SBB Cargo

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Schweizerische Bundesbahnen SBB Cargo AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft [1]
Gründung 1999
Sitz Basel, Schweiz
Leitung Nicolas Perrin
(CEO)
Andreas Meyer
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 3'327 (2012)[2]
Umsatz 922 Mio. CHF (2012)[2]
Branche Transportunternehmen
Produkte GüterverkehrVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.sbbcargo.com
Güterzug auf dem Weg durch die Alpen
Die Hybridlok Eem 923 ist die modernste Rangierlok der Welt
Container auf der Nord-Süd-Achse

SBB Cargo ist das im Schienengüterverkehr tätige Tochterunternehmen der Schweizerischen Bundesbahnen, von der sie als Division Güterverkehr geführt wird. 1999 wurde die SBB als ehemaliger Regiebetrieb des Bundes als Folge der ersten Bahnreform in der Schweiz in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft umgewandelt und in die drei unabhängigen Divisionen Personenverkehr, Güterverkehr und Infrastruktur aufgeteilt. Der Hauptsitz der Schweizerische Bundesbahnen SBB Cargo AG, wie das Unternehmen juristisch heisst, ist Basel. Für Herbst 2014 ist der Umzug nach Olten geplant.

Allgemeines[Bearbeiten]

SBB Cargo beschäftigte 2012 insgesamt 3327 Mitarbeitende und erzielte einen konsolidierten Umsatz von 922 Millionen Schweizer Franken.[2] SBB Cargo ist in der Schweiz Marktführerin im Schienengüterverkehr und befördert jeden Tag 175.000 Tonnen an Gütern. Das entspricht dem Gewicht von 425 voll beladenen Jumbojets.

Geleitet wird das Unternehmen von Nicolas Perrin. SBB Cargo hat von ihrem Eigner – der Schweizerischen Eidgenossenschaft – den Auftrag, einen Beitrag zur Erreichung des Ziels der Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene zu leisten. Im Geschäftsfeld „Cargo Schweiz" soll sie als Systemführerin ein eigenwirtschaftliches Wagenladungsverkehrsnetz im Binnen- und Import-/Exportverkehr betreiben, welches auf den Bedarf der verladenden Wirtschaft in der Schweiz ausgerichtet ist. Das Geschäftsfeld „Cargo International" soll sich auf die Rolle als Traktionär von Kombi- und Ganzzug-Verkehren auf dem Nord-Süd-Korridor fokussieren und marktfähige und profitable Leistungen anbieten.[3]

SBB Cargo ist aktives Mitglied der Allianz Xrail, die im Februar 2010 von sieben europäischen Güterbahnen gegründet wurde und das Ziel verfolgt, den internationalen Wagenladungsverkehr auf der Schiene kundenfreundlicher und effizienter zu erbringen.

Strategische Ausrichtung[Bearbeiten]

Die Schweizer Politik befasst sich derzeit intensiv mit dem Güterverkehr auf der Schiene. Dazu hat die Regierung im Jahr 2011 vom Parlament in einer Motion den Auftrag erhalten, eine Gesamtkonzeption zur Zukunft des Schienengüterverkehrs in der Fläche vorzulegen. Dies ist durch den Bundesrat Mitte April 2013 geschehen. Voraussichtlich 2014 werden sich National- und Ständerat mit der Vorlage befassen. Da auch noch ein Referendum möglich ist, wird das neue Gesetzespaket frühestens 2015/2016 in Kraft treten und eine Neuordnung der Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr beinhalten.

Gleichzeitig verfolgt SBB Cargo eine Dreisäulen-Strategie: 1. Die Tochtergesellschaft SBB Cargo International, Anfang 2011 gemeinsam mit dem Speditionsunternehmen Hupac gegründet, fährt im Transit Shuttlezüge auf der Nord-Süd-Achse. 2. Im Wagenladungsverkehr setzt man auf die Senkung der Strukturkosten und auf die Verschlankung des Bedienpunktenetzes. 3. Das zukünftige Angebot von SBB Cargo im Kombinierten Verkehr (KV) sieht Linienzüge vor, welche die wichtigsten Zentren in der Schweiz verbinden.

