SAS Scandinavian Airlines

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SAS Scandinavian Airlines
Das Logo der SAS Scandinavian Airlines
Eine Boeing 737-700 der SAS Scandinavian Airlines
IATA-Code: SK
ICAO-Code: SAS
Rufzeichen: SCANDINAVIAN
Gründung: 1946
Sitz: Stockholm, SchwedenSchweden Schweden
Drehkreuz:
Unternehmensform: Aktiebolag
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: EuroBonus
Flottenstärke: 145 (+ 30 Bestellungen)
Ziele: National und international

SAS Scandinavian Airlines (früher Scandinavian Airlines System), kurz SAS, ist eine skandinavische Fluggesellschaft mit Sitz in Stockholm.[1] Sie betreibt Hubs in Kopenhagen-Kastrup, Oslo-Gardermoen und Stockholm-Arlanda und ist Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Eine ehemalige DC-3 der SAS
Eine ehemalige DC-10 der SAS
Eine ehemalige 767-300ER der SAS

1946 schlossen sich die dänische Det Danske Luftfartselskab A/S, die schwedische Svensk Interkontinental Lufttrafik AB und die norwegische Det Norske Luftfartselskap zusammen, um eine starke Fluggesellschaft zu gründen.

SAS stieg zu einer der führenden Fluggesellschaften in Europa auf und besteht heute aus zwei dänischen, zwei norwegischen und drei schwedischen Eigentümeranteilen.

Am 15. November 1954 eröffnete SAS mit Douglas DC-6B als erste Fluggesellschaft die Flugroute von Europa an die Westküste der USA mit Abkürzung über den Nordpol. Eine Maschine flog an diesem Tag von Kopenhagen über Söndre Strömfjord auf Grönland und Winnipeg in Kanada nach Los Angeles, eine zweite Maschine startete zur gleichen Zeit in Los Angeles in Gegenrichtung. 1956 beauftragte SAS Arne Jacobsen, ein Hotel mit Abfertigungsterminal in der Kopenhagener Innenstadt zu errichten. Das SAS Royal Hotel wurde 1960 eröffnet und gilt als Gesamtkunstwerk Jacobsens. Ab 1959 setzte die Gesellschaft ihre ersten strahlgetriebenen Jets (die Sud Aviation Caravelle) und ab 1960 die Douglas DC-8 auf den Langstrecken ein. 1965 führte sie als erste Airline ein europaweites, elektronisches Reservierungssystem ein und stellte 1969 mit Turi Widerøe die erste Pilotin in einer westlichen Airline ein. Ab 1971 kam mit der Boeing 747 das erste Großraumflugzeug bei SAS zum Einsatz und seit 1984 betreibt die Gesellschaft auch ein Luftkissenboot zwischen Kopenhagen und Malmö.

SAS ist Gründungsmitglied der Star Alliance, einer der bedeutendsten strategischen Luftfahrtallianzen. SAS Scandinavian Airlines ist ein Tochterunternehmen der SAS Group, die auch Anteile an der Hotelbetreibergesellschaft Rezidor (Markenname damals Radisson SAS) hielt. Geschäftsführer ist seit 1. Januar 2007 der Schwede Mats Jansson. SAS Scandinavian Airlines ist zudem Gründer des Vielfliegerprogrammes EuroBonus, dem sieben weitere Fluggesellschaften angeschlossen sind. 1997 wurden Anteile der Fluggesellschaft Widerøe erworben, die inzwischen komplett von der SAS Group übernommen wurde. 1998 wurde auch die finnische Fluggesellschaft Air Botnia übernommen und in Blue1 umbenannt, 2001 auch die norwegische Braathens gekauft. Zwischen 2003 und 2004 wurde auch der Versuch unternommen, mit der Ausgründung der Snowflake einen Billigflieger zu etablieren.[2]

Die Tochter SAS Cargo betreibt keine Frachtflugzeuge. Sie befördert Luftfracht in den Frachträumen der SAS Passagierflugzeuge[3]. Die finnische Tochtergesellschaft Blue1 verfolgt ein Billigflug-Konzept.

Am 8. September 2006 übernahm SAS ihren ersten von vier Airbus A319-100, aus diesem Grund wurde diese Maschine (Kennung OY-KBO) mit einer Retrolackierung versehen.

Ende Januar 2009 wurde die Mehrheit an der spanischen Fluggesellschaft Spanair für einen symbolischen Preis von einem Euro an ein katalanisches Konsortium verkauft. Im Vorjahr hatte Spanair 4,9 Milliarden schwedische Kronen Verlust erwirtschaftet. Im gleichen Monat wurde ein 47,2-prozentiger Anteil an airBaltic verkauft[4]. SAS selber gilt als Übernahmekandidat durch die deutsche Lufthansa.[5].

