Südzucker
| Südzucker AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0007297004 |
| Gründung | 1926 |
| Sitz | Mannheim |
| Leitung | Wolfgang Heer (Vorstandsvorsitzender) Hans-Jörg Gebhard (Aufsichtsratsvorsitzender) |
| Mitarbeiter | 17.489 (GJ 2011/12)[1] |
| Umsatz | 6,992 Mrd. EUR (2011/12)[1] |
| Branche | Nahrungsmittel |
| Produkte | Zucker, Fertiggerichte, Stärke, Bioethanol, Fruchtzubereitungen[2] |
| Website | www.suedzucker.de |
Die Südzucker AG mit Sitz in Mannheim ist der größte europäische Zuckerproduzent und einer der größten Nahrungsmittelkonzerne Deutschlands. Sie beschäftigt weltweit über 17.000 Mitarbeiter und ist im MDAX notiert.
Im Geschäftsjahr 2009/10 erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 276 Mio. Euro bei einem Umsatz von 5,7 Mrd. Euro.[3] Im Geschäftsjahr 2011/12 erwirtschaftete Südzucker einen Umsatz von 6,992 Mrd. Euro, der Jahresüberschuss lag bei 515 Mio. Euro.[4]
Gegliedert ist die Südzucker AG in die Unternehmenssegmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies (Bioethanol) und Frucht.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Südzucker AG geht auf die Süddeutsche-Zucker-AG zurück, die 1926 aus einem Zusammenschluss von fünf regionalen Zuckerfabriken hervorging (Zuckerfabrik Frankenthal AG, Frankenthal; Zuckerfabrik Heilbronn AG, Heilbronn; Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation, Mannheim; Zuckerfabrik Offstein AG, Offstein; Zuckerfabrik Stuttgart AG, Stuttgart-Bad Cannstatt). Offizieller Vorgänger der Süddeutschen-Zucker-AG ist die Zuckerfabrik Frankenthal AG.
Im Zweiten Weltkrieg wurden nahezu die gesamten Produktionskapazitäten zerstört, zudem verlor das Unternehmen nach Ende des Krieges die im Besatzungsgebiet der Sowjetunion gelegenen Standorte durch Enteignung. In den 1950er Jahren wurden die verbliebenen Werke schnell wieder auf- und ausgebaut. 1988 kam es zur Fusion mit der Zuckerfabrik Franken GmbH aus Ochsenfurt und zur Umbenennung des Unternehmens in Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt mit Sitz in Mannheim.
Das neu entstandene Unternehmen expandierte zügig, hauptsächlich durch Akquisitionen in ganz Europa:
- 1989 Raffinerie Tirlemontoise S. A., Brüssel/Belgien
- 1989 Agrana-Beteiligungs-AG, Wien/Österreich
- 1990 Erwerb der ostdeutschen Zuckerfabriken von der Treuhandanstalt
- 1995 Schöller Holding (wurde 2001 an die schweizerische Nestlé S. A. weiterverkauft)
- 1996 Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. KG, Berlin (Produzent von Fertigpizzen und Pasta), Mehrheitsbeteiligung
- 2001 Saint Louis Sucre S. A. Paris/Frankreich (zweitgrößter Zuckerproduzent Frankreichs)
Außerdem erwarb die Südzucker AG seit 1996 zahlreiche Zuckerfabriken in Osteuropa, insbesondere in Polen, und stieg so zum mit Abstand größten Zuckerproduzenten Europas auf. Im Jahr 2005 wurden 5,2 Mio. Tonnen Zucker produziert (das entspricht einem Anteil an der EU-25-Zuckerproduktion von 21,8 %).
Am 25. Juni 2009 hat der Vorstand der Südzucker AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, eine unbesicherte Wandelanleihe zu begeben. Die Anleihe wird von Südzucker International Finance B.V., einer hundertprozentigen niederländischen Tochtergesellschaft von Südzucker, ausgegeben, von Südzucker garantiert und ist in existierende oder neue Aktien von Südzucker wandelbar. Die Anleihen werden ausschließlich institutionellen Investoren außerhalb der USA zum Kauf angeboten. Die Erlöse aus dem Verkauf der Wandelanleihe werden für allgemeine Unternehmenszwecke eingesetzt.[5]
Am 20. November 2012 haben die Südzucker AG und Südzucker International Finance B.V. den teilweisen Rückerwerb und Entwertung sowie Kündigung und vorzeitige Rückzahlung der 2,5% Wandelanleihe 2009/2016 bekannt gegeben.
Unternehmensführung [Bearbeiten]
Als Vorsitzender des Vorstandes fungiert Wolfgang Heer aus Ludwigshafen, Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Hans-Jörg Gebhard aus Eppingen, der gleichzeitig Vorsitzender des Verbandes Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. ist. Die von der Südzucker AG im Geschäftsjahr 2011/12 gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand beliefen sich auf 3,2 Mio. €.
