SMS Nymphe (1899)

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SMS Nymphe
Das Schwesterschiff SMS Niobe

Das Schwesterschiff SMS Niobe

p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp Kleiner Kreuzer
Klasse Gazelle-Klasse
Bauwerft Germaniawerft, Kiel
Baunummer 83
Baukosten 4.647.000 Mark
Stapellauf 21. November 1899
Indienststellung 20. September 1900
Verbleib 1932 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
105,1 m (Lüa)
104,1 m (KWL)
Breite 12,2 m
Tiefgang max. 5,44 m
Verdrängung Konstruktion: 2.659 t
Maximal: 3.017 t
 
Besatzung 257 Mann
Maschine
Maschine 10 Marinekessel
2 4-Zyl.-Verbundmaschinen
Maschinen-
leistung
8.486 PS (6.241 kW)
Geschwindigkeit max. 21,2 kn (39 km/h)
Propeller 2 dreiflügelig ∅ 3,5 m
Bewaffnung
  • 10 × 10,5 cm L/40 Sk (1.000 Schuss)
  • 2 × Torpedorohr ∅ 45 cm (unter Wasser, 5 Schuss)
Panzerung
  • Deck: 20–50 mm
  • Sülle: 80 mm
  • Kommandoturm: 20–80 mm
  • Schilde: 50 mm

Die zweite SMS Nymphe war ein Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine und das dritte Schiff der Gazelle-Klasse. Modernisiert war die Nymphe auch von 1924 bis 1929 bei der Reichsmarine im Dienst.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Die Kiellegung des Schiffs erfolgte im November 1898 auf der Germaniawerft in Kiel. Der Stapellauf der Nymphe fand am 21. November 1899 statt. Am 20. September 1900 erfolgte die erste Indienststellung des Schiffes unter Kapitän zur See Hugo Zeye, dem Präses des Torpedoversuchskommandos.

Der maximal 3.082 t verdrängende Kreuzer war 105,1 m lang, 12,2 m breit und konnte bei 8.486 PSi auf zwei Schrauben im Test 21,2 Knoten laufen und war damit etwas langsamer als die geplanten 21,5 Knoten. Er verfügte über die Standardbewaffnung seiner Klasse mit zehn 10,5 cm L/40-Schnellfeuergeschützen, anfangs vierzehn 3,7-cm-Maschinenkanonen und zwei 45-cm-Torpedorohren. Die normale Besatzungsstärke betrug 257 Mann.

Das auf ihm befindliche Gemälde „Blick auf Lübeck“ wurde im Auftrag des Lübecker Senates von Elisabeth Reuter gemalt.[1]

Erste Einsätze[Bearbeiten]

Schon im Januar 1901 mussten die Probefahrten unterbrochen werden, da die Nymphe als Begleitkreuzer für die kaiserliche Yacht SMY Hohenzollern herangezogen wurde, um Kaiser Wilhelm II. zu den Begräbnisfeierlichkeiten für seine Großmutter, Queen Victoria, zu begleiten. Die Nymphe lag vom 26. Januar bis zum 5. Februar vor Portsmouth und lief dann bis zum 8. über Sheerness und Vlissingen zurück.

Im März war sie dann einsatzbereit und wurde nicht der Flotte sondern der Torpedo-Inspektion als zweites Versuchsschiff zugewiesen. Dieser Dienst wurde durch regelmäßige Einsätze als Begleitkreuzer der Kaiseryacht unterbrochen. 1902 nahm sie an der Nordlandreise, einem Besuch bei Zar Nikolaus II. in Reval vom 6. bis 8. August und einem Besuch beim Onkel des Kaisers, dem englischen König Eduard VII., im November teil. 1903 war sie so vom 2. bis zum 6. April in Kopenhagen, als der Kaiser den dänischen König Christian IX. besuchte, und nahm wieder an der Nordlandreise teil. Im Winter hatte das Schiff meist längere Werftliegezeiten mit reduzierter Besatzung. 1904 wurde die Nymphe nicht als Begleitschiff der Kaiseryacht herangezogen. Sie führte im Frühjahr Torpedoversuche in den norwegischen Schären durch.

Anfang 1905 war sie dann kurzzeitig das erste Versuchsschiff der Torpedoinspektion, bis sie durch die SMS München ersetzt wurde, um dann im April das dritte Artillerieschulschiff zu werden. Im Frühjahr 1907 wurden vier 10,5-cm-Geschütze auf der Backbordseite ausgebaut und durch vier 8,8-cm-Geschütze und zwei 5,2-cm-Geschütze ersetzt. Die Nymphe war nun das Schulschiff für Maschinenwaffen. Am 31. August wurde sie während der Herbstmanöver vom Küstenpanzerschiff SMS Frithjof gerammt und wegen des Schadens am 19. September 1907 in Kiel außer Dienst gestellt. Nach Behebung der Schäden nach Danzig überführt, wurde sie dort am 23. Mai 1908 erneut aktiviert um ihre Nachfolgerin Medusa zu ersetzen, die eine Grundreparatur benötigte. Bis zum 15. Februar 1909 blieb die Nymphe Schulschiff für Maschinenwaffen mit Heimathafen in Sonderborg, ehe sie durch die SMS Stuttgart ersetzt wurde.