Am 3. Februar 2009 wurde bekannt, dass SAS die Anzahl der Mitarbeiter um 40 Prozent von 23.000 auf 14.000 verringern wird. 5600 Mitarbeiter verlassen das Unternehmen entweder durch Outsourcing oder mit dem Verkauf anderer Unternehmensteile, wie Spanair. Im Geschäftsjahr 2008 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 6,32 Milliarden schwedischen Kronen (757 Millionen US-Dollar).[6] Anfang August 2009 wurde die Bilanz des zweiten Quartals bekanntgegeben, die mit einem Verlust von über 1 Milliarde SEK zu Buche schlägt.[7]

Die norwegische Fluggesellschaft der SAS Group mit dem Namen SAS Norge wurde zum 1. Oktober 2009 wieder in die Hauptlinie integriert.[8] Zum 1. November 2009 verkaufte SAS einen 20-prozentigen Anteil an der Fluggesellschaft British Midland Airways an Lufthansa zum Gesamtpreis von 38 Millionen Euro[9].

Laut einer Meldung aus dem April 2011 bereitet die norwegische Regierung den Verkauf ihrer Beteiligung an der SAS in Höhe von 14,29 Prozent vor, da der Besitz als nicht mehr notwendig angesehen wird.[10]

Ende Januar 2012 wurde durch Medienberichte bekannt, dass SAS wegen der Krise bei der früheren Tochter Spanair Abschreibungen in Höhe von insgesamt etwa 1,7 Milliarden Schwedischen Kronen (190 Millionen Euro) vornehmen muss. Das Unternehmen erläuterte, dass die Summe sich aus noch ausstehenden Forderungen, aus Garantien sowie aus Kosten durch die Einstellung des Betriebs von Spanair zusammensetze. Auswirkung auf das laufende Geschäft hätten die Abschreibungen dank guter Vorbereitung kaum, hieß es weiter. Die SAS Group hatte sich 2009 weitgehend von ihrem Engagement bei der Spanair getrennt, ist aber noch mit knapp elf Prozent an dem spanischen Unternehmen beteiligt. [11]

[Bearbeiten] Flotte

Ein Airbus A340-300 der SAS
Eine Boeing 737-600 der SAS
Eine McDonnell Douglas MD-82 der SAS

Mit Stand Februar 2012 besteht die Flotte der SAS Scandinavian Airlines aus 145 Flugzeugen[12] mit einem Durchschnittsalter von 12,5 Jahren[13]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen Sitzplätze1
Airbus A319-100 004 erste Auslieferung am 8. August 2006 141 (–/–/141)
Airbus A320neo 30 + 11 Optionen; Auslieferung vsl. ab 2016[14] – offen –
Airbus A321-200 008 erste Auslieferung am 12. November 2001 198 (–/–/198)
Airbus A330-300 004 erste Auslieferung am 1. Oktober 2002 264 (34/35/195)
Airbus A340-300 007 erste Auslieferung am 15. November 2001 245 (46/28/171)
Boeing 737-400 003 150 (–/–/150)
Boeing 737-500 007 120 (–/–/120)
Boeing 737-600 028 erste Auslieferung am 18. September 1998 123 (–/–/123)
Boeing 737-700 022 9 mit Winglets ausgestattet 141 (–/–/141)
Boeing 737-800 020 7 mit Winglets ausgestattet 186 (–/–/186)
Bombardier CRJ200 004 betrieben durch Cimber Sterling
Bombardier CRJ900 012 88 (–/–/88)
McDonnell Douglas MD-82 023 erste Auslieferung am 30. April 1991;
Ersatz ab 2012 durch die Boeing-737- und Airbus-A320-Familie[15]
150 (-/-/150)
McDonnell Douglas MD-87 003 erste Auslieferung am 30. September 1988 125 (–/–/125)
Gesamt 145 30

1(Business/Premium-Economy/Economy)

SAS bietet zwar wie üblich drei Buchungsklassen an, die Flugzeuge bieten jedoch maximal zwei Beförderungsklassen. Eine „First Class“ wird nicht angeboten, jedoch zwei Buchungsklassen innerhalb der „Economy Class“, Economy & Economy Flex mit erweitertem Serviceangebot und flexibleren Buchungsbedingungen. Die Business-Class-Kabine in den Airbus-A330- und Airbus-A340-Flugzeugen ist derzeit (2011) mit Angled-Lie-Flat-Sitzen ausgestattet. Diese Sitze lassen sich vollständig flach stellen, haben aber eine Neigung von 10° gegenüber dem Boden der Kabine.[16]

