SMS Sachsen (1877)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kaiserliche Kriegsflagge (1892).png
SMSSachsen.PNG

Seitenansicht und Decksplan der Panzerkorvette SMS Sachsen, Geschützaufstellung als Zitadellschiff
Baudaten
Bauwerft A.G. Vulcan in Stettin
Kiellegung April 1875
Stapellauf 21. Juli 1877
Fertigstellung 21. Oktober 1878
Verbleib 19. Februar 1910 ausgemustert
5. Mai 1919 verkauft zur Verschrottung
Technische Daten
Wasserverdrängung 7.677 ts
Maximal: 7.935 t
Länge Wasserlinie
Länge über alles
93 m
98,2 m
Breite 18,3 m
Tiefgang 6,53 m
Bewaffnung 6 × 26 cm L/22 Rk
Ab 1886: 5 Torpedorohre
(2 × 45 cm in den Seiten, 2 × 35 cm im Bug und 1 × 35 cm im Heck)
Panzerung Zitadelle: 203–254 mm
Deck: 51–64 mm
Antriebsanlage 8 Kofferkessel in 2+2 Kesselräumen
2 liegende 3-Zyl.-Verbundmaschinen
2 vierflügelige Schrauben \varnothing 5 m
Maschinenleistung 5.000 PSi
Brennstoffvorrat 420–700 t Kohle
Geschwindigkeit 13,5 kn
Fahrbereich 1.940 sm bei 10 kn
Besatzung 317–436 Mann

Die Panzerkorvette SMS Sachsen war das Typschiff der nach ihr benannten Sachsen-Klasse, einer Klasse von vier Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine. Kiellegung war im April 1875 bei der Werft A.G. Vulcan in Stettin. Der Stapellauf erfolgte am 21. Juli 1877, die Indienststellung am 21. Oktober 1878.

Die Sachsen-Klasse[Bearbeiten]

Erste Planungen für die Schiffe der Klasse entstanden bereits 1861. Die vier geplanten Schiffe waren vor allem für die Küstenverteidigung im Einsatzraum Ostsee vorgesehen. Da der Bauauftrag an der Stettiner Werft schneller fertig war als der erste Auftrag an der Kaiserlichen Werft in Kiel, wurde die Sachsen (Haushaltsname: Panzerschiff B) unvorhergesehen zur Namensgeberin ihrer Klasse. Typschiff wäre sonst ihr Schwesterschiff Bayern (Panzerschiff A) geworden. Ab 1884 waren alle vier Schiffe einsatzfähig. In den Jahren 1896 bis 1899 wurden sie umgebaut und erhielten dabei neue Kesselanlagen mit nur noch einem großen Schornstein.

Technische Daten[Bearbeiten]

Das Schiff hatte eine Länge von 97,8 m und eine Breite von 18,3 m. Die Bewaffnung bestand aus sechs 26-cm-Ringkanonen mit der Kaliberlänge 22. Vier der sechs Geschütze waren in der Mitte des Schiffe positioniert und zwei in vorderen offenen Barbetten. Ab 1886 verfügte das Schiff außerdem über 5 Torpedorohre (2 × 45 cm in den Seiten, 2 × 35 cm im Bug und 1 × 35 cm im Heck). Die Panzerung bestand aus Schmiedeeisen. Die Panzerplatten der Zitadelle waren 203–254 mm dick. Das Deck hatte 51–64 mm dicke Panzerplatten. Die Besatzung zählte zwischen 317 und 436 Mann. Der Antrieb bestand aus zwei liegend eingebauten Einfachexpansionsmaschinen mit acht Kofferkesseln in zwei getrennten Maschinenräumen. Die Schornsteine waren deshalb paarweise nebeneinander angeordnet; dies führte zum Spitznamen "Zementfabrik". Die Schiffe dieser Klasse waren die ersten der kaiserlichen Marine, die ohne Hilfsbeseglung gebaut wurden.

Detail der Panzerung des Panzerschiffs SMS Sachsen

Schicksal[Bearbeiten]

Am 4. September 1901 kollidierte die Sachsen vor Rügen mit dem Aviso Wacht. 1902 wurde sie in die Bereitschaft und 1906 in die zweite Bereitschaft versetzt. Von 1910 bis 1918 diente das Schiff als Zielhulk der Flotte vor der Küste von Schwansen. Die Sachsen wurde 1919 in Wilhelmshaven abgewrackt.