SBB Cargo Schweiz[Bearbeiten]

Um den Wagenladungsverkehr in der Schweiz rentabel und nachhaltig zu betreiben, wurden grosse Anstrengungen unternommen und in einem aufwändigen, breit abgestützten Prozess, in dem alle betroffenen Kunden und Kantone miteinbezogen waren, Lösungen für die Sanierung der schlecht ausgelasteten Bedienpunkte erarbeitet. Insgesamt hat SBB Cargo die Sanierung von 155 sehr schlecht ausgelasteten Bedienpunkten geprüft. Im Durchschnitt wurde an diesen Punkten weniger als ein Wagen pro Tag befördert. 128 der sehr schlecht ausgelasteten Punkte werden seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 nicht mehr bedient. SBB Cargo und die anderen Bahnen in der Schweiz fahren mit dem aktuellen Angebot noch 374 Bedienpunkte im Wagenladungsverkehr regelmässig an[2]. Trotzdem bleiben aber über 98 Prozent des bisherigen Transportvolumens weiterhin auf der Schiene.[4][5]

In der Schweiz wird der Güterverkehr über die drei grossen Rangierbahnhöfe (Verschiebebahnhöfe) Basel-Muttenz, Zürich-Limmattal und Lausanne-Triage abgewickelt. Betrieben werden die Rangierbahnhöfe von SBB Infrastruktur. Die wichtigste Transitachse ist die Gotthardroute. Die zweite alpenquerende Achse durch den Lötschberg- und den Simplontunnel wird vor allem von der Mitbewerberin BLS Cargo benutzt. Dennoch wird auch sie von SBB-Cargo-Zügen befahren.

Die Verkehrsleistung von SBB Cargo lag 2012 mit 12.132 Millionen Nettotonnenkilometern 1,7 Prozent unter dem Vorjahr. Als Ursachen werden neben der europaweiten Konjunkturschwäche auch der Abbau von Industriekapazitäten in der Schweiz, namentlich in der Papier- und Metallindustrie, genannt. Erschwerend sei die dreimalige Sperre der Gotthard-Bergstrecke wegen Felsabbrüchen bei Gurtnellen hinzugekommen[2].

Streik 2008[Bearbeiten]

Die geplante Streichung von 401 Stellen im Industriewerk von SBB Cargo in Bellinzona führte zu heftigen Protesten. Unter anderem sollten 114 der 142 Stellen beim Unterhaltsdienst für die Cargo-Loks in Bellinzona verschwinden, die übrigen 28 Stellen nach Yverdon und Chiasso verlegt werden. Daraufhin gingen die 430 SBB-Angestellten in Bellinzona in den Streik.[6][7][8] Nach dessen Ende wurde an einem Runden Tisch über die Zukunft des Werks verhandelt. Im Juni 2009 übergab SBB Cargo das Industriewerk Bellinzona offiziell an SBB Personenverkehr Operations (P-OP). Im Juni 2010 erhielt das Werk die Zertifizierung der Vereinigung der Privatgüterwagen-Interessenten (VPI) für die Instandhaltung von Güterwagen. Es hat damit den Nachweis erbracht, die gesamte Güterwagen-Instandhaltung entsprechend den Vorgaben und Qualitätsstandards des VPI-Leitfadens zur Instandhaltung durchführen zu können. Bedeutsam ist die Freigabe für die Radsatzinstandhaltung inklusive Neubescheibung, die nur von wenigen Werkstätten angeboten wird[9]. Im Juni 2013 wurde bekannt, dass die SBB in Bellinzona die Aus- und Weiterbildung für die Südschweiz zentralisieren will. Auch der Unterhalt der Instandhaltungsflotte des neuen Gotthard-Basistunnels soll an diesem Standort stattfinden, ebenso die Wartung eines Teils der Triebwagen im Regionalverkehr Süd[10].