Kriegseinsatz[Bearbeiten]

Am 2. August 1914 wurde die Nymphe wieder in Dienst gestellt und übernahm am 8. die Führung der Hafenflottille Elbe. Ob sie während dieser Dienstzeit auf ihre Ursprungsbewaffnung zurückgerüstet wurde, ist nicht bekannt. Am 1. September 1915 wurde sie Schul- und Versuchsschiff der Torpedo-Inspektion und am 1. November 1916 endgültig außer Dienst gestellt. Sie wurde entwaffnet und diente der Torpedo-Inspektion als Wohn- und Exerxierschiff.

Reichsmarine[Bearbeiten]

Das alte Schiff musste bei Kriegsende nicht abgeliefert werden. Es wurde im November 1920 von Kiel nach Wilhelmshaven verlegt und dort ab November 1922 in der Marinewerft modernisiert. Statt des ausladenden Rammsporns erhielt sie einen modernen Kreuzerbug und einen neuen Fockmast.

Am 30. November 1924 stellte die modernisierte und jetzt mit ehemaligen U-Boot-Kanonen bewaffnete Nymphe in Dienst und wurde das Flaggschiff des Befehlshabers der leichten Seestreitkräfte der Ostsee. Im Juni 1925 machte sie eine Auslandsreise nach Norwegen und nahm 1926 an der Flottenreise in den Atlantik teil, wobei sie Cádiz, Port Mahon, Málaga und Vigo besuchte. Während der Herbstmanöver hielt sie sich kurz in Skagen auf. Bei der Flottenreise 1927 erlitt sie bei Sturm in der Biskaya einen Schaden an der Rudermaschine, der in Ferrol repariert werden musste. Es folgte Besuche in Santa Cruz, La Luz, Lanzarote, Horta, Ponta Delgada, Sevilla und Cádiz. Auf beiden Reisen besuchten die beteiligten vier Linienschiffe und zwei bzw. drei Kreuzer einzeln, in verschiedenen Gruppen und selten auch der gesamte Verband die ausländischen Häfen. 1928 wurden von der Nymphe nochmals Norwegen und Skagen besucht.

Am 16. April 1929 schied die Nymphe endgültig aus dem Dienst der Reichsmarine und wurde in ihrer Funktion durch den neuen Leichten Kreuzer Königsberg ersetzt. Kurzzeitig als Wohnschiff genutzt, wurde die Nymphe 1931 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und 1932 in Hamburg abgewrackt.

Kommandanten[Bearbeiten]

20. September 1900 bis März 1901 Kapitän zur See Hugo Zeye
März 1901 bis 30. September 1901 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Georg Friedrich Scheibel
1. Oktober 1901 bis September 1902 Korvettenkapitän Günther von Krosigk
September bis Oktober 1902 Kapitänleutnant Albertus Petruschky (in Vertretung)
Oktober 1902 bis Januar 1903 Korvettenkapitän Walter Voit
Januar bis Februar 1903 Kapitänleutnant Willibald Grauer (in Vertretung)
Februar bis Oktober 1903 Korvettenkapitän Walter Voit
Oktober bis Dezember 1903 Korvettenkapitän Wilhelm Sthamer
Dezember 1903 bis Februar 1904 Kapitänleutnant Willibald Grauer (in Vertretung)
Februar bis September 1904 Korvettenkapitän Wilhelm Sthamer
September 1904 bis Januar 1905 Korvettenkapitän Leberecht Maass
Januar bis März 1905 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Ernst Schäfer
März bis September 1905 Korvettenkapitän Karl Behm
September bis November 1905 Kapitänleutnant Paul Siewert (in Vertretung)
November 1905 bis Januar 1906 Fregattenkapitän Wilhelm Schäfer (in Vertretung)
Januar bis September 1906 Korvettenkapitän / Fregattenkapitän Karl Behm
Oktober 1906 bis 19. September 1907 Korvettenkapitän Heinrich Trendtel
23. Mai 1908 bis November 1908 Fregattenkapitän Paul Jantzen
November bis Dezember 1908 Kapitänleutnant Kurt von Grumbkow (in Vertretung)
Dezember 1908 bis 15. Februar 1909 Korvettenkapitän Max Werner
2. August 1914 bis Januar 1915 Fregattenkapitän Ernst Ewers
Januar bis August 1915 Fregattenkapitän Erich Graf von Zeppelin
August bis September 1915 Kapitänleutnant Friedrich Wolf (in Vertretung)
September 1915 bis September 1916 Korvettenkapitän Walter Holtzapfel
September bis Oktober 1916 Korvettenkapitän Hermann Schantz (in Vertretung)
Oktober 1916 bis 1. November 1916 Korvettenkapitän Bruno Hintze
30. November 1924 bis 9. Januar 1925 Kapitän zur See Ernst Bindseil
10. Januar 1925 bis 20. September 1926 Fregattenkapitän Georg Kleine
21. September 1926 bis 29. September 1928 Fregattenkapitän / Kapitän zur See Fritz Conrad
3. Oktober 1928 bis 16. April 1929 Fregattenkapitän Wolf von Trotha

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. „Eine Lübecker Künstlerin.“ In: Vaterstädtische Blätter, Jahrgang 1903, Nr. 20, Ausgabe vom 17. Mai 1903.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Gröner, Dieter Jung und Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945 Band 1. Bernard & Graefe Verlag, München 1982, ISBN 3-7637-4800-8.
  • Hans H. Hildebrand/Albert Röhr/Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien - ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart, Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford,

Weblinks[Bearbeiten]