SC Bern

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SC Bern
SC Bern
Grösste Erfolge
Vereinsinfos
Geschichte Schlittschuh-Club Bern (seit 1931)
Vereinsfarben schwarz, gelb, rot
Liga National League A
Spielstätte PostFinance-Arena
Kapazität 17'131 Plätze (davon 6'709 Sitzplätze)
Geschäftsführer Marc Lüthi
Cheftrainer Guy Boucher
Kapitän Martin Plüss
Saison 2013/14 9. Platz, 1. Platz (Abstiegsrunde)

Der SC Bern ist ein Schweizer Eishockeyclub aus der Bundesstadt Bern und dreizehnfacher Schweizer Meister. Der letzte Titelgewinn erfolgte 2013.

Gegründet wurde der SCB am 3. November 1930, die Eröffnung des Spielbetriebs erfolgte schliesslich zum Jahresbeginn 1931. Die Vereinsfarben sind Schwarz, Gelb und Rot. Der traditionsreiche Club erlangte bereits in den Frühjahren des Bestehens eine hohe Zuschauerresonanz. In Eishockeykreisen erreichte der SCB in den letzten Jahren Bekanntheit durch den mit Abstand höchsten Zuschauerschnitt im europäischen Eishockey.

Die Heimspielstätte des Stadtberner Clubs ist seit 1967 die PostFinance-Arena, ursprünglich Eisstadion Allmend, mit einer Kapazität von 17'131 Zuschauerplätzen.

Geschichte[Bearbeiten]

1930 bis 1956: Die Gründerjahre[Bearbeiten]

Ahnen des SC Bern waren ein Berner Schlittschuh-Club (um 1893), der Hockey-Club Bern (Gewinner der nationalen Meisterschaft 1916–1918) sowie die Ice Fellows in den 1920er Jahren.

Der Schlittschuh-Club Bern wurde am 3. November 1930 gegründet; am 1. Januar 1931 nahm die Eishockeysektion des Clubs den Spielbetrieb auf.[1] Die erste Spielstätte befand sich an der Kirchenfeldstrasse 70, wo heute eine Tennisanlage steht. Pioniere des SC Bern waren unter anderem Fred Müller, Paul Gerber, José Barrot, Otto Heller, Kurt Kessi, Heini Dallmeier und Kurt Hauser.[1]

Im Jahr 1933 zog der SCB um auf die neue Kunsteisbahn Ka-We-De, welche mit einem Spiel gegen den Zürcher SC am 3. Dezember desselben Jahres eingeweiht wurde. Der erste Heimsieg an neuer Stätte gelang am 8. Januar 1934 gegen die Mannschaft der Universität Cambridge mit 6:2.

Ab der Saison 1937/38 spielte der SCB in der neu gegründeten Nationalliga A, der höchsten Liga im Schweizer Eishockey.

1956 bis 1967: Erste Meistertitel und Abstiege[Bearbeiten]

1956 stieg der SCB in die Nationalliga B ab, bereits im folgenden Jahr gelang jedoch der Wiederaufstieg. In der Spielzeit 1958/59 gewann der SCB seinen ersten Meistertitel vor durchschnittlich 7'857 Zuschauern. Im Finalspiel um den Schweizer Meistertitel gewannen die Berner zuhause vor 10'500 Zuschauern mit 5:4 gegen den HC Davos. Ernst "Aeschi" Wenger führte die Mannschaft 1959 direkt vom Aufstieg zum Meistertitel. In der Saison 1964/65 liess der SCB den zweiten Meistertitel folgen. Zwei Spielzeiten später (1966/67) stieg der Verein erneut in die NLB ab.

1967 bis 1982: Die Allmend - eine neue Heimat[Bearbeiten]

Während der SCB zum zweiten Mal in der NLB sein Dasein fristen musste, konnte er das in dreijähriger Bauzeit errichtete Eisstadion Allmend (zwischenzeitlich BernArena, heute PostFinance-Arena) beziehen. In der Saison 1968/69 gelang dem SCB erneut der Aufstieg in die Nationalliga A, im folgenden Jahr folgte ein erneuter Abstieg. In der Zwischenzeit war das Allmendstadion überdacht worden.