SBB Cargo International[Bearbeiten]

SBB Cargo International wurde 2010 mit Sitz in Olten gegründet. Das Aktienkapital wird von der SBB Cargo AG (75%) und der Hupac AG (25%) gehalten. Als Spezialist für das Fahren von Ganzzügen und Zügen des Kombinierten Verkehrs (KV) fokussiert sich das Unternehmen auf die europäische Nord-Süd-Achse zwischen Deutschland und Italien. Kunden der Gesellschaft sind primär Operateure des Kombinierten Verkehrs. Kernelement der Unternehmensstrategie ist die Erhöhung der Produktivität von Lokomotiven und Lokführern. Dies soll über ein vertaktetes Produktionssystem mit hohen Lokumläufen und reduzierten Standzeiten sowie über die Konzentration auf aufkommensstarke Relationen erreicht werden.

SBB Cargo International hat Anfang 2011 den operativen Betrieb aufgenommen und beschäftigt Mitarbeitende in Deutschland, der Schweiz und Italien. Aus der bestehenden Flotte von SBB Cargo wurden vorerst rund 100 Streckenlokomotiven angemietet, rund die Hälfte davon sind moderne Mehrsystemloks für den grenzüberschreitenden Einsatz.

Anfang Juli 2011 erhielt das Unternehmen vom Bundesamt für Verkehr (BAV) die Netzzugangsbewilligung und Sicherheitsbescheinigung für die Schweiz und ist damit ein voll funktionsfähiges und selbstständiges Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU). Neben Deutschland und Italien kann das Unternehmen auch in der Schweiz eigenverantwortlich Transportleistungen erbringen – von der Trassenbestellung bis zur eigenen Transportdurchführung. Seitdem erfolgt die operative Steuerung der Verkehre zentral von der neuen Leitstelle der SBB Cargo International in Olten. Im Juni 2013 erhielt die deutsche Tochtergesellschaft von SBB Cargo International eine Lizenz für die Nutzung des niederländischen Schienennetzes. Sie soll genutzt werden, um in Eigenregie Containtertransporte zwischen Rotterdam und der Schweiz anzubieten. Für die Rangieraufgaben wurde ein Kooperationsvertrag mit Rotterdam Rail Feeding (RRF) geschlossen.[11]

SBB Cargo Deutschland[Bearbeiten]

Die SBB Cargo Deutschland GmbH, mit Firmensitz in Duisburg, wurde 2002 gegründet und ist eine 100 prozentige Tochter der SBB Cargo International. Als eingetragenes Eisenbahnverkehrsunternehmen für Güterverkehrsleistungen plant, disponiert und fährt sie Ganzzüge in Deutschland von und nach Duisburg, Rheinhausen, Siegen, Köln, Aachen, Ludwigshafen/Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg im Breisgau, Singen, Lübeck, Bremerhaven/Bremen, Hamburg, Kehl, Gelsenkirchen, Ingolstadt, Neuss, Gießen/Mainzlar und Weil am Rhein. Plattformen für den Umschlag Schiene/Straße in Deutschland sind Bremen, Duisburg, Karlsruhe, Worms sowie Weil am Rhein.

Die SBB Cargo Deutschland ist seit 2007 eingetragenes Ausbildungsunternehmen bei der IHK Köln.

SBB Cargo Italia[Bearbeiten]

SBB Cargo Italia wurde 2003 gegründet und hat ihren operativen Sitz in Gallarate. Das Unternehmen ist Teil von SBB Cargo International und plant, disponiert und führt Güterzüge in Italien. Ausserdem bildet es auch Lokomotivführer aus. Destinationen/Abfahrtsorte für Wagengruppen/Ganzzüge in Italien sind Gallarate, Novara, Milano, Melzo, Trecate, Turin-Orbassano, Fossano, Poggio Rusco und Sant‘Ilario. Plattformen für den Umschlag Schiene/Strasse in Italien sind Desio und Turin.

