SMS Frankfurt

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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
SMS Frankfurt
Schiffsdaten
Schiffstyp Kleiner Kreuzer
Haushaltsname Ersatz Hela
Schiffsklasse Wiesbaden-Klasse
Name: SMS Frankfurt
Stapellauf: 20. März 1915
Indienststellung: 20. August 1915
Bauwerft: Kaiserliche Werft, Kiel
Besatzung: ca. 590 / 474 in Friedenszeiten
Schicksal: 1921 als Zielschiff in den USA versenkt
Technische Daten
Verdrängung: Konstruktion: 5.180 t
maximal: 6601 t
Länge: KWL: 141,7 m
über alles: 145,3 m
Breite: 13,9 m
Tiefgang: 5,76 m vorn / 6 m achtern
Antrieb:
Propeller: 2 (dreiflügelig ø3,5 m)
Geschwindigkeit: 27,5 kn
Brennstoffvorrat: 1280 t Kohle und 470 t Öl
Reichweite: 4800 nm bei 12 kn
Panzerung
Gürtelpanzer: 60 mm
Deck: 40 mm
Bewaffnung
15-cm-Sk L/45: 8 in Einzellafetten
8,8-cm-FlaK L/45: 2
Torpedorohre
ø50 cm:
4
(2 unter Wasser; 2 einzeln an Deck)

Die SMS Frankfurt war ein Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine während des Ersten Weltkrieges.

Geschichte[Bearbeiten]

Die SMS Frankfurt wurde auf der Kaiserlichen Werft in Kiel (Baunummer 40) unter der Bezeichnung Ersatz Hela gebaut. Sie lief am 30. März 1915 vom Stapel und wurde am 20. August in Dienst gestellt.

Nach dem Abschluss der Erprobungen am 12. Oktober 1915 wurde die Frankfurt der II. Aufklärungsgruppe zugeteilt. Sie führte Handelskrieg im Skagerrak und im Kattegat. Im März und April 1916 unternahm sie mehrere Vorstöße zur englischen Ostküste. In der Skagerrakschlacht war sie das Flaggschiff der II. Aufklärungsgruppe, die von Konteradmiral Friedrich Boedicker kommandiert wurde. Während ihr Schwesterschiff Wiesbaden in dieser Schlacht versenkt wurde, erhielt die Frankfurt nur wenige Treffer. Nach ihrer Wiederinstandsetzung versah sie Vorposten- und Sicherungsdienste in der Nordsee.

Im Herbst 1917 nahm die Frankfurt an der Besetzung der Baltischen Inseln (Oesel-Unternehmung) teil. Danach kehrte sie in die Nordsee zurück. Am 17. November 1917 kam es zum zweiten Seegefecht bei Helgoland. Die Frankfurt erhielt mehrere Treffer und hatte 6 Gefallene sowie 18 Verwundete zu beklagen.

Im letzten Kriegsjahr war die Frankfurt wieder im Vorposten- und Sicherungsdienst in der Nordsee sowie an diversen Mineneinsätzen beteiligt. Am 12. August 1918 kam das Schiff zur IV. Aufklärungsgruppe. Es löste dort den Minenkreuzer Brummer ab und wurde in die Ostsee verlegt. Schon fünf Tage später wurde die Frankfurt von dem Kleinen Kreuzer Regensburg abgelöst und kehrte in die Nordsee zurück. Nach einem Werftaufenthalt in Wilhelmshaven wurde die Frankfurt erneut in die Ostsee verlegt. Am 21. Oktober 1918 rammte sie versehentlich das Unterseeboot UB 89. Das U-Boot sank, wobei sieben Männer ertranken.

Nach Kriegsende wurde das Schiff in Scapa Flow interniert. Sein Ankerplatz befand sich im Norden der Bucht, nahe unter der Küste der Insel Mainland. Als am 21. Juni 1919 der Befehl zur Selbstversenkung gegeben wurde, öffnete man auch auf der Frankfurt die Seeventile. Den Briten gelang es jedoch, die Versenkung zu verhindern, indem sie das Schiff in flachem Wasser auf Grund setzten. Es wurde später als Kriegsbeute an die USA ausgeliefert, kurzfristig als USS Frankfurt in Dienst gestellt und dort 1921 bei Versuchen mit Fliegerbomben versenkt.[1]

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Die Schiffe der Wiesbaden-Klasse hatten mit einer Länge von 145,3 m, einer Breite von 13,9 m und einem Tiefgang von 6 m, eine Konstruktionsverdrängung von knapp 5200 t. Voll ausgerüstet verdrängte die Frankfurt 6610 Tonnen. Davon entfielen allein 1280 Tonnen auf Kohle und 470 Tonnen auf Öl, womit das Schiff eine Reichweite von 4800 Seemeilen hatte, bei einer Geschwindigkeit von 12 kn. Die Besatzung umfasste 590 Mann.

Der Rumpf war mit einer 6-cm-Gürtel- und 4-cm-Deckspanzerung leicht gepanzert. Der Antrieb erfolgte über zwei Sätze Dampfturbinen, die insgesamt 31.000 Wellen-PS erbrachten und dem Schiff eine maximale Geschwindigkeit von 27,5 kn verliehen. Der Dampf wurde durch zehn Kohle- und zwei ölgefeuerte Dampfkessel erzeugt.

Die SMS Frankfurt war mit acht 15-cm-Geschützen in Einzellafetten bewaffnet. Zwei dieser Geschütze waren nebeneinander auf dem Vorschiff aufgestellt. Zwei befanden sich überfeuernd auf dem Achterschiff, während jeweils zwei seitlich der vorderen und hinteren Decksaufbauten aufgestellt waren. Ferner waren zwei 8,8-cm-Flakgeschütze montiert und das Schiff mit vier Torpedorohren vom Kaliber 50 cm ausgestattet. Davon waren zwei unterhalb der Wasserlinie in den Rumpf eingebaut. Die beiden anderen befanden sich an Oberdeck. Zusätzlich konnte die Frankfurt bis zu 120 Seeminen mitführen.

Kommandanten[Bearbeiten]

Fregattenkapitän/Kapitän zur See Thilo von Trotha August 1915 bis November 1916
Fregattenkapitän/Kapitän zur See Fritz Rebensburg November 1916 bis September 1917
Fregattenkapitän/Kapitän zur See Otto Seidensticker September 1917 bis August 1918
Fregattenkapitän Alfred Lassen August bis November 1918
Kapitänleutnant Hans Beesel Internierungskommandant

Verbleib[Bearbeiten]

Das Schiff wurde am 18. Juli 1921 als Zielschiff für Luftangriffe von der US Navy versenkt.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Koop, Klaus-Peter Schmolke: Kleine Kreuzer 1903–1918, Bremen bis Cöln-Klasse, Band 12 Schiffsklassen und Schiffstypen der deutschen Marine. Bernard & Graefe, München 2004, ISBN 3-7637-6252-3

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DANFS: Frankfurt