S-Bahn Augsburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
S-Bahn Deutschland
S-Bahn Augsburg
RST Zielnetz.jpg

Im Nahverkehrsplan fixiertes Zielnetz der Regio-S-Bahn Augsburg

Staat Deutschland
Verkehrsverbund
Tarifverbund
Augsburger Verkehrsverbund
Linien noch nicht festgelegt
Stationen ca. 50
Fernbahnhöfe 2
Betreiber Bayerische Regiobahn und DB Regio Allgäu-Schwaben

Die S-Bahn Augsburg ist ein Projekt, dessen Planungen noch nicht abgeschlossen sind und das auf Dauer den Ballungsraum Augsburg mit einem Regio-S-Bahn-Verkehr versorgen soll. Dabei sollen die bisherigen AVV-Regionalbahnen durch mehrere Durchmesserlinien ersetzt werden. Als zentraler Knotenpunkt soll dabei die „Mobilitätsdrehscheibe” Augsburg Hauptbahnhof dienen.

Mit Einführung des Taktverkehrs auf einigen Linien Ende 2007 wurde eine erste Phase des S-Bahn-ähnlichen Schienenverkehrs im Raum Augsburg eingeleitet.

Mobilitätsdrehscheibe Augsburg-Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Ein grundlegendes Element der derzeitigen Planungen ist der Um- und Ausbau des Augsburger Hauptbahnhofes zu einer sogenannten „Mobilitätsdrehscheibe“, bei der er als Knotenpunkt von Nah-, Regional- und Fernverkehr dienen soll. Hierbei sollen alle S-Bahn-Linien den Hauptbahnhof bedienen, wobei die meisten dort aber nicht enden werden. Durch aufeinander abgestimmte Fahrpläne sollen ferner kürzere Warte- und damit Reisezeiten erreicht werden.

Die Planungen sehen dabei folgende Maßnahmen vor:

  • Der Bahnhof soll um einen weiteren Bahnsteig mit den Gleisen 10 und 11 erweitert werden
  • Um die Anlage vollständig barrierefrei zu gestalten sind weitere Aufzüge, Rampen geplant.
  • mehrere Straßenbahnlinien erhalten unterirdische Straßenbahnhaltestellen (siehe hierzu auch: Straßenbahn Augsburg)
  • Die Haltepunkte Hirblinger Straße, Biburg/Neusäß-Vogelsang Paar sollen reaktiviert werden.

Im Rahmen dieser Modernisierung soll der Bahnhof rundum eine gute Orientierung und ein hohen Komfort gewährleisten.

Aktuelle Situation[Bearbeiten]

Der Nahverkehrsplan der Stadt Augsburg für die Jahre 2006 bis 2011 wurde am 27. April 2006 gefasst. Darin waren erste Pläne eines Regio-Schienen-Taktes Augsburg mit einem Zielnetz für das Jahr 2011 enthalten.[1] Dieser Beschluss wurde in kleineren Elementen inzwischen wieder verändert – so hat die Kommission zum Beispiel von der Reaktivierung des Haltepunktes Augsburg Hirblinger Straße zwischenzeitlich Abstand genommen. Die weitere Entwicklung des Systems zu einer „S-Bahn“ bleibt abzuwarten – in den offiziellen Pressemitteilungen wird von einem „leistungsfähigen Regionalbahnverkehr mit S-Bahn-Charakter“ gesprochen.

In einem ersten Schritt in diese Richtung wurde zwischen Augsburg Hauptbahnhof und Bobingen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 ein 15-Minuten-Takt eingeführt. Zwischen Mering und dem Augsburger Hauptbahnhof startete der Fugger-Express, als ganztägige Regional-Express-Verbindung zwischen München und Augsburg und teilweise weiterführend nach Ulm und Donauwörth/Treuchtlingen/Aalen im 30-Minuten-Takt; im Zusammenspiel mit den schon bestehenden Regionalbahnlinien hat sich zum Fahrplanwechsel 2008 ebenfalls ein 15-Minuten-Takt ergeben. Dabei kommen vierteilige Triebzüge des Typs Alstom Coradia Continental zum Einsatz, die je nach Bedarf geflügelt, gestärkt oder geschwächt werden können.

Einige Engpässe blockieren einen weiteren Fortschritt: So müssen Teilstrecken des zukünftigen Liniennetzes wegen der Taktzeiten (zu Stoßzeiten bis zu 15  Minuten) dreigleisig ausgebaut sein, was aber z. B. zwischen Augsburg-Oberhausen und Westheim beziehungsweise Meitingen noch nicht gegeben ist. Dieser Ausbau ist jedoch im aktuellen Bundesverkehrswegeplan nicht enthalten und somit weder planerisch noch finanziell abgesichert. Ohne Aufnahme in den Plan, der 2015 neu aufgestellt wird, fehlt die Grundlage für Baukostenzuschüsse durch den Bund, weswegen ein vorheriger Baubeginn unrealistisch erscheint.

