SMS Amazone (1843)

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War ensign of the German Empire Navy 1848-1852.svg War Ensign of Prussia (1816).svg
Amazone2.jpg
Schiffsdaten
Schiffstyp Segelkorvette
Schiffsklasse (Einzelschiff)
Kiellegung: 1841
Stapellauf (Schiffstaufe): 24. Juni 1843
Bauwerft: Carmesins Werft in
Grabow bei Stettin
Besatzung: etwa 144 Mann
Baukosten:
Verbleib: 14. November 1861 vor der holländischen Küste gesunken
Technische Daten
Wasserverdrängung: 390 t
Länge: 33 m
Breite: 9 m
Tiefgang: 3,1 m
Bauart: Querspant-Kraweelbau aus Eichenholz
Takelung: Vollschiff
Segelfläche: 876 m²
Höchstgeschwindigkeit: 11 kn
Bewaffnung
Kanonen: 12 x 18-Pfünder
4 x kurze 24-Pfünder
Kommandanten

SMS Amazone war eine hölzerne Segelkorvette der preußischen Marine, die vor allem als Schulschiff diente. Sie führte zwar die preußische Kriegsflagge und war mit Kanonen versehen, diente aber auch der Ausbildung von zivilen Seeleuten.

Geschichte[Bearbeiten]

Sie wurde 1843 in Grabow bei Stettin fertiggestellt. 1844 führte die erste große Route sie über England, Portugal, Gibraltar, Griechenland und die Türkei bis zum Schwarzen Meer. 1845 legte sie die Strecke Dänemark-England-Spanien-Genua zurück. 1847 folgte eine Atlantiküberquerung mit Zielhafen New York. 1853 steuerte das Schiff Süd- und Nordamerika an, 1857 Skandinavien und England.

Auf einer weiteren Ausbildungsfahrt mit Ziel Portugal geriet die Amazone am 14. November 1861 vor der niederländischen Küste in einen Orkan und sank mit der gesamten Besatzung. Die Angaben über die Zahl der Opfer schwanken. Möglicherweise starben bei dem Unglück 114 Personen; andere Quellen gehen von 143 (Kapitänleutnant Hermann, fünf Offiziere, 18 Seekadetten und 120 Mann Besatzung) Toten aus.

Nach dem Untergang der Amazone kursierten Gerüchte, denen zufolge sie - womöglich absichtlich - von einem anderen Schiff gerammt worden sei. 1862 erschien in der Zeitschrift Die Gartenlaube eine novellistische Darstellung dieses Vorgangs; dies führte zum Verbot der Gartenlaube in Preußen.

1863 wurde den Toten ein Denkmal in Gestalt eines Obelisken im Berliner Invalidenpark gewidmet, das in Theodor Fontanes Roman Stine erwähnt wird. Dieses Denkmal wurde 1951 auf Beschluss der SED zerstört.

Literatur[Bearbeiten]

  • Theodor Fontane: Stine
  • Anonym: Der Untergang der "Amazone", in: Die Gartenlaube Nr. 27/28, 1862
  • Sir John Retcliffe: Um die Weltherrschaft, Bd. V (1880)

Weblinks[Bearbeiten]