SMS Helgoland (Schiff, 1912)

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SMS Helgoland 1916

SMS Helgoland war ein Rapidkreuzer (Kleiner Kreuzer) der k.u.k. Kriegsmarine.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Als im März 1911 Österreich-Ungarn ein Programm zur Flottenmodernisierung beschlossen hatte, zählt zu diesem unter anderem auch der Kleine Kreuzer (In Österreich auch Rapidkreuzer genannt) SMS Helgoland. Hierbei handelte es sich um ein verbessertes Schiff der Admiral-Spaun-Klasse von 1906. Die Kiellegung erfolgte am 28. Oktober 1911 bei der Werft Ganz et Cie. – Danubius in Fiume, (heute: "Werft 3. Maij"). Durch Gewichtsreduzierungen (51 t) bei der Maschinenanlage (die Marschturbinen wurden weggelassen) war es möglich geworden, Schotten und Schiffskörper zu verstärken (21 t), sowie die Hauptartillerie um 2 Geschütze zu erhöhen (31 t). Obwohl die vorgesehene Bewaffnung mit nur 10 cm Geschützen bereits bei Planungsbeginn als nicht ausreichend angesehen wurde, konnten sich die Befürworter einer 15 cm Hauptartillerie nicht durchsetzen. Während des Krieges sollte sich das als schweres Manko erweisen. Der Stapellauf erfolgte am 23. November 1912 und die Indienststellung am 29. August 1914.

Kriegseinsätze[Bearbeiten]

  • 2. November 1914 – Vorstoß gegen die auf der Insel Lissa gelandeten französischen Truppen
  • 21./22. Dezember 1914 - vergeblicher Versuch, den französischen Kreuzer Jules Michelet zu stellen
  • 18./19. Februar 1915 – Vorstoß in die Straße von Otranto. Sichtkontakt mit dem griechischen Kreuzer Elli
  • 23. Mai 1915 – Einsatz der gesamten k.u.k. Flotte gegen die italienische Ostküste. Die SMS Helgoland beschießt Ziele in Barletta. Gefecht mit italienischem Kreuzer Libia, dem Hilfskreuzer Città di Catania und dem Zerstörer Turbine. Letzterer wird schwer beschädigt und noch am gleichen Tag von k.u.k. Zerstörern Csepel und Tatra durch Artillerie versenkt.
  • 22./23. Juli 1915 – Beschießung von Ortona
  • 17. August 1915 – Im Verband mit der SMS Saida Beschießung der Insel Pelagosa
  • 22./23. November 1915 – Im Verband mit der SMS Saida Aufklärung in der Straße von Otranto
  • 5./6. Dezember 1915 – Im Verband mit der SMS Saida Aufklärung in der Straße von Otranto
  • 29. Dezember 1915 - Aufklärung in der Straße von Otranto. Französisches Unterseeboot Monge gerammt, Beschießung von Durazzo (Durres/Albanien), bei der Rückfahrt Feindberührung mit britischem Kreuzer HMS Dartmouth und italienischem Kreuzer Quarto. Absetzgefecht quer über die Adria bis vor Bari, bei Nacht kann sich die SMS Helgoland vom Feind lösen und nach Sebenico laufen.
    Eigene Verluste: zwei Mann tot, bei fünf erhaltenen Treffern.
  • 3. Februar 1916 – Im Verband mit dem Panzerkreuzer SMS St. Georg Beschießung von St. Vito und Ortona.
  • 4./5. Juli 1916 – Aufklärungsfahrt zur Sperre der Straße von Otranto
  • 28./29. August 1916 – Vorstoß mit der gesamtem k.u.k. Flotte zur italienischen Ostküste
  • 14./15. Mai 1917 – Im Verband mit SMS Novara und SMS Saida Angriff auf die Sicherungsfahrzeuge der Otranto-Sperre. Dabei werden sechs Netzleger versenkt. Auf dem Rückweg Seegefecht mit den britischen Kreuzern HMS Bristol und HMS Dartmouth, dem italienischen Kreuzer Marsala sowie italienischen Zerstörern.
    Eigene Verluste: Ein Mann tot, 16 Mann verwundet bei fünf erhaltenen Treffern.
  • 19. Oktober 1917 – Beschießung von Valona
  • 9. Juni 1918 – In der Bucht von Cattaro wird ein Verband von zwei Kreuzern, SMS Helgoland und SMS Novara, sowie vier Zerstörern als Angriffsgruppe A zusammengestellt. Ziel ist die Otranto-Sperre. Wegen der zwischenzeitlichen Versenkung des Schlachtschiffes SMS Szent István wird das Unternehmen abgeblasen.
  • 9./10. Oktober 1918 bildet die SMS Helgoland zusammen mit der SMS Novara und vier Zerstörern die Sicherungsgruppe für den Durazzo-Konvoi. Letzte Kampfhandlung.

Bei Kriegsende liegt das Schiff in Gjenovic (Bucht von Cattaro) und wird Ende 1919 unter französischer Aufsicht nach Bizerta geschleppt. Ende Januar 1920 wird die SMS Helgoland von der alliierten Marinedelegation in Paris Italien als Kriegsbeute zugesprochen und am 19. September 1920 als Brindisi in die italienische Flotte eingereiht. Am 25. November 1929 geht das Schiff außer Dienst. Nach einer Verwendung als Wohnschiff wird es am 11. März 1934 gestrichen und danach (vermutlich in Triest) abgewrackt.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Wasserverdrängung: 3444,88 ts / 3946,85 ts max
  • Länge: 129,65 m
  • Breite: 12,77 m
  • Tiefgang: 4.95 m
  • Antrieb: 16 Yarrow-Kessel, 2 AEG-Curtis-Turbinen, 2 Schrauben, dreiflügelig, 3,3m Durchm.
  • Leistung: 29000 WPS
  • Höchstgeschwindigkeit: 29 Knoten
  • Bewaffnung: 9 x 10 cm L/50 K11 Kanonen von Škoda – 1 x 7 cm Flugabwehrkanone L/50 K 10 – 6 Torpedorohre 53,3 cm in Zwillingssätzen
  • Panzerung: Gürtel 60 mm – Deck 20 mm – Geschützschilde 40x8x8 mm – Kommandoturm 50 mm
  • Besatzung: 320+20 Mann

Namensgebung[Bearbeiten]

SMS Helgoland erhielt seinen Namen nach dem als siegreich betrachteten Seegefecht vor Helgoland unter Linienschiffskapitän Tegetthoff gegen die Dänen am 9. Mai 1864.

  • Anmerkung:

Der Authentizität wegen werden die Ortsnamen in der Schreibweise der k.u.k. Kriegsmarine aufgeführt. Die Verlinkungen verweisen auf die heutigen Gegebenheiten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Gröbig: Rapidkreuzer SMS „Helgoland“. K.u.k.-Marine in der Adria. 1914–1918 (= Schiffe, Menschen, Schicksale. Nr. 152, ZDB-ID 1325248-3). Verlag Rudolf Stade, Kiel 2006.
  • Erwin S. Sieche: Die Kreuzer der k. und k. Marine (= Marine-Arsenal mit internationalen Flottennachrichten und Marinerundblick 27). Podzun-Pallas u. a., Wölfersheim-Berstadt u. a. 1994, ISBN 3-7909-0506-2.
  • Nikolaus A. Sifferlinger: Rapidkreuzer Helgoland. Im Einsatz für Österreich-Ungarn und Italien (= Österreichs Schiffahrt in alten Ansichten. Album 7). NWV – Neuer Wissenschaftlicher Verlag, Wien u. a. 2006, ISBN 3-7083-0133-1.