SDL Trados

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SDL Trados ist ein Computerprogramm für computerunterstützte Übersetzung.

Das von Trados initiierte Programm wird von der SDL-Gruppe weiterentwickelt und vertrieben.

Versionen[Bearbeiten]

Von den frühen Versionen sind die Trados Translation Solution Freelance Edition 3 (1999) sowie die Versionen Trados 5 (2001) und Trados 6 (2003) hervorzuheben.[1]

SDL Trados 2007[Bearbeiten]

SDL Trados 2007 besteht aus mehreren separaten Anwendungen. Dazu gehören unter anderem Translator's Workbench, der TagEditor und SDLX. Durch ein entsprechendes Makro ist es möglich, Microsoft Word als Editor für Dateien im ttx-Format zu verwenden.

Die Programme können einzeln gestartet werden, werden aber gleichzeitig durch die Oberfläche SDL Trados Synergy mittels Shortcuts miteinander verbunden. Die Dateiformate von TagEditor (ttx) und SDLX (itd) sind nur bedingt miteinander kompatibel (Export von itd zu ttx und erneuter Import in SDLX, nicht aber umgekehrt).

Das mit dem TagEditor verwendete ttx-Format lässt sich auch mit Programmen von Drittanbietern bearbeiten.[2]

SDL Trados Studio 2009[Bearbeiten]

Unter der neuen Firmenleitung von SDL International wurde 2009 eine neuentwickelte Version der Translation-Memory-Software unter dem Namen SDL Trados Studio 2009 auf den Markt gebracht, die Terminologiedatenbank behielt die Bezeichnung MultiTerm. Hinzu kam außerdem die Programmkomponente SDL Passolo 2009 zu Lokalisierungszwecken.

SDL Trados Studio 2009 hat eine neue, in sich geschlossene Benutzeroberfläche. Diese umfasst neben der Datenbankfunktion (Translation Memory) Funktionen zum Projektmanagement (gleichzeitige Übersetzung eines langen Textes durch mehrere Übersetzer, Überprüfung von Übersetzungen zur Qualitätssicherung und einheitlicher Terminologie) und zur Konvertierung der Daten. Für den simultanen Zugriff mehrerer Nutzer auf ein Projekt gibt es Server-Versionen (SDL Translation Memory Server, SDL MultiTerm Server, SDL TeamWorks). Eine Lizenz für die Terminologiedatenbank MultiTerm ist in der Freelance- und der Professional-Version enthalten, nicht jedoch in der Starter Edition, welche lediglich Lesezugriff auf eine Terminologie-Datenbank hat.

Mit Studio 2009 erwirbt der Nutzer gleichzeitig eine Lizenz für Trados 2007. Damit kann eine umfassende Kompatibilität zwischen den beiden Versionen gewährleistet werden.

Unterstützung offener Standards[Bearbeiten]

SDL Trados 2009 unterstützt verschiedene offene Dateiformate. Dies betrifft sowohl die externen Formate (z.B. HTML, XHTML, XML Localization Interchange File Format, ITS, DITA, DocBook, OOXML Office Open XML (Ecma International-376, ISO/IEC 29500), ODF - OASIS Open Document Format for Office Applications) als auch die internen, die für Konfiguration und Anpassung der Software (durchgängig XML-basiert) sowie als Übersetzungsdatenformate (XLIFF-basiert) benutzt werden.

Das neue Translation Memory-Datenbankformat beruht im Gegensatz zum früheren proprietären Trados Workbench Translation Memory-Format auf dem gemeinfreien SQLite und ermöglicht die Bearbeitung der Datenbank in fremden SQLite-fähigen Editoren, und erhöht die Datensicherheit, da mit spezialisierten SQL-Tools z.B. Integrity Checks, vollständige Datenbank-Exporte, SQL-basierte Datenbankmanipulationen und anderes möglich sind, ohne SDL Trados Studio installiert haben zu müssen.

Unterstützte Datenformate[Bearbeiten]

Mit SDL Trados Studio können verschiedene Dateiformate übersetzt werden. Dafür werden aus der zu übersetzenden Datei übersetzungsrelevante Texte extrahiert und zusammen mit der Übersetzung und im Industriestandard XLIFF gespeichert, welcher um den XML-Namensraum "SdlXliff" erweitert wurde. Nach Abschluss des Übersetzungsprozesses werden die übersetzten Texte wieder in die Originaldatei geschrieben. Bei bestimmten Formaten sind auch Funktionen wie eine „Live-Vorschau“ des übersetzten Dokumentes möglich.

Trados Studio 2009 Service Pack 3 verfügt unter anderem über Filter für Adobe FrameMaker (mif), InDesign (inx, idml), InCopy (icml), PDF (Text), Textdateien (csv, txt) inkl. GREP-Unterstützung, HTML bis 4.01 und XHTML bis 1.1 einschließlich eingebettetem ASP/JSP, JScript, JavaScript und VBScript, Java-Ressourcen (properties), Microsoft Office (Excel, Word, PowerPoint), Microsoft .NET Resources (resx), Rich Text-Format (rtf), OpenOffice, OASIS DocBook 4.5 und DITA 1.1, QuarkXPress (xtg, tag), SDL Edit (itd), TRADOStag (ttx)[3], W3C Internationalization Tag Set (ITS), WsXliff, XLIFF.

