SMS Emden (1916)

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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
SMS Emden Scapa Flow 1919 IWM SP 001864.jpg
SMS Emden in Scapa Flow 1919
Wappen Emden.svg
Schiffsdaten
Schiffstyp Kleiner Kreuzer
Schiffsklasse Königsberg-Klasse
Baubezeichnung: Ersatz Nymphe
Kiellegung: 2. Dezember 1914
Stapellauf (Schiffstaufe): 1. Februar 1916
Probefahrtszeit: 16. Dezember 1916 –
19. Februar 1917
Indienststellung: 12. März 1917
Bauwerft: A.G. Weser Bremen
Bau-Nr.:211
Besatzung: 475
Baukosten: ??? Millionen Goldmark
Schwesterschiffe
SMS Königsberg SMS Karlsruhe
SMS Nürnberg
Technische Daten
Konstruktionsverdrängung: 5.440 t
Maximalverdrängung: 7.125 t
Länge: KWL: 145,8 m
ü. a.: 151,4 m
Breite: 14,3 m
Tiefgang: 6,3 m
Maschinenanlage: 10 kohlegefeuerte Dampfkessel und
2 ölgefeuerte Doppelender-Kessel
2 Satz Dampfturbinen
Anzahl der Schrauben: 2 (dreiflügelig / Ø 3,5 m)
Wellendrehzahl: 350/min
Leistung: Dauerlast: 31.000 PSw
Probefahrt: 50.216 PSw
Höchstgeschwindigkeit: 27,5 kn
Fahrbereich: ca. 4.850 sm bei 12 kn
Brennstoffvorrat: max. 1.340 t Kohle
und 500 t Öl
Panzerung
Gürtelpanzer: 60 mm
Böschungen: 40–60 mm
Deck: 20–40 mm
Kommandostand: 20–100 mm
Schilde: 50 mm
Minenraum: 20–30 mm
Bewaffnung
Geschütze 15 cm L/45: 8 mit insges. 1.040 Schuss
max. Schussweite
(15-cm-Geschütze):
17,6 km bei 30°
Geschütze 8,8 cm L/45: 2 als Flak
Torpedorohre Ø 50 cm: 4
Minenkapazität: 200 Stück

Die zweite SMS Emden war ein Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine. Er wurde ursprünglich als Ersatz für den Kleinen Kreuzer SMS Nymphe in Auftrag gegeben. Benannt wurde er schließlich nach seinem bekannten Vorgänger, der am 9. November 1914 bei den Kokosinseln verlorenging.

Dienstzeit[Bearbeiten]

Das Schiff wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg bei der Bremer Werft A.G. Weser in Auftrag gegeben. Der Stapellauf fand am 1. Februar 1916 ohne große Feierlichkeiten statt.

Im Gegensatz zur ersten Emden trug dieses Schiff nicht nur das Stadtwappen Emdens am Bug, sondern zusätzlich auch das Eiserne Kreuz. Kaiser Wilhelm II hatte im November 1914 befohlen, dass der nächste neue deutsche Kreuzer nach der SMS Emden den Namen Emden sowie die beiden Eisernen Kreuze am Bug zu führen habe.

Die zweite Emden war von vornherein als Führungskreuzer der Torpedoboote vorgesehen.

Nach dem Abschluss aller Erprobungen war die Emden am 12. März 1917 einsatzbereit. Als Flaggschiff des II. Führers der Torpedoboote, Kapitän zur See Heinrich, war sie im Vorposten- und Sicherungsdienst im Einsatz. Am 26. August 1917 verlegte die Emden in die Ostsee. Von September bis November 1917 unterstützte sie, zusammen mit dem Großlinienschiff SMS Bayern, die Besetzung der Baltischen Inseln. Am 11. Dezember 1917 folgte ein Vorstoß zur Doggerbank.

Im Jahr 1918 nahm der Kreuzer an nahezu allen Flottenoperationen in der Nordsee teil. Er war vor Norwegen, im Skagerrak und im Englischen Kanal im Einsatz, wurde in viele Gefechte verwickelt, blieb aber von Verlusten verschont. Anfang Oktober 1918 erlebte die Emden ihren letzten aktiven Einsatz als Führerschiff des Befehlshabers der Torpedoboote. Es handelte sich dabei um die Sicherung der Torpedo- und U-Boote, welche aus den geräumten Stützpunkten in Flandern zurückkehrten.

SMS Emden, Scapa Flow 24. November 1918

Die nach dem Kriegsende geschlossenen Waffenstillstandsvereinbarungen verlangten die Auslieferung der kaiserlichen Hochseeflotte. Hierauf traten am 19. November 1918 insgesamt 74 Schiffe, darunter auch der Kleine Kreuzer SMS Emden, den Weg in die Internierung nach Scapa Flow an. Dort lagen die Schiffe monatelang untätig vor Anker. Die Unruhen bei den Besatzungen nahmen zu. Der Befehlshaber der internierten Schiffe, Konteradmiral Ludwig von Reuter, verlegte daraufhin am 25. März 1919 sein Hauptquartier vom Schlachtschiff SMS Friedrich der Große auf die Emden, womit diese zum Flaggschiff des Internierungsverbandes wurde.

Am 21. Juni 1919 um 11:00 Uhr gab Konteradmiral von Reuter den Befehl zur Selbstversenkung der Schiffe. Auf der Emden wurde die Versenkung erst nach allen anderen Schiffen eingeleitet. Da der Kreuzer außerdem dicht unter der Küste von Mainland ankerte, gelang es den Briten, ihn auf Grund zu setzen. Ein Versuch, das zu verhindern, misslang. Im Anschluss daran wurde die Emden abgedichtet und nach Rosyth geschleppt. Am 11. März 1920 wurde sie der französischen Kriegsmarine zugesprochen, die das Schiff ab 1922 zu Sprengversuchen einsetzte. 1926 wurde es in Caen abgewrackt.

Stellenbesetzung[Bearbeiten]

Kommandanten[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Dienstzeit
FKpt Max Hagedorn Dezember 1916 – August 1917
FKpt Frhr. Ernst von Gagern August 1917 – August 1918
FKpt Maximilian Becker August 1918 – November 1918
KptLt Karl Eltze November 1918 – Februar 1919
KptLt Gustav Ehlers Februar 1919 – 21.6.1919

Erste Offiziere[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Dienstzeit
KKpt Mecklenburg Dezember 1917 – Juli 1917
KKpt Cleve Juli 1917 – Juli 1918
KKpt Claaßen Juli 1918 – November 1918

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]