SC Wiedenbrück 2000

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SC Wiedenbrück 2000
Vereinswappen des SC Wiedenbrück 2000
Voller Name Sport-Club Wiedenbrück
2000 e. V.
Ort Rheda-Wiedenbrück,
Nordrhein-Westfalen
Gegründet 2000
Vereinsfarben schwarz-blau
Stadion Jahnstadion
Plätze 5.000
Vorstand Burckhard Kramer,
Alexander Brentrup,
Christian Brentrup,
Bernd Lübbert
Trainer Alfons Beckstette
Homepage www.scw2000.de
Liga Regionalliga West
2013/14 16. Platz
Heim
Auswärts

Der SC Wiedenbrück 2000 (vollständiger Name: Sport-Club Wiedenbrück 2000 e. V.) ist ein Sportverein aus der ostwestfälischen Stadt Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh. Der Verein wurde im Jahre 2000 gegründet und hat 1.222 Mitglieder. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Blau.

Die erste Fußballmannschaft spielt seit dem Aufstieg im Jahre 2010 in der viertklassigen Regionalliga West. Heimspielstätte ist das Jahnstadion. Neben Fußball bietet der Verein die Sportarten Tischtennis, Gymnastik, Tanzen an. Bis 2013 existierte auch eine Abteilung für Radsport.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stammvereine[Bearbeiten]

Der SC Wiedenbrück 2000 entstand im Jahre 2000 durch die Fusion der beiden Stammvereine DJK Eintracht Wiedenbrück und SV Westfalia Wiedenbrück. Beide Vereine haben zuvor lediglich auf lokaler Ebene gespielt. Die Westfalia spielte in der Saison 1934/35 in der damals zweitklassigen Bezirksliga Ostwestfalen.[2] Im Jahre 1955 schaffte die Westfalia den Aufstieg in die damals viertklassige Landesliga, verpasste allerdings die Qualifikation für die ein Jahr später eingeführte Verbandsliga Westfalen.[3] Ein Jahr später stieg die Westfalia aus der Landesliga ab. In den Jahren 1968, 1970 und 1975 verpasste die Westfalia jeweils als Vizemeister den Aufstieg in die Landesliga.

In den späten 1990er Jahren schaffte die DJK Eintracht den Sprung in den überkreislichen Fußball. Die Saison 1999/2000 schloss die DJK Eintracht als Meister der Landesliga ab. Mit diesem zweiten Aufstieg in Folge schaffte die Eintracht den Sprung in die Verbandsliga. Es kam schließlich zur Fusion der beiden Vereine, in die die DJK Eintracht eine ambitionierte Mannschaft und der in der Kreisliga A spielende SV Westfalia viele Jugendmannschaften einbrachte.[4] Aus den Vereinsfarben der Fusionsvereine DJK (Gelb-Schwarz) und Westfalia (Gelb-Blau) wurden die Vereinsfarben Blau und Schwarz für den neuen Verein gewählt.

Die ersten Jahre nach der Fusion (2000 bis 2010)[Bearbeiten]

Nach der Fusion übernahm die Mannschaft das Startrecht in der Verbandsliga von der DJK. Auf Anhieb erreichten die Wiedenbrücker den dritten Platz, den die Elf zwei Jahre später erneut erreichte. In der Saison 2004/05 mussten der SCW nach einem spannenden letzten Spieltag in die Landesliga absteigen. Die SpVgg Vreden, der SC Wiedenbrück und der SC Herford wiesen am Saisonende jeweils 32 Punkte auf. Die Vredener hatten von diesem Trio jedoch das beste Torverhältnis und schafften dadurch den Klassenerhalt.

Unter dem neuen Trainer Jürgen Gessat gelang zunächst der sofortige Wiederaufstieg. Dort hielt sich die Mannschaft im oberen Tabellendrittel und wurde schließlich Vizemeister hinter dem SV Schermbeck. Ein vorsorglich angesetztes Entscheidungsspiel gegen den Vizemeister der Verbandsligastaffel II Germania Gladbeck wurde abgesetzt, da der SC Verl in die Regionalliga aufgestiegen war und kein westfälischer Verein aus der Regionalliga abstieg. Dadurch konnten sowohl Wiedenbrück als auch Gladbeck in die Oberliga Westfalen aufsteigen.[5]

Der Sprung in die Oberliga erwies sich jedoch als zu groß. Trainer Gessat wurde im Oktober 2007 durch Dieter Brei ersetzt, der jedoch auch nicht verhindern konnte, dass die Wiedenbrücker die Saison nur als Vorletzter beenden konnten. Durch die Einführung der 3. Fußball-Liga und die Auflösung der Oberliga Westfalen zu Gunsten der NRW-Liga rutschten die Wiedenbrücker gleich zwei Spielklassen hinab in die nunmehr sechstklassige Verbandsliga, die ab 2008 den Namen Westfalenliga trägt.