Nach dem Wiederaufstieg gewann der SCB 1974 eine weitere Meisterschaft und verteidigte sie in der folgenden Saison erfolgreich. Weitere Titel folgten 1977 und 1979. Es war die Zeit als die drei Berner Eishockeyvereine SCB, EHC Biel und SC Langnau die Schweizer Meisterschaft dominierten. Doch wieder liessen es die Stadtberner an Konstanz fehlen und stiegen 1982 in die NLB ab.

1982 bis 1986: Aufstieg am grünen Tisch[Bearbeiten]

Der vierte und bis heute letzte Aufenthalt in der NLB endete 1986, als sich der damalige NLA-Verein EHC Arosa wegen fehlender finanzieller Perspektiven freiwillig in die 1. Liga, die höchste Amateurliga, zurückzog. Als Folge stieg der SCB am grünen Tisch in die NLA auf. Die sportliche Qualifikation war zuvor gegen den EHC Chur im NLB-Playoff-Final knapp verpasst worden.

1986 bis 1997: Etablierung an der Spitze[Bearbeiten]

Der Aufstieg des SCB erfolgte zu einer Zeit, als die Meisterschaft vom HC Lugano beinahe nach Belieben dominiert wurde. Den Bernern gelang es aber, diese Dominanz zu brechen. In den Jahren 1989, 1991 und 1992 gewann der SCB drei Meistertitel unter dem legendären Trainer Bill Gilligan.

Den zehnten Meistertitel der Clubgeschichte errang der SC Bern im März 1997 unter Cheftrainer Bryan Lefley.[2] In der im Best-of-Five-Modus ausgetragenen Finalserie bezwangen die Berner den EV Zug mit 3:1-Siegen. Ungeachtet des erfolgreichen Abschneidens im nationalen Meisterschaftsbetrieb kehrte Cheftrainer Lefley zur folgenden Spielzeit nicht nach Bern zurück, da er seinen weiteren Werdegang in der Funktion als Scout in der National Hockey League zu verwirklichen plante.[2] Die bei den Berner Mutzen vakante Position des Cheftrainers wurde mit seinem Assistenten Ueli Schwarz besetzt.[3]

Kurze Zeit später, im Oktober 1997, verunglückte Bryan Lefley bei einem Straßenverkehrsunfall in der Nähe von Bozen tödlich.[3] Das zweite SCB-Spiel nach Lefleys Tod, ein Derby gegen Fribourg-Gottéron, stand komplett im Zeichen des kanadischen Meistertrainers.[4] Auf Initiative von Gaetano Orlando, ein Italokanadier, wurde ein Abzeichen mit der Beschriftung BL zu Ehren des SCB-Trainers Lefley auf die Trikots der Berner angenäht. Die Partie im Allmendstadion begann mit fünf Schweigeminuten; das anschliessende Spiel, welches 4:4 endete, geriet beinahe zur Randnotiz.[4]

1997 bis 2001: Wirtschaftliche Krise und Rettung[Bearbeiten]

Der sportliche Erfolg wurde allerdings von grossen finanziellen Problemen begleitet. Die zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft nötige Aktienzeichnung verlief nur schleppend und die Liquidität des SCB war nach einem verweigerten Bankkredit nicht mehr gesichert. Die Lage wurde im Frühling 1998 so prekär, dass Konkursgerüchte zu kursieren begannen. Die Rede war von einem Schuldenberg von vier Millionen Franken. Dieser war unter anderem durch den Bau der VIP-Tribüne zustande gekommen. Eine Spendenaktion mit Unterstützung aller Spieler und die Übernahme der Aktienmehrheit durch die Valora AG sicherten schliesslich die Zukunft des SCB. Heutzutage ist ausgerechnet jene VIP-Tribüne, welche den SCB an den Rand des Ruins brachte, zu einer Haupteinnahmequelle geworden.

