SMS Zieten

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Kaiserliche Kriegsflagge (1892).png
SMS Zieten.jpg
Baudaten
Schiffstyp Torpedofahrzeug I. Classe
Schiffsklasse Einzelschiff
Bauwerft: Thames Ironworks and Shipbuilding and Engineering Co. Ltd., London
Kiellegung: 1875
Stapellauf: 9. März 1876
Fertigstellung: 1876
Baukosten: 1,635 Mio Goldmark
Schiffsmaße
Vermessung: 716 BRT
322 NRT
Wasserverdrängung: Konstruktion: 1.001 t
Maximal: 1.170 t
Länge: KWL: 69,5 m
über alles: 79,4 m
Breite: 8,56 m
Tiefgang: 3,8–4,63 m
Seitenhöhe: 5,64 m
Technische Daten
Takelung: 2-Mast-Schoner
Segelfläche: 355 m²
Kesselanlage: 6 Zylinderkessel
Maschinenanlage: 2 liegende 2-Zylinder-
Zweifachexpansions-Dampfmaschinen
Anzahl der Propeller: 2 dreiflügelig, Ø 3,05 m (2,75 m)
Wellendrehzahl: 171/min
Antriebsleistung: 1.807 PSi
Geschwindigkeit: 16 kn
Fahrbereich: 1.770 sm bei 9 kn
Treibstoffvorrat: 130 t Kohle
Besatzung: 7 Offiziere und 88–104 Mann
Bewaffnung
Seezielgeschütze: 6 - SK 5,0 cm L/40
864 Schuss, 62 hm
Torpedorohre
Ø 15 Zoll (38,1 cm):
2 (je 1 in Bug und Heck)
Minenkapazität: 49
Verbleib
Streichung: 6. Dezember 1919
Verkauf: 18. April 1921 für 655.000 Mark
Verschrottung in Wilhelmshaven

SMS Zieten war ein Torpedofahrzeug I. Classe, später ein Aviso und Fischereischutzschiff der ehemaligen Kaiserlichen Marine. Das Schiff war benannt nach dem preußischen Husarengeneral Hans Joachim von Zieten („Zieten aus dem Busch“).

Bau und Technische Daten[Bearbeiten]

Die Zieten war ein von der Thames Ironworks and Shipbuilding and Engineering Co. Ltd. in London erbautes Eisenschiff mit eisernen Querspanten und acht Abteilungen. Es war 79,4 m über alles lang, 8,56 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,8-4,63 m. Voll ausgerüstet wog es 1170 Tonnen und war mit 716 BRT vermessen. Die Besatzung bestand aus sechs bis sieben Offizieren und zwischen 90 und 104 Mann.

Laufbahn[Bearbeiten]

Die Zieten diente bis 1880 als Torpedofahrzeug zur Erprobung neuentwickelter Torpedos. Ihr Kommandant war dabei ab Mai 1878 der Kapitänleutnant und spätere Großadmiral Alfred von Tirpitz, der seit 1877 für die Organisation der neuen Torpedowaffe zuständig war. Am 28. Juli 1880 versenkte Tirpitz mit der Zieten, im Beisein des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, die alte Dampffregatte SMS Barbarossa mit einem scharfen Torpedo, um die Wirkung der neuen Waffe zu demonstrieren.[1]

1881 wurde die Zieten zum Aviso umgebaut. Als nach der Beschießung der ägyptischen Stadt Alexandria durch britische Kriegsschiffe im Juli 1882 die Sicherheit westlicher Ausländer dort bedroht war, wurde die Zieten ins Mittelmeer entsandt, um die dort stationierten deutschen Kanonenboote Habicht und Möwe abzulösen, die deutsche und österreichische Bürger in Ägypten beschützt und in Sicherheit gebracht hatten. Danach wurde das Schiff in der Nord- und Ostsee eingesetzt. Ab 1897 diente die Zieten, als Nachfolger der Meteor, im Fischereischutz in Nordsee und Nordatlantik, wobei sie deutsche Fischereifahrzeuge beschützte, betreute und versorgte und mehrmals ausländische Fischereifahrzeuge in deutschen Hoheitsgewässern aufbrachte.[2]

Im Ersten Weltkrieg wurde das Schiff der Küstenschutzdivision Jade/Weser zugeteilt.

Ende[Bearbeiten]

Die Zieten wurde 1919 ausgemustert und 1921 in Wilhelmshaven abgewrackt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Koch, Albrecht von Stosch als Chef der Admiralität: Skizzen aus den Akten, Mittler und Sohn, Berlin, 1903 (S. 40)
  2. Siehe z. B. "Aus den Reiseberichten S. M. S. Zieten, Fischereikreuzer, in der Nordsee." (1897)

Weblinks[Bearbeiten]