S-Bahn Mitteldeutschland

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S-Bahn Deutschland
S-Bahn Mitteldeutschland
Netzplan S-Bahn Mitteldeutschland 2013.svg

Netzplan Dezember 2013

Staat Deutschland
Verkehrsverbund
Tarifverbund
Mitteldeutscher Verkehrsverbund
Linien 7
Streckenlänge 430 km
Stationen 104
Fernbahnhöfe 4
Tunnelbahnhöfe 5
kleinste Taktfolge 10/20 min

(Fünfminutentakt auf der Stammstrecke)

Passagiere etwa 55.000 pro Tag[1]
Bewohner im Einzugsbereich ca. 1,2 Mio.
Fahrzeuge 51 + (ab 2016: + 29) Bombardier Talent 2 und min. 3 DR-Baureihe 143 + 2 Doppelstockwagen
Betreiber DB Regio Südost
Stromsystem 15 kV 16,7 Hz ~, Oberleitung

Die S-Bahn Mitteldeutschland ist ein schienengebundener Verkehrsträger des öffentlichen Personennahverkehrs im Ballungsraum Leipzig-Halle und stellt – gemessen an der Länge des Streckennetzes – das drittgrößte S-Bahn-Netz Deutschlands dar.

Das Netz der S-Bahn wird im Auftrag des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) und des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) im Freistaat Sachsen sowie der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA), der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen (NVS) und des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) von DB Regio Südost, Verkehrsbetrieb Mitteldeutschland betrieben. Zum Einsatz kommen elektrische Triebzüge des Typs Bombardier Talent 2 mit Ausnahme der S-Bahnlinie 7.

Halle (Saale) und Leipzig erhielten jeweils im Jahr 1969 S-Bahn-Netze. Diese wurden 2004 verbunden und ab diesem Zeitpunkt als S-Bahn Leipzig-Halle bezeichnet. Am 15. Dezember 2013 nahm schließlich die erste Betriebsstufe der S-Bahn Mitteldeutschland ihren Betrieb auf. Das Netz wurde dafür neu geordnet und erheblich vergrößert. Der zeitgleich eröffnete City-Tunnel Leipzig fungiert als Stammstreckentunnel und führt die Linien der S-Bahn erstmals direkt durch die Leipziger Innenstadt.

Laut Angaben der Deutschen Bahn nutzten im ersten Betriebsjahr etwa 55.000 Fahrgäste pro Tag die rund 540 auf dem 430 km langen Streckennetz verkehrenden Züge.[1]

Liniennetz[Bearbeiten]

Aktuell[Bearbeiten]

Die europaweite Ausschreibung der ersten Stufe des neuen S-Bahnnetzes erfolgte im August 2008, ursprünglich vorgesehen mit Betriebsbeginn im Dezember 2011,[2][3] wobei die Betriebsaufnahme durch zwei Korrekturbekanntmachungen schließlich auf Dezember 2013 verschoben wurde.[4] Der von Dezember 2013 bis Dezember 2025 laufende Verkehrsvertrag sieht eine jährliche Leistung von neun Millionen Zug-Kilometern vor.[5]

Nach Ablauf der Einspruchsfrist gab der ZVNL als federführender SPNV-Aufgabenträger am 21. September 2010 endgültig die Vergabe des nunmehr S-Bahn Mitteldeutschland genannten, neu strukturierten Netzes an die DB-Tochter S-Bahn Mitteldeutschland GmbH bekannt. Dieses Unternehmen wurde im Jahr 2008 mit dem Zweck gegründet, an dieser Ausschreibung teilzunehmen. Im Jahr 2011 wurde es allerdings mit DB Regio verschmolzen.[6] Der Mitbewerber Veolia erhob hiergegen zwar keinen Einspruch, kritisierte aber, dass die DB ihr Angebot auf der Grundlage eines noch nicht zugelassenen Fahrzeugs – des Bombardier Talent 2 – kalkuliert hatte.[7]

Mit Freigabe des Leipziger City-Tunnels wurde am 15. Dezember 2013 diese erste Betriebsstufe des neuen Netzes der S-Bahn Mitteldeutschland in Betrieb genommen. Die Linien führen aus dem Großraum Leipzig / Halle (Saale) heraus bis in die angrenzenden Bundesländer Thüringen und Brandenburg. Endpunkte sind unter anderem Zwickau, Bitterfeld und Hoyerswerda. Das Netz umfasst eine Länge von 430 Kilometern und 104 S-Bahn-Stationen. 51 Fahrzeuge der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2) kommen zum Einsatz.[5]

Folgende sieben S-Bahn-Linien verkehren seit dem 15. Dezember 2013[8]:

Linie Zuglauf Takt (min.)
S 1 L. Miltitzer Allee – L. Karlsruher Str. – L. Allee Center – L. Grünauer Allee – L.-Plagwitz – L.-Lindenau – L.-Leutzsch – L.-Möckern – L. Coppiplatz – L.-Gohlis – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – L. Völkerschlachtdenkmal – L.-Stötteritz – L. Anger-Crottendorf – Engelsdorf – Borsdorf – Gerichshain – Machern (Sachsen) – Altenbach – Bennewitz – Wurzen
  • 30
Wurzen – Kühren – Dahlen (Sachs) – Oschatz – Riesa
  • Einzelfahrten
S 1
Ergänzungslinie
L. Messe – L. Nord – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – L. Völkerschlachtdenkmal – L.-Stötteritz
  • 30
S 2 Bitterfeld – Petersroda – Delitzsch unterer Bf
  • 60 (nur Mo – Fr)
Delitzsch unterer Bf – Zschortau – Rackwitz (Leipzig) – L.-Messe – L. Nord – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – L.-Connewitz
  • 60
L.-Connewitz – Markkleeberg Nord – Markkleeberg – Markkleeberg-Großstädteln – Markkleeberg-Gaschwitz
  • 60 (nur Mo – Fr)
S 3 Halle (Saale) Hbf – Halle Messe – Dieskau – Gröbers – Großkugel – Schkeuditz West – Schkeuditz – L.-Lützschena – L.-Wahren – L. Slevogtstraße – L. Olbrichtstraße – L.-Gohlis – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – L. Völkerschlachtdenkmal – L.-Stötteritz
  • 30
S 4 Hoyerswerda – Schwarzkollm – Lauta (NI) – HosenaRuhland – Lauchhammer – Plessa – Elsterwerda-Biehla – Bad Liebenwerda – Falkenberg (Elster) – Rehfeld (Falkenberg) – Beilrode – (Torgau – Mockrehna – Doberschütz – Eilenburg OstEilenburg)
  • 120
(Torgau – Mockrehna – Doberschütz – Eilenburg Ost –) Eilenburg – Jesewitz (Leipzig) – Pönitz (Leipzig) – Taucha (Leipzig) – L.-Heiterblick – L.-Thekla
  • 60/30/30 (Torgau –
    Eilenburg nur HVZ)
L.-Thekla – L. Nord – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – L.-Connewitz – Markkleeberg Nord – Markkleeberg – Markkleeberg-Großstädteln – Markkleeberg-Gaschwitz – Großdeuben – Böhlen (Leipzig) – Böhlen Werke – Neukieritzsch – Lobstädt – Borna (Leipzig)
  • 30
Borna (Leipzig) – Petergrube – Neukirchen-Wyhra – Frohburg – Geithain
  • 60
S 5 Halle (Saale) Hbf – Flughafen Leipzig/Halle
  • Einzelfahrten und Sonderfahrten
Flughafen Leipzig/Halle – L. Messe – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – L. Connewitz – Markkleeberg Nord – Markkleeberg – Böhlen (Leipzig) – Böhlen Werke – Neukieritzsch – Deutzen – Regis-Breitingen – Treben-Lehma – Altenburg
  • 60
Altenburg – Lehndorf (Altenburg) – Gößnitz – Ponitz – Crimmitschau – Schweinsburg-Culten – Werdau Nord – Werdau – Steinpleis – Lichtentanne (Sachs) – Zwickau (Sachs) Hbf
  • 120
S 5X Halle (Saale) Hbf – Flughafen Leipzig/Halle – L. Messe – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – Leipzig MDR – L.-Connewitz – Markkleeberg Nord – Markkleeberg – Böhlen (Leipzig) – Altenburg – Gößnitz – Crimmitschau – Werdau – Zwickau (Sachs) Hbf
  • 60
S 7 Halle Trotha – Halle Wohnstadt Nord – Halle Zoo – Halle Dessauer Brücke – Halle Steintorbrücke – Halle (Saale) Hbf – Halle Rosengarten – Halle Silberhöhe – Halle Südstadt – Halle Zscherbener Str. – Halle Neustadt – Halle Nietleben
  • 30

Der Leipziger City-Tunnel wird somit seit seiner Eröffnung von elf S-Bahn-Zügen pro Stunde und Richtung durchfahren. Es ergibt sich ein Fünf-Minuten-Takt, mit einer Taktlücke durch die vorerst nur stündlich verkehrende S2.