Die Planungen zum Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs inkl. Königsplatz wurden durch ein Bürgerbegehren Ende 2007 um knapp zwei Jahre verzögert. Zum 15. Dezember 2013 wurde der neue Königsplatz-Umsteigeknoten in Betrieb genommen. Aktuell (Sommer 2014) laufen die Bauarbeiten an der östlichen Zufahrtsrampe für den geplanten Straßenbahntunnel unter dem Augsburger Hauptbahnhof.

Die Regierung von Schwaben hat auf Antrag des Eisenbahn-Bundesamtes im März 2013 ein Anhörungsverfahren zum Neubau eines zusätzlichen Bahnsteigs im Hauptbahnhof in Augsburg eingeleitet. Konkret umfasst die Baumaßnahme neben dem Neubau eines zusätzlichen Bahnsteigs im Hauptbahnhof Augsburg auch den Bau einer Zugbildungsanlage. Des Weiteren gehört die Durchführung der erforderlichen Spurplanänderung im Zu- und Ablauf zu den Bahnsteigen, die Anpassung der Oberleitungen, der Gleisfeldbeleuchtung, der Telekommunikations- sowie der Leit- und Sicherungstechnik im jeweils betroffenen Gleisfeldbereich, den Neubau eines Abstellgleises am Haltepunkt Inningen und die Blockverdichtung in Bobingen zu den Umbaumaßnahmen. [1]

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Laut „Nahverkehrsplan 2006 - 2011“ der Stadt Augsburg sowie der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg sollen folgende acht Bahnstrecken in das Regio-S-Bahn-System einbezogen werden, wobei die Haltepunkte Mering-St. Afra und Paar neu eingerichtet werden.[1] Außerdem wird die Einrichtung eines Haltepunktes an der Augsburger Fußballarena gefordert, die unmittelbar an der Strecke Augsburg-Buchloe liegt.[2] Der genaue Verlauf und die Nummerierung der Durchmesserlinien sind noch nicht festgelegt.

Bahnstrecke Länge Bahnhöfe
Schnellfahrstrecke Augsburg–München
A. HauptbahnhofA. Haunstetter StraßeA.-HochzollKissingMering-St. AfraMeringAlthegnenbergHaspelmoorMammendorf1
31 km 9
Paartalbahn
A. HauptbahnhofA. Haunstetter StraßeA.-HochzollFriedberg – Friedberg-Paar – DasingObergriesbachAichachKühbach-Radersdorf
32 km 9
Bahnstrecke Augsburg–Nürnberg
A. HauptbahnhofA.-OberhausenGersthofenGablingenLangweid am LechMeitingen-HerbertshofenMeitingenWestendorfNordendorfMertingenBäumenheimDonauwörthOtting-Weilheim
63 km 13
Weststrecke Augsburg–Ulm
A. HauptbahnhofA.-OberhausenA. Hirblinger StraßeNeusäßNeusäß-WestheimBiburg/Neusäß-VogelsangDiedorfGessertshausenKutzenhausenMödishofenDinkelscherben
26 km 11
Staudenbahn
A. HauptbahnhofA.-OberhausenA. Hirblinger StraßeNeusäßNeusäß-WestheimNeusäß-VogelsangDiedorfGessertshausenGessertshausen-MargertshausenFischachFischach-WollmetshofenLangenneufnach
42 km 12
Bahnstrecke Augsburg–Buchloe
A. HauptbahnhofA. MorellstraßeA. Messe (– A. Stadion)A.-InningenBobingenSchwabmünchen
25 km 6 (7)
Lechfeldbahn
A. HauptbahnhofA. MorellstraßeA. Messe (– A. Stadion)A.-InningenBobingenOberottmarshausenLagerlechfeldKlosterlechfeld
25 km 8 (9)
Ammerseebahn
A. HauptbahnhofA. Haunstetter StraßeA.-HochzollKissingMering-St. AfraMeringMerchingSchmiechen
22 km 8
1 In Mammendorf besteht Umsteigemöglichkeit zur S-Bahnlinie S3 des Münchner Verkehrsverbundes MVV.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stadt Augsburg: Nahverkehrsplan 2006 - 2011 (PDF; 4,6 MB)
  2. Augsburger Allgemeine vom 28. Juli 2008