SMS Pfeil (1882)

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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Kleiner Kreuzer SMS Blitz (1882).png
Das Schwesterschiff der SMS Pfeil, die SMS Blitz
Baudaten
Schiffstyp Aviso
ab 1897 Kleiner Kreuzer
Schiffsklasse Blitz-Klasse
Baubezeichnung: Aviso Ersatz Grille
Bauwerft: Kaiserliche Werft Wilhelmshaven in Wilhelmshaven
Bau-Nr.: 6
Kiellegung: August 1881
Stapellauf: 16. September 1882
Fertigstellung: 25. November 1884
Baukosten: 1,395 Mio. Goldmark
Schiffsmaße
Vermessung: 815 BRT
367 NRT
Wasserverdrängung: Konstruktion: 1381 t
Maximal: 1486 t
Länge: KWL: 75,3 m
über alles: 78,43 m
Breite: KWL: 9,9 m
Tiefgang: 4,4 – 4,07 m
Seitenhöhe: 5,98 m
Technische Daten
Kesselanlage: 8 kohlegefeuerte
Lokomotiv-Dampfkessel
Maschinenanlage: 2 liegende zweizylindrige
Zweifachexpansions-Dampfmaschinen
Anzahl der Propeller: 2 dreiflügelig Ø 3,2 m
Wellendrehzahl: 144/min
Antriebsleistung: 2.700 PSi
erreicht: 2.2337 PSi
Geschwindigkeit: 16,0 kn
erreicht: 15,6 kn
Fahrbereich: 2440 sm bei 9 kn
Treibstoffvorrat: 220 t Kohle
Besatzung: 6 Offiziere und 135 Mann
Panzerung
ungepanzert
Bewaffnung
Seezielgeschütze: 1 × 12,5-cm-Rk-L/23
(100 Schuss, 52 hm)
4 ×8,7-cm-Rk-L/24
ab 1892 : 6 ×8,8-cm-SK-L/30
(600 Schuss, 69 hm)
Revolverkanonen: 4 × 3,7 cm L/22,8
Torpedorohre
Ø 35 cm:
2 seitlich auf Deck
1 Bug unter Wasser

SMS Pfeil war ein Aviso, später, ab 1899 als Kleiner Kreuzer klassifiziert, der Kaiserlichen Marine und gehörte der Blitz-Klasse an. Das Schiff entstand unter dem Amtsentwurf 1879.

Die Aufgaben eines Avisos sah man damals in dem Führen von größeren Torpedobootsverbänden und in der Abwehr solcher Fahrzeuge. Avisos sollten ebenso als Aufklärungsschiff agieren, wie (in Zeiten vor Einführung der drahtlosen Telegraphie) als Depeschenboote oder Signalwiederholer fungieren. Zudem waren sie als Torpedokreuzer vorgesehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Pfeil wurde im Gegensatz zu ihrem Schwesterschiff SMS Blitz trotz gleicher Bau- und Stapellaufzeiten erst im November 1884 für die Probefahrten in Dienst gestellt. Es folgten bis 1888 die üblichen jährlichen In- bzw. Außerdienststellungen für die Übungs- oder Manöverflotte – jedoch nie in ihrer originären Aufgabe als Führerboot von Torpedobootsverbänden bzw. Torpedokreuzer. In diesem Jahr wurde sie am 12. November anlässlich des sogenannten Araberaufstandes in der soeben proklamierten Kolonie Deutsch-Ostafrika außerplanmäßig wieder in Dienst gestellt. Die Ausreise dorthin wurde kurzzeitig unterbrochen, als das Schiff zur Beseitigung von Sturmschäden Plymouth anlaufen musste. Verspätet traf sie deshalb erst am 4. Januar 1889 und wurde umgehend in das Ostafrikanische Geschwader, bestehend aus SMS Leipzig, SMS Carola, SMS Olga, SMS Sophie und SMS Möwe eingereiht und zur Blockade der Küste herangezogen. Hierbei nahm sie vor allem Schiffskontrollen vor und griff gelegentlich mit einem Landungskorps in die Kämpfe an Land ein. Da sich das Schiff nur bedingt für einen Einsatz in den Tropen eignete – die gesundheitlichen Bedingungen waren wegen unzureichender Ventilation für die Mannschaft sehr kräftezehrend - wurde die Pfeil am 29. September 1889 detachiert und in die Heimat entlassen. Nach der Ankunft am 6. Dezember wurde der Aviso zum 13. Dezember 1889 in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt. Im April 1890 wurde sie für den üblichen Flottendienst wieder in Dienst gestellt und nahm bis 1895 an den jährlichen Manövern teil. Während dieser Zeit erfolgte 1892 die Umrüstung auf moderne Schnellfeuergeschütze und die Entfernung der Hilfsbesegelung. Den Dienst als Aviso beendete das Schiff 1897 und fuhr seitdem als Maschinenschulschiff. Seit 1900 wurde die Pfeil als Fischereischutzschiff eingesetzt, gelegentlich unterbrochen von Manövern, in denen sie als Aviso oder als Tender agierte. Zum 18. Dezember 1910 wurde die Pfeil als Spezialschiff umklassifiziert und diente im Lehrgeschwader.

Für den veralteten Aviso wurde im Jahr 1905 als Ersatz bei der Kaiserlichen Werft in Danzig die spätere SMS Emden in Auftrag gegeben.

Einsätze im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

  • mit Beginn des Ersten Weltkriegs fungierte die Pfeil als Tender für das II. und später für das IV. Geschwader der Hochseeflotte, zugleich diente sie im Küstenschutz bei der Hafenflottille der Elbe
  • Ausscheiden aus dem Sicherungsdienst zum 28. Juni 1915 und Übertritt zur U-Boot-Schule
  • Dienst als Übungsschiff bis Kriegsende bei der U-Boot-Schule

Die Pfeil wurde – trotz ihres hohen Alters von 36 Jahren – erst am 16. Februar 1922 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und in Wilhelmshaven abgewrackt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945. Band 1. Panzerschiffe, Linienschiffe, Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kreuzer, Kanonenboote. Bonn: Bernard & Graefe 1998 ISBN 3-7637-4800-8.
  • Hans H. Hildebrandt, Albert Röhr und Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Band 5, Herford: Koehlers Verlagsgesellschaft mbH 1982 ISBN 3-7822-0236-8.
  • Robert Gardiner: Conway’s All the world’s fighting ships 1860-1905. London: Conway Maritime Press 1979 ISBN 0-85177-133-5.

Weblinks[Bearbeiten]