SM U 85

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SM U 85
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Baudaten
U-Boot-Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
Amtsentwurf aus MS-Typ
Kriegsauftrag F
Serie: U 81 – U 86
Bauwerft: Germaniawerft, Kiel
Baunummer: 255
Stapellauf: 22. August 1916
Indienststellung: 23. Oktober 1916
Technische Daten
Verdrängung: 808 Tonnen (über Wasser)
946 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 70,06 m
Breite: 6,30 m
Tiefgang: 4,02 m
Druckkörper ø: 4,15 m
max. Tauchtiefe: 50 m
Tauchzeit: 45–50 s
Antrieb: Dieselmotoren 2400 PS
E-Maschinen 1200 PS
Geschwindigkeit: 16,8 Knoten (über Wasser)
9,1 Knoten (unter Wasser)
Bewaffnung: 4 × 50 cm-Bugtorpedorohr
2 × 50 cm-Hecktorpedorohr
(12–16 Torpedos)
1 bzw. 2 × 8,8-cm-Deckgeschütz
1 × 10,5-cm-Deckgeschütz (1917/18)
Einsatzdaten
Kommandant: Willy Petz
Besatzung (Sollstärke): 4 Offiziere
31 Mannschaften
Einsätze: 3
Erfolge: 5 versenkte Handelsschiffe
Verbleib: seit dem 7. März 1917 nach Auslaufen in die Nordsee vermisst

SM U 85 war ein diesel-elektrisches U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam. Es ging am oder nach dem 7. März 1917 aus ungeklärter Ursache verloren.

Einsätze[Bearbeiten]

U 85 lief am 22. August 1916 bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel und wurde am 23. Oktober 1916 in Dienst gestellt. Ab Januar 1917 war das Boot der IV. U-Boot-Flottille in Emden und Borkum zugeordnet.[1] Der erste und einzige Kommandant war Kapitänleutnant Willy Petz.

U 85 führte während des Ersten Weltkriegs drei Unternehmungen im östlichen Nordatlantik um die britischen Inseln durch.[2] Dabei wurden fünf Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 23.127 Bruttoregistertonnen (BRT) versenkt.[3][4] Darunter befand sich neben britischen Schiffen auch der Frachter Dicax unter norwegischer bzw. neutraler Flagge.[5]

Das größte von U 85 versenkte Schiff war das britische Passagierschiff California (ca. 8.660 BRT). Die California wurde am 7. Februar 1917 südwestlich von Irland torpediert. Das Schiff befand sich auf einer Fahrt von New York nach Glasgow. Bei dem Untergang kamen mehr als 40 Menschen ums Leben.[6]

Verbleib[Bearbeiten]

Am 7. März 1917 lief U 85 zu seiner dritten Feindfahrt in die Nordsee aus. Danach verliert sich seine Spur. Alle 38 Besatzungsmitglieder, die sich zum Zeitpunkt des Auslaufens an Bord befanden, gelten als vermisst.

Ursprünglich wurde angenommen, U 85 sei am 12. März 1917 durch Artillerie der britischen U-Boot-Falle Privet im Ärmelkanal versenkt worden.[7] Dieser Angriff galt jedoch dem deutschen Minen-U-Boot UC 68, das dabei nicht versenkt wurde.[8][9]

Sonstiges[Bearbeiten]

U 85 wies, wie auch seine Schwester-Boote, eine hohe Seetauglichkeit auf. Die Serie wurde zum Vorbild für die U-Boot-Klasse IX und ausländische Entwürfe.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 139.
  2. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 123.
  3. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 68.
  4. Laut uboat.net versenkte U 85 vier Schiffe mit zusammen 20.225 BRT.
  5. uboat.net: Ships hit during WWI – Dicax (engl.)
  6. uboat.net: Ships hit during WWI – California (engl.)
  7. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 90.
  8. uboat.net WWI U-boats – U 85
  9. Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfeling, 1998, S. 25.
  10. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, S. 50.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, ISBN 3-86070-036-7.
  • Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfeling, 1998, ISBN 3-924896-43-7.

Weblinks[Bearbeiten]