Mit dem ehemaligen Profi Thomas Stratos wurde zur Saison 2008/09 ein neuer Trainer verpflichtet. Die Wiedenbrücker Mannschaft startete mit 13 Siegen in Serie und erreichte schließlich mit 28 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten FC Eintracht Rheine die Meisterschaft und den Aufstieg in die NRW-Liga. Großen Anteil an der Meisterschaft hatte Torjäger Murat Turham, der mit 28 Treffern Torschützenkönig der Westfalenliga wurde. Zweiter der Torjägerliste wurde mit Soner Dayangan, der 25 Tore erzielte, ebenfalls ein Wiedenbrücker.[6]

Dort machte die Mannschaft von Thomas Stratos erfolgreich weiter. Dank einer starken Rückrunde, bei der das Team 14 Spiele lang ungeschlagen blieb, wurde der SCW am Saisonende mit vier Punkten Vorsprung auf die zweite Mannschaft von Arminia Bielefeld Meister. Damit schafften die Wiedenbrücker den Durchmarsch in die Regionalliga. Stürmer Dominik Jansen wurde mit 23 Treffern Torschützenkönig der Liga.

Während der Saison verhandelte der Vorstand des SC Wiedenbrück mit dem des FC Gütersloh 2000 über eine Fusion der beiden Vereine. Hintergrund waren die möglichen Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes für das Stadion bei einem Regionalligaaufstieg. Als Spielort war das Gütersloher Heidewaldstadion im Gespräch. Die Fusionsgespräche wurden jedoch von Wiedenbrücker Seite abgebrochen. Beide Vereine wollten schuldenfrei in die Fusion gehen, was von Gütersloher Seite nicht sichergestellt werden konnte.[7]

In der Regionalliga (seit 2010)[Bearbeiten]

Durch einen 2:1-Halbfinalsieg bei SuS Langscheid/Enkhausen erreichten die Wiedenbrücker im Jahre 2011 erstmals das Endspiel des Westfalenpokals und qualifizierten sich dadurch für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Am 17. Juli 2011 besiegten sie im Finale den NRW-Ligisten Rot Weiss Ahlen mit 3:1 und gewannen damit den Westfalenpokal. Mit einem zehnten Platz sicherte die Mannschaft den Klassenerhalt. Robert Mainka wurde mit 18 Toren Torschützenkönig.[8] In der ersten Runde des DFB-Pokals 2011/12 schieden die Wiedenbrücker mit 0:3 gegen den 1. FC Köln aus. Das Spiel fand im Gütersloher Heidewaldstadion statt.

Während der Regionalligasaison 2012/13 fanden sich die Wiedenbrücker zunächst im Tabellenkeller wieder. Im November 2012 wurde Trainer Markus Reiter entlassen und durch Theo Schneider ersetzt.[9] Schneider führte die Mannschaft auf Platz neun und in das Endspiel des Westfalenpokals, welches mit 1:3 gegen Arminia Bielefeld verloren wurde. Dennoch qualifizierten sich die Wiedenbrücker für den DFB-Pokal 2013/14, in dem sie sich in der ersten Runde gegen den Bundesligaabsteiger Fortuna Düsseldorf mit 1:0 durchsetzen konnten. Marwin Studtrucker erzielte vor 4.500 Zuschauern im Gütersloher Heidewaldstadion den Siegtreffer in der Nachspielzeit durch einen Foulelfmeter.[10] In der zweiten Runde folgte das aus nach einem 1:3 gegen den SV Sandhausen. Sebastian Sumelka brachte die Wiedenbrücker zwischenzeitlich in Führung.[11]

