SBB B 3/4

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SBB B 3/4
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Nummerierung: 1301–1369 (Heißdampf)

1701–1747 (Nassdampf-Verbund)

Anzahl: 69
Hersteller: SLM Winterthur
Baujahr(e): 1905–1916
Achsformel: 1'C
Länge über Puffer: 16'275 mm
Höhe: 4265 mm
Dienstmasse: 95 t
Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h
Indizierte Leistung: 730 kW

Die B 3/4 war eine Dampflokomotive der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Schweizer Bundesbahnen (SBB) hatten von 1904 bis 1907 die Baureihe B 3/4 von Dreizylinder-Nassdampf-Verbundlokomotiven mit der Achsfolge 1'C in Dienst gestellt. Es gab 47 Maschinen dieser Bauart, sie führten die Betriebsnummern 1701 - 1747. Sie waren für einen Betriebsdruck von 14 bar ausgelegt, wiesen je einen Hoch- und zwei Niederdruck-Zylinder in gleicher Größe und eine Kurbelversetzung von 120 Grad auf. Eine weitere Besonderheit bestand im Zweiachsantrieb, Hoch- und Niederdruckzylinder dieser Verbundloks wirkten auf zwei verschiedene Achsen. Ihr Haupteinsatzgebiet war die Jura-Simplon-Bahn.

Die SBB beschloss nach erfolgreichen Versuchen mit Heissdampf-Lokomotiven auch eine Serie solcher zu beschaffen. Die Schlepptenderlokomotive wies einen Dampfdruck von niedrigen 12 bar auf.

Ab 1885 beschafften alle grossen Schweizer Privatbahnen für den universellen Einsatz geeignete Schlepptenderlokomotiven des Typs B 3/4 („Mogul“) in verschiedenen Ausführungen. Die junge Staatsbahn SBB benötigte zur Deckung ihres zusätzlichen Bedarfs eine vereinfachte Weiterentwicklung des bis 1905 unter SBB-Regime weitergebauten Dreizylindertyps der Jura-Simplon-Bahn (J-S), jedoch in der Ausführung mit Zweizylinder-Triebwerk und einfacher Dampfdehnung. Als erste SBB-Lokomotive wurde diese Serie B 3/4 bereits bei der Ablieferung mit Überhitzern des Systems Schmidt ausgerüstet. Die daraus resultierende weitaus höhere Dampftemperatur bis 350 °C bedingte auch die erstmalige Anwendung von Kolbenschiebern statt der bisher üblichen Flachschieber. Die wegen der Kolbenschieber kleineren Kräfte für die Schiebersteuerung ermöglichten ein etwas leichteres Gestänge für die Steuerung. Zur Verbesserung des Kurvenlaufs wurden die vorlaufende Laufachse und die erste Triebachse zu einem kombinierten Drehgestell des Typs Helmholtz-Winterthur zusammengefasst. Die Vorräte an Betriebsstoffen wurden in einem dreiachsigen Schlepptender mitgeführt. Mit ihrem einfachen Aufbau und der guten Leistung bewährte sich dieser Lokomotivtyp im mittleren Personen- und Güterzugeinsatz und zeichnete sich auch durch wirtschaftliche Verbrauchswerte aus.

Die SBB liess 69 Stück der B 3/4 bauen. Heute ist die Nr. 1367 bei der Stiftung Historisches Erbe der SBB (SBB Historic) betriebsbereit.

Dampfturbinenlok 1801[Bearbeiten]

Eine Lokomotive dieser Baureihe wurde nach Plänen von Heinrich Zoelly 1920/21 zu einer Dampfturbinenlokomotive umgebaut. Dafür erhielt sie eine zweite Vorlaufachse (2’C). Der Turbinenantrieb lag vor der Rauchkammer, die Blindwelle für den Antrieb war anstelle der Zylinder vorne unter dem Umlauf angebracht. Es gab viele Versuchsfahrten und Umbauten. Trotz grundsätzlicher Eignung wurde die Lok wegen der Streckenelektrifizierung 1943 ausgemustert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Erich Preuß, Reiner Preuß: Lexikon Erfinder und Erfindungen: Eisenbahn. transpress Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1986, ISBN 3-344-00053-5

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