Über das File Format Filter-FrameWork und die umfangreiche API können eigene Filter für nahezu beliebige Dateiformate erstellt werden. Über die SDL OpenExchange-Platform können zudem zusätzliche Filter eingebunden werden. So gibt es über OpenExchange Filter für das "SubRib"-Format (Untertitel), die Enterprise-Authoring-Plattform "Author-it", das Content Management System "Schema ST4", die PIM-, CMS- und Crossmedia Lösung "Crossbase", die Finanzberichterstattungslösung FIRE.sys oder etwa Microsoft Visio.

XML[Bearbeiten]

SDL Trados Studio 2009 verfügt über einen XML-Prozessor zur Erstellung XML-basierter Konfigurationsdateien (sdlfiletype). Damit kann mit der Software jedes beliebige wohlgeformte XML übersetzt werden. Zur Vereinfachung können u.a. XML-Schema-Definitionen (XSD) eingelesen werden. Der Schema-Parser interpretiert die einzelnen Elemente als Block Level- und Inline Level-Elemente und ermöglicht damit eine Vorentscheidung, welche Elemente segmentierend wirken (Block Level) und welche als segment-intern (Inline Level) behandelt werden sollen. Bei komplexem XML und ambivalenten Elementrollen müssen diese Entscheidungen angepasst werden. Über Elementkontext-Abfragen können zudem Elemente mit ambivalenten Rollen kontextabhängig als Block-Level- oder als Inline-Level-Elemente fungieren.

Der XML-Parser verfügt über einen integrierten XPATH 1.0 Support, was beim Einlesen von XML-Dateien komplexe, regelbasierte XML-Abfragen und Filterungen für komplexe Szenarien ermöglicht.

SDL OpenExchange[Bearbeiten]

Mit der Funktion SDL OpenExchange besteht die Möglichkeit, SDL Trados Suite 2009 über eine API mit Plug-ins zu erweitern. Die Funktionen erstrecken sich vor allem auf Funktionen im Bereich Terminologie und maschinelle Übersetzung. Zudem können damit Funktionen anderer Produkte nachgebildet werden, wie z. B. der Im-/Export für Korrekturarbeiten.[4] Bislang gibt es rund 40 Plug-ins.

SDL Trados Studio 2011[Bearbeiten]

Im September 2011 wurde SDL Trados Suite 2011 eingeführt.

SDL Trados Studio 2014[Bearbeiten]

Im September 2013 wurde SDL Trados Suite 2014 eingeführt.

Kritikpunkte[Bearbeiten]

In der Kritik standen in der Vergangenheit v. a. Trados 2007 und frühere Versionen. Dazu gehörten mehrere Punkte:

  • das System flexibler Lizenzen stellt Endbenutzer vor Probleme, sobald diese wegen Hardwareausfällen nicht deaktiviert werden können. Hier wird mangelnde Kulanz beklagt.
  • Das ttx-Format von Trados 2007 lässt nach Abschluss einer Übersetzung keinen Export bzw. Konvertierung in das Originalformat zu, falls die Originaldatei verschoben wurde oder der Pfad nicht gefunden werden kann.
  • die fragwürdige Wertung sogenannter Fuzzy Matches, also Sätzen mit teilweiser Übereinstimmung[5]
  • Bilinguale, segmentierte RTF-/DOC-Dateien, die mit Trados-Versionen bis 2007 oder anderen Übersetzungstools, die auf Word als Übersetzungseditor aufsetzen, erstellt wurden und die Trados tw4winMark-Formatvorlagen enthalten (tw4winExternal, tw4winInternal, etc.), können mit SDL Trados Studio 2009 nicht mehr geöffnet werden. In SDL Trados Studio 2011 wurde eine Unterstützung für bilinguale Dokumente mit tw4winMark Formaten wieder eingeführt.
  • Ebenso subjektiv ist sicher auch die Klage über die langsame oder gar nicht erfolgende Beseitigung von Bugs. Beispielsweise hat Trados 2007 Probleme bei der Verarbeitung von Word-Dateien, in denen bestimmten Abschnittswechseln kein Absatzzeichen vorangeht.
  • Die Frage der Subjektivität gilt auch für die Preispolitik für Lizenzen und Schulungen[6], die bereits 2003 geäußert wurde.[7] Hier ist zudem festzuhalten, dass die meisten Wettbewerber in den letzten Jahren zumindest bei den Lizenzen aufgeschlossen haben.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Siehe dazu auch Ignacio Garcia, "Long term memories: Trados and TM turn 20" (2005)
  2. Siehe dazu roxomatic: "Wie übersetze ich ttx-Dateien ohne Trados?"
  3. itd- und ttx-Format werden nur unterstützt, falls auf dem Computer auch Trados 2007 installiert ist
  4. Proof-reading SDLXLIFF files in MS Word (PDF; 2,3 MB)
  5. Siehe About Translation: "Yet again: Trados fuzzy match woes (Expanded)".
  6. Jill Sommer: "SDL Trados training – total crock or benefit?"
  7. Thomas Waßmer: "Dr. Tom's Independent Software Reviews. Trados."

Weblinks[Bearbeiten]