Von den 55.000 Fahrgästen, die Ende 2014 gezählt wurden, entfallen unter anderem 3.000 auf die S5 und 11.500 auf der S5x.[9]

Linie S1

Geplant ist für die S1 im Leipziger Stadtgebiet ein 15-Minuten-Takt. Dieser kann jedoch ab Dezember 2013 noch nicht bis Miltitzer Allee gefahren werden. Grund dafür ist die hohe Streckenbelastung zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Leipzig-Leutzsch durch den derzeit dort noch verkehrenden Fernverkehr in Richtung Frankfurt am Main und München. Somit gibt es vorerst nördlich und westlich des Citytunnels zwei Endpunkte für diese Linie: Von Wurzen kommende Züge fahren alle 30 Minuten zur Miltitzer Allee, die dazwischen liegenden Verstärkerzüge fahren im Halbstundentakt von Bahnhof Stötteritz zum Bahnhof Messe und bilden durch Überlagerung zumindest auf der Stammstrecke einen 10/20-Minuten-Takt der S1. Nach Verlagerung des Fernverkehrs von der Strecke über Leutzsch auf die Schnellfahrstrecke über Erfurt (geplant Ende 2015) nach Nürnberg (geplant Ende 2017) kann die S1 dann auch auf dem westlichen Abschnitt bis zur Miltitzer Allee alle 15 Minuten verkehren.

Linien S2 – S7

Die übrigen Linien fahren einen 30-Minuten-Grundtakt, wobei es auch hier Abweichungen gibt. So verkehrt die S2 bis 2015 nur im Stundentakt. Die S3 verkehrt im reinen 30-Minuten-Takt. Die geplante Durchbindung der S3 von Halle (Saale) Hbf nach Halle-Nietleben kann allerdings erst nach Schaffung notwendiger infrastruktureller Voraussetzungen in Halle (insbesondere dem Einbau von dafür notwendigen Weichenverbindungen) erfolgen. Somit wird die bisherige S7 vorerst im 30-Minuten-Takt weiter betrieben. Die S7 war nicht in der Ausschreibungsleistung »Mitteldeutsches S-Bahnnetz I« enthalten, wird aber wie die anderen Linien von DB Regio Südost betrieben und ist Teil des S-Bahnnetzes. Die Linie S4 verkehrt im Abschnitt Leipzig-Thekla – Borna im Halbstundentakt, auf dem Abschnitt von Leipzig-Thekla nach Eilenburg wird im 60/30/30-Minuten-Takt gefahren, auf den Außenästen verlängern sich die Taktzeiten. Die Züge der Linien S5 und S5X fahren jeweils im Stundentakt und bilden durch Überlagerung zwischen Flughafen Leipzig/Halle und Altenburg den Halbstundentakt. Die S5X hat einen Express-Charakter und bedient im Sinne einer beschleunigten Fahrzeit nicht alle Haltepunkte.

Taktverdichtend wirken auf der Strecke nach Bitterfeld die zusätzlich verkehrenden Regionalzüge zwischen Leipzig, Wittenberg und Dessau sowie zwischen Leipzig Nord und Falkenberg (Elster) die Regionalexpresszüge von und nach Cottbus. Mit ihnen entsteht ein Halbstundentakt zwischen Leipzig und Bitterfeld, allerdings ohne Verkehrshalt in Leipzig Nord sowie ein Halbstundentakt bis Eilenburg und ein Stundentakt bis Falkenberg (Elster). Für den Übergang halten die RE Leipzig–Cottbus und zurück zusätzlich in Leipzig Nord.

Betriebsstufe ab 2015[Bearbeiten]

Im Mai 2012 wurde als zweite Betriebsstufe das Netz Mitteldeutsche S-Bahn II ausgeschrieben, welches u. a. die verlängerte Linie S2 Dessau/Lutherstadt Wittenberg – Bitterfeld – Leipzig – Markkleeberg und die neue Linie S8 Dessau/Lutherstadt Wittenberg – Bitterfeld – Halle beinhaltet.[10] Im März 2013 hat die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) die Vergabe an die Abellio Rail Mitteldeutschland bekanntgegeben.[11] Anfang Oktober 2013 erklärte die NASA jedoch, dass die Angebote in Teilen neu zu bewerten sind. Aufgrund der dadurch zu erwartenden Verzögerung zog Abellio sein Angebot zurück. Die Vergabe soll nun an die DB Regio als Zweitplatzierten erfolgen.[12] Abellio Rail wird ab Dezember 2015 die Linie S7 bedienen, DB Regio wird den übrigen S-Bahn-Verkehr erbringen.[13]

Die Züge sollen auf den Strecken zwischen Halle Hbf und Bitterfeld sowie Leipzig Hbf und Bitterfeld durch die Einbeziehung der bisher verkehrenden Regionalzüge ganztägig im 30-Minuten-Takt fahren. Auf den Außenästen zwischen Bitterfeld und Dessau Hbf sowie Bitterfeld und Lutherstadt Wittenberg ergibt sich wie bisher ein Stundentakt, wobei dieser alternierend von Zügen der Linien S2 und S8 gebildet wird.[11]

Linie Zuglauf Takt (min.)
S 2 Dessau Hbf – Dessau-Süd – Marke – Raguhn – Jeßnitz – Wolfen – Greppin – Bitterfeld – Petersroda – Delitzsch unterer Bf – Zschortau – Rackwitz (Leipzig) – L.-Messe – L. Nord – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – L.-Connewitz – Markkleeberg Nord – Markkleeberg – Markkleeberg-Großstädteln – Markkleeberg-Gaschwitz
  • 30 Markkleeberg-Gaschwitz – Bitterfeld
  • 120 Bitterfeld – Dessau Hbf
  • 120 Bitterfeld – Lutherstadt Wittenberg
Lutherstadt Wittenberg – Pratau – Bergwitz – Radis – Gräfenhainichen – Burgkemnitz – Muldenstein – Bitterfeld – Petersroda – Delitzsch unterer Bf – Zschortau – Rackwitz (Leipzig) – L.-Messe – L. Nord – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – L. MDR – L.-Connewitz – Markkleeberg Nord – Markkleeberg – Markkleeberg-Großstädteln – Markkleeberg-Gaschwitz
S 6 Halle (Saale) Hbf – Halle Rosengarten – Halle Silberhöhe – Halle Südstadt – Halle Zscherbener Str. – Halle Neustadt – Halle-Nietleben
  • 30
S 7 Halle (Saale) Hbf – Halle Steintorbrücke – Halle Dessauer Brücke – Halle Zoo – Halle Wohnstadt Nord – Halle-Trotha
  • 30
Halle (Saale) Hbf – Halle Silberhöhe – Halle Südstadt – Angersdorf – Zscherben – Teutschenthal Ost – Teutschenthal – Wansleben am See – Amsdorf – Röblingen am See – Erdeborn – Lutherstadt Eisleben
  • 60
S 8 Dessau Hbf – Dessau-Süd – Marke – Raguhn – Jeßnitz – Wolfen – Greppin – Bitterfeld – Roitzsch – Brehna – Landsberg – Hohenthurm – Halle (Saale) Hbf
  • 30 Halle (Saale) Hbf – Bitterfeld
  • 120 Bitterfeld – Dessau Hbf
  • 120 Bitterfeld – Lutherstadt Wittenberg
Lutherstadt Wittenberg – Pratau – Bergwitz – Radis – Gräfenhainichen – Burgkemnitz – Muldenstein – Bitterfeld – Roitzsch – Brehna – Landsberg – Hohenthurm – Halle (Saale) Hbf
S 9 Halle (Saale) Hbf – Peißen – Reußen – Landsberg (b. Halle/Saale) Süd – Klitschmar – Kyhna – Delitzsch oberer Bf – Hohenroda – Krensitz – Kämmereiforst – Eilenburg
  • 60