2001 bis heute: Die Gegenwart[Bearbeiten]

PostFinance-Arena

Beim SCB begann 2001 eine neue Zeitrechnung mit dem Rücktritt der Torhüterlegende Renato Tosio. Der langjährige Nationaltorhüter war mit dem SCB in 14 Jahren vier Mal Meister geworden.

Während die finanziellen Gesundung nach und nach abgeschlossen wurde, spielten die Berner einige mittelmässige Saisons, ehe sie in der Spielzeit 2003/04 die elfte Meisterschaft gewannen. Nachdem der SCB die Qualifikation auf Rang zwei abschlossen hatte, trafen sie in der ersten Playoff-Runde auf den EV Zug. Diese Serie wurde vom SCB in fünf Spielen mit 4:1-Siegen gewonnen; mit demselben Resultat setzten sich der Berner im Halbfinal gegen den Genève-Servette HC durch. Im Final standen sich der Tabellenerste gegen den Tabellenzweiten, dem HC Lugano, gegenüber. Das aussergewöhnliche an dieser Serie war, dass im Modus Best-of-Five gespielt wurde und nicht wie üblich Best-of-Seven. Nachdem der SCB die ersten Spiele mit 3:1 und 2:1 für sich entschied, erspielten sie sich drei Matchpucks zum Titel. Der HC Lugano entschied die nächsten Spiele mit 5:1 und 4:3 für sich. Im entscheidenden fünften Spiel der Serie in der Resega stand es bis in die Schlussminute 3:2 für den SCB, ehe der Luganesi Mike Maneluk wenige Sekunden vor Schluss ausglich. In der 15. Minute der Verlängerung traf Marc Weber zum Sieg und dem titelbringenden 4:3. Es bedeutete dies den ersten SCB-Meistertitel seit sieben Jahren. Anschliessend feierten 40'000 Fans die Mannschaft beim Umzug durch Bern. Meistertrainer war Kent Ruhnke, der den SCB trotz des Erfolges verliess.

In der folgenden Spielzeit 2004/05 konnte der Titel nicht verteidigt werden. Nach einer enttäuschenden Saison, die der SCB auf Rang acht abschloss, besiegten die Berner den Qualifikationssieger aus Lugano. Im Playoff-Halbfinal unterlag man dem späteren Meister HC Davos. Ungeachtet dessen erreichte der SCB einen neuen Rekordzuschauerschnitt von 15'621 Personen. Eine Zahl, die in den folgenden Saisons übertroffen werden sollte. Aufgrund des NHL-Lockouts in der Saison 2004/05 gab es beim SCB viele Personalwechsel unter den ausländischen Spielern. Von den Söldnern blieben dem Berner Publikum vor allem Daniel Brière und Dany Heatley in Erinnerung.

In der Saison 2005/06 spielte der SC Bern eine souveräne Qualifikation und schloss das Klassement auf Rang eins ab. Der SCB scheiterte danach im Playoff-Viertelfinal gegen die Kloten Flyers, was zur Trennung von Trainer Alpo Suhonen und Sportchef Roberto Triulzi führte. Neuer Mann an der Bande wurde der US-amerikanisch-kanadische Doppelbürger John Van Boxmeer, Sven Leuenberger wurde zum neuen Sportchef ernannt. Nach einer guten Qualifikation, die der SCB in der Saison 2006/07 auf Position zwei beendete, setzten sich die Berner in den Playoffs gegen den Genève-Servette HC und später den EV Zug durch. In der Finalserie gegen den HC Davos über die volle Distanz (sieben Spiele) behielten die Bündner das bessere Ende für sich. Im entscheidenden letzten Spiel gewann der HC Davos dank einem Treffer von Robin Leblanc mit 1:0.

