SMS Schiff K

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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Schiffsdaten
Schiffsname SMS Schiff K
ex. Kronprinz Wilhelm
Schiffstyp Sonderschiff
U-Boot-Falle
Schiffsklasse Passagierdampfer
Kiellegung: 1914
Stapellauf (Schiffstaufe): 1914
Indienststellung als Hilfskreuzer: Dezember 1914
Bauwerft: Stettiner Oderwerke
Bau-Nummer: 654
Besatzung: 70–81 Mann
Verbleib: Versenkt am 2. November 1917 im Kattegat auf der Position 56° 29′ 44″ N, 12° 11′ 23″ O56.495512.189833333333
Technische Daten
Wasserverdrängung: 2560 t
Maximal: 11.200 t
Länge: 77,02 m
Breite: 10,86 m
Rauminhalt: 1768 BRT
Tiefgang: 5,1 m
Maschinenanlage: 2 Dampfkessel
1 stehende 3-Zylinder-Dreifachexpansions-
Dampfmaschine
Anzahl der Schrauben: 1 x dreiflügelig Ø xm
Wellendrehzahl: x 1/min
Leistung: 1500 PS
Höchstgeschwindigkeit: 14 kn
Brennstoffvorrat: Tonnen Kohle
Bewaffnung
Seezielgeschütze: 4 Tk – 10,5 cm L/35
(122 hm, 600 Schuss)
Kommandanten
Kapitänleutnant d. R. Julius Lauterbach[1]

Das Schiff K war ein deutsches Hilfsschiff sowie eine U-Boot-Falle im Ersten Weltkrieg mit dem Haupteinsatzgebiet Ostsee und Sundüberwachung.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bald nach Kriegsausbruch 1914 wurde deutscherseits den verantwortlichen Stellen die Bedeutung der schwedischen Erzzufuhr über die Ostsee bewusst. Da die russische Flotte trotz ihrer numerischen Überlegenheit weitgehend inaktiv in ihren Stützpunkten verharrte, gewann der Kleinkrieg, geführt hauptsächlich durch U-Boote und weniger durch Zerstörer, eine immense Bedeutung. Die Briten hatten zur Unterstützung ihrer russischen Verbündeten bis 1916 insgesamt zehn U-Boote der C- und E-Klasse in die Ostsee entsandt, die der deutschen Schifffahrt aber auch der Kaiserlichen Marine größere Verluste beibrachten.

Um die U-Boote effektiver bekämpfen zu können, führte die Marine das Geleitzugsystem ein und schützte die Handelsschiffe durch Torpedoboote, hauptsächlich der A-II- und A-III-Klassen, Hilfsschiffe und die Möglichkeit in (neutralen) schwedischen Hoheitsgewässern fahren zu dürfen.

Schiff K[Bearbeiten]

Das Hilfsschiff K wurde ursprünglich 1914 bei den Stettiner Oderwerken als Passagierdampfer Kronprinz Wilhelm für die Stettin-Rigaer-Dampfschiff Gesellschaft erbaut. 1915 übernahm die Marine das Schiff und baute es zur U-Boot-Falle um. Am 12. November 1915 wurde es als Schiff K (Deckname Gratia) der I. Handels-Schutz-Flottille in der Ostsee zugeteilt und begleitete Geleitzüge zur U-Boot-Sicherung. Am 27. Mai beschädigte das Schiff K das russische U-Boot Gepard der Bars-Klasse durch Rammen schwer und drängte am folgenden Tag die Bars erfolgreich ab. Im August gelang es der Kronprinz Wilhelm, das britische Boot HMS E43 zu beschädigen.

Bis zum Oktober 2009 bestand die Vermutung, dass Schiff K auch für den Verlust des britischen U-Boots HMS E18 am 24. Mai 1916 verantwortlich sei. Diese Annahme hat sich nicht bestätigt, da das U-Boot nun vor der Westküste der Insel Ösel gefunden wurde und dort vermutlich einem Minentreffer zum Opfer fiel.

Verlust[Bearbeiten]

Im März 1917 wurde das Schiff der Sonderflottille zugeordnet, deren Aufgabe im Schutz der deutscher Fischereifahrzeuge im Kattegat bestand. Ab Herbst 1917 versuchten die Briten wiederholt in den Kattegat einzudringen. Dies geschah maßgeblich zur Aufklärung deutscher Streitkräfte, da hier einer der Hauptauslaufwege deutscher U-Boote entlangführte sowie zum Feststellen der Stärke und Effektivität der Sundbewachung. Unter anderem wurden Minengürtel zwischen Skagen und Læsø gelegt, um die Schifffahrtswege zu sperren.

Am 2. November 1917 unternahm die 15th destroyer flotilla (15. Zerstörer-Flottille) der Royal Navy mit 13 Zerstörern unter Führung des Flottillenführers HMS Parker und unter Fernsicherung zweier Leichter Kreuzergeschwader und des II. Schlachtkreuzer-Geschwaders einen Handstreich gegen die Fischereifahrzeuge im Kattegat. Trotz heftiger Gegenwehr gelang es dem Schiff K nicht, die Fischerboote zu beschützen. Es wurde zusammen mit acht Trawlern nordwestlich Kullen versenkt. Von der Besatzung von 81 Mann starben 30, 17 wurden von einem dänischen Dampfer gerettet, die restlichen von einem britischen Zerstörer.

Das Wrack wurde im Februar 1999 ertaucht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Krieg zur See 1914-18. Ernst Freiherr von Gagern: Der Krieg in der Ostsee Bd. 3 Von Anfang 1916 bis zum Kriegsende Frankfurt/Main: E. S. Mittler&Sohn 1964 S. 31

Literatur[Bearbeiten]

  • Lutz Bengelsdorf: Der Seekrieg in der Ostsee 1914–1918. Hauschild, Herford 2008, ISBN 978-3897574045.
  • Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945. Bd. 8/2 Vorpostenboote, Hilfsminensucher, Küstenschutzverbände. Bernard & Graefe, Bonn 1993, ISBN 978-3763748082.

Weblinks[Bearbeiten]