Am 15. Dezember 2003 wurde der Betrieb in Italien aufgenommen.[12] Das Unternehmen wurde zum 15. April 2004 von Swiss Rail Cargo Italy in SBB Cargo Italia umbenannt. Die SBB hielten weiterhin alle Geschäftsanteile an der Gesellschaft.[13]

ChemOil Logistics AG[Bearbeiten]

Die ChemOil Logistics AG wurde 1999 als Tochter von SBB Cargo gegründet. Das Unternehmen ist Teil eines feinmaschigen, europäischen Logistik-Netzwerkes und erbringt im Wesentlichen innovative, qualitativ hochwertige Dienstleistungen für Kunden aus der Chemie- und Mineralöl-Branche. Die Kernkompetenz von ChemOil liegt in der Organisation und Abwicklung von Gütertransporten von Tür zu Tür unter Einbezug aller verfügbaren Verkehrsträger. Nebst massgeschneiderten und effizienten Transportkonzepten – nicht zuletzt unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit – erbringt ChemOil für ihre Kunden auf Wunsch eine Vielzahl an Nebenleistungen, wie zum Beispiel Bewirtschaftung der Wagenflotten, Analyse der Abläufe und Prozesse sowie Beratung hinsichtlich die Optimierung der Supply-Chain. Seit 2011 verbindet das Unternehmen mit dem Produkt ChemLink wichtige Chemiezentren auf der Nord-Süd-Achse mit eigenen Linienzügen, die eine planbare und zuverlässige Transportabwicklung ermöglichen. Dafür wurde ChemOil mit dem Förderpreis der IBS – der Interessengemeinschaft der Bahnspediteure – für innovative und zukunftweisende logistische Lösungen im Schienengüterverkehr ausgezeichnet.

Dienstleistungen[Bearbeiten]

Ihre Dienstleistungen unterteilt SBB Cargo in die Kategorien Haus-zu-Haus-Logistikkonzepte mit Wagenladungen (Produkte Cargo Rail und Cargo Express), Ganzzüge (Produkt Cargo Train) sowie den Kombinierten Verkehr (Traktionsleistungen für KV-Shuttlezüge aller wichtigen Operateure wie Hupac, ERS, ICF, IFB und T.R.W.). Dabei werden sowohl standardisierte Produkte als auch individuelle Kundenlösungen angeboten. Das Angebot „Bahn und Umschlag“ richtet sich an Transporteure und Firmen mit eigener Lkw-Disposition. „Swiss Split“ ist das Anschlusssystem für den internationalen kombinierten Verkehr in der Schweiz. SBB Cargo gewährleistet damit den täglichen Zubringerdienst und die Feinverteilung intermodaler Ladeeinheiten – wie zum Beispiel Container und Wechselbehälter – zwischen den Anschlussgleisen der Schweizer Wirtschaft und den internationalen Shuttle-Terminals der Schweiz. Seit dem 1. September 2011 bietet SBB Cargo für den Transport von Überseecontainern auch einen Bahnshuttle zwischen Basel Container-Terminal und Chavornay an.[14]

Mit dem Ausbau des kombinierten Verkehrs in der Schweiz ergänzt SBB Cargo das bestehende Geschäft im Wagenladungs- und Transitverkehr. Das Konzept sieht Linienzüge vor, welche die wichtigsten Zentren in der Schweiz verbinden. Shuttlezüge werden dabei nach fixem Fahrplan hin- und herpendeln. Der erste Pilotzug verkehrt seit Anfang 2012 zweimal pro Tag nach festem Fahrplan zwischen Dietikon in der Nähe von Zürich und Renens bei Lausanne. Seit September 2012 führt SBB Cargo zusätzlich einen Linienzug für Migros mit Kühlcontainern zwischen Neuendorf SO und Gossau SG[15]. Im Juni 2013 startete als weitere Linie der werktägliche Nord-Süd-Shuttle zwischen Dietikon und Cadenazzo mit Verlängerung nach Lugano Vedeggio, sie verbindet das Wirtschaftszentrum Zürich mit dem Tessin.