- Vorstand
- Dr. Wolfgang Heer (Vorsitzender)
- Dr. Lutz Guderjahn
- Dr. Thomas Kirchberg
- Thomas Kölbl
- Prof. Dr. Markwart Kunz
- Johann Marihart (Vorsitzender des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG)[6]
Standorte [Bearbeiten]
Die Südzucker AG hat unter dem Namen Südzucker nur in drei Ländern Europas Fabriken, in Deutschland, Polen und Moldawien. In Polen und Moldawien wurde jeweils Tochterfirma gegründet Südzucker, Polska S.A. und die Südzucker Moldova S.A.
Deutschland [Bearbeiten]
| Bezeichnung | Standort | Gründung | Mitarbeiter | Status | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Hauptverwaltung | Mannheim | 1988 | Aktiv | [7] | |
| Werk | Waghäusel | 1837 | - | Geschlossen 1995 | [8] |
| Werk | Straußfurt | 1871 | - | Geschlossen 1996 | [9] |
| Werk | Brottewitz | 1872/73 | 90-110 Mitarbeiter | Aktiv | [10] |
| Werk | Wabern | 1880/81 | 70-90 Mitarbeiter | Aktiv | [11] |
| Werk | Warburg | 1882 | 40-90 Mitarbeiter | Aktiv | [12] |
| Werk | Obrigheim-Neuoffstein | 1883 | 400-430 Mitarbeiter im Werk und in der Zentralabteilung Forschung und Entwicklung 130 | Aktiv | [13] |
| Werk | Groß-Gerau | 1883 | - | Geschlossen 2007 | [14] |
| Werk | Regensburg | 1899 | - | Geschlossen 2008 | [15] |
| Werk mit Verwaltung | Ochsenfurt | 1951 | 200-230 Mitarbeiter im Werk und 30 in der Verwaltung | Aktiv | [16] |
| Werk | Rain | 1957 | 220-250 Mitarbeiter | Aktiv | [17] |
| Werk | Plattling | 1961 | 180-200 Mitarbeiter | Aktiv | [18] |
| Werk | Offenau | 1971 | 150-180 Mitarbeiter | Aktiv | [19] |
| Werk | Zeitz | 1858, Neubau 1993 | 150-160 Mitarbeiter | Aktiv | [20] |
Tochterunternehmen und Beteiligungen (Auszug) [Bearbeiten]
Segment Zucker [Bearbeiten]
- BGD Bodengesundheitsdienst GmbH, Ochsenfurt
- Raffinerie Tirlemontoise s. a., Brüssel, Belgien
- Saint Louis Sucre S. A., Paris, Frankreich
- Agrana Beteiligungs AG, Wien
- Südzucker Polska Sp. z o.o., Warschau/Breslau, Polen
Segment Spezialitäten [Bearbeiten]
- BENEO-Palatinit GmbH, Mannheim, Baden-Württemberg
- Freiberger Lebensmittel GmbH & Co KG, Berlin
- PrimAS Tiefkühlprodukte GmbH, Oberhofen im Inntal, Tirol
- Stateside Foods Ltd., Westhoughton, Großbritannien
Segment CropEnergies [Bearbeiten]
- CropEnergies AG, Mannheim (Bioethanolproduktion)
- 3 Produktionsstandorte in Deutschland, Belgien und Frankreich
Segment Frucht [Bearbeiten]
- Fruchtzubereitungen
- Fruchtsaftkonzentrate
- 41 Produktionsstandorte
Anlegerstruktur [Bearbeiten]
Für die Suddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) errechnet sich aus deren Eigenbesitz und den treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien eine Mehrheitsbeteiligung von 52%. Weitere Aktionäre sind österreichische Anteilseigner über die Zucker Invest GmbH mit 10%. Im Streubesitz (Free Float) befinden sich 38% der Südzucker-Aktien.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Geschäftsbericht 2011/12
- ↑ Konternstruktur. Südzucker AG, abgerufen am 19. August 2012.
- ↑ Konzernzahlen, Südzucker AG, abgerufen am 23. Juni 2010
- ↑ Geschäftsbericht 2011
- ↑ Südzucker AG begibt Wandelanleihe dpa-AFX am 25. Juni 2009
- ↑ Vorstand der Südzucker AG
- ↑ Unternehmensstandort Mannheim, Hauptverwaltung
- ↑ Zuckerfabrik Waghäusel im Stadtwiki Karlsruhe
- ↑ Verwaltungsgemeinschaft Straußfurt
- ↑ Unternehmensstandort Brottewitz, Zuckerfabrik
- ↑ Unternehmensstandort Wabern, Zuckerfabrik
- ↑ Unternehmensstandort Warburg, Zuckerfabrik
- ↑ Unternehmensstandort Offstein, Zuckerfabrik
- ↑ Zuckerfabrik auf GG-Online
- ↑ Unternehmensstandort Regensburg, Zuckerfabrik (geschlossen)
- ↑ Unternehmensstandort Ochsenfurt, Zuckerfabrik mit Verwaltung
- ↑ Unternehmensstandort Rain, Zuckerfabrik
- ↑ Unternehmensstandort Plattling, Zuckerfabrik
- ↑ Unternehmensstandort Offenau, Zuckerfabrik
- ↑ Unternehmensstandort Zeitz, Zuckerfabrik
Weblinks [Bearbeiten]
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(Stand: 18. März 2013)