Betriebsstufe ab 2018[Bearbeiten]

Nach dem voraussichtlichen Ende der Umbauarbeiten am Hallenser Hauptbahnhof werden die S-Bahn-Linien in Halle durchgebunden. Die Linie S6 entfällt damit und wird durch die S3 ersetzt, ebenfalls verkehrt die Linie S7 durchgehend von Lutherstadt Eisleben nach Halle-Trotha.[13]

Linie Zuglauf Takt (min.)
S 3 Halle Nietleben – Halle Neustadt – Halle Zscherbener Str. – Halle Südstadt – Halle Silberhöhe – Halle Rosengarten – Halle (Saale) Hbf – Halle Messe – Dieskau – Gröbers – Großkugel – Schkeuditz West – Schkeuditz – L.-Lützschena – L.-Wahren – L. Slevogtstraße – L. Olbrichtstraße – L.-Gohlis – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bf – L. MDR – L. Völkerschlachtdenkmal – L.-Stötteritz
  • 30
S 7 Halle Trotha – Halle Wohnstadt Nord – Halle Zoo – Halle Dessauer Brücke – Halle Steintorbrücke – Halle (Saale) Hbf
  • 30
Halle (Saale) Hbf – Halle Silberhöhe – Halle Südstadt – Angersdorf – Zscherben – Teutschenthal Ost – Teutschenthal – Wansleben am See – Amsdorf – Röblingen am See – Erdeborn – Lutherstadt Eisleben
  • 60

Zukünftige Erweiterungen[Bearbeiten]

Durch die Ende 2013 abgeschlossene vollständige Elektrifizierung der Bahnstrecke Leipzig–Hof (als Teil der Sachsen-Franken-Magistrale) südlich von Reichenbach im Vogtland eröffnet sich die Möglichkeit, S-Bahn-Züge auch bis ins oberfränkische Hof (Saale) durchzubinden. Dies wird jedoch frühestens im Dezember 2015 erfolgen. Bis dahin wird eine schnelle Zubringerlinie Hof – Plauen – Werdau verkehren und in Werdau einen bahnsteiggleichen, schnellen Anschluss zur Linie S5X herstellen.[14]

Linie Zuglauf Takt (min.)
S 5X Halle (Saale) Hbf – Flughafen Leipzig/Halle – L. Messe – Leipzig Hbf (tief) – L. Markt – L. Wilhelm-Leuschner-Platz – L. Bayerischer Bahnhof – Leipzig MDR – L.-Connewitz – Markkleeberg Nord – Markkleeberg – Böhlen (Leipzig) – Altenburg – Gößnitz – Crimmitschau – Werdau – Neumark (Sachs) – Reichenbach (Vogtland) oberer Bf – Netzschkau – Limbach (Vogtland) – Herlasgrün – Ruppertsgrün – Jocketa – Jößnitz – Plauen (Vogtland) oberer Bf – Syrau – Mehltheuer – Schöneberg (Vogtland) – Reuth (Vogtland) – Grobau – Gutenfürst – Feilitzsch – Hof Hbf
  • 60

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Das Hallesche Netz[Bearbeiten]

Eröffnungszug am 27. September 1969
Halle-Dölau ↔ Halle-Trotha
   
Halle-Dölau
   
Halle Heidebahnhof
   
Halle-Nietleben
Tunnel – Anfang
S-Bahntunnel Halle-Neustadt
   
Halle-Neustadt Tunnelbahnhof
Tunnel – Ende
S-Bahnhof
Halle Zscherbener Straße
S-Bahnhof
Halle-Südstadt
S-Bahnhalt…
Halle-Silberhöhe (ehem. Halle Brühlstraße)
S-Bahnhalt…
Halle-Rosengarten
S-Bahnhof
Halle (Saale) Hauptbahnhof
S-Bahnhof
Halle Steintorbrücke
S-Bahnhalt…
Halle Dessauer Brücke
S-Bahnhalt…
Halle Zoo
S-Bahnhalt…
Halle Wohnstadt Nord
S-Kopfbahnhof – Streckenende
Halle-Trotha

Das Hallesche Netz verband den nördlich gelegenen Stadtteil Trotha in Form eines U über den Hallenser Hauptbahnhof mit der Wohnvorstadt Halle-Neustadt am westlichen Saaleufer bis zur Endhaltestelle Halle-Dölau. Gegenwärtig besteht die Strecke nur noch bis Halle-Nietleben.

Die Grundsteinlegung Halle-Neustadts am 15. Juli 1964 war quasi auch die der Halleschen S-Bahn, denn die 100.000 Einwohner sollten dem Zeitgeist entsprechend statt per Straßenbahn mit Bus und S-Bahn ans Nahverkehrsnetz angeschlossen werden. Wie auch in anderen Bezirksstädten wurde auch in Halle eine S-Bahn eingerichtet, für die östlich von Angersdorf ein Abzweig von der Halle-Kasseler Eisenbahn nach Norden gebaut wurde. Im April 1967 nahmen Triebwagen der Baureihe VT 2.09 Verkehr vom Haltepunkt (Hp) Zscherbener Straße ohne Zwischenstopp zum Hauptbahnhof auf.

S-Bahntunnel Halle-Neustadt Südportal, unmittelbar dahinter der Tunnelbahnhof

Mit der Station Halle-Neustadt wurde dort auch ein zentraler Tunnelbahnhof gebaut und der elektrische Betrieb aufgenommen. Nördlich mündete die S-Bahn vor Halle-Nietleben auf die Strecke der Halle-Hettstedter Eisenbahn-Gesellschaft. Diese wurde von Halle-Nietleben bis Halle-Dölau, einschließlich des Heidebahnhofs saniert. Bis 1970 war der Südteil der S-Bahn vollendet, nur der Hp. Rosengarten kam noch hinzu.

Nördlich des Hauptbahnhofs wurde zunächst die Eisenbahnstrecke nach Halberstadt bis Halle-Trotha ausgebaut und an dieser die neuen Haltepunkte Wohnstadt Nord, Zoo und Dessauer Brücke angelegt, der Hauptbahnhof selbst erhielt zusätzlich das Bahnsteiggleis 1a für die S-Bahn. Auf eine Elektrifizierung wurde zunächst verzichtet. Deshalb wurde der Nordteil nach Trotha nach der offiziellen Eröffnung am 27. September 1969 mit Dieselloks betrieben. Von 1971 bis 1972 baute die DR diesen Streckenabschnitt nochmals aus. Dabei wurde neben dem Neubau von 2,4 Kilometer Gleis auch der gesamte Streckenteil bis Halle-Trotha elektrifiziert. So konnte ab 1. Oktober 1972 der durchgehende elektrische Betrieb der Hallenser S-Bahn aufgenommen werden.

Für die vielen Pendler von Halle-Neustadt in die Chemiebetriebe um Merseburg wurden bald nach Eröffnung der S-Bahn im Berufsverkehr Personenzüge über die Verbindung Merseburg – Buna-Werke – Halle-Nietleben eingerichtet. Die letzten verbliebenen Züge auf dieser Strecke wurden im Dezember 2007 abbestellt.[15]

Neben der Steintorbrücke erhielt auch das Neubaugebiet Südstadt am 30. Mai 1979[16] einen eigenen Haltepunkt. Für das Wohngebiet Halle-Silberhöhe wurden dann gleich zwei Haltepunkte errichtet: An den neu errichteten, parallel zur bisherigen Strecke verlaufenden S-Bahn-Gleisen wurde am 1. Juli 1979 der Hp. Halle-Brühlstraße eröffnet. Am 30. September 1979 eröffnete man am nach Halle-Süd (heute Halle-Ammendorf) abzweigenden Gleis auf gleicher Höhe den Hp. Halle-Silberhöhe. Dadurch wurde es möglich, einige Pendlerzüge von Halle-Neustadt nach Merseburg über Halle-Silberhöhe und Schkopau statt Buna zu führen, um die Südstadt direkt an die Chemiebetriebe anzubinden.[17] Die letzten Züge mit diesem Laufweg verkehrten Anfang der 2000er Jahre. Die Züge von Halle in Richtung Sangerhausen und Nordhausen bedienten diesen Haltepunkt jedoch nie. Anfang der 1990er Jahre wurde der Hp. Brühlstraße ebenfalls in Halle-Silberhöhe umbenannt.