Um die wachsenden Containermengen im Import- und Exportverkehr bewältigen zu können, sind zwei neue Terminals für Züge bis zu 750 Meter Länge geplant. Das Gateway Limmattal, das 2012 mit der Planauflage einen wichtigen Meilenstein erreicht hat, wird einen direkten Anschluss ans System des Wagenladungsverkehrs zur Feinverteilung der Container in der Schweiz bieten. Das Terminal Basel Nord ist trimodal konzipiert und soll in unmittelbarer Nähe zum Rheinhafen Basel-Kleinhüningen Schiff, Bahn und LKW miteinander verbinden.

SBB Cargo wird ab dem Fahrplanwechsel 2013/14 im Auftrag von DB Schenker Rail einen bedeutenden Teil der Transit-Verkehre durch die Schweiz fahren. Dank diesen zusätzlichen Betriebs- und Traktionsleistungen kann die Schweizer Güterbahn ihre bestehenden Produktionskapazitäten und Ressourcen optimal auslasten. Die Vergabe der bisher vom Schweizer DB Schenker Rail-Tochterunternehmen BLS Cargo abgewickelten Transportaufträge an SBB Cargo führte zu einem erheblichen Medienecho[16][17][18].

SBB Cargo kooperiert eng mit der internationalen Klimaschutzorganisation myclimate, um ihren Kunden einen komplett klimaneutralen Transport anzubieten. Die unvermeidlichen CO2-Emissionen einer Bahnfahrt werden dabei durch Klimaschutzmassnahmen an einem anderen Ort neutralisiert. Im Unterschied zu ähnlichen Angeboten berücksichtigt das Konzept von SBB Cargo bei der Berechnung des Umwelteffekts alle klimaschädlichen Emissionen und den gesamten Lebenszyklus eines Transportes. Seit Anfang 2009 erstellt die Schweizer Güterbahn auch ein individuelles Emissionsreporting für ihre Kunden. Dieser Emissionsvergleich über alle mit SBB Cargo abgewickelten Transporte lässt sich einfach in betriebliche Umweltmanagementsysteme integrieren und in Öko-Bilanzen ausweisen. 2011 wurde der „Prix eco“ verliehen. Mit diesem Preis wurden diejenigen Kunden prämiert, die mit ihren Bahntransporten am meisten den Ausstoss der klimaschädlichen Treibhausgase reduzieren.

Rollmaterial[Bearbeiten]

2-System-Lok Re 482 von SBB Cargo in Deutschland
4-System-Lok Re 484 von SBB Cargo
Diesellok Typ Am 843 von SBB Cargo

SBB Cargo hatte im Jahr 2012 7869 Güterwagen im Umlauf (davon 7072 lärmarme). Für den Verkehr Schweiz–Deutschland verwendet SBB Cargo 50 Zweisystem-Güterzuglokomotiven Re 482, 15 davon können zudem in Österreich eingesetzt werden. Für die Traktion Schweiz–Italien setzt SBB Cargo Zweistromlokomotiven ein: 21 Lokomotiven des Typs SBB Re 484 und 12 des Typs Re 474. Insgesamt waren 2012 544 Triebfahrzeuge im Einsatz.

Für den Schweizer Binnenverkehr und den Einsatz in Deutschland setzt SBB Cargo 45 Rangierdiesellokomotiven des Typs SBB Am 843 mit umweltfreundlichem Russpartikelfilter ein. Sie ermöglichen eine wirtschaftliche Produktion im schweren Rangierbereich und sind mit Funkfernsteuerungen ausgerüstet. Zusätzlich werden 45 im Industriewerk Biel modernisierte Rangiertraktoren des Typs SBB Tm IV verwendet. Deren neue Fahrzeugbezeichnung nach der Umrüstung lautet Tm 232.