[Bearbeiten] Zwischenfälle

  • Am 27. Dezember 1991 fielen bei einer MD-81 der SAS mit der Kennung OY-KHO auf dem Flug von Stockholm nach Kopenhagen kurz nach dem Start beide Triebwerke aus, nachdem sie durch Eisbrocken beschädigt worden waren. Die Maschine landete im Gleitflug auf einem Feld bei Gottröra, wobei der Rumpf in drei Teile zerbrach. Es gab jedoch kein Feuer und alle 129 Insassen überlebten das Unglück.[17]
  • Am 8. Oktober 2001 kollidierte eine MD-87 der SAS beim Start mit einem Privatjet auf dem Flughafen Mailand-Linate. Die Maschine konnte sich nur für kurze Zeit in der Luft halten und stürzte in eine Gepäckhalle. Dabei starben alle 110 Insassen an Bord der MD-87 und alle vier Insassen des Privatjets.[18]
  • Am 9. September 2007 brach das rechte Fahrwerk einer Bombardier Dash 8Q-400 (Registrierung: LN-RDK) bei einer Sicherheitslandung (Flug SK1209) auf dem Flughafen Aalborg. Kurz danach entzündete sich das rechte Triebwerk und Teile des Propellers bohrten sich in die Kabine. Von den 69 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern mussten elf Personen wegen leichter Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.[19]
  • Am 12. September 2007 wiederholte sich das Problem mit der Bombardier Q400 auf dem Flug SK2748 von Kopenhagen nach Palanga. Der Kapitän veranlasste eine Sicherheitslandung auf dem Flughafen Vilnius, wobei wieder ein Fahrwerk brach. Daraufhin empfahl Bombardier alle Flugzeuge des Typs Dash 8-400, die über 10.000 Landungen absolviert haben, bis zur Überprüfung stillzulegen. Aus diesem Grund hat SAS sämtliche Flugzeuge des Typs vorerst stillgelegt.[20]
  • Ein erneuter Zwischenfall mit dem Fahrwerk einer Bombardier Q400 sorgte am 27. Oktober 2007 für ein sofortiges Flugverbot aller Flugzeuge dieses Typs in der Flotte der SAS. Die unter der Flugnummer SK2868 aus Bergen (Norwegen) kommende Maschine hatte 40 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder an Bord, als sie auf ihrem Zielflughafen in Kopenhagen (Dänemark) eine Sicherheitslandung machen musste. Wieder war das rechte Fahrwerk nicht ausgefahren, woraufhin der Pilot vor der Landung das rechte Triebwerk abschaltete, um eine möglichst sichere Landung zu gewährleisten. Unter den 44 Personen an Bord gab es nur einige Leichtverletzte. Am 28. Oktober 2007 gab SAS bekannt, alle Flugzeuge dieses Typs ab sofort aus der Flotte zu entfernen.[21]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: SAS Scandinavian Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. SAS Group and Scandinavian Airlines Facts. flysas.com, abgerufen am 20. März 2010 (englisch).
  2. FliegerRevue November 2011, S. 12–15, Pünktliches Nordlicht.
  3. SAS Cargo Milestones:, As part of the Core SAS strategy SAS Cargo will focus exclusively on belly freight.
  4. SAS Pressemitteilung vom 30. Januar 2009 The SAS Group completes transaction in respect of the sale of its 47.2% holding in airBaltic.
  5. Lufthansa hebt Prognose an. boerse.ard.de, 2. März 2009, abgerufen am 19. Februar 2010.
  6. SAS reducing its workforce by 40%. news.bbc.co.uk, 3. Februar 2009, abgerufen am 19. Februar 2010 (englisch).
  7. SAS gör miljardförlust för andra kvartalet. www.nyhetsverket.se, 12. August 2009, abgerufen am 19. Februar 2010 (schwedisch).
  8. SAS Norge. ch-aviation.ch, abgerufen am 19. Februar 2010.
  9. Lufthansa übernimmt britischen Regionalflieger komplett. Financial Times Deutschland, 1. Oktober 2009, abgerufen am 19. Februar 2010.
  10. http://www.n-tv.de/wirtschaft/Norwegen-will-raus-article3000031.html
  11. Spanair droht Millionen-Geldstrafe Handelsblatt vom 28.Januar 2012, abgerufen am 29. Januar 2012
  12. Flotte der SAS Scandinavian Airlines. ch-aviation.ch, abgerufen am 14. Februar 2012 (englisch).
  13. Flottenalter der SAS Scandinavian Airlines. airfleets.net, abgerufen am 14. Februar 2012 (englisch).
  14. airliners.de - Erste Flugzeugbestellungen in Paris 20. Juni 2011
  15. airliners.de – SAS treibt Flottenharmonisierung voran 12. April 2011
  16. Flatseats: SAS Scandinavian Airlines install angled lie-flat seats in new Business Class
  17. Aviation Safety Network. 27. Dezember 1991, abgerufen am 19. Februar 2010 (englisch).
  18. Aviation Safety Network. 8. Oktober 2001, abgerufen am 19. Februar 2010 (englisch).
  19. Flugzeug-Fahrwerk bricht bei Notlandung – mehrere Verletzte. spiegel.de, 9. September 2007, abgerufen am 19. Februar 2010.
  20. Bombardier empfiehlt Startverbot für Dash 8 Q400. airliners.de, 12. September 2007, abgerufen am 19. Februar 2010 (archivierte Version).
  21. SAS removes Dash 8 Q400 from service permanently. waymaker.net, 28. Oktober 2007, abgerufen am 19. Februar 2010 (englisch).
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