Nicht realisiert wurden Pläne, die Strecke von Dölau bis Salzmünde zu verlängern und dort einen Regional-Busbahnhof oder einen Ring über die Bahnstrecke Teutschenthal–Salzmünde anzulegen. Ende der 1980er Jahre wurde gar an einen Wiederaufbau bis Hettstedt gedacht, um die Arbeitskräfte des schwindenden Kupferbergbaues im Mansfelder Land im Chemiedreieck zu beschäftigen.

Mitte der 80er Jahre bestanden weitere Planungen darin, die Taktdichte auf zehn Minuten zu verkürzen, um die Anbindung Halle-Neustadts und des Südens der Stadt mit dem Halleschen Hauptbahnhof zu verbessern und somit die damaligen hohen Fahrgastzahlen besser zu bewältigen. Dieses Vorhaben hätte allerdings einen zweigleisigen Ausbau im Bereich des Haltepunktes Silberhöhe erfordert. Spuren davon sind heute noch sichtbar, beispielsweise findet sich dort Schotter für das benötigte Gleisbett auf der gleisabgewandten Seite. Des Weiteren sind Mastgründungen für die Fahrleitungsmasten in diesem Bereich zu erkennen. Ein weiteres Indiz ist die Breite der Unterführung unter der Paul-Suhr-Straße, zwischen den Haltepunkten Silberhöhe und Südstadt, die ausreichend Platz für ein zweites Gleis bietet. Dieses gesamte Vorhaben wurde jedoch nicht umgesetzt, da im Zuge der deutschen Wiedervereinigung Anfang der 90er Jahre die Einwohnerzahl der Stadt Halle drastisch sank, parallel dazu der Individualverkehr zunahm und der öffentliche Personennahverkehr seitdem mit rückläufigen Fahrgastzahlen zu kämpfen hat. Zeitgleich mit den ersten Preiserhöhungen führte man in Halle schon 1991 mit der Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Halle (VTG) einen gemeinsamen Tarif mit Straßenbahn und Linienbus ein. Seit dem 9. Dezember 2007 wird die Strecke nur noch im 30-Minuten-Takt bedient, um einerseits der sinkenden Auslastung gerecht zu werden und sich andererseits dem 15-Minuten-Takt der Straßenbahn sowie dem 30-Minuten-Takt der S10 und den damit verbundenen Umsteigebeziehungen anzupassen.

Am 1. August 2002 wurde der Verkehr im Abschnitt von Nietleben über den Heidebahnhof nach Halle-Dölau eingestellt. Nachdem die HAVAG einer Aufforderung des Landes zur Einstellung des parallelen Busverkehrs nicht nachkam, wurde die Strecke zum 30. September 2002 abbestellt, am 1. August 2002 vorzeitig und am 31. Dezember 2003 formal stillgelegt. Begründet wurde dies weiterhin mit dem desolaten Zustand der Gleise in diesem Abschnitt und den gesunkenen Fahrgastzahlen. Eine Reaktivierung des Streckenabschnitts seitens der Deutschen Bahn AG ist nicht geplant. So wurden bereits weite Teile der Fahrleitung mit den zugehörigen Auslegern im Bereich zwischen Nietleben und dem Heidebahnhof seit 2008 entfernt.

Das Leipziger Netz[Bearbeiten]

Das Leipziger Streckennetz führte von der nördlichen Ausfahrt des Hauptbahnhofs – ein Kopfbahnhof – zu beiden Seiten um die Stadt und vereinigte sich im Süden in Markkleeberg. Dieses charakteristische Herz wurde von einer Linie ringförmig in beiden Richtungen befahren, wobei im Süden bis Gaschwitz gefahren wurde. Um in Leipzig Hbf von der Ost- auf die Westseite zu gelangen, verkehrten die Züge durch den Verkehrstunnel I. Später folgten Linien in das östlich gelegene Wurzen und das Neubaugebiet Grünau im Westen.

Am 29. Februar 1968 beschloss der Leipziger Bezirkstag den Aufbau eines S-Bahnnetzes. Bereits zur Frühjahrsmesse wurde zwischen Hauptbahnhof und dem neu eingerichteten Haltepunkt (Hp) Messegelände an der Technischen Messe ein „S-Bahn-ähnlicher Schnellverkehr“ aufgenommen, am 12. Juli 1969 wurde dann der S-Bahn-Verkehr auf dem ganzen Herz aufgenommen, um das Verkehrsaufkommen des V. Turn- und Sportfestes bewältigen zu können. Die beiden Fahrtrichtungen wurden anfangs mit den Bezeichnungen S1 und S2 unterschieden. An den ersten beiden Tagen verkehrten die Züge kostenlos, was zu Überfüllung der Züge führte. Der Fahrpreis war danach ungewöhnlich hoch, eine Einzelfahrt kostete 50 Pfennige, eine Kurzstrecke bis zu fünf Halten 30. Umsteigen auf die Verkehrsmittel der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) oder des Kraftverkehrs erforderte eine neue Fahrkarte, es wurden jedoch kombinierte Monatskarten herausgegeben. Im Vergleich dazu kostete eine Fahrt im Stadtgebiet von Berlin (mit Umsteigeberechtigung), die deutlich länger sein konnte, 20 Pfennige, eine Einzelfahrt bei den LVB unter Nutzung von Sammelkarten 16,7 Pfennige. Von Anfang an und bis zur Teilung der Linie A, später S1 in einen West- und einen Ostteil verkehrten die Züge im Bahnhof Leipzig Hbf von wenigen Ausnahmen abgesehen in Richtung Osten über das Bahnsteiggleis 6, in Richtung Westen über das Gleis 7.

Auf der Osthälfte, die bis Leipzig-Connewitz die »zweite Verbindungsbahn« und dann die Ferngleise der Bahnstrecke Leipzig–Hof nutzte, wurden die neuen Haltepunkte Anger-Crottendorf, Messegelände und Marienbrunn, auf der Westhälfte Coppiplatz, Industriegelände West und Lindenau eingerichtet. Alle wurden mit Außenbahnsteigen ausgestattet, da meist nur für diese in den Einschnitten und auf den Dämmen der Strecken Platz war. Seit der Umgestaltung der Leipziger Bahnanlagen zu Anfang des 20. Jahrhunderts bestand zwischen Leipzig-Stötteritz und Gaschwitz in Fortsetzung des Leipziger Güterringes ein viergleisiger Ausbau. Die S-Bahn verkehrte über die östlichen, ursprünglichen Ferngleise. Wegen des zu geringen Gleisabstandes zu den ursprünglichen Vorortgleisen war es nicht möglich, für Messegelände und Marienbrunn Bahnsteige am Streckengleis Stötteritz–Connewitz anzulegen. Man richtete deshalb auf dem Streckengleis Connewitz–Stötteritz einen eingleisigen Streckenblock ein. Die S-Bahn-Züge verkehrten in diesem Abschnitt planmäßig auf dem linken Gleis. Die dafür eingerichteten Weichenverbindungen ermöglichten, zusätzliche Züge signalmäßig am Bahnsteig Messegelände enden und beginnen zu lassen. Die 36,4 km lange Strecke um die Stadt wurde in 61 Minuten zurückgelegt und mit Ausnahme der Vormittagsstunden im Zwanzigminutentakt bedient. Bereits im Rahmen der Elektrifizierung in Richtung Zwickau und Reichenbach (Vogtl) ob Bf wurden die Sicherungsanlagen teilweise modernisiert. Die Bahnhöfe Stötteritz und Connewitz erhielten Lichtsignale mit zentralisierter Signalstellung durch die Fahrdienstleiter, der Bahnhof Gaschwitz ein Gleisbildstellwerk der Bauform GS II DR. Problematisch war der eingleisige Abschnitt zwischen Plagwitz und Gaschwitz. Wegen der Belastung des Bahnhofes Gaschwitz insbesondere durch Güterzüge und bestehenden Fahrstraßenausschlüssen musste etwa die Hälfte der Züge auf der Westseite im Bahnhof Markkleeberg West enden. Dieser Bahnhof erhielt einen etwas günstiger gelegenen neuen Bahnsteig mit Zugang von der Koburger Straße. Weil die Umsteigeverhältnisse trotzdem in jeder Beziehung unbefriedigend waren, wurde in den Folgejahren ein weiterer Haltepunkt Markkleeberg Mitte an der Rathausstraße in unmittelbarer Nähe zum Haltepunkt Markkleeberg eingerichtet. Ein zusätzliches Stumpfgleis ermöglichte es, alle Züge mindestens bis zu diesem neuen Haltepunkt verkehren zu lassen, durch den gleichzeitigen Bau eines Bahnsteiges am zweiten Bahnhofsgleis in Markkleeberg West wurden Zugkreuzungen von Reisezügen möglich. Mit der Inbetriebnahme des Haltepunktes Markkleeberg Mitte wurde das Umsteigen für Fahrten zwischen der Ost- und der Westseite auch tariflich ermöglicht. Dafür erhielten die Bahnsteige in Markkleeberg und Markkleeberg Mitte als erste die später im ganzen Netz üblichen Lochentwerter. Reisende mussten die Rollenfahrscheine beim Umsteigen in Längsrichtung falten und lochen. Auch Kurzstreckenfahrkarten galten auf dieser Umsteigeverbindung. Ein Jahr nach der Eröffnung wurde zwischen Leipzig Hbf und Anger-Crottendorf der neue Haltepunkt Sellerhausen und im Bahnhof Plagwitz zusätzlich ein Bahnsteig an der Schwartzestraße eingerichtet.

