S-25 (Rakete)

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Rakete S-25 F

Die S-25 ist eine in verschiedenen Varianten hergestellte russische Luft-Boden-Rakete.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklungsgeschichte [Bearbeiten]

Der Beschluss zur Entwicklung der Waffe erging 1965. Bereits in den 1950er-Jahren war die ungelenkte Rakete S-24 in die Bewaffnung aufgenommen worden, die sich im Einsatz bewährte. Eine Weiterentwicklung dieser Rakete sollte einen Überkaliber-Splittersprengkopf erhalten. Die vom Oberkommando der sowjetischen Luftstreitkräfte aufgestellten taktisch-technischen Forderungen ließen sich jedoch nur mit einer neue Konstruktion erfüllen. Analog zur 57-mm-Rakete Скворец (deutsch: Star) kamen klappbare Steuerflächen zur Anwendung. Die Entwicklung erfolgte im Konstruktionsbüro KB Totschmasch, die Erprobung ab 1971 auf dem Schießplatz in Achtubinsk. Zwischen Juli und September 1974 fanden dort die Abnahmeprüfungen statt, die erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Die Rakete war als ungelenkte Raketenwaffe zur Bekämpfung halbharter und harter Ziele vorgesehen. Diese Ursprungsversion wird auch als S-25 O oder S-25 F bezeichnet, dabei steht der Buchstabe O für Oskolotschnaja (Splitter-Gefechtskopf) beziehungsweise F für Fugasnaja (Spreng-Gefechtskopf). Der Gefechtskopf der S-25 O hat einen Durchmesser von 420 mm, ein Gewicht von 150 kg und zerlegt sich bei der Explosion in 5.500 bis 12.0000 Fragmente. Der Gefechtskopf der S-25 F ist mit 320 mm Durchmesser deutlich kleiner, wiegt jedoch 190 kg.

Eine Variante mit weiterentwickeltem Gefechtskopf wurde als S-25 OF bzw. S-25 OFM (für Oskolotschno-fugasnaja, Splitter-Spreng-Gefechtskopf) bezeichnet. Hier wurde ein elektromechanischer Zünder verwendet, der als Aufschlag- oder Zeitzünder arbeiten kann. Das Gewicht des Gefechtskopfes beträgt 151 kg.

Die Reichweite dieser ungelenkten Raketen betrug 2–3 km bei einer Brenndauer von 1,95–2,86 Sekunden. Weitere Versionen sind die S-25 O-PU mit Hohlladungsgefechtskopf und die S-25 M (modernisiert) und MD (modernisiert, erhöhte Reichweite).

Ende der 1980er-Jahre wurde die Entwicklung der Variante S-25 L begonnen. Dabei handelt es sich um eine gelenkte Rakete mit einem halbaktiven Laser-Zielsuchlenkkopf. Dabei wird das zu bekämpfende Ziel mit einem Laserstrahl beleuchtet. Die Zielbeleuchtung kann durch das Trägerflugzeug, von einem anderen Flugzeug oder vom Boden aus erfolgen. Der Zielsuchlenkkopf empfängt den vom Ziel reflektierten Laserstrahl und berechnet den Zielkurs. Die Konstruktion des Lenkkopfes wurde dabei wahrscheinlich von der AS-10 Karen übernommen.[1] Die Reichweite beträgt maximal 7 km. Der modulare Aufbau der Rakete erleichterte die Konstruktion. Auf dem Gefechtskopf wurde ein Modul mit einem Gewicht von 42 kg installiert, das den Laser vom Typ 24N1, den Autopiloten, die Steuerflächen und die Stromversorgung aufnahm. Der eigentliche Gefechtskopf, der Rumpf mit dem Raketenmotor und die Stabilisierungsflächen blieben unverändert, allerdings wurde ein zusätzlicher Gefechtskopf mit einem Gewicht von 21 kg installiert. Der überarbeitete Träger O-25 L enthält die elektrischen Anschlüsse zur Verbindung mit dem Trägerflugzeug.