Als Ersatz für die im leichten Zustelldienst im Wagenladungsverkehr eingesetzten Rangierloks des Typs Bm 4/4 und diversen dreiachsigen Rangierloktypen, die bezüglich Alter, Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen, bestellte SBB Cargo im Sommer 2010 bei der Stadler Winterthur AG 30 neue, zweiachsige Hybridloks (Typ Eem 923 Hybrid). Das neu entwickelte Modell basiert auf der Rangierlok Ee 922, die bei der SBB bereits beim Personenverkehr für Rangieraufgaben im Einsatz steht. Die Hybridversion für SBB Cargo verfügt über einen elektrischen Hauptantrieb sowie einen ergänzenden Diesel-Hilfsantrieb für das Bedienen von Anschlussgleisen ohne Fahrdraht. Die Eem 923 Hybrid erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h. Im Juli 2013 waren bereits mehr als die Hälfte der bestellten Loks ausgeliefert und in Betrieb genommen worden[19].

Kennzahlen[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 realisierte SBB Cargo bei einem konsolidierten Betriebsertrag von 922 Millionen Franken eine Verkehrsleistung von 12,132 Milliarden Nettotonnenkilometern. Das Berichtsjahr wurde mit einem Verlust von 51 Millionen Franken abgeschlossen. Im Vorjahr hatte das Defizit 46 Millionen Franken betragen. Der Verkehrsertrag sank von 840 Millionen Franken 2011 auf 822 Millionen Franken[2].

Weitere Beteiligungen[Bearbeiten]

Nebst der 75-%-Beteiligung an SBB Cargo International hält SBB Cargo das gesamte Aktienkapital der ChemOil Logistics AG in Basel (Transporte von Chemikalien und Mineralölprodukten) sowie Minderheitsanteile an der RAlpin AG, Bern (30 %), an der Hupac SA, Chiasso (23,85 %) und der Termini SA, Chiasso (20 %).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SBB Cargo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag der «Schweizerische Bundesbahnen SBB Cargo AG» im Handelsregister des Kantons Basel-Stadt
  2. a b c d e f Geschäftsbericht 2012 von SBB Cargo (PDF; 7,1 MB)
  3. Strategische Ziele des Schweizerischen Bundesrates für die SBB 2011 – 2014. Anpassungen gemäss BRB vom 8. März 2013 (Inkraftsetzung per 1.1.2013)
  4. http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/sbb-cargo-reduziert-netz-1.17201443 (abgerufen am: 7. Juni 2012).
  5. http://www.zol.ch/bezirk%20pfaeffikon/standard/SBB-Cargo-schliesst-7-Verladebahnhoefe-im-Oberland/story/11306171 (abgerufen am: 7. Juni 2012).
  6. SBB Cargo überprüft Bellinzona-Entscheid Swissinfo, 26. März 2008
  7. [1] Basisgruppe Bahn zum Streik bei SBB Cargo
  8. [2] Berichterstattung zum Streik
  9. [3] VPI-Zertifizierung für das Industriewerk Bellinzona, Medienmitteilung vom 1. Juni 2010
  10. [4] Klare strategische Ausrichtung: Gute Zukunftsperspektive für das Industriewerk Bellinzona, Medienmitteilung vom 7. Juni 2013
  11. Nieuwsblad Transport vom 11. Juni 2013
  12. Der Markteintritt von SBB Cargo in Italien. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2004, ISSN 1421-2811, S. 118 f.
  13. Meldung Aus SRC wird SBB Cargo. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2004, ISSN 1421-2811, S. 270.
  14. [5] (PDF; 386 kB) CargoNews 4/11
  15. [6] Migros startet Projekt für ökologischeren Transport, Medienmitteilung vom 17. September 2012
  16. BLS Cargo verliert Grossauftrag an die SBB NZZ, 3. April 2013
  17. DB Schenker Rail wechselt Partner am Gotthard Eurailpress, 3. April 2013
  18. [7] Bericht zum internationalen Medienecho im Cargo-Blog, 8. April 2013
  19. [8] Aktueller Überblick im Cargo-Blog