SM U 79

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SM U 79
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Victor Reveille (VR)
Frankreich (Marine-Gösch)
Baudaten
U-Boot-Typ: Einhüllen-Hochsee-Boot
Kriegsauftrag E/UE
Serie: U 75 – U 80
Bauwerft: Vulkan-Werft, Hamburg
Baunummer: 61
Stapellauf: 9. April 1916
Indienststellung: 25. Mai 1916 (Deutsche Marine)
1. Juni 1922 (Franz. Marine)
Technische Daten
Verdrängung: 755 Tonnen (über Wasser)
832 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 56,80 m
Breite: 5,90 m
Tiefgang: 4,86 m
Druckkörper ø: 5,00 m
max. Tauchtiefe: 50 m
Tauchzeit: 40–50 s
Antrieb: Dieselmotoren 900 PS
E-Maschinen 800 PS
Geschwindigkeit: 9,9 Knoten (über Wasser)
7,8 Knoten (unter Wasser)
Bewaffnung: 1 × Bugtorpedorohr (Backbord)
1 × Hecktorpedorohr (Steuerbord)
(4 Torpedos im Oberdeck)
1 × 10,5-cm-Deckgeschütz
2 × Heckminenrohr
(38 Seeminen)
Einsatzdaten
Kommandant:
  • Otto Dröscher
  • Rudolf Haagen
  • Martin Hoffmann
  • Heinrich Jeß
  • Woldemar Petri
  • Otto Rohrbeck
  • Kurt Slevogt
  • Karl Thouret
  • Rudolf Zentner
Besatzung (Sollstärke): 4 Offiziere
28 Mannschaften
Einsätze: 9
Erfolge: 21 versenkte Handelsschiffe
1 versenktes Kriegsschiff
Verbleib: Am 21. November 1918 an Frankreich ausgeliefert. 1922–1935 als Victor Reveille in Dienst. 1936 abgewrackt.

SM U 79 war ein diesel-elektrisches Minen-U-Boot der Klasse UE der deutschen Kaiserlichen Marine. Es kam im Ersten Weltkrieg zum Einsatz. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das U-Boot an Frankreich ausgeliefert und diente bis 1935 als Victor Reveille in der französischen Marine.

Besonderheit der Bewaffnung und Motorisierung[Bearbeiten]

Die Hauptaufgabe von U 79 war das Legen der Seeminen, von denen bis zu 38 Stück im Bootsinneren transportiert werden konnten. Sie wurden über zwei Auslassrohre im Bootsheck verlegt. Es handelte sich somit nicht um ein Angriffs-U-Boot und es war verglichen mit anderen Hochsee-U-Booten relativ schwach motorisiert. Selbst die Überwassergeschwindigkeit blieb im einstelligen Bereich. Die Torpedobewaffnung diente vorrangig zur Selbstverteidigung.

Einsätze[Bearbeiten]

U 79 lief am 9. April 1916 bei der Vulkan-Werft in Hamburg vom Stapel und wurde am 25. Mai 1916 in Dienst gestellt. Das U-Boot wurde Ende Juli 1916 der I. U-Boot-Flottille zugeordnet.[1] Der Indienststellungs-Kommandant war Kapitänleutnant Heinrich Jeß (25. Mai 1916 bis 20. Februar 1917). Weitere Kommandanten waren Otto Dröscher, Rudolf Haagen, Martin Hoffmann, Woldemar Petri, Otto Rohrbeck, Kurt Slevogt, Karl Thouret und Rudolf Zentner. Versenkungen erzielten neben Jeß nur Rohrbeck und Thouret.[2]

U 79 führte während des Ersten Weltkriegs neun Operationen in der Nordsee und im östlichen Nordatlantik durch, die bis vor die Küste Portugals reichten.[3] Dabei wurden 21 Handelsschiffe kriegführender Mächte und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 33.731 BRT sowie ein Kriegsschiff mit 14.100 BRT versenkt.[4]

Das größte von U 79 versenkte Schiff war der britische Panzerkreuzer Drake, der am 2. Oktober 1917 nördlich von Irland bei Rathlin torpediert wurde.[5] Dabei starben 18 Besatzungsmitglieder.[6]

Das größte zivile Schiff war die Counsellor mit knapp 5.000 BRT. Der britische Frachter lief auf seiner Fahrt von San Francisco nach Liverpool am 14. September 1916 vor der irischen Südküste auf eine von U 79 gelegte Mine und sank.[7] Der britische Frachter Camito war mit über 6.600 BRT noch größer, wurde aber bei einem, von U 79 verursachten Minentreffer am 13. August 1917 nur beschädigt.[8]

Verbleib[Bearbeiten]

Zehn Tage nach dem Waffenstillstand wurde U 79 am 21. November 1918 als Kriegsbeute an Frankreich ausgeliefert.[9] Ab dem 1. Juni 1922 war das U-Boot unter dem Namen Victor Reveille (kurz: VR) Teil der französischen Marine. Am 27. Juli 1935 wurde es ausgemustert und 1936 verschrottet.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 136.
  2. uboat.net: WWI U-boat Successes – Ships hit by U 79 (engl.)
  3. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 123.
  4. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 68.
  5. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 120.
  6. uboat.net: Ships hit during WWI – HMS Drake (engl.)
  7. uboat.net: Ships hit during WWI – Counsellor (engl.)
  8. uboat.net: Ships hit during WWI – Camito (engl.)
  9. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 90.
  10. Deutsches U-Boot-Museum: Kaiserliche Marine – Verbleib (Verteilung)

Literatur[Bearbeiten]

  • Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-86070-036-7.

Weblinks[Bearbeiten]