Während die Wiedenbrücker im Pokal erfolgreich waren, war die Mannschaft bedingt durch viele Verletzungen in der Meisterschaft weniger erfolgreich. Abgesehen vom ersten Spieltag befand sich der SCW permanent auf einem Abstiegsplatz. Am 8. April 2014 wurde Trainer Theo Schneider beurlaubt. Dominik Jansen übernahm als Spielertrainer die Verantwortung für die restlichen sieben Spiele, in denen die Wiedenbrücker ungeschlagen blieben. Mit einem 2:1-Sieg beim direkten Konkurrenten SV Lippstadt 08 sicherte sich der SCW doch noch den Klassenerhalt. Dabei profitierte die Mannschaft vom Rückzug der zweiten Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen sowie vom Abstieg von Arminia Bielefeld aus der 2. Bundesliga, wodurch Arminias zweite Mannschaft trotz sportlicher Qualifikation nicht in die Regionalliga aufsteigen durfte.[12]

Erfolge[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Kader der Saison 2014/15[Bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
31 Mario Grevelhörster DeutschlandDeutschland
01 Marcel Hölscher DeutschlandDeutschland
21 Alexander Hahnemann DeutschlandDeutschland
0? Daniel Barton DeutschlandDeutschland
0? Jure Čolak DeutschlandDeutschlandKroatienKroatien
0? Markus Bollmann DeutschlandDeutschland
05 Christ Kasela Mbona Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo
02 Chihad Kücükyagci DeutschlandDeutschland
15 Patrick Njambe DeutschlandDeutschlandKamerunKamerun
03 Sebastian Sumelka DeutschlandDeutschland
11 Mariusz Rogowski PolenPolen
0? Orkun Tosun DeutschlandDeutschlandTurkeiTürkei
05 Jeffrey Volkmer DeutschlandDeutschland
10 Kaoa Aosman DeutschlandDeutschland
08 Kamil Bednarski DeutschlandDeutschland
0? Samy Benmbarek DeutschlandDeutschland
0? Serdar Erdogmus DeutschlandDeutschlandTurkeiTürkei
0? David Lauretta DeutschlandDeutschlandFrankreichFrankreich
0? Julian Loose DeutschlandDeutschland
20 Mitja Schierbaum DeutschlandDeutschland
06 Carsten Strickmann DeutschlandDeutschland
16 Massih Wassey KanadaKanadaDeutschlandDeutschland
23 Oliver Zech DeutschlandDeutschland
0? Aleksandar Kotuljac DeutschlandDeutschland
10 Wojciech Pollok PolenPolen
0? Tobias Puhl DeutschlandDeutschland
0? Marcel Todte DeutschlandDeutschland

Zu- und Abgänge zur Saison 2014/15[Bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Daniel Barton (SV Lippstadt 08)
Samy Benmbarek (eigene Jugend)
Markus Bollmann (MSV Duisburg)
Jure Čolak (Wacker Burghausen)
Serdar Erdogmus (SV Lippstadt 08)
Aleksandar Kotuljac (Sportfreunde Lotte)
David Lauretta (SV Waldhof Mannheim)
Julian Loose (Sportfreunde Lotte)
Tobias Puhl (SC Paderborn 07 II)
Marcel Todte (Arminia Bielefeld II)
Orkun Tosun (Arminia Bielefeld II)
Nick Brisevac (Rot-Weiß Oberhausen)
David Czyszczon (BV Herne-Süd)
Dominik Jansen (Karriereende)
Tim Knetsch (KFC Uerdingen 05)
Stefan Langemann (Arminia Bielefeld, Ende der Leihe)
Marwin Studtrucker (Rot-Weiss Essen)

Ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Trainerhistorie[Bearbeiten]

Berücksichtigt werden nur Trainer seit der Fusion zum SC Wiedenbrück 2000.

  • 2000 bis Januar 2004: Oswald Semlits
  • Januar 2004 bis April 2005: Steffen Enge
  • April 2005 bis 2005: P. Nahrmann
  • 2005 bis Oktober 2007: Jürgen Gessat
  • Oktober 2007 bis 2008: Dieter Brei

Umfeld[Bearbeiten]

Weitere Mannschaften[Bearbeiten]

Neben der Regionalligamannschaft stellt der SC Wiedenbrück zwei weitere Männermannschaften. Die zweite Mannschaft spielt seit dem Aufstieg im Jahre 2003 in der Bezirksliga, während die dritte Mannschaft seit dem Aufstieg im Jahre 2013 in der Kreisliga B antritt. Die Frauenmannschaft spielt seit dem Abstieg im Jahre 2008 in der Landesliga. Größter Erfolg der SCW-Frauen war die Vizemeisterschaft in der Verbandsliga im Jahre 2006.

