
  • davon Leser: 297,3 Millionen Euro (2010)[1]
  • Gewinn: 5,3 Millionen Euro (2010)[1]

Titel und Auflagenhöhen[Bearbeiten]

Die zur Holding gehörenden Verlage sind Herausgeber von 16 Tageszeitungen, mehr 150 Fachinformationstiteln, 16 Anzeigenblättern und halten mehr als 35 Radiobeteiligungen. Die Tageszeitungen der Südwestdeutschen Medienholding erreichen insgesamt eine Auflage von täglich rund einer Million Exemplare[16]

Titel Auflage Bemerkung
Süddeutsche Zeitung 442.159
Freie Presse 294.775
Freies Wort, Frankenpost
Neue Presse (Coburg), Südthüringer Zeitung
201.375 An den Verlagen dieser Regionalzeitungsgruppe ist auch die DDVG beteiligt.
Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten 215.511 getrennte Redaktionen
Schwarzwälder Bote 131.327
Sonntag Aktuell 621.945
Bayerische Staatszeitung
Werben & Verkaufen 31.840
Medical Tribune 63.953

Die 2011 erworbenen Anteile an der Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH (MVD), zu der unter anderem der Oranienburger Generalanzeiger und die Märkische Oderzeitung gehören, hat die SWMH Ende 2012 wieder verkauft.[17]

Leitung[Bearbeiten]

Seit 1990 war Jürgen Dannenmann Geschäftsführer. Er schied zum 31. Dezember 2007 aus Altersgründen aus. Sein Nachfolger ist seit dem 1. Januar 2008 Richard Rebmann. Seit 2012 wird die SWMH von einer Doppelspitze geführt.[18]. Neben dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Rebmann, gibt es seitdem mit Alexander Paasch einen weiteren Geschäftsführer auf Holding-Ebene. Er ist vor allem für die kaufmännischen Bereiche zuständig. Auf Ebene der SWMH-Tochtergesellschaft Medienholding Süd GmbH (MHS) ist seit Ende 2012 Dr. Martin Jaschke als Geschäftsführer für die baden-württembergischen Regionalzeitungen der Gruppe verantwortlich. Die Tochtergesellschaft Süddeutscher Verlag wird von Dr. Detlef Haaks und Dr. Karl Ulrich geführt. Während Haaks den Unternehmensbereich "Süddeutsche Zeitung" leitet, verantwortet Ulrich die Fachinformationen der Gruppe.

Die Gesellschaft hat einen Aufsichtsrat mit sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei Stellvertretern. Davon entsenden die Gruppe der Württembergischen Verleger und die Medien Union jeweils drei stimmberechtigte Mitglieder und einen Stellvertreter. Vorsitzender des SWMH-Aufsichtsrats ist Dr. Oliver C. Dubber[19]. Weitere Aufsichtsratsmitglieder sind bzw. waren unter anderem die Stuttgarter Rechtsanwälte Fritz-Jürgen Heckmann[20] und Michael Stahl[21], sowie Rolf-Dieter Leister (Luzern)[22].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010 im Bundesanzeiger
  2. tägliche Gesamtauflage 2007: rund 2,6 Millionen Exemplare; Quelle: Financial Times Deutschland, 10. Januar 2008
  3. tägliche Gesamtauflage 2007: incl. Bild-Zeitung rund 5,5 Millionen Exemplare; Quelle: Financial Times Deutschland, 10. Januar 2008
  4. 38 Tageszeitungen, tägliche Auflage über 2,5 Millionen Exemplare; Quelle: Website der WAZ-mediengruppe, abgerufen 4. April 2008
  5. Financial Times Deutschland (Version vom 13. März 2008 im Internet Archive), 10. Januar 2008
  6. Steffenn Grimberg, Klaus Raab: Kartellamt prüft Übernahmeszenario. In: die tageszeitung, 12. Dezember 2007
  7. ver.di Südwestreport 4/2007
  8. Netzeitung, 29. Feb 2008
  9. Geschichte der SWMH, 4. Januar 2013
  10. Homepage der SWMH, 4. Januar 2013
  11. siehe auch: Jürgen Dannenmann: Zeitungsgruppe Stuttgart: Kooperation statt Konzentration (Version vom 14. August 2007 im Internet Archive), 30. Juni 2003, aktualisiert 5. September 2007, Website der Stuttgarter Zeitung, abgerufen 22. Dezember 2007
  12. Website der Zeitungsgruppe Stuttgart
  13. Für mehr als eine halbe Milliarde Euro: „Süddeutsche“ geht an Medienholding, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.Dezember 2007
  14. Bundeskartellamt, Ermittlungen im Verfahren B6–13/03 „SWMH – Süddeutscher Verlag“
  15. Stand 1. Quartal 2006, Quelle: Horst Röper: Probleme und Perspektiven des Zeitungsmarktes. In: Media Perspektiven 5/2006, S. [1] (PDF; 312 kB); Horst Röper: Zeitungsmarkt 2000: Konsolidierungsphase beendet?. In: Media Perspektiven 7/2000
  16. Website der SWMH, abgerufen am 18. Dezember 2012
  17. Stuttgarter Zeitung verkauft Anteile am Märkischen Verlags- und Druckhaus an die Neue Pressegesellschaft Ulm“. Pressemitteilung der SWMH, 21. Dezember 2012
  18. Pressemitteilung zur neuen Ausrichtung der Führung der Südwestdeutschen Medienholding, abgerufen 4. Januar 2013
  19. [2], abgerufen 7. Januar 2013
  20. Lebenslauf von Fritz-Jürgen Heckmann (PDF; 11 kB), abgerufen 4. April 2008
  21. 1998 bis 2006; Quelle: Vita Dr. Michael Stahl, abgerufen 4. April 2008
  22. Aufstellung vergleichbarer Mandate der Aufsichtsratsmitglieder der Deutsche Beteiligungs AG, abgerufen 4. April 2008

Weblinks[Bearbeiten]