Dagegen endete die Saison 2007/08 für den SCB mit einer Enttäuschung. Nach einer überragend gespielten Qualifikation, die der SCB mit grossem Abstand auf die Verfolger auf Platz eins abschloss, erfolgte das Aus im Playoff-Viertelfinal gegen den Rivalen Fribourg-Gottéron. Als Favorit scheiterte der SCB mit 2:4-Siegen. Die sportliche Führung reagierte mit der Freistellung von Center Christian Berglund (Transfer zu den Rapperswil-Jona Lakers) und des langjährigen Captains Martin Steinegger, der auf eigenen Wunsch zu seinem Stammverein EHC Biel zurückkehrte. Am 10. Juni 2008 gab die Valora AG bekannt, dass sie ihren Anteil am wirtschaftlich erstarkten SC Bern an eine Berner Investorengruppe verkauft. Auf die Führung des SC Bern soll dieser Verkauf keine Auswirkung haben.

Auch die Saison 2008/09 endete aus Berner Sicht enttäuschend. Nach dem Qualifikationssieg und einem neuerlichen Zuschauerrekord (über 16'000 Fans pro Qualifikationsheimspiel) scheiterte das Team gegen den EV Zug nach einer 1:3-Niederlage im sechsten Playoff-Viertelfinalspiel. Das erneute Scheitern des Qualifikationssiegers kostete Trainer John van Boxmeer den Job. Larry Huras, der mit den ZSC Lions (2001) und dem HC Lugano (2003) die Schweizer Meisterschaft gewonnen hatte, wurde als Nachfolger verpflichtet.[5] Auch die beiden kanadischen Stürmer Sébastien Bordeleau und Ramzi Abid mussten den SCB trotz weiterlaufenden Verträgen verlassen.

Die Saison 2009/10 brachte dem SCB den zwölften Meistertitel der Clubgeschichte. Nachdem die Berner die Qualifikation als Erster abgeschlossen hatten, gewannen sie die Viertelfinalserie gegen Lugano und die Halbfinalserie gegen Kloten mit jeweils 4:0-Siegen. Im Final trafen sie auf den Qualifikationszweiten HC Servette Genève, gegen den sie sich mit 4:3-Siegen durchsetzten. Dieser Meistertitel markierte zudem eine Premiere: Zum ersten Mal seit Einführung der Playoffs gewannen die Berner einen Meistertitel im heimischen Stadion.

Vor dem siebten Spiel in der Playoff-Finalserie gegen die ZSC Lions am 17. April 2012

Die Titelverteidigung gelang in der Saison 2010/11 nicht. Die Qualifikation schlossen sie auf Rang drei ab hinter den späteren Finalisten HC Davos und Kloten Flyers. Das brachte als Viertelfinalgegner den Kantonsrivalen SCL Tigers ein, der sich zum ersten Mal in seiner Geschichte für die NLA-Playoffs hatte qualifizieren können. Mit 4:0-Siegen zog der SCB in den Halbfinal ein, wo der Gegner Kloten hiess. Die Berner lagen in der Serie mit 0:3 zurück, kamen aber auf 3:3 heran. Im entscheidenden letzten Spiel unterlagen sie mit 0:1, was das Saisonende bedeutete.

Die Qualifikation der Saison 2011/12 verlief für den SCB durchwachsen. Mit einem gut besetzten Kader erreichten die Berner den fünften Rang und hatten somit kein Heimrecht in den Playoffs. Während der Saison wurde der Meistertrainer vom Jahr 2010 Larry Huras durch den bisherigen Assistenten Antti Törmänen ersetzt. Die Entlassung kam nicht unbedingt wegen der schlechten Resultate, sondern laut Management vielmehr wegen des unspektakulären Eishockeys. Die erhoffte Änderung trat nicht ein, sportlich verbesserte sich der SC Bern unter Antti Törmänen kaum und der Unterhaltungswert der Spiele war laut den Fans gering. Somit stieg der Druck auf die Mannschaft die enttäuschende Qualifikation noch in den Playoffs zu retten.