Dazu kommen insgesamt 26 Nachwuchsmannschaften, davon zwei Mädchenmannschaften. Die männliche A-Jugend stieg im Jahre 2014 in die zweitklassige Westfalenliga auf, während die B- und C-Jugend jeweils in der Landesliga spielt. Im Jahre 2014 gewann die C-Jugend den Futsal-Cup des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes durch einen 2:1-Endspielsieg über Borussia Dortmund.[13] Damit qualifizierte sich die Mannschaft für den DFB-Futsal-Cup der C-Junioren, belegte dort aber nur den letzten Platz.

Spielstätten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jahnstadion

Der SC Wiedenbrück trägt seine Heimspiele der ersten Männer- und der Frauenmannschaft im städtischen Jahnstadion aus. Das Stadion wurde im Jahre 1950 eröffnet und wurde zwischen 2003 und 2006 mit einer Sitzplatz- und Stehplatztribüne erweitert. Das Fassungsvermögen liegt bei 5.000 Plätzen. Außerdem verfügt der Verein an der Reitbahn, neben dem Jahnstadion, noch über einen Kunstrasenplatz. Die Jugendabteilung nutzt überwiegend das Sportzentrum Burg, wo zwei Rasenplätze und ein Kunstrasenplatz zur Verfügung stehen.

Weitere Abteilungen[Bearbeiten]

Tischtennis[Bearbeiten]

Die Tischtennisspieler des Stammvereins Westfalia Wiedenbrück erlebten in den 1950er Jahren ihre erfolgreichste Zeit. Die Abteilung wurde Ende der 1940er Jahre gegründet. Im Jahre 1952 stieg die Mannschaft in die Oberliga West, die seinerzeit höchste Spielklasse, auf. Insgesamt vier Jahre lang spielten die Tischtennisspieler der Westfalia erstklassig. In den 1980er Jahren erreichte die Mannschaft nocheinmal die Verbandsliga. Derzeit spielt die erste Tischtennismannschaft des SC Wiedenbrück 2000 in der Bezirksliga.

Radsport[Bearbeiten]

Zwischen 2009 und 2013 gehörte das Amateurradsportteam SCW2000 unter der Leitung von Holger Sievers dem Verein an, dass die Nachfolge des Profirennstalls Team 3C Gruppe antrat. Für das Team traten Fahrer wie Björn Papstein oder Felix Schäfermeier an. Die Abteilung wurde im Jahre 2013 aufgelöst, da es dem Verein nicht gelang, genügend heimische Nachwuchssportler für den Radsport zu begeistern.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Der SC Wiedenbrück steigt 2013 vom Rad. Die Glocke, abgerufen am 26. Juli 2013.
  2. Tabellen der Jahre 1906 bis 1945. Blaue Daten, abgerufen am 16. Juni 2013.
  3. Tabellen der Jahre 1946 bis 1974. Blaue Daten, abgerufen am 16. Juni 2013.
  4. Über uns. SC Wiedenbrück 2000, abgerufen am 16. Juni 2013.
  5.  Carsten Töller (Hrsg.): Fußball in Deutschland seit 1945. Eigenverlag, Mettmann 2009, S. 349.
  6. Saison 2008/2009. SpVgg Erkenschwick, abgerufen am 20. September 2013.
  7. Sven: Die Fusion zwischen den Wiedenbrück und Gütersloh gescheitert. Fanclub Lotte, abgerufen am 16. Juni 2013.
  8. Krystian Wozniak: "Die Quote ist schon geil!" RevierSport, abgerufen am 16. Juni 2013.
  9. SC Wiedenbrück: Das Extra im Zweieinhalb-Jahres-Plan. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 25. Juli 2013.
  10. Tollhaus Gütersloh: Der SCW feiert die Sensation! Kicker-Sportmagazin, abgerufen am 4. August 2013.
  11. Jovanovic vereitelt die Überraschung. Kicker-Sportmagazin, abgerufen am 25. September 2013.
  12. RL West: Wiedenbrück feiert Klassenverbleib - Uerdingen hofft. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 25. Mai 2014.
  13. WFLV C-Junioren Futsal-Cup 2014. Fußballverband Mittelrhein, abgerufen am 26. April 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

51.8333333333338.3222222222222Koordinaten: 51° 50′ 0″ N, 8° 19′ 20″ O