Im Jahr 1971 wurden etwa 13 Millionen Fahrgäste mit der Leipziger S-Bahn befördert. Zur Verfügung standen dafür acht Züge mit 45 Wagen.[18]

Zug der S-Bahn-Linie 1 an der Endstation Leipzig Miltitzer Allee

Am 26. Mai 1974 kam eine Linie B nach Wurzen hinzu, dabei wurden die Haltepunkte Sellerhausen (untere Bahnsteige) und Industriegelände Ost im Bahnhof Engelsdorf neu errichtet. Die vorgesehenen Übergänge zu den oberen Bahnsteigen in Sellerhausen wurden nie gebaut, ein nennenswerter Übergang zwischen beiden Strecken entwickelte sich wegen des unnötig langen Weges und der nicht abgestimmten Fahrpläne nicht. Neu war auf der Strecke nach Wurzen die Einbeziehung aller Personenzüge Richtung Dresden, Riesa, Großbothen und Trebsen in den S-Bahn-Tarif (bis Borsdorf bzw. Wurzen), der dafür um die Preisstufen 3 (1,- M), 4 (1,50 M) und 5 (2,- M) erweitert wurde. Wegen der starken Streckenbelegung war allerdings kein Taktfahrplan möglich. Wegen des abnehmenden Verkehrsbedarfs und der hinter Borsdorf wegen der langen Blockabschnitte geringeren Durchlassfähigkeit endeten insbesondere im Berufsverkehr einige Züge in Borsdorf. Dafür musste eine Kehrmöglichkeit im Gleis 5 dieses Bahnhofes eingerichtet und ein zusätzliches Ausfahrsignal aufgestellt werden. Die bisherige Linie erhielt gleichzeitig die Linienbezeichnung A, die Richtungsbezeichnungen S1 und S2 entfielen wenig später. Mit der Errichtung des Neubaugebietes Grünau wurde vom 25. September 1977 schrittweise bis 1983 eine Neubaustrecke dorthin in Betrieb genommen, die zunächst von der Linie C im Pendelverkehr (daher der Spitzname „Betonpendel“) bis Plagwitz befahren wurde, wo in die Ringlinie A umgestiegen werden konnte. Der erste Abschnitt bis zum neuen Haltepunkt (Hp) Hermann-Matern-Allee wurde am 25. September 1977 eröffnet. Dieser Hp wurde 1980 kurz vor der Eröffnung des nächsten Bauabschnitts zur Wilhelm-Pieck-Allee am 18. Dezember 1980 in Grünauer Allee umbenannt.[19] Bis 1983 wurden dann noch der Haltepunkte Ho-Chi-Minh-Straße und der Bahnhof Miltitzer Allee erbaut. Dieser Bahnhof erhielt als Einziger einen Inselbahnsteig und eine Kehranlage. Die Weiterführung der Strecke nach Markranstädt war damit baulich vorbereitet, wurde jedoch nie ausgeführt.

C/S2 „Waldbahn“ Plagwitz–Gaschwitz
Strecke – geradeaus
A/S1 vom Hbf
S-Bahnhof
Plagwitz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
A/S1 zur Miltitzer Allee
S-Bahnhalt…
Schwartzestraße
S-Bahnhalt…
Kleinzschocher
S-Bahnhalt…
Markkleeberg West
S-Bahnhalt…
Markkleeberg Mitte
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
A/S1 vom Hbf
S-Bahnhalt…
Markkleeberg-Großstädteln
S-Kopfbahnhof – Streckenende
Gaschwitz

Ab 1984 wurde die Strecke Grünau–Plagwitz–Hauptbahnhof–Gaschwitz durchgängig von der Linie A befahren und Grünau–Plagwitz–Markkleeberg zur einzelnen Linie C, die aufgrund ihrer Strecke auf der Plagwitz-Gaschwitzer Verbindungsbahn durch den Leipziger Auwald „Waldbahn“ genannt wurde. Gemeinsam mit der Linie A wurde damit zwischen Plagwitz und Miltitzer Allee ein Zehnminutentakt angeboten. In Plagwitz wurde ein Anschluss an die Straßenbahnzüge der Linie 2 eingerichtet. Diese Umsteigeverbindung, die sowohl im Vergleich mit den S-Bahn-Zügen der Linie A und auch mit der reinen Straßenbahnbenutzung die kürzeste Verbindung ins Stadtzentrum darstellte, wurde jedoch wegen der fehlenden Durchtarifierung kein Erfolg.

Mit der Wende kamen viele neue Namen, so wurde aus der Wilhelm-Pieck- die Stuttgarter Allee und aus der Ho-Chi-Minh- die Karlsruher Straße, was auch Umbenennungen der gleichnamigen Haltepunkte nach sich zog. Auch die Linien wurden westlichem Standard entsprechend mit Nummern statt Buchstaben versehen, aus der S-Bahn-Linie A wurde die S1, aus der B nach Wurzen die S3 (hier wurde ein Taktfahrplan, wenn auch nur mit Stundentakt, eingeführt) und aus der C die S2. Nachdem letztere durch Kürzung auf das Stück Plagwitz–Gaschwitz, Stundentakt außerhalb des Berufsverkehrs, eine unglückliche Anschlussgestaltung[20] in Plagwitz (der Zug Richtung Gaschwitz verließ Plagwitz eine Minute, bevor der von Leipzig Hbf eintraf, meist konnte man den ausfahrenden Zug noch sehen) und einen höheren Fahrpreis im Vergleich zur Fahrt über Leipzig Hbf immer weniger genutzt wurde, wurde sie zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 eingestellt und durch die Buslinie 65 ersetzt. 2004 wurde die S1 aufgeteilt, der Westteil behielt die Bezeichnung S1, der Ostteil bekam die Bezeichnung S2. Mit dem Umzug der Messe ins Neue Messegelände im Norden der Stadt wurde der Haltepunkt Messegelände in Völkerschlachtdenkmal umbenannt, später der Haltepunkt Stuttgarter Allee auf Betreiben des benachbarten Einkaufszentrums in Allee-Center. Um im Bayerischen Bahnhof Baufreiheit für den City-Tunnel zu schaffen, wurde die RB 130 Leipzig Bayer Bf–Altenburg ab Neukieritzsch mit der S-Bahn verbunden und damit auch die Regionalbahnen aus Altenburg an den Hauptbahnhof angebunden. Die zunächst nur als vorübergehende Maßnahme während der Tunnelbauarbeiten angekündigte Dehnung der Taktzeiten auf 30 Minuten machte die S-Bahn im Vergleich zu den Verkehrsmitteln der LVB spürbar unattraktiver. Am 30. April 2011 wurde der Betrieb des verbliebenen Abschnitts der Linie S1 eingestellt, am 24. November 2012 auch der der Linie S2. Damit schloss die Bahn den oberen Teil des S-Bahnhofs Sellerhausen und den Haltepunkt Leipzig Ost. Nachdem auch die Linie S/MRB11 im Zuge des Umbaus zur S-Bahn Mitteldeutschland am 15. Dezember 2013 eingestellt wurde, hat der Leipziger Osten seine S-Bahn-Anbindung völlig verloren.

