SM U 28

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SM U 28
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Technische Daten
U-Boot Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
Serie: U 27 – U 30
Bauwerft: Kaiserliche Werft, Danzig
Verdrängung: 675 Tonnen (über Wasser)
867 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 64,70 m
Breite: 6,32 m
Tiefgang: 3,48 m
Druckkörper ø: 4,05 m
max. Tauchtiefe: 50 m
Tauchzeit: 45–80 s
Antrieb: Dieselmotoren 2000 PS
E-Maschinen 1200 PS
Geschwindigkeit: 16,7 Knoten (über Wasser)
9,8 Knoten (unter Wasser)
Bewaffnung: 2 Bug- und 2 Heckrohre, 6–10 Torpedos
2 x 8,8-cm-Deckgeschütze
Besatzung: 4 Offiziere
31 Mannschaften
Erfolge: 39 versenkte Handelsschiffe
Verbleib: Sank am 2. September 1917 im Eismeer infolge der Explosion der Olive Branch.

SM U 28 war ein diesel-elektrisches U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam.

Einsätze[Bearbeiten]

U 28 lief am 30. August 1913 bei der Kaiserlichen Werft in Danzig vom Stapel und wurde am 26. Juni 1914 in Dienst gestellt. Der Indienststellungs-Kommandant des U-Bootes war Georg Günther Freiherr von Forstner. Weitere Kommandanten waren der Reihenfolge nach Otto Rohrbeck, Degenhart Freiherr von Loë und Georg Schmidt.

Am 28. März 1915 versenkte U 28 im St.-Georgs-Kanal ohne Vorwarnung den britischen Passagierdampfer Falaba, wobei 104 Menschen ums Leben kamen. Unter den toten Passagieren befand sich das erste US-amerikanische Todesopfer im Ersten Weltkrieg, was für Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Deutschen Reich führte.

U 28 führte in den Jahren 1915 bis 1917 fünf Kriegseinsätze durch. Dabei wurden insgesamt 39 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 93.782 BRT versenkt.[1]

Verbleib[Bearbeiten]

Am 2. September 1917 torpedierte U 28 im getauchten Zustand das britische Frachtschiff Olive Branch, das vor dem Nordkap auf seiner Fahrt nach Archangelsk angegriffen wurde. Nachdem der Frachter durch einen Torpedo beschädigt und gestoppt worden war, ließ die Besatzung der Olive Branch die Beiboote zu Wasser und brachte sich in Sicherheit. Das U-Boot tauchte auf und Kapitänleutnant Schmidt befahl, die Versenkung per Deckgeschütz zu vollenden. Bereits der zweite Schuss brachte transportierte Munition im Frachtraum des Schiffes zur Explosion. Durch die Luft schnellende Trümmer der Olive Branch beschädigten das in der Nähe liegende U-Boot so schwer, dass es selbst zu sinken begann.[2] Einigen U-Bootfahrern gelang noch rechtzeitig der Ausstieg. Da sie jedoch von den britischen Seeleuten in den Beibooten nicht gerettet wurden, kamen alle 39 U-Bootfahrer einschließlich des Kommandanten zu Tode. Als ungefähre Untergangsstelle gelten folgende Koordinaten: 72° 24′ N, 27° 56′ O72.427.933333333333.[3][4]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 67.
  2. Auf ähnliche Weise ging auch das deutsche U-Boot U 132 im Zweiten Weltkrieg verloren, das ebenfalls durch die Explosion eines torpedierten Munitionstransportes sank.
  3. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 89.
  4. Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Gräfelfing vor München: Urbes, 1998, S. 33.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-86070-036-7.
  • Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Gräfelfing vor München: Urbes, 1998, ISBN 3-924896-43-7.

Weblinks[Bearbeiten]