S0-Schnittstelle

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S0-Schnittstelle mit Timing Diagramm

Die S0-Schnittstelle (gesprochen S-Null-Schnittstelle) ist eine Hardware-Schnittstelle für die Übertragung von Messwerten in der Gebäudeautomatisierung. Die Definition der Schnittstelle erfolgt in der DIN 43864 (zurückgezogen) bzw. EN 62053-31. Diese Schnittstelle ist nicht zu verwechseln mit dem S0-Bus innerhalb einer ISDN-Installation.

Die Übertragung der Daten erfolgt mit Hilfe von gewichteten Impulsen, d. h. pro kWh oder m³ wird eine bestimmte Anzahl Impulse übertragen. Die Gewichtung ist vom verbauten Zählertyp abhängig. Die nachfolgenden DDC-GA-Einheiten kumulieren die Impulse und generieren anschließend einen darstellbaren Wert.

Die Schnittstelle wird in folgenden Messgeräten eingesetzt:

Der Ausgang ist technisch betrachtet ein offener Kollektor (engl. open collector) eines Transistors, der einem Optokoppler nachgeschaltet ist. Beim Anschluss der Schnittstelle muss daher auf die Polarität geachtet werden. Es gibt zwei Klassen A und B, erstere für lange, zweitere für kurze Übertragungswege. In Klasse B können bis zu 15 Volt DC, in Klasse A bis zu 27 Volt DC angeschlossen werden. Der maximale Stromfluss wird mit 15 mA bzw. 27 mA angegeben, dies entspricht einem Widerstand von 1 Kiloohm. Dabei entspricht ein Stromfluss von kleiner 2 mA einem LOW-Wert, einer höher als 10 mA einem HIGH-Wert. Gängige DDCs können mit dieser Schwelle arbeiten. Das Signal wird vom Zähler als Impulsfolge ausgegeben, wobei ein einzelner Impuls mindestens 30 Millisekunden andauern muss.

Als problematisch für die Weiterverarbeitung kann die Zeit der HIGH Phase sein, da nicht alle DDC Eingänge sehr kurze Zählimpulse verarbeiten können (z.B. 70 ms).

Eine Alternative zur S0-Schnittstelle bietet der potentialfreie Kontakt, da dieser in der Anwendung unproblematischer ist.