Die S-Bahn Leipzig-Halle[Bearbeiten]

Halle (Saale) Hbf – Leipzig Hbf
S-Kopfbahnhof – Streckenanfang
Halle (Saale) Hbf
S-Bahnhalt…
Halle Messe
S-Bahnhof
Dieskau
S-Bahnhalt…
Gröbers
S-Bahnhalt…
Großkugel
S-Bahnhalt…
Schkeuditz West
S-Bahnhof
Schkeuditz
S-Bahnhof
Leipzig-Lützschena
S-Bahnhof
Leipzig-Wahren
S-Bahnhalt…
Leipzig Slevogtstraße
S-Bahnhof
Leipzig Olbrichtstraße
S-Bahnhalt…
Leipzig-Gohlis
S-Kopfbahnhof – Streckenende
Leipzig Hbf
Schriftzug auf einem Wagen der S-Bahnlinie Halle–Leipzig
Ein Zug der Linie S10 in Gröbers

Obwohl es zwischen Leipzig und Halle schon seit Jahrzehnten einen verdichteten Vorortverkehr gab, ab 1928 verkehrten hier die Triebwagen der späteren Baureihe ET 41, wurde auf dieser Linie nie ein besonderer Tarif eingeführt.

Am 19. März 2002 begannen in Halle die Bauarbeiten für den Neubau der S-Bahn-Strecke zwischen den beiden Städten. Die Inbetriebnahme des 234-Millionen-Euro-Vorhabens war für Dezember 2004 geplant. Die Baukosten wurden im Wesentlichen durch den Bund (135 Millionen Euro) sowie die Länder Sachsen-Anhalt (39 Millionen Euro) und Sachsen (34 Millionen Euro) aufgebracht.[21] Die Inbetriebnahme erfolgte planmäßig am 12. Dezember 2004.

In Leipzig führt diese Strecke vom Hauptbahnhof direkt über die seit Jahrzehnten nur von Güterzügen benutzten ursprüngliche Strecke der Magdeburg-Leipziger Eisenbahn-Gesellschaft nach Leipzig-Wahren. Die bisherige Regionalbahn-Linie 56 mit dem Umweg über Wiederitzsch wurde durch die neue S-Bahn-Strecke ersetzt. Dadurch änderte sich die Fahrtzeit von 36 Minuten nicht, obwohl 5 Halte hinzukamen. Seit dem 5. Dezember befuhren die Züge der RB 56 die reaktivierte Strecke im Probebetrieb mit Fahrgästen. Die zusätzlichen Regionalexpress-Züge der Linie RE 5, die hier die Rolle einer »Express-S-Bahn« übernahmen, verkehrten seit 30. Juni 2003 in einem eigenen Stundentakt über den Bahnhof Flughafen Leipzig/Halle. Einen besonderen Tarif musste man wegen des seit dem 1. August 2001 bestehenden Mitteldeutschen Verkehrsverbundes nicht mehr einführen.

Am 15. Dezember 2013 wurde der Leipziger Citytunnel zwischen Hauptbahnhof und Bayerischem Bahnhof eröffnet, die S10 verkehrt seitdem als S3 von Halle (Saale) Hauptbahnhof nach Leipzig-Stötteritz, der RE 5 als S5 vom Flughafen nach Altenburg sowie als Expresslinie S5X von Halle nach Zwickau.

Über eine Verlängerung der Grünauer Strecke nach Markranstädt wurde nachgedacht. Aufgrund der Kosten und der damit verbundenen Auflassung der Bahnhöfe Miltitz und Rückmarsdorf wird diese derzeit nur als Option für später gehandelt und im Nahverkehrsplan nach wie vor freigehalten.

Liniennetz von 1969 bis 2009[Bearbeiten]

Zu DDR-Zeiten hatten die Leipziger Linien die Bezeichnung A, B und C. Später wurde dies geändert in S1, S2 und S3. Die Linie S2 („Waldbahn“) wurde 2002 eingestellt. Die Linie S1 wurde 2004 in die Linien S1 und S2 geteilt, um das Gleisvorfeld des Leipziger Hauptbahnhofs während des Baus des City-Tunnels nicht unnötig oft queren zu müssen.

  • S1, ehemals A: Leipzig Miltitzer Allee – Leipzig-Plagwitz – Leipzig Hbf – Markkleeberg-Gaschwitz – Borna
  • S2, ehemals C („Waldbahn“): Leipzig-Plagwitz – Markkleeberg-Gaschwitz
  • S3, S 11, ehemals B: nach Wurzen

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2004 wurde die Linie S10 Halle – Leipzig eingeführt.

Liniennetz von 2009 bis 2013[Bearbeiten]

Netzplan 2009

Mit dem Fahrplanwechsel im Jahr 2009 verkleinerte sich das Netz der S-Bahn Leipzig-Halle, da die Linien östlich des Leipziger Hauptbahnhofs – dies betraf die S2 (Leipzig Hbf – Borna (– Geithain)) und die S11 (Leipzig Hbf – Wurzen (– Oschatz)) – von der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) als MRB 2 bzw. MRB 11 bedient wurden und daher nicht mehr die Bezeichnung S-Bahn trugen. An der Fahrplanstruktur und Taktfrequenz änderte sich dabei auf den betroffenen Strecken nichts. Lediglich an Wochenendnächten bedient die DB einzelne Fahrten auf der Linie 11 noch selbst als S 11.

Wegen Finanzmittelkürzung wurde die S1 am 30. April 2011 eingestellt und erst wieder mit Eröffnung des City-Tunnels in Betrieb genommen. Als Ersatz verkehrten zwei Buslinien sowie zusätzliche Straßenbahnleistungen der LVB.[22]

Die S-Bahn Leipzig-Halle umfasste somit von 2009 bis 2011 die Linien S1, S7 und S10, von 2011 bis 14. Dezember 2013 nur die zwei Linien S7 und S10. Die Züge verkehrten tagsüber im 30-Minuten-Takt.

Mit Betriebsschluss am 24. November 2012 wurde die Bahnstrecke Leipzig Hbf–Leipzig-Connewitz betrieblich gesperrt und zwischen den Bahnhöfen Leipzig-Dresdener Gbf und Leipzig-Stötteritz sofort stillgelegt. Damit ist der letzte Rest der ehemaligen Linie A Vergangenheit. Die Züge wurden über den Westring umgeleitet, doch erreichte dieser Betrieb mit nur wenigen Halten (in Leipzig-Gohlis, Möckern und Plagwitz sowie Markkleeberg Mitte) keine S-Bahn-Qualität.

Infrastrukturausbau[Bearbeiten]

City-Tunnel Leipzig[Bearbeiten]

Hauptartikel: City-Tunnel Leipzig
S-Bahn-Triebzug an der Station Leipzig Markt (Oktober 2013)

Die wichtigste Baumaßnahme für das neue mitteldeutsche S-Bahnnetz war der City-Tunnel in Leipzig. Dieser kostete etwa 960 Millionen Euro (Stand: 2013) und führt als Stammstrecke die S-Bahnlinien S1 bis S5 gebündelt durch die Leipziger Innenstadt. Der Tunnel unterquert dabei das Stadtzentrum auf einer Länge von 3,9 Kilometern in bis zu 25 Metern Tiefe. Gebaut wurden die vier Tunnelstationen Hbf tief, Markt, Wilhelm-Leuschner-Platz und Bayrischer Bahnhof sowie die Station Leipzig MDR / Semmelweisstraße im südlichen Trogbereich des Tunnels.

