SMS Iltis (1878)

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Kaiserliche Kriegsflagge.png
Baudaten
Schiffstyp Kanonenboot
Schiffsklasse Wolf-Klasse
Baubezeichnung: Ersatz Tiger
Bauwerft: Kaiserliche Werft in Danzig
Kiellegung: 1877
Stapellauf: 18. September 1878
Fertigstellung: 1880
Baukosten: 550.000 Mark
Schiffsmaße
Vermessung: 295 BRT
121 NRT
Wasserverdrängung: Konstruktion: 490 t
Maximal: 570 t
Länge: KWL: 44,5 m
über alles: 47,2 m
Breite: 7,66 m
Tiefgang: 3,10 - 3,40 m
Seitenhöhe: 2,92 m
Technische Daten
Kesselanlage: 2 Kofferkessel
Maschinenanlage: 2 liegende 1-Zylinder-
Einfachexpansions-Dampfmaschinen
Anzahl der Propeller: 1 zweiflügelig \varnothing 2,53 m
Wellendrehzahl: 140/min
Antriebsleistung: 340 PSi
Geschwindigkeit: 8,5 kn
Fahrbereich: 1.640 sm bei 9 kn
Treibstoffvorrat: 112 t Kohle
Besatzung: 5 Offiziere und 101 Mann
Bewaffnung
Seezielgeschütze: 2 Rk - 12,5 cm L/23
(52 hm, 270 Schuss)
2 Rk - 8,7 cm L/24
(200 Schuss)
3 Rev – 3,7 cm
Torpedorohre: keine
Verbleib
Am 23. Juli 1896 im Gelben Meer auf der Position 36° 54′ N, 122° 30′ O36.9122.5 im Taifun gesunken; 76 Tote

SMS Iltis war ein Kanonenboot der Kaiserlichen Marine. Wie ihre Schwesterschiffe SMS Hyäne und SMS Wolf war sie für den Auslandseinsatz in überseeischen Kolonien konzipiert.

Technik[Bearbeiten]

Die Schiffe waren mit je zwei Dampfmaschinen ausgestattet, die aus den ausgemusterten Kanonenbooten Blitz, Basilisk, Delphin und Meteor ausgebaut worden waren und ihnen eine Geschwindigkeit von bis zu 9,5 Knoten ermöglichten. Um bei langen Fahrten Kohle zu sparen, waren sie als 3-Mast-Barkentinen getakelt, mit einer Segelfläche von 541 m². Die Bewaffnung bestand aus zwei 12,5 cm L/23-Ringkanonen und zwei 8,7 cm L/24-Ringkanonen sowie drei 3,7-cm-Revolverkanonen. Bei 47 m Länge, 7,7 m Breite und 3,5 m Tiefgang verdrängte die Iltis 412 Tonnen (standard) und bis zu 570 Tonnen (maximal). Die Besatzung bestand aus fünf Offizieren und 80 Mann.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Iltis lief am 18. September 1878 auf der Kaiserlichen Werft in Danzig vom Stapel. Sie wurde dem Ostasiengeschwader zugeteilt und versah im pazifischen Raum, insbesondere in den deutschen Inselkolonien, Stationsdienst.

Das Schiff ging am 23. Juli 1896 in einem Taifun in der Nahe dem Kap Shandong (Kap Shantung) bei Qingdao (Tsingtau) durch Strandung verloren. Drei Mann konnten sich an Land retten, 11 Überlebende wurden zwei Tage später vom Wrack geborgen. 71 Mann kamen ums Leben. Die Schiffsglocke ist heute im Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt ausgestellt.

Die kaiserliche Marine nannte ein 1898 vom Stapel laufendes neues Kanonenboot wiederum SMS Iltis.

Denkmal[Bearbeiten]

Der Berliner Bildhauer August Kraus schuf das Ehrenmal für die ertrunkenen Matrosen, das noch 1898 in Shanghai aufgestellt und eingeweiht wurde.

Bildergalerie[Bearbeiten]