Die S-25 L wurde 1979 in die Bewaffnung übernommen. Die 1984 eingeführte Version S-25 LD ist eine Variante mit einer erhöhten Reichweite von bis zu 11 km. Erstmals wurde diese Version 1993 von westlichen Beobachtern gesichtet. Die Treffergenauigkeit CEP der S-25 L bzw. LD wird mit 8 m,[1] nach anderen Quellen mit 5–6 m[2] angegeben.

Die Rakete wird als Bewaffnung für die Flugzeuge Su-17, Su-24, Su-25 und Su-34 eingesetzt. Der Laser-Lenkkopf kann optional durch einen TV-Suchkopf (S-25 TV), einen Infrarot-Suchkopf (S-25 IRS) oder einen aktiven Radar-Suchkopf (analog zur AS-12 Kegler[2]) ersetzt werden.

Konstruktion [Bearbeiten]

Die Rakete besteht aus einem zylindrischen Rumpf, der den Feststoff-Motor aufnimmt. Der vordere Teil des Rumpfes ist im Durchmesser vergrößert und nimmt den Gefechtskopf und bei den gelenkten Varianten den Zielsuchlenkkopf auf. Dieser Teil läuft nach vorn kegelförmig zu. Die Rakete verfügt über ein Heckleitwerk mit vier Leitflächen und ist drallstabilisiert. Damit die Steuerungslogik im Steuerungsmodul bei 600 Umdrehungen pro Minute störungsfrei funktioniert, ist das Modul drehbar gelagert und rotiert nicht mit. Zwischen den Feststoffraketendüsen ist zur besseren Sichtverfolgung ein Leuchtspursatz integriert. Die gelenkten Varianten besitzen zusätzlich vier deltaförmige Steuerflächen am vorderen Teil des Rumpfes. Vor dem Abfeuern umschließt der Waffenträger PU-O-25 den dünneren Teil des Rumpfes, die Stabilisierungsflächen am Heck sind eingeklappt. Zusammen mit der Form des Gefechtskopfes wird dadurch der Luftwiderstand der angehängten Rakete verringert, was Geschwindigkeiten des Trägerflugzeuges von 1.200 bis zu 1.500 km/h erlaubt.

Varianten [Bearbeiten]

Ungelenkte Raketen [Bearbeiten]

  • S-25 F: (Fugasnaja), mit Spreng-Gefechtskopf
  • S-25 O: (Oskolotschnaja), mit Splitter-Gefechtskopf
  • S-25 O-PU: mit Hohlladungs-Gefechtskopf[3]
  • S-25 OF/OFM: (Oskolotschno-fugasnaja), mit Splitter-Spreng-Gefechtskopf
  • S-25 M: modernisiert
  • S-25 MD: modernisiert, erhöhte Reichweite

Gelenkte Raketen [Bearbeiten]

  • S-25 L: halbaktiver Laser-Lenkkopf
  • S-25 LD: halbaktiver Laser-Lenkkopf, erhöhte Reichweite
  • S-25 IRS: Infrarot-Lenkkopf
  • S-25 TV: gelenkte Rakete mit TV-Suchkopf, für den Export bestimmt

Technische Daten [Bearbeiten]

S-25
Kenngröße Daten
Hersteller    KB 'Totschmasch'
(Totschnowo Maschinostrojenija),
Konstruktionsbüro für Feinmechanik
Hauptfunktion    taktische Luft-Boden-Rakete
Länge    4100 mm
Durchmesser    340 mm
Startgewicht    310–320 kg
Geschwindigkeit    511–530 m/s
Reichweite    bis zu 10 km
Antrieb    Feststoff-Motor
Lenkung    je nach Modell verschieden
Sprengkopf    150–190 kg, je nach Modell
Entwicklungsjahr    1979
Plattformen    Su-17, Su-24, Su-25, Su-34

Literatur [Bearbeiten]

  • Norman Friedman: The Naval Institute guide to world naval weapons systems, 1997–1998. U S Naval Inst Pr, Mai 1997, ISBN 978-1-55750-268-1.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Janes-Air-Launched-Weapons
  2. a b The Naval Institute guide to world naval weapons systems, 1997–1998
  3. Iraq Guided Rockets