SAP HANA

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SAP HANA[1] (ehemals: High Performance Analytic Appliance)[2] ist eine Datenbanktechnologie von SAP, die 2010 vorgestellt wurde.[3] Es handelte sich dabei ursprünglich um eine Appliance, d.h. eine Kombination aus Hardware und Software, um mit Hilfe der In-Memory-Technologie, die den gegenüber der Festplatte erheblich schneller zugreifbaren Arbeitsspeicher des Computers zur Datenspeicherung nutzt, gegenüber den herkömmlichen Anwendungen Auswertungen mit höherer Performance zu ermöglichen. Heute ist HANA mit verschiedener Hardware und auch virtualisiert verwendbar.

Geschichte[Bearbeiten]

HANA wurde von SAP in Zusammenarbeit mit einigen Kunden, namentlich Coca Cola Hellenic, der Future Group (einem indischen Betreiber von Warenhaus-Ketten) und Hilti entwickelt, um sehr große Datenmengen effizienter durchsuchen zu können.[4] Die Appliance wurde erstmals im Frühling 2010 vorgestellt und ab November desselben Jahres eingesetzt.[5] Aus Sicht des Herstellers ist die In-Memory-Datenbank ein wichtiges Zukunftsthema, wie auch Jim Hagemann Snabe, Co-CEO von SAP, 2011 erklärte. Unter den vier wichtigsten Investitionsschwerpunkten der Firma sei bei der In-Memory-Technik 2011 das stärkste Wachstum erreicht worden.[6] Am 10. Januar 2013 gab SAP bekannt, dass die Kernanwendungen der SAP Business Suite auf Basis von HANA verfügbar sind. [7]

Verfahren[Bearbeiten]

Bei HANA werden unterschiedliche Techniken sowohl im Software- als auch im Hardwarebereich kombiniert. Auf der Softwareseite wird ein Hybrid aus der bei In-Memory-Datenbanken üblichen[3] spaltenorientierten Arbeitsweise und der herkömmlichen, in relationalen Datenbanken verbreiteten zeilenorientierten Datenbanktechnologie eingesetzt.[8] Auf der Hardwareseite wird versucht, möglichst den Hauptspeicher durch den CPU-Cache, sowie den Plattenspeicher durch den Hauptspeicher zu ersetzen, um die jeweils schnelleren Zugriffszeiten zu nutzen. Durch diese Verfahren ergeben sich Performancevorteile.[3]

Verwendung[Bearbeiten]

Die für Business-Intelligence- und Business-Analytics-Anwendungen entwickelte[9] Appliance wird beim SAP Netweaver Business Warehouse[10] sowie bei Business Objects Strategic Workforce Planning eingesetzt.[3] Es ist aber nach Herstellerangaben auch möglich, andere Anwendungen mit HANA zu betreiben. Dazu gehören neben weiteren SAP-Produkten alle SQL-basierten Anwendungen.[9] Am 10. Januar 2013 kündigte SAP die Verfügbarkeit der gesamten SAP Business Suite on HANA an-[11]

Ähnliche Produkte[Bearbeiten]

Oracle stellte 2011 mit Exalytics ein ähnliches System vor.[12] Weiterhin bietet Oracle ab Juli 2014 für die Datenbank-Version 12c eine sogenannte "In-Memory"-Option an. [13]

Seit Version 10.5 beherrscht DB2 von IBM ebenfalls die spaltenorientierte Datenverwaltung sowie In-Memory-Technologie.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schnellere und bessere Analysen mit SAP IN-MEMORY APPLIANCE (SAP HANA).
  2. heute kein Akronym mehr, vgl. Paul Desmond: SAP HANA – Updating the Naming Conventions. In: ERP Executive, 11. August 2011. Abgerufen am 23. Januar 2012. .
  3. a b c d Alexander Neumann: SAP liefert Appliance für In-Memory-Computing aus. heise.de, 1. Dezember 2010.
  4. Kathrin Schmitt: SAP: HANA checkt Datenmassen in Realtime. chip.de, 2. Dezember 2010.
  5. SAP HANA ist ab sofort für Kunden weltweit verfügbar. Pressemitteilung von SAP, 21. Juni 2011.
  6. Dorothea Schläpfer: SAP investiert in In-Memory, Mobile- und Cloud-Computing. itmagazine.ch, 10. November 2011.
  7. Kernanwendungen der SAP Business Suite auf der Basis von SAP HANA verfügbar. Pressemitteilung von SAP, 10. Januar 2013.
  8. Christian Kirsch: SAP konzentriert sich auf hauseigene Datenbank. heise.de, 10. November 2011.
  9. a b Harald Weiss: SAPs neue Strategie: Hardware statt Software. chip.de, 25. Mai 2011.
  10. Rick Whiting: SAP Data Warehouse Software Now Relies On HANA Database. crn.com, 10. November 2011.
  11. Jens Ihlenfeld: Business Suite on HANA: SAP stellt R4 vor, das nicht so heißt. Golem.de, 10. Januar 2013.
  12. Lars Röwekamp und Alexander Neumann: Oracles speicherresidente Datenbank als Appliance. heise.de, 3. Oktober 2011.
  13. Oracle Database In-Memory. oracle.com, 2014
  14. http://www-01.ibm.com/software/data/db2/linux-unix-windows/db2-blu-acceleration/.