Nördlich der Station Hauptbahnhof befindet sich unterirdisch ein Überwerfungsbauwerk, welches die Strecken in Richtung Leipzig-Gohlis und Leipzig Nord / Berliner Brücke trennt. Der Tunnel umfasst somit eine West- und eine Nordrampe. Zwischen der Westrampe und der Station Leipzig-Gohlis trennen sich die Strecken Richtung Schkeuditz und Leipzig-Leutzsch wiederum niveaufrei am neu errichteten Überwerfungsbauwerk MTh. Zur niveaufreien Ausfädelung südlich der Tunnelstrecke wurde auf Höhe der Richard-Lehmann-Straße ein Überwerfungsbauwerk errichtet. Das Richtungsgleis in Richtung Stötteritz unterquert hier die Gleise von und nach Connewitz durch einen etwa 70 Meter langen Tunnel.

Netzergänzende Maßnahmen[Bearbeiten]

Neubau des Bahnhofs Leipzig-Plagwitz, im Hintergrund die alten Bahnsteige (August 2011)
Montage des Mittelbahnsteigs in Leutzsch mit Fertigteilen (2010)

Um die Vorteile des Tunnels voll nutzen zu können, ist die Umsetzung netzergänzender Maßnahmen (NEM) notwendig.

Im Bereich der Anbindung Nord auf der Strecke Richtung Bitterfeld wurde nördlich der Berliner Brücke die S-Bahnstation Leipzig Nord an der Theresienstraße neu gebaut. Die Inbetriebnahme fand im Dezember 2013 statt. In Planung befindet sich der in Richtung Nordwesten anschließende zweigleisige Ausbau der Strecke Richtung Eilenburg bis zur Eisenbahnüberführung Wilhelm-Busch-Straße und im weiteren Verlauf der Neubau der Station Mockauer Straße. Für den Bahnhof Taucha ist ein kompletter Umbau geplant, um diesen auch als Endpunkt für aus Leipzig kommende S-Bahnzüge nutzen zu können. Neu gebaut werden soll außerdem die Station Essener Straße im Zuge der Neuerrichtung der gleichnamigen Eisenbahnüberführung.

Verhältnismäßig aufwändig war die Einbindung Südost, welche durch die NEM Gaschwitz – Engelsdorf realisiert wurde. Auf der Strecke Richtung Engelsdorf wurde der bisherige S-Bahn-Halt Leipzig-Völkerschlachtdenkmal aufgelassen und direkt unter der Prager Straße mit einem 140 Meter langen Mittelbahnsteig inkl. Treppenanlagen und einem Aufzug neu gebaut. Hierbei berücksichtigte man bereits einen zusätzlichen Zugang zum Alten Messegelände. Auch der Bahnhof Leipzig-Stötteritz wurde völlig neu gebaut mit neuen Brücken über die Papiermühlstraße und dreigleisiger Bahnsteiganlage. Dieser Bahnhof erhielt eine eingleisige Kehranlage, auf welcher Züge die Richtung wechseln oder abgestellt werden können. Die LVB beabsichtigen, ihre Straßenbahnhaltestelle direkt unter dem S-Bahnhof im Sinne besserer Umsteigemöglichkeiten umzubauen. Der S-Bahn-Haltepunkt Leipzig Anger-Crottendorf wurde auf dem derzeitigen Güterring an der Zweinaundorfer Straße neu gebaut. Ein späterer Neubau der Station Leipzig-Paunsdorf im Bereich des heutigen Güterbahnhofs ist geplant. Auf der Strecke Richtung Gaschwitz wurde der Bahnhof Leipzig-Connewitz dreigleisig ausgebaut und erhielt eine neue Fußgängerbrücke als Bahnsteigzugang. Die Station Markkleeberg Nord wurde komplett neu errichtet, die Stationen Markkleeberg, Markkleeberg-Großstädteln und Markkleeberg-Gaschwitz zeitgemäß umgestaltet.

Im Bereich der Anbindung West fanden Aus- und Umbaumaßnahmen auf der Strecke Leipzig-Leutzsch–Leipzig-Plagwitz statt. Es wurden Brücken, Stellwerke, Gleise und Oberleitungen erneuert sowie Lärmschutzwände aufgestellt. Die Bahnsteige im Bahnhof Leipzig-Leutzsch und der Haltepunkt Leipzig Industriegelände West wurden aufgelassen und durch neue Bahnsteige direkt unter der Georg-Schwarz-Straße ersetzt. Im weiteren Verlauf wurden der Haltepunkt Leipzig-Lindenau und die Reiseverkehrsanlagen des Bahnhofs Leipzig-Plagwitz komplett erneuert. Die Bahnsteige in Plagwitz wurden in diesem Zusammenhang nach Norden direkt an die Karl-Heine-Straße verschoben und erhielten dort neue Zugänge. Im Zeitraum zwischen April und September 2013 wurden auf der Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Leipzig Miltitzer Allee, der durch den Leipziger Stadtteil Grünau führenden S-Bahnstrecke zum Endpunkt Leipzig Miltitzer Allee, die Gleiseanlagen, die Oberleitungen sowie die Haltepunkte erneuert. Ausbauarbeiten fanden auch auf der Strecke Leipzig-Leutzsch–Bad Dürrenberg statt. Auf diesem Ast wird zwar auch in den kommenden Jahren keine S-Bahnlinie verkehren, dafür aber ab 2015 die von Abellio Rail Mitteldeutschland betriebenen Expresszüge von Leipzig über Weißenfels und Naumburg in Richtung Erfurt und Jena.

Weitere Baumaßnahmen[Bearbeiten]

Bereits abgeschlossen ist der Bau der neuen S-Bahn-Strecke Halle (S) Hbf–Leipzig Hbf über Schkeuditz, in deren Verlauf ebenfalls neue Haltepunkte entstanden, beispielsweise Leipzig Slevogtstraße oder Schkeuditz West.

Von Oktober 2008 bis Sommer 2009 erfolgte eine Sanierung des Tunnelbahnhofs Halle-Neustadt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 3,5 Millionen Euro. Modernisiert wurden die Bahnsteige und Treppenaufgänge, an der Hauptverkehrslinie wurden Aufzüge gebaut. Die Bauarbeiten am Haltepunkt der heutigen S7 und der späteren S3 waren im Sommer 2009 fertiggestellt.

Der Streckenabschnitt Borna–Geithain wurde im Sommer 2010 elektrifiziert. Diese Baumaßnahme war Grundvoraussetzung für die spätere Nutzung der Strecke durch die S-Bahnlinie S4.

Die Um- und Neugestaltung des Bahnhofes Merseburg findet seit 2011 statt.

Die Wartung der Talent-2-Züge der S-Bahn Mitteldeutschland erfolgt in der DB Regio-Werkstatt in Halle (Saale) an der Volkmannstraße. Hierzu entstand eine Mehrzweckhalle mit Dacharbeitsstand sowie eine Lackierwerkstatt.[23]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Vergangenheit[Bearbeiten]

In den ersten Jahren wurden auf der Linie A in Leipzig Wendezüge aus LOWA-E5-Wagen in den Stadtfarben – blau mit gelbem Fensterband, schwarzem Langträger und grauen Zierstreifen – eingesetzt. Fahrausweise waren an Zahlboxen in den Mitteleinstiegsräumen erhältlich – eine Besonderheit bei der DR. Auf der Linie B nach Wurzen wurden die Personenzüge Richtung Riesa und Dresden sowie nach Großbothen (und weiter Richtung Glauchau oder Döbeln) und Trebsen (Mulde) in den S-Bahn-Tarif einbezogen. Deshalb konnte man alle im Nahverkehr der DR eingesetzten Fahrzeuge antreffen. Die echten, zusätzlich eingesetzten S-Bahn-Züge zwischen Leipzig und Wurzen bzw. Borsdorf verkehrten anfangs mit fünfteiligen Doppelstockgliederzügen der Bauart 1970.

In Halle kamen zunächst für den Wendezugdienst umgebaute belgische M1-Wagen zum Einsatz, die ursprünglich in den 1930er Jahren gebaut wurden und nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone verblieben waren. Ab 1970 wurden diese ebenfalls durch fünfteilige Doppelstockgliederzüge ersetzt. Diese wurden nach den Hallenser Stadtfarben gestaltet und erhielten eine weinrote Lackierung.

Sowohl in Halle als auch in Leipzig wurde der Wagenpark 1977–79 durch neubeschaffte Doppelstock-Einzelwagen in zu Anfang dunkelgrüner, später beige/brauner Lackierung ersetzt.

Gezogen wurden die Züge von Elektrolokomotiven der Baureihen 211 und 242, die bis Anfang der 1990er Jahre durch die Baureihe 243 abgelöst wurden. 1992 wurden diese Baureihen in 109, 142 und 143 umgezeichnet.

Um die lokbespannten Wendezüge zu ersetzen, wurden 1973 und 1974 zwei Prototypen eines neuen elektrischen Triebzugs (Baureihe 280) gebaut und ab 1974 auf der Linie nach Wurzen und auf der Magdeburger S-Bahn intensiv erprobt. Da der Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hans Beimler Hennigsdorf zu dieser Zeit jedoch in seiner Kapazität voll ausgelastet war, wurden diese nicht in Serie produziert. Die Prototypen wurden nach einem Fahrmotorschaden 1986 endgültig abgestellt.

Auf der S 2 (Plagwitz–Gaschwitz) fuhren in den letzten Betriebsjahren Triebwagen der Baureihe 771/772. Auf der Linie S7 wurden die modernisierten Doppelstockwagen aus den 1970er Jahren eingesetzt, teilweise mit ab 1992 gefertigten Steuerwagen. Für die S-Bahn-Linie 10 wurden 2004 neue Doppelstockwagen beschafft, welche in der Regel nur auf dieser Linie eingesetzt wurden. Diese modernen Doppelstockwagen von 2004 fuhren bis zum 14. Dezember 2013 auf der S 10 und wird zurzeit auf der Linie RE 3 (Dresden-Hof) eingesetzt. Auf den Leipziger S-Bahnlinien wurden ab den 1990er Jahren ebenfalls modernisierte Doppelstockwagen mit ab 1992 gefertigten Steuerköpfen eingesetzt.

Gegenwart[Bearbeiten]

Für die Inbetriebnahme des neuen S-Bahn-Netzes im Dezember 2013 bestellte die S-Bahn Mitteldeutschland GmbH insgesamt 51 elektrische Triebzüge der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2). Davon sind 36 Triebzüge dreiteilig und 15 vierteilig. Die neuen Fahrzeuge haben eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und erhielten – abweichend vom „Verkehrsrot“ der Deutschen Bahn – ein Design in silber und grün. Das Investitionsvolumen für die neuen Züge betrug über 200 Millionen Euro[24].

Ab dem Frühjahr 2013 wurden die bereits angelieferten Triebzugeinheiten zunächst zur Personalschulung verwendet, am 18. August 2013 begann dann ein Vorlaufbetrieb mit Reisenden auf der Linie RE 5 zwischen Leipzig und Halle (Saale) über Leipzig/Halle Flughafen. Am 29. September folgte der Einsatz dieser Züge auf der S-Bahnlinie S10 zwischen Halle (Saale) und Leipzig über Schkeuditz.[24]

Triebzüge dieser Baureihe kamen in Mitteldeutschland bis 2013 nur auf den Linien RE 50 Leipzig–Dresden sowie RE 10 Leipzig–Cottbus zum Einsatz. Auch auf dem Saale-Thüringen-Südharz-Netz, welches an Abellio NRW vergeben wurde, sollen ab 2015 Talent 2 zum Einsatz kommen. Dies betrifft unter anderem die Relationen von Leipzig und Halle über Naumburg nach Erfurt und Jena.

Weitere 29 elektrische Triebzüge der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2) sollen im zweiten und dritten Quartal 2016 zum Einsatz kommen statt wie ursprünglich angedacht im Dezember 2015. Grund dafür ist die verspätete Auslieferung der Triebzüge. Davon sind 19 Triebzüge dreiteilig und 10 Triebzüge fünfteilig.

Auf den S-Bahnlinien 1–5 und 5X verkehren seit Dezember 2013 ausschließlich die elektrischen Triebzüge der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2). Die S-Bahnlinie 7 wird von Dezember 2013 bis Dezember 2015 mit mindestens drei aus einer Lokomotive derDR-Baureihe 143 und zwei modernisierten Doppelstockwagen gebildeten Zugeinheiten bedient. Teilweise werden auf dieser Linie auch Sandwicheinheiten mit je einer Lokomotive an beiden Enden eingesetzt..

Ende 2014 standen von 51 Triebzügen 10 aufgrund von Unfallschäden, Gewährleistungsmängeln und fehlender Auslieferung nicht zur Verfügung.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfram Sturm: Eisenbahnzentrum Leipzig. Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Pro Leipzig, Leipzig 2003, ISBN 3-9807201-9-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: S-Bahn Mitteldeutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): Einjähriges Jubiläum S-Bahn Mitteldeutschland und City- Tunnel Leipzig. Presseinformation vom 11. Dezember 2014.
  2. Ausschreibung Mitteldeutsches S-Bahn-Netz. In: newstix.
  3. Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union: D-Leipzig: Personenbeförderung per Bahn 2008/S 157-212269, 14. August 2008
  4. Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union: D-Leipzig: Öffentlicher Schienentransport/öffentliche Schienenbeförderung 2010/S 3-001741, 6. Januar 2010
  5. a b Zahlen – Daten – Fakten. S-Bahn Mitteldeutschland, abgerufen am 26. Dezember 2013.
  6. Veröffentlichungen aus dem Handelsregister: S-Bahn Mitteldeutschland GmbH, abgerufen am 15. Dezember 2013
  7. Pressemeldung des ZVNL vom 23. September 2010
  8. Mitteldeutsches S-Bahn-Netz, gültig ab: 15. Dezember 2013 (PDF; 1,3 MB)
  9. a b  Jan-Dirk Franke: Nach Nürnberg nur noch mit Umsteigen. In: Freie Presse (Chemnitzer Zeitung). 12. Dezember 2014, S. 6, ZDB-ID 1085204-9 (online).
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNasa startet europaweite Ausschreibung im Netz Mitteldeutsche S-Bahn II. Abgerufen am 10. März 2013.
  11. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMitteldeutsches S-Bahn-Netz Teil II: Vergabeentscheidung ist gefallen. Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH, 8. März 2013, abgerufen am 12. März 2013.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNetz MDSB II: DB Regio soll nun zum Zuge kommen. NASA GmbH, 1. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  13. a b Flyer Mitteldeutsches S-Bahn-Netz (PDF)
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNahverkehrsjournal Vogtland – Informationen aus dem Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (40. Ausgabe). "Shuttleverkehr" auf der VLE 16 zwischen Hof und Werdau. Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland, Göltzschtalstraße 16, 08209 Auerbach, 2. Oktober 2013, S. 7, abgerufen am 11. Januar 2014.
  15. Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Magdeburg: Pressemitteilung Nr.: 041/07 – Kürzung der Regionalisierungsmittel führt zu Angebotsreduzierung im Schienenpersonennahverkehr. Magdeburg 2007. (abgerufen 15. Mai 2007)
  16. Die S-Bahn in Halle/Saale – ein Überblick 1969–1993. (abgerufen 22. Mai 2007)
  17. EK-Themen 39: Die Deutsche Reichsbahn vor 25 Jahren – 1979. EK-Verlag, Freiburg 2004, S. 19
  18. 13 Millionen Fahrgäste mit der Leipziger S-Bahn, In: Berliner Zeitung, Jahrgang 28, Ausgabe 4, 4. Januar 1972, S. 2
  19. EK-Themen 40: Die Deutsche Reichsbahn vor 25 Jahren – 1980. EK-Verlag, Freiburg 2005, S. 22
  20. Martin Böttcher/Carsten Schulze: Neuer Bahn-Fahrplan: kaum Verbesserungen, 2. Absatz. In: Leipziger Nahverkehr, Archiv Juni 2000. Stand: Freitag, 18. August 2006 11:17:28. (abgerufen am 9. Mai 2007)
  21. Meldung Baubeginn für S-Bahn Halle – Leipzig. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2002, ISSN 1421-2811, S. 211.
  22. Kürzungen der Finanzmittel für den öffentlichen Personennahverkehr. MDV-Pressemitteilung vom 28. April 2011
  23.  Vorbereiten auf die Silberlinge. In: DB Welt. Nr. 5, 2013, S. 18.
  24. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAb Sonntag moderne Talent 2-Züge auch auf der S-Bahn zwischen Halle (Saale) und Leipzig unterwegs. Deutsche Bahn AG, 27. September 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.