In den ersten beiden Playoffrunden besiegten die Berner zunächst die Kloten Flyers und Fribourg-Gottéron mit jeweils 4:1-Siegen, ehe sie in der Finalserie auf die ZSC Lions trafen. In der vorwiegend defensiv geprägten Serie erspielte sich der SC Bern dank Siegen in der dritten und vierten Partie der Serie, in der die Zürcher dank SCB-Torhüter Marco Bührer ohne eigenen Torerfolg geblieben waren, eine 3:1-Führung und benötigte lediglich noch einen Erfolg zum angestrebten 13. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die Berner unterlagen allerdings sowohl im fünften Finalspiel zuhause in der PostFinance-Arena – den entscheidenden Treffer erzielte ZSC-Verteidiger Mathias Seger in der Verlängerung – als auch zwei Tage später im Zürcher Hallenstadion, sodass es am 17. April 2012 zur sogenannten Finalissima in Bern kam. Ein über weite Strecken spielerisch überlegener SC Bern vermochte allerdings innert 60 Minuten lediglich einen Treffer zu erzielen, sodass wenige Sekunden vor Spielende beim Stande von 1:1 der erneute Gang in die Overtime unvermeidlich erschien. In einer Zürcher Druckphase kurz vor Ende der regulären Spielzeit profitierte Verteidiger Steve McCarthy von einem Gewühl im Berner Torraum und traf 2,5 Sekunden vor der Schlusssirene zum siegsichernden 2:1 für die ZSC Lions.

Die Saison 2012/13 startete unter besonderen Umständen. Da in Nordamerika aufgrund den Lohn-Verhandlungen ein Spielerstreik eingetreten war, spielten zahlreiche Akteure aus der NHL in der Schweiz. Beim SC Bern schlossen sich die NHL-Spieler John Tavares und Mark Streit von den New York Islanders an, sowie der ehemalige Berner-Junior Roman Josi von den Nashville Predators. Auch dank diesen Spielern konnte sich der SCB, nach anfänglichen Schwierigkeiten, in der Spitzengruppe etablieren. Trotz grossem Verletzungspech in der Verteidigung spielte der SCB eine souveräne Qualifikation, war phasenweise Leader und platzierte sich hinter Rivale Fribourg-Gottéron auf dem zweiten Platz. In den Playoff-Viertelfinale setzten sich die Berner nach einem 1:3-Rückstand in der Serie gegen den Genève-Servette HC durch. Die Halbfinal-Serie gegen den EV Zug wurde nach einem zwischenzeitlichen Rückstand ebenfalls siegreich gestaltet. Im Finale besiegte der Stadtberner Club Fribourg-Gottéron in sechs Partien und gewann den 13. Meistertitel der Clubgeschichte.

Nach einem schlechten Start in die Saison 2013/14, wurde noch vor Ende Jahr der Meistertrainer Antti Törmänen freigestellt. Es übernahm vorübergehend der Assistenztrainer Lars Leuenberger die Verantwortung über das Team. Nachdem der SCB zwischenzeitlich unter Leuenberger acht Spiele in Serie gewinnen konnte, plante man keinen weiteren Trainerwechsel mehr, bis zum Ende der Saison. Die Formkurve zeigte aber schnell wieder nach unten und so wurde nach 44 von 50 Qualifikationsspielen, auf dem 9. Platz stehend, die Verpflichtung des neuen Trainers Guy Boucher bekanntgegeben. Boucher unterschrieb einen Vertrag ab sofort bis Ende der Saison 2015/16. In den verbleibenden Partien gelang es auch dem neuverpflichteten Trainer nicht den Umschwung herbeizuführen, obwohl sich der Stadtberner Club noch mit einigen erfahrenen Spielern wie beispielsweise Glen Metropolit verstärkt hatte. Schliesslich setzte sich im Endspurt sensationell der Aufsteiger Lausanne HC im Fernduell gegenüber den Bernern durch, was vor allem deren deutlich stabileren Defensive zu verdanken war. Das erstmalige Verpassen der Playoffs des SC Bern stellte ein Novum im Schweizer Eishockey dar; noch nie zuvor hatte ein amtierender Meister in der Folgesaison die Endrunde nicht erreicht.

Champions Hockey League 2008/09[Bearbeiten]

Aufgrund des Gewinns der Qualifikation der Saison 2007/08 qualifizierte sich der SCB für das Qualifikationsturnier um den Einzug in die Champions Hockey League. Der SCB erreichte sein erstes Saisonziel, den Einzug in die Gruppenphase des neuen europäischen Klubwettbewerbs, indem man den slowakischen Vertreter HC Košice mit 5:4 und die Sinupret Ice Tigers aus Nürnberg mit 4:1 schlug. In den Gruppenspielen trafen die Berner auf den HV71 aus Schweden und die Espoo Blues aus Finnland. Da nur eines der vier Gruppenspiele gewonnen wurde, konnte sich der SCB nicht für den Halbfinal qualifizieren.

Besonderes[Bearbeiten]

Tatze-Derby im Stade de Suisse 2007
Spiel gegen die New York Rangers im Rahmen des Victoria Cups 2008

Zuschauermagnet[Bearbeiten]

Hauptartikel: SC Bern/Namen und Zahlen

Der SCB hat seit einigen Jahren mit ca. 16'000 den höchsten Zuschauerschnitt im europäischen Eishockey. Mit jeweils 16'789 Zuschauern, bzw. 17'131 Zuschauern nach dem Umbau, war die PostFinance-Arena in den letzten Saisons oftmals ausverkauft.[6]

Tatze-Derby[Bearbeiten]

Das "Tatze-Derby" am 14. Januar 2007 zwischen den Kantonsrivalen SCL Tigers und dem SCB brachte dem Schweizer Eishockey vorübergehend den Rekord für die meisten Zuschauer an einem Vereinseishockeyspiel in Europa. Das Spiel fand auf einem Eisfeld im ausverkauften Berner Fussballstadion Stade de Suisse vor 30'076 Zuschauern statt. Offizieller Rekordhalter waren die SCL Tigers, da sie auf dem Papier die Heimmannschaft waren. Am 28. Dezember 2009 wurde in Göteborg ein neuer Rekord mit über 31'000 Zuschauern beim Spiel Frölunda Indians gegen Färjestad BK aufgestellt.

Spiel gegen die New York Rangers[Bearbeiten]

Am 30. September 2008 spielte der SC Bern als erste Mannschaft der Schweiz gegen ein NHL-Team, die New York Rangers. Das Freundschaftsspiel fand am Vorabend des Victoria Cups statt und endete 8:1 für die US-Amerikaner.

1. Mannschaft NLA 2014/15[Bearbeiten]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Gesperrte Trikotnummern[Bearbeiten]

Die Kader der Meistermannschaften[Bearbeiten]

Hauptartikel: SC Bern/Namen und Zahlen

Trainerchronik[Bearbeiten]

Bisherige Trainer des SC Bern
Saison Trainer
1930–mind. 1937 SchweizSchweiz Paul Gerber
1930/40er? KanadaKanada Terry
1930/40er? KanadaKanada Frank Trottier
1947–1950 Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei Oldřich Kučera
1950–1952 KanadaKanada Sid Arnold
1952/53 KanadaKanada Harold Moreland
1953/54 KanadaKanada Stu Cruikshank
1954–1956 KanadaKanada Bruce Hamilton
1956–1963 SchweizSchweiz Ernst Wenger
1963–1965 KanadaKanada Ed Reigle
1965/66 SchweizSchweiz Rolf Diethelm
1966/67 SchweizSchweiz Ernst Wenger
1967/68 KanadaKanada Garry W. Morris
1968/69 SchweizSchweiz Rolf Diethelm
1970–1978 KanadaKanada Paul-André Cadieux
1978–1981 DeutschlandDeutschland Xaver Unsinn
1981/82 KanadaKanada Dave Chambers
1983/84 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Craig Sarner
1984–1986 FinnlandFinnland Olli Hietanen
1986/87 FinnlandFinnland Timo Lahtinen
1987 SchweizSchweiz Fritz Wyss
SchweizSchweiz Roland Dellsperger
1987 KanadaKanada Steve Latinovich
1988–1992 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bill Gilligan
1992/93 KanadaKanada Lance Nethery
1993/94 FinnlandFinnland Hannu Jortika
1994–1997 KanadaKanada Bryan Lefley
1997–1998 SchweizSchweiz Ueli Schwarz
1998–1999 SchweizSchweiz Leo Schumacher
1999–2001 FinnlandFinnland Pekka Rautakallio
2001–2002 SchweizSchweiz Riccardo Fuhrer
2002–2004 KanadaKanada Kent Ruhnke
2004 KanadaKanada Alan Haworth
2004–2006 FinnlandFinnland Alpo Suhonen
2006–2009 KanadaKanadaVereinigte StaatenVereinigte Staaten John Van Boxmeer
2009–2011 KanadaKanada Larry Huras
2011–2013 FinnlandFinnland Antti Törmänen
2013–2014 SchweizSchweiz Lars Leuenberger
2014– KanadaKanada Guy Boucher

Zu Beginn der 1930er-Jahre galt Paul Gerber, der erste Cheftrainer der Vereinsgeschichte, als einer der Vorreiter beim SC Bern und verhalf dem Stadtberner Club in den Anfangsjahren durch erste sportliche Erfolge zu einem einmaligen Affekt. Gerber stand nachweislich bis mindestens 1937 hinter der Bande.[7] Seine Nachfolger waren zunächst zwei Kanadier, wobei Frank Trottier in der Funktion als Spielertrainer aktiv war.[8] Von 1947 bis 1950 folgte ein Engagement des tschechoslowakischen Nationalstürmers Oldřich Kučera, der ebenfalls als Spielertrainer fungierte.[9]

Nach dessen Emigration nach Down Under besetzten die Berner die vakante Cheftrainer-Position mit dem Kanadier Sid Arnold. Arnolds Amtszeit endete 1952 aufgrund dessen überzogenen Gehaltsforderungen, sodass die Führungsetage mit Harold Moreland abermals einen kanadischen Spielertrainer verpflichtete.[10] Für die Saison 1953/54 löste ihn sein Landsmann Stu Cruikshank, ein flexibel einsetzbarer Allrounder, in dieser Position ab.[10][11] Cruikshank blieb jedoch lediglich eine Spielzeit in Bern tätig, da seine erbrachten Leistungen nicht den Erwartungen genügten.[11]

Ab der Saison 1954/55 stand Bruce Hamilton für zwei Spieljahre hinter der Bande, stieg jedoch 1956 mit den Bernern in die Nationalliga B ab und beschränkte sich fortan auf seine Aufgaben als aktiver Spieler.[11] Mit Ernst Wenger als Cheftrainer – von 1956 bis 1963 in dieser Position tätig – wurde 1958 der Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse bewerkstelligt. Die erste Nationalliga-A-Saison danach, die Spielzeit 1958/59, führte schliesslich zum ersten Schweizer Meistertitel des SC Bern. Wenger war ebenfalls der erste Trainer der Geschichte, dem es mit einer Aufstiegsmannschaft gelang die Schweizer Meisterschaft zu erringen.[12] Der zweite Meistertitel des Stadtberner Clubs folgte 1965 unter der Führung des Kanadiers Ed Reigle, der als aktiver Spieler unter anderem für die Boston Bruins in der National Hockey League gespielt hatte.[13]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991. Bund-Druck Bern, Bern 1991.
  •  Christian Dick: Das Phänomen SCB 1997–2006. SCB Eishockey AG, Bern 2006, ISBN 978-3-033-00896-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SC Bern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b SCB - Eine einmalige Geschichte (Film)
  2. a b Christian Dick: Das Phänomen SCB 1997–2006 2006, S. 15
  3. a b Christian Dick: Das Phänomen SCB 1997–2006 2006, S. 16
  4. a b Christian Dick: Das Phänomen SCB 1997–2006 2006, S. 17
  5. Larry Huras wählt den SC Bern - News Sport: Eishockey - derbund.ch
  6. Hockeyarenas.net
  7. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 10
  8. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 12
  9. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 34
  10. a b Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 22
  11. a b c Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 23
  12. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 27
  13. Henry Eggenberger: 60 Jahre SC Bern